Internet Publikation
für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
IP-GIPT DAS=07.06.2007
Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 12.4.8
Impressum:
Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
Stubenlohstr.
20 D-91052 Erlangen * Mail:_sekretariat@sgipt.org_Zitierung
& Copyright
Anfang Grundlagenstreit
Mathematik_Überblick_Rel.
Aktuelles _Rel.
Beständiges_
Titelblatt_
Konzept_
Archiv_
Region_
Service_iec-verlag_Wichtige
Hinweise zu externen Links und Empfehlungen_
Willkommen in der Abteilung Wissenschaft
in unserer Internet-Publikation GIPT 1)
Bereich Geschichte der Wissenschaften, hier Mathematik speziell zum Thema:
Geschichte des Grundlagenstreits in der Mathematik
unter Einbeziehung einiger Arbeiten zur Mengenlehre und mathematischen
Logik
aus der Perspektive eines mathematisch interessierten
Laien
von Rudolf Sponsel, ErlangenMott
_
| "Eine mathematische Theorie ist nicht eher als vollkommen
anzusehen, als bis du sie so klar gemacht hast, daß du sie dem ersten
Manne erklären könntest, den du auf der Straße triffst."
[Q] |
Inhaltsübersicht
Editorial * Wichtige
Themen Grundlagenstreit * Krise oder
Streit? * Sturm im Wasserglas: I,
II?
* Zusammenfassende
subjektive Eindrücke (06/2007) * Links zu externen Übersichten:
Frühe
Mathematikgeschichte, 16Jh, 17Jh,
18Jh,
19Jh,20Jh
.
5Jdv * 4Jdv
* 3Jdv * 2Jdv
* 1Jdv * 1638 * 1686
* 1694 * 1735 * 1789
* 1811 * 1826 * 1831
* 1837 * 1838 * 1847
* 1848 * 1851 * 1854
* 1870 * 1871 * 1872
* 1873 * 1874 * 1877
* 1878 * 1879 * 1883
* 1884 * 1885 * 1886
* 1887 * 1888 * 1889
* 1890 * 1891 * 1892
* 1893 * 1894
* 1895 * 1896
* 1897 * 1898
* 1899 * 1900
* 1901 * 1902 * 1903
* 1904 * 1905
* 1906 * 1907
* 1908 * 1909
* 1910 * 1911
* 1912 * 1913
* 1914 * 1915 * 1916
* 1918 * 1919
* 1920 * 1921
* 1922 * 1923
* 1924 * 1925
* 1926 * 1927
* 1928 * 1929 * 1930
* 1931 * 1932 * 1933
* 1934 * 1935
* 1936 * 1937
* 1938 * 1939
* 1940 * 1942
* 1943 * 1944 * 1945
* 1946 * 1947 * 1948
* 1949 * 1950 * 1951
* 1952 * 1953 * 1954
* 1955 * 1956 * 1957
* 1958 * 1959
* 1960 * 1961
* 1962 * 1963
* 1964 * 1965
* 1966 * 1967
* 1968 * 1969
* 1970 * 1971
* 1972 * 1972 * 1973
* 1974 * 1975
* 1976 * 1977
* 1978 * 1979
* 1980 * 1981
* 1982 * 1983
* 1984 * 1986
* 1987 * 1988
* 1989 * 1990
* 1991 * 1992
* 1993 * 1994
* 1995 * 1996
* 1997 * 1998
* 1999 * 2000
* 2001 * 2002
* 2003 * 2004 * 2005
* 2006 * 2007 * 2008
*
* Personenregister: (Traditionelle,
Kritiker,
Andere)
* Weitere Literatur (Auswahl) * Links
(Auswahl) * Glossar, Anmerkungen/
Endnoten * Änderungen * Querverweise
*
_
Editorial: Im folgenden wird die Geschichte
des Grundlagenstreits in der Mathematik aus Sicht eines mathematisch interessierten
Laien (Psychologe und Psychotherapeut) dargestellt. Diese Darstellung muss
naturgemäß einseitig und unvollständig ausfallen, besonders
was die Mathematik im Ausland betrifft, aber auch wegen meines sehr begrenzten
mathematischen Wissens, das ich, was den Rahmen betrifft, durch kompetente
Sekundärquellen (z.B. Schlote) etwas auszugleichen versuche. Es ist
daher hauptsächlich eine Dokumentation, welche Denkschwierigkeiten
sich für einen mathematisch interessierten Laien in der Auseinandersetzung
mit den Grundlagen der (Meta-) Mathematik ergeben. Für Anregungen,
Ergänzungen, Berichtigungen und Kritik bin ich daher sehr aufgeschlossen
[mailto], besonders für
gemeinverständliche
Formulierungen [im Sinne von Q]
der wesentlichen mathematischen Sachverhalte.
Der Grundlagenstreit im engeren Sinne
umfasst grob betrachtet ein gutes halbes Jahrhundert, ungefähr 1890-1940
und hatte in diesem Zeitraum seine Höhepunkte in den 1920iger und
1930iger Jahren (emotionale Spitze 1928). Genauer betrachtet
hat dieser Streit aber sehr alte Wurzeln und zieht sich als problematisches
Thema durch die ganze Geistesgeschichte (Mückenheim
2006). Inzwischen wissen die meisten nichts mehr von diesem Streit
oder sie wollen von ihm nichts mehr wissen; viele betrachten ihn auch als
historisch und erledigt. Das ist er aber für einige - Intuitionisten,
Konstruktivisten und Finitisten - nicht, wofür letztlich Hilbert (siehe)
und John von Neumann (siehe) selbst auch einiges getan
haben.
Inzwischen scheint sich aber neben dem unguten,
formalistisch-technizistischen
auch ein liberal-relativistischer Trend oder status quo ausgebildet zu
haben. Es gibt nicht mehr die eine Mathematik, sondern viele
Mathematiken (Geometrien wie Logiken oder Mengenlehren oder Metamathematiken
oder ...) - und je nach Axiomatik und zugelassenen Beweismitteln
kann sich jeder die aussuchen, die er braucht oder mag. In gewisser Weise
könnte dadurch der Grundlagenstreit als erledigt angesehen werden.
Aber die liberal-relativistische Beliebigkeit passt nicht so recht zur
Ideal-Vorstellung von "ewig gültiger" Wahrheit, Sicherheit und Zuverlässigkeit,
die sich mit der altehrwürdigen Mathematik verknüpfte. Die Paradoxien
haben Hochkonjunktur und bringen eine neue Effekt-
und Gauklermathematik hervor, wenn aus einer Kugel plötzlich zwei
werden. Es scheint ein neues Abrakadabra- Super- Axiom zu gelten, nämlich:
Alles
ist möglich, wenn wir es nur entsprechend einrichten, nicht nur
im "neuen" von Cantor geschaffenen Höllen-Paradies.
Wichtige
Themen des Grundlagenstreits 20. Jhd.: Antinomien; Potentiell gegen
aktual
Unendlich, Mengen- lehre; Beweismethoden, finite oder konstruktive
Beweismittel, Tertium
non datur, petitio principii
(Zirkelschlüsse) besonders der Form nicht-prädikativer
Begriffsbildungen; transfinite Grundlagen und Methoden (transfinite
Induktion); Sicherheit der mathematischen Grundlagen: Beweisbarkeit, Widerspruchsfreiheit,
Vollständigkeit,
Entscheidbarkeit; Axiomatik, Intuitionismus, Konstruktivismus, (Ultra-)
Finitismus. In der Begründungsfrage werden grob drei Hauptrichtungen
unterschieden: Formalismus (Hilbert), Logizismus (Frege, Whitehead &
Russell), Intuitionismus (Brouwer, Weyl) [Q];
genauer betrachtet gibt es aber viel mehr und differenziertere Standpunkte
[> Hilfskriterien].
Alfred Schreiber (2002)
unterscheidet z.B.: Platonismus, Logizismus, Formalismus, Intuitionismus,
Konstruktivismus, Empirismus. Zum Naturalismus [Heft
3, 2006].
Krise oder Streit. Thiel
(1972, S. 6) führt aus: "Ein Grundlagenstreit ist im Gange, wo einflußreiche
Gruppen von Wissenschaftlern unverträgliche Vorschläge zur Behebung
einer Grundlagenkrise ihrer Wissenschaft durchzusetzen versuchen." In der
Geschichte der Mathematik werden mehrere Grundlagekrisen aufgeführt:
5Jhd.v.
(Irrationalzahl, Unendlich Kleines, Antinomien/ Paradoxien), Krise der
Analysis 1830-1850 und der, m.E. bei weitem schärfste
und nachhaltigste Grundlagenstreit 1890-1940.
Sturm im Wasserglas I ?
Fragt man sich, weshalb der Grundlagenstreit die meisten MathematikerInnen
wenig berührt und interessiert, so mag eine Antwort sein, dass im
Großen und Ganzen an der relativen Exaktheit der Mathematik kaum
ein ernsthafter Zweifel besteht. Die konstruktive Mathematik ist meist
umständlicher, schwieriger, "unbequemer" - ein faktisch wichtiges
Argument in der Mathematik - viel weniger "mächtig" und, sofern sie
tatsächlich jeden Beweis neu erfinden will, letztendlich auch nicht
sicherer, was die Zirkularität betrifft, da ja die Konstruktiven nicht
weniger ad hoc beweisen ohne ausführliche Beweispfad- und Beweismittel-
Dokumentation als die Traditionalisten.
Sturm im Wasserglas II.
In der Mathematik gibt es natürlich wie sonst auch in Wissenschaft
und Leben zahlreiche unterschiedliche Auffassungen und Ungeklärtheiten.
Obwohl die Grundlagen der Analysis Jahrhunderte falsch oder unzulänglich
begründet wurden, rechnete man doch höchst erfolgreich damit,
besonders in den Naturwissenschaften, z.B. Physik und Astronomie. Das heißt,
richtige, wenn auch falsch oder unzulänglich begründete Theorien,
können zu richtigen und praktisch effizienten Ergebnisse führen
- ein hübsches Argument für die Paradoxie
der Implikation.
Zusammenfassende
subjektive Eindrücke aus dieser Arbeit.
|
Für das Verständnis schien mir eine chronologisch-historisch-entwicklungsorientierte
Darstellung am sinnigsten. Sie wird im Laufe der Zeit ergänzt und
weiter entwickelt. Hier wird sozusagen das historische Skelett der Veröffentlichungen
nachgezeichnet. Im Laufe der Zeit können dann aus diesem historischen
Skelett weitere Ausarbeitungen erfolgen und verlinkt werden.
Weiter schien mir intuitiv sinnvoll, den Grundlagenstreit einzubetten
und zu umrahmen mit einer - wenn auch beschränkten und subjektiven
- Auswahl anderer mathematischer, natur-, geistes- und sozialwissenschaftlicher
Ereignisse - hauptsächlich nach den Sekundärquellen Asimov (500.000
Jahre Erfindungen und Entdeckungen), Hellemans et al. (Fahrplan der Naturwissenschaften),
Schlote
et al. (Chronologie der Naturwissenschaften) und Stein (Kulturfahrplan)
- mit Links zum politisch-gesellschaftlichen Geschehen. Die Zeitangaben
der Sekundärquellen sind teilweise unterschiedlich, hier muss mit
Fehlern (grobe Schätzung ca. 1 Jahr) gerechnet werden. In die Auswahl
konnte ich nur aufnehmen, wo es mir gelang, aus dem mitgeteilten mathematischen
oder naturwissenschaftlichen Sachverhalt ein charakterisches Stichwort
zu entnehmen, er also nicht zu unverständlich
war.
Hilfskriterien
zur Einteilung und Zuordnung zu einer Position.
Frühe Mathematikgeschichte:
30000BC
to 500BC, 500BC
to 1AD, 1AD
to 500, 500
to 900, 900
to 1100, 1100
to 1300, 1300
to 1500.
Griechische Mathematiker (Auswahl): Apollonios, Archimdes,
Diophantus, Eratosthenes von Kyrene, Euklid, Euxodos, Heron, Hipparchos,
Pappos, Pythagoras, Thales.
5Jdv
Nach Thiel (1972, S. 8): Eine
frühe Grundlagenkrise in der griechischen und besonders pythagoräischen
Mathematik (axiomatisches Ideal: alles Verhältnisse lassen sich durch
ganze Zahlen darstellen) durch die Entdeckung der Irrationalzahl (Wurzel
2 der Diagonale im Einheitsquadrat). Die Theorie des Unendlichkleinen wurde
durch die Paradoxien von Zenon (fliegend-ruhender
Pfeil, Achilles und die Schildkröte) erschüttert. Zwei Schulen,
Pythagoräer und Eleaten standen sich gegenüber. Als Retter soll
sich Eudoxos von Knidos mit einer neuen Definition des Verhältnisses
zweier Größenpaare erwiesen haben.
Paradoxie des Sophisten Xeniades [W]:
"Alle Aussagen der Menschen sind falsch." |
-
Hasse, H. & Scholz, H. (1928). Die Grundlagenkrisis
der griechischen Mathematik. (Pan-Bücherei, Gruppe: Philosophie
Nr. 3). Charlottenburg: Pan-Verlag Kurt Metzner. Zeitschrift Monatshefte
für Mathematik
-
Scholz, H. (1928). Warum haben die Griechen die Irrationalzahlen
nicht aufgebaut? Kantstudien, 33, 4-72.
-
Waerden, B.L. van der (1940). Zenon und die Grundlagenkrise
der griechischen Mathematik. Mathematische Annalen , 117, 141-161.
[Online]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 5Jhv: [chr]
-
Stichworte 5Jhv:
4Jdv
Aristoteles [W]:
Es gibt kein aktual Unendliches. [Qv]
Euklid [W]:
Axiom 8: Das Ganze ist größer als der Teil [Qv].
Dieses jahrtausende gültige Prinzip wurde von Cantor und der Masse
der Mengentheoretiker aufgehoben. |
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 4Jhv: [chr]
-
Stichworte 4Jhv:
-
Aristoteles
(384-322). Texte zur Logik. Zusammengestellt,
übersetzt und kommentiert von Adolf Trendelenburg. Bearbeitet und
neu herausgegeben von Rainer Beer. Reinbek: Rowohlt. [IL]
3Jdv
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 3Jhv: [chr]
-
Stichworte 3Jhv:
2Jdv
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 2Jhv: [chr]
-
Stichworte 2Jhv:
1Jdv
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1Jhv: [chr]
-
Stichworte 1Jhv:
2. Jhd.
Sextus Empiricus Werke.
16. Jahrhundert Mathe:
1500-1600.
17. Jahrhundert Mathe:
1600-1625,
1625-1650,
1650-1675,
1675-1700,
* ProbStat
*
Sepkoski, David (2007). Nominalism and Constructivism
in Seventeenth-Century Mathematical Philosophy. Taylor and Francis (Routledge)
1609 und 1619 Keplersche Gesetze.
1638
| Galilei erkennt die "Gleichmächtigkeit" bei
den natürlichen Zahlen und ihrer Quadrate: "Die Attribute des Gleichen,
des Größeren, des Kleineren gelten nicht bei unendlichen, sondern
sie gelten nur bei endlichen Größen!"" [Qv]
Jungius entwickelt in der Logica Hamburgensis eine logisch-mathematisch
orientierte Beweislehre und eine frühe "Begriffsschrift". |
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1638: s.o.
-
Stichworte 1638: * Discorsi; mathematisch-experimentelle
Methode der Naturwissenschaft; verallgem. Fallgesetz (Galilei) *
1642: Pascal konstruiert eine Maschine, die 6-stellige
Zahlen addieren kann. * 1647: Nachweis Vakuum (Pascal); 1657:
Zahlentheorie (Fermat); Wahrscheinlichkeitsrechnung (Huygens); Luftdruck:
Magdeburger Halbkugeln (Guericke); Pendeluhr (Huygens) * 1658: Pascals
Beweislehre: Von der Kunst zu überzeugen * 1662: Boyle-Mariottesch
Gesetz * 1668: Fundamentalsatz Infinitesimalrechnung (Gregory, J.)
* 7 Regeln elastischer Stoß (Huygens) * 1672: Spiegelteleskop,
Lichttheorie (Newton) * 1673: Funktionsbegriff (Leibniz) * 1674:
Leibniz konstruiert eine Rechenmaschine und befasst sich mit der binären
Darstellung der Zahlen * 1675: Ätherkonzept (Newton) * 1676-77:
Briefwechsel über Infinitsimalrechnung Leibniz/ Newton
(Plagiatsklage 1712) * 1678: Wellentheorie d. Lichts (Huygens) *
1682:
Gravitationsgesetz (Newton) * 1684: Infinitesimalkalkül (Leibniz)
*
1686
Auseinandersetzung zwischen Jakob Bernoulli und John
Wallis über das Wesen des urmathematischen Beweisprinzips der
- wenig sinnvoll benannten sog. - "vollständigen Induktion".
Meschkowski (1981b, S. 41) berichtet:
"Das Beweisverfahren der „vollständigen
Induktion" wird zuweilen auch als das Bernoullische oder das Kaestnersche
Prinzip bezeichnet[FN5]. Dafür gibt es gute Gründe: Erst im Zeitalter
der Brüder Bernoulli wurde es üblich, ein beliebiges Element
aus der Menge N der natürlichen Zahlen mit n zu bezeichnen, während
das ,x" für eine reelle Variable schon bei Descartes vorkommt. Mit
der neuen Terminologie wurde es möglich, den Schluß „von n auf
n+l" präzis zu beschreiben.
Jakob Bernoulli (1654-1705) hat im Jahre 1686 in einer
Auseinandersetzung mit Wallis das Wesen des Induktionsschlusses aufgezeigt,
und später hat sich A.-G. Kaestner (1719—1800) mehrfach dieses Verfahrens
bedient (das er Jakob Bernoulli zuschreibt). C. G. J. Jacobi (1804-1851)
nennt deshalb das von Gauß oft benutzte Verfahren das „Kaestnersche
Prinzip".
Fassen wir zusammen: Jene Historiker fördern das
Verständnis für Entwicklung des mathematischen Denkens nicht,
die die Entstehung des Induktionsverfahrens allzu früh ansetzen. Nicht
jede vage Verallgemeinerung ist ein Induktionsschluß im mathematischen
Sinne. Ein ausgereiftes Verständnis für das Wesen der mathematischen
Induktion finden wir (nach dem bisherigen Stand der Forschung) erst bei
Pascal. Aber eine einfache und präzise Formulierung dieses Beweisverfahrens
wurde erst möglich, als die Bezeichnung eines beliebigen Elementes
von N durch einen Buchstaben (ri) üblich wurde. Deshalb hat auch die
Bezeichnung des Induktionsschlusses als „Bernoullisches" oder als „Kaestnersches
Prinzip" seinen Sinn."
Querverweis: Wallis' Begriff "überunendlich". |
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1686: * Integralrechnung (Leibniz) *
-
Stichworte 1686: * Philsophiae naturalis principia mathematika
(Newton) bei der Royal Society hinterlegt (1687 in 3. Bdn. veröff.)
Abplattung der Planeten, Erklärung Präzession
(Newton) * Barometrische Höhenformel (Halley) *
1694
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1694: * elliptisches Integral (Bernoulli, J.I.)
* Differentialgleichungen I. Ord. (Bernoulli, Joh. I.) *
-
Stichworte 1694: * *
18. Jahrhundert Mathe:
1700-1720,
1720-1740,
1740-1760,
1760-1780,
1780-1800.
* ProbStat
*
1707: Arithmetica Universalis (Newton) *
1735
| Berkeley Streitschrift A DEFENCE OF FREE-THINKING
IN MATHEMATICS [Online]
erscheint, wo er u.a. die unzulänglichen Grundlagen und Begründungen
der Infinitesimalrechnung - berechtigt - kritisiert. [E,
W] |
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1735: * Euler löst Königsberger Brückenproblem
[Graphentheorie, kombinatorische Topologie] *
Stichworte 1735: * Paris: Gradmessungen zum Streit um
die Gestalt der Erde * Schwingungsperiode Pendel: Methode der Koninzidenz
* Cobalt * Mineralwasser * Beschreibung der Schnecke (Gehörgang) *
Linné: Systema naturae * Gold *
Zeitalter der industriellen Revolution * 1774:
Hahn entwickelt Rechenmaschine. 1777: Tetens Messung
Nachempfindungen * Cullen erfindet den
Begriff Neurose * Goethe
entdeckt die Konfrontationstherapie * 1781: Uranus * 1783:
Wasserstruktur H2O (Lavoisier); K.P. Moritz: Magazin
zur Erfahrungsseelenkunde * 1785: Coulombsche Gesetz *
1788:
Lagrange: Analytische Mechanik * 1789: Gesetz der Erhaltung der
Masse (Lavoisier); Kommission für ein Einheitliches Maßsystem
in Frankreich (u.a. Laplace, Lagrange, Lavoisier; 1791 Definitionen);
Kontaktelektrizität; * 1791:
C.C.E.
Schmid formuliert die Idee der Leib als ein sich selbst organisierendes
Wesen * 1795 Reil:
Von der Lebenskraft [Online]
* 1796- ... C.F. Gauß * 1798: Gravitationskonstante
(Cavendish) * 1802: Interferenz u. Wellencharakters des Lichts (Young).
* 1803: J.C. Reil:
"Rhapsodieen
über die Anwendung der psychischen Curmethode
auf Geisteszerrüttungen" 1805: Legendre: Methode
der kleinsten Quadrate in: Nouvelles méthodes pour la détermination
des orbites des comètes. Gauß 1795, publiziert 1809 [W].
* 1805: Dissertation Jean J.D. Esquirol (1772-1840): Die Leidenschaften
als Ursachen und Symptome der Geisteskrankheit, sowie als Mittel zu ihrer
Beeinflussung. 1808: Dalton: Atomtheorie chemischer Reaktionen.
* Johann Christian Reil erfindet den Begriff der Psychiaterie
* 1810: Laplace: Beweis zentraler Grenzwertsatz für gleichverteilte
Zufallsgrößen * Hahnemann: Homöopathie.
19. Jahrhundert Mathe:
1800-10,
10-20,
20-30,
30-40,
40-50,
50-60,
60-70,
80-90,
1890-1900.
* ProbStat
*
1811
Cauchy
meint, die Mathematik sei im wesentlichen abgeschlossen. Meschkowski
(1986, Vorwort) berichtet: "Am 14. November 1811 hielt Augustin Cauchy
vor der Société Académique in Cherbourg ein Referat
„Sur les limites des connaissances humaines". Er vertrat dabei die Ansicht,
daß die mathematische Wissenschaft im wesentlichen abgeschlossen
sei; lediglich auf dem Gebiet der Anwendungen bleibe noch etwas zu
tun [FN1]
L'arithmétique, la géométrie, l'algèbre,
les mathématiques transcendantes sont des sciences que l'on peut
regarder comme terminées, et dont ne reste plus à faire que
d'utiles applications.
Mit diesem Urteil hat sich der große Analytiker gründlich geirrt.
Die Mathematik hat im 19. Jahrhundert nicht nur die klassischen Disziplinen
besser fundiert und wesentlich weiter ausgebaut; es haben sich den Forschern
viele neue Fragen gestellt, die auf die Begründung immer neuer in
Cauchys Tagen noch unbekannter Disziplinen führten. Die Mathematik
hat den Physikern die Möglichkeit geliefert, ihre überraschenden
experimentellen Ergebnisse durch die Sprache geeigneter mathematischer
Strukturen zu beschreiben, und sie hat darüber hinaus den Philosophen
einiges Kopfzerbrechen verursacht durch den Ausbau von nichteuklidischen
Geometrien, durch die Begründung der mathematischen Logik und das
eindringende Fragen nach der Widerspruchsfreiheit mathematischer Systeme." |
-
Stichworte 1811: * Heinroth: erster Lehrstuhl fuer
Psychische Therapie in Leipzig.
1812: Laplace: Théorie analytique des probabilités
* Fourier-Analyse [W]
* 1814: Fraunhofer-Linien. * 1815: Bessel: Wahrscheinlicher
Fehler.
1818: Wahn-Theorie
Heinroths * 1823: Bessel: Persönliche Gleichung: individuelle
Reaktionszeiten bei Beobachtungen mit dem Fernrohr. *
Exkurs Von
Newton und Leibniz bis Fourier
Entwicklung
des Funktionsbegriffs nach Wilenkin (dt. 1986, S. 122ff):
"Auch der Funktionsbegriff hat eine lange und bewegte Geschichte. Die
Idee des Zusammenhangs gewisser Größen entstammt nach unserer
Kenntnis der altgriechischen Wissenschaft: Dort waren alle betrachteten
Größen noch geometrischer Natur Selbst NEWTON, einer der Begründer
der mathematischen Analysis bediente sich bei der Betrachtung des Zusammenhangs
gewisser Größen einer weitgehend geometrischen Sprache. Obgleich
bereits FERMAT und DESCARTES den Funktionsbegriff verwendeten, wurde
der Terminus „Funktion" erst seit 1694 in den Arbeiteten des deutschen
Gelehrten LEIBNIZ verwendet, der sich das Verdienst der Entwicklung der
mathematischen Analysis mit NEWTON teilt. Indessen hatte der Funktionsbegriff
bei LEIBNIZ noch einen sehr eng begrenzten Sinn und bezog sich nur auf
einige Dinge, die sich aus der Verteilung der Punkte auf einer Kurve ergaben:
die Ordinaten, Subtangenten und Subnormalen, Krümmungsradius usw.
Deshalb blieb auch LEIBNIZ im Kreis der geometrischen Begriffe befangen.
Erst J. BERNOULLI, ein Schüler von LEIBNIZ, gab 1718 eine von der
geometrischer Anschauung unabhängige Definition einer Funktion."
Und weiter:
Es folgen D. Bernoulli mit seiner Lösung der schwingenden Saite
und eine ganz andere Lösung durch D'Alembert. Wilkenin (S. 123): "Für
die Mathematiker des 18. Jahrhunderts schien sich hier ein nicht zu überbrückender
Widerspruch aufzutun: Auf ein und dieselbe Frage erhielt man zwei Antworten,
von denen sich die eine für alle Argumentwerte durch eine einzige
Formel, die andere dagegen nur durch mehrere Formeln darstellen ließ.
Man leitete daraus eine völlig unbegründete
Abwertung der Leistung BEENOULLIS her, indem man annahm, das sie nicht
die allgemeine Lösung darstellt, sondern nur eine besondere spezielle,
durch eine einzige Formel darstellbare liefert. Es entstand ein äußerst
erbitterter Streit um diese Frage, an dem alle führenden Mathematiker
des Jahrhunderts — wie etwa EULER, D'ALEMBEBT, u. a. — beteiligt waren.
Auf die spezielle Frage wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts
durch J. FOURIER eine abschließende Antwort gegeben. Er bewies, daß
die Summe einer unendlichen Reihe, deren Summanden trigonometrische Funktionen
sind, über verschiedenen Teilen des Definitionsbereiches durch verschiedene
Formeln dargestellt werden kann. Davon ausgehend gab er eine Definition
des Funktionsbegriffes, in der er die Kenntnis der Abhängigkeit der
Funktionswerte von den Argument werten in den Vordergrund stellte, während
er der Darstellbarkeit durch eine einzige Formel nur untergeordnete Bedeutung
beimaß." |
1826
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1826: Lobatschewskis
Vortrag zur Nichteuklidischen Geometrie. *Abel in Paris: elliptische Funktionen
* Crelle: Journal für die reine und angewandte Mathematik *
Cauchy: Residuensatz * Gauß: Abschluss Kartenprojektionen *
-
Stichworte 1826: * 1826: J. Müller: Spezifische Sinnesenergien
* Zustandsgleichung für Gase (Gay-Lussac) * Ohm'sches Gesetz * Arbeit
= Kraft x Weg * Elektromagnet * Brom * Osmotischer Druck * Diphtherie *
Kristallformen *
1829: * Abel [Online]
* Psychiatrie: Beginn der
Non-Restraint
Bewegung in England:
1830
Thiel (1972, S. 10) führt unter Bezugnahme auf
Hasse & Scholz aus, dass im Mittelpunkt der Krise um 1830 der Begriff
der Grenze (Grenzwert [W])
stand. Die unsicheren Grundlagen der Infinitesimalrechnung wurden durch
die sog. "Epsilontik" [W]
von Weierstraß [W]
überwunden.
Das [FiLex Mathe 1, 1964, S.228] führt aus:
"Nach einer stürmischen, expansiven Entwicklung der Mathematik im
17. und 18. Jh. setzte um 1830 eine kritische Besinnung auf die Grundlagen
der neu eroberten mathematischen Gebiete ein. Es stellte sich heraus, daß
die großartigen Erfolge in der Gewinnung neuer Resultate mit einer
erstaunlichen Unklarheit in den Grundbegriffen und Beweismethoden verbunden
waren. So appellierte die Infinitesimalrechnung seit ihrer Erfindung durch
G.
W. L Leibniz (1646—1716) und I. Newton (1643 bis 1727) an eine
besondere, nirgendwo begrifflich präzisierte Vorstellung vom Unendlichkleinen,
und die Algebra arbeitete mit den komplexen Zahlen, ohne daß über
die Natur diese Rechengrößen, von denen Leibniz sagte, sie seien
»eine feine und wunderbare Zuflucht des göttlichen Geistes,
beinahe ein Amphibium zwischen Sein und Nichtsein«, Klarheit bestanden,
hätte."
Im Hinblick auf die Analysis gingen die ersten entscheidender
Klärungen u. a. von A. L. Cauchy (1789—1857), C. F. Gauß
(1777—1855) und B. Bolzano (1781—1848) aus. Sie wurden fortgesetzt und
in gewissem Sinne vollendet vor allem durch K. Weierstraß (1815—1897),
G. Cantor (1849—1918) und R. Dedekind (1831—1916). In ihren Untersuchungen
hatte sich als Kern des Grundlagenproblems die strenge Fassung der Eigenschaften
der reellen Zahlen herausgestellt, und zwar insbesondere der topologisehen
Eigenschaften, die Dedekind dann in Form der Ordnungsstetigkeit (Mengen,
Abbildungen, Strukturen) zum erstenmal (1858/1872] präzisieren konnte.
Die eigentliche Lösung des Problems wurde darin gesehen, daß
sowohl die von Weierstraß und Cantor als auch die von Dedekind verwendeten
begrifflichen Hilfsmittel (die sog. Dedekindschen Schnitte) eine
Rückführung der reellen Zahlen auf die rationalen Zahlen erlaubten.
Das Grundlagenproblem der Analysis wurde dann aber
aufs neue wachgerufen mit der Frage nach der Begründung der natürlichen
Zahlen, von denen aus schon M. Ohm 1822 und später H. Graßmann
die rationalen Zahlen in rein arithmetischer Weise hatten aufbauen können.
Auf die Theorie der natürlichen Zahlen wies schließlich auch
die Fundierung des [>229] Systems der komplexen Zahlen zurück. Während
Gauß den komplexen Zahlen durch ihre geometrische Darstellung in
der Zahlenebene die volle mathematische Realität zu sichern versuchte,
gelang R. W. Hamilton 1837 eine allein mit logischen Mitteln durchgeführte
Konstruktion der komplexen Zahlen von den reellen aus, indem er sie als
Paare reeller Zahlen mit geeigneten Rechenoperationen definierte (-> Zahlen)." |
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1830: Galoistheorie in Fortsetzung der Arbeiten
Abels (1824), Bedeutung 1843 von Liouville erkannt * Symbolische Algebra
u. Permanenzprinzip (Peacock) * Refraktionstafeln (Bessel) * Geometrie
der Zahlen (Gauß) *
-
Stichworte 1830: * Comte: Positivismus u. Begründung
der Soziologie * Achromatisches Mikrospkop (Lister) * Grundzüge
der Geologie (Lyell) * Isomerie (Berzellius) * Pharmaceutisches Central-Blatt
(Voss) * Exakte Gletscherforschung *
1831
| Gauß protestiert
am 12.7.1831 in einem Brief an Schumacher "zuvörderst gegen den Gebrauch
einer unendlichen Grösse als einer Vollendeten, welcher in der Mathematik
niemals erlaubt ist. Das Unendliche ist nur eine Facon de parler, indem
man eigentlich von Grenzen spricht, denen gewisse Verhältnisse so
nahe kommen als man will, während anderen ohne Einschränkung
zu wachsen verstattet ist." |
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1831:
-
Stichworte 1831:
1832: Elektrolyse (Faraday) * 1834:
Lehre
vom Beweise im deutschen Strafprozess (Mittermaier) * 1824: Schneider,
P. J. (1824). Entwurf zu einer Heilmittellehre gegen psychische Krankheiten
*
1837
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1837:
-
Hamilton:
Konstruktion der komplexen Zahlen. "Während Gauß den komplexen
Zahlen durch ihre geometrische Darstellung in der Zahlenebene die volle
mathematische Realität zu sichern versuchte, gelang R. W. Hamilton
1837 eine allein mit logischen Mitteln durchgeführte Konstruktion
der komplexen Zahlen von den reellen aus, indem er sie als Paare reeller
Zahlen mit geeigneten Rechenoperationen definierte." [FiLex Mathe 1, 1964,
S.231] [Hamilton Online]
-
Poisson: Recherchés sur la probabilité
des jugements... (p. 206: "Poisson-Verteilung" ab 1914 so genannt).
-
Dreiteilung
des Winkels unmöglich (Wantzel 1837).. Asimov (dt. 1996, S. 276f)
führt aus: "Die Griechen hatten den Grundsatz aufgestellt, daß
geometrische Gebilde nur mit Hilfe von Lineal und Zirkel konstruiert werden
durften (so daß man lediglich Geraden und Kreisbögen zeichnen
konnte). Zudem war nur eine endliche Anzahl von Schritten erlaubt. Dafür
gab es eigentlich keinen anderen Grund als vielleicht den, den Geometern
ein Minimum an Hilfsmitteln an die Hand zu geben und ihrer Aufgabe dadurch
eine »sportliche« Note zu verleihen. Es gab allerdings drei
Konstruktionen, die die Griechen allein mit Lineal und Zirkel nicht lösen
konnten. Die erste war die Quadratur des Kreises, d.h. die
Konstruktion eines Quadrats, das die gleiche Fläche besitzt wie ein
gegebener Kreis. Die zweite war die Verdoppelung des Würfels,
d.h. die Konslrukrion eines Würfels mit dem zweifachen Volumen eines
gegebenen Würfels. Die dritte schließlich war die Dreiteilung
des Winkels, d.h. die Aufteilung eines gegebenen Winkels in drei
gleiche Teile. Lange nach den griechen hatten sich auch Mathematiker mit
deren Problemen auseinandergesetzt, ebenfalls ohne Erfolg. Die Arbeiten
von Gauß (vgl. 1796) und Abel (vgl. 1824) hatten jedoch gezeigt,
wie wichtig es in der Mathematik war, die Unlösbarkeit einer Aufgabe
zu beweisen. Der französische Mathematiker Pierre Wanthel (1814-1848)
wies nach, daß die Verdoppelung des Würfel und die Dreiteilung
eines Winkels bei Befolgung der griechischen Regeln unmöglich ist.
Schließlich gelang auch der Beweis, daß die Quadratur des Kreises
nicht möglich ist."
Die fiolgenden Überlegungen Asimovs
sind psychologisch besonderes interessant:
"Die Tatsache, daß solche Beweise eifrige Amateure
nicht überzeugen können, läßt Rückschlüsse
auf die menschliche Natur zu. Noch 150 Jahre nachdem Wantzel die prinzipielle
Unlösbarkeit gezeigt hat, warten »Kreisquadrierer« und
andere, die die prinzipielle Unlösbarkeit nicht anerkennen wollen,
mit Lösungen auf. Unnötig zu erwähnen, daß diese »Lösungen«
an irgendeiner Stelle einen Fehlschluß enthalten, ja enthalten müssen."
Querverweis: Was
sind Mathematik-Cranks? |
-
Stichworte 1837: Begriff der Eiszeit * Chlorophyll und Photosynthese
*
1838
| De Morgan [Mt]
führt den Temrinus "mathematical induction" ein. [Q] |
-
Mathematik 1838: * Thetafunktionen und Theorie elliptischer
Funktionen (Jacobi) * Integraltheorie (Ostrogradskij) * Synthetische Geometrie
(Steiner) * Babbage ersinnt Lochkartenmaschine, die damals nicht funktionierte
und als Unsinn abgelehnt wurde * Neue Triangulationsmethode b.d.
Vermessung Ostpreußens (Baeyer & Bessel) *
-
Stichworte 1838: * Sternkatalog (Groombridge) * Lichtmessungsvorschlag
Arago (>1850: Foucault) * Leitfähigkeit Erde* Säure und Salz
(Liebig) * Geochemie-Begriff * Protein-Begriff * Nerven nicht hohl (Remak)
* Diff.Diagnose Gnorrhoe & Syphilis * Zelltheorie * Klimageographie
*
1839: Cauchy: Bedingung linearer Unabhängigkeit
* Dirichlet: Anzahl Darstellungen n * Gauß: Poissongleichung * Lamé
beweist Fermat's letzten Satz für n = 7 * Pflückersche
Formeln * Photographie-Begriff * Wellen: Gruppen- u. Phasengeschwindigkeit
(Hamilton) * Maya-Kultur * Société d'Ethnologie * 1843
Quaternionen (Hamilton) * n-dimensionale Geometrie (Cayley)
* 1844: Graßmann: Ausdehnungslehre * American
Psychiatric Association (APA). *
1845: Faraday-Effekt * 1846:
Neptun * lange vor Freud:
Carus
formuliert in seiner
Psyche grundlegende Prinzipien zum Unbewußten:
"Der Schlüssel zur Erkenntnis vom Wesen des bewußten Seelenlebens
liegt in der Region des Unbewußtseins."
1847
-
Boole, George (1847). The mathematical analysis of
logic: being an essay towards a calculus of deductive reasoning. London-Cambridge:
Cambridge: Macmillan, Barclay, & Macmillan. [PDF]
[W]
-
DeMorgan, A. (1847). Formal Logic or the Calculus of Inference,
Necessary and Probable. London: Taylor and Walton. [PDF]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1870: * Komplexe Zahlen (Cauchy) *Thetafunktionen
* n-äre quadratische Formen * Ideale Zahlen (Kummer) * Falscher
Beweis (Lamé) * Umkehrproblem Abelsches Integral gelöst * Beliebig
langsame Konvergenz (Seidel) * Eulerscher Polyedersatz bewiesen (Staudt)
* Stokes Gegenbeispiel zu Cauchys Satz stetiger Grenzfunktionen *
Dirichlet- bzw. Thomson- Prinzip *
-
Stichworte 1847: * Herschel: Results of astronomical obersvations
* Sternverteilung Milchstraße (Struve) * Helmholtz: Erhaltung der
Kraft * Ozon-Sauerstoff * Fructose * Kindbettfieber übertragbar *
Chloroform-Anästhesie * Ophtalmoskop (Babbages) *
1848
-
Boole, George (1848). The calculus of logic. Cambridge
a. Dublin math. J. 3, 183-198. [W]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1848: * 4. Gauß'scher Beweis des Fundamentalsatzes
* Satz Gauß-Bonnet * Elliptische u. Thetafunktionen (Hermite) * Fundamentallemma
(Sarrus) * Primzahlsatzfortschritte (Tschebyschow) *
-
Stichworte 1848: * Lichtgeschwindkeitsmessung (Fizeau)
* Maria Mitchell als erste Frau in die amerikanische Akademie der Wiss.
gewählt * Neptun-Monographie * Mohr-Waage * Schallgeschwindigkeit
Luft * Kalorimetrie * Lipase * Regelmäßige Körpertemperaturmessungen
*
1849: Raymond: Nervenaktivität meßbar
* 1850: Lichtgeschwindkeitsmessung mit Drehspiegel (Foucault)
* Drobisch: Mathematische Psychologie * Fechnersches Gesetz. Wärmelehre
(Clausius). * Fernschreiber-Drucker (Galton).
1851
Bolzano kann mit
seiner Schrift "Paradoxien des Unendlichen" als Begründer der
Theorie unterschiedlich ausgeprägter unendlicher Vielheiten angesehen
werden, wie sein §29 belegt:
§ 29.
"Wer zugesteht, daß es unendliche Vielheiten und somit auch unendliche
Größen überhaupt gäbe, der kann auch nicht mehr in
Abrede stellen, daß es unendliche Größen gäbe, die
sich durch ihre Größe (Großheit) selbst gar mannigfach
unterscheiden."
Die Gleichmächtigkeit bijektiver Zuordnung unendlicher Mengen bestreitet
Bolzano im §21f.
Bolzano erkennt die Unendlichkeit der Metassprachebenen (§13). In
§16
widerspricht Bolzano, dass unendliche Größen Zahlen sind. Die
§§ 29 ff haben Rechnung des Unendlichen (unendlich
große, unendlich kleine; auch falsche, Division mit 0 etc.) zum Thema. |
-
Bolzano, Bernhard (1851). Paradoxien
des Unendlichen. Leipzig: Meiner & Reclam. Nachdruck 1975. [Auszug
§ 15,16]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1851: Liouville beweist, dass transzendente Zahlen,
z.B. pi und e, existieren. * Riemansche Flächen.
-
Stichworte 1851: Foucaultscher Pendelversuch * Stokes
Formel * Absoluter Nullpunkt (Thommsen/Kelvin) * Weltausstellung London
(Kristallpalast) * Singer Nähmaschine * Ophtalmoskop (Helmholtz)
*
1852: Drei-Farben-Theorie des Farbsehens (Young-Heimholtz-Theorie)
* Carpenter-Effekt
>1957 Richter *
1854
-
Boole, George (1854). An
Investigation of the Laws of Thought , in which are Founded the Mathematical
Theories of Logic and Probabilities. London: . [Online]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1854: * Majoranten * abstrakte endliche Gruppe
* Cremona-Transformation * Riemann-Integration * Raumstruktur * Stokesscher
Integralsatz *
-
Stichworte 1854: * Relative Permeabilität * Geißler-Röhre
* Generatoren * Akkumulator * Ethanolsynthese * Entropie (Clausius) * Mikrogeologie
*
1855: G.B.A. Duchenne (1806-1875) heilt Nervenkranke
mit elektrischen Strom * Rudolf Virchow (1821-1902): Die Cellularpathologie
... * 1859: Charles Darwin (1809-1882) Die Entstehung der Arten
* 1860: G. Th. Fechner: Elemente der Psychophysik * 1861:
Weierstrass
entdeckt stetige, nicht überall differenzierbare Kurve * Broca Areal/
Zentrum; Limbisches System * Kahlbaum: Trennung Zustandsbild und
Krankheitsprozeß; Katatonie * 1863 Helmholtz: Tonempfindungen
[Online]
* 1864: Londener Mathematische Gesellschaft * 1865:
Zürich: Burghölzli, Mendel (1822-1884): Versuche über
Pflanzenhybride; Grundlagen modernen Vererbungslehre [Online];
Pettenkofer
in München erhält den ersten Lehrstuhl für Hygiene *
1866:
Biogenetische Grundregel (Haeckel) * 1867:
Tschebyschowsche Ungleichung
* Moskauer Mathematische Schule * "Hankel, der mit der Axiomatisierung
der Algebra beginnt, verteidigt 1867 eine „von aller Anschauung losgelöste,
rein intellectuelle Mathematik, eine reine Formenlehre, in welcher nicht
Quanta oder ihre Bilder, die Zahlen, verknüpft werden, sondern intellectuelle
Objecte, Gedankendinge, denen actuelle Objecte oder Relationen solcher
entsprechen können, aber nicht müssen" (Bourbaki, 1971, S. 33)
* 1868: Beltrami:
Nicht-Euklidische Geometrie * Donders. Reaktionszeitexperimente * 1869:
Nukleinsäure (Miescher) *
1870
-
Peirce, Charles Sanders. 1870. Description of a notation
for the logic of relatives, resulting from an amplification of the conceptions
of Boole’s calculus on logic. Memoirs of the American Academy of Arts and
Sciences 9: 317–378.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1870: * Hankel: Geschichte des Funktionsbegriffs.
[Online]
* Homomorphismus u. Isomorphismus (Jordan) * Algebraische Kurven *
-
Stichworte 1870: * *
1871
-
Dirichlet, Peter & Dedekind, Richard: Vorlesungen über
Zahlentheorie. [Online]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1871: * *
-
Stichworte 1871: * *
1872
-
Du Bois-Reymond, Emil (1872). Über die Grenzen des Naturerkennens.
In: Du Bois-Reymond, Estelle (Hg.) 1912 (2.A): Reden von Emil Du Bois-Reymond,
Bd. 1. Leipzig: Von Veit & Comp., 441–473.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W].
-
Mathematik 1872: * Felix Klein: "Erlanger Programm" [Online]
* Dedekind: Stetigkeit und irrationale Zahlen. [Online]
* Cantor: Theorie der irrationalen Zahlen (Fundamentalfolgen) * Heine-Borelscher-
Überdeckungssatz * p-Sylowgruppen * Stetige, nirgends differenzierbare
Funktion (Weierstraß) *
| Ignorabimus-Streit-Wurzel.
Andrea A. Reichenberger berichtet [Q]:
"Im Jahre 1872 löste der Berliner Physiologe Emil Du Bois-Reymond
(1818-1896) mit seiner Rede „Über die Grenzen des Naturerkennens“
auf der 45. Versammlung der deutschen Naturforscher und Ärzte in Leipzig
den Ignorabimus-Streit aus. [FN9] Der Vortragende vertrat die Meinung,
dass der Wissenschaft unüberwindbare Erkenntnisgrenzen gesetzt seien.
Insbesondere seien die Grundbegriffe der Mechanik (Materie, Kraft und Bewegung)
sowie das Bewusstsein prinzipiell nicht erklärbar. Du Bois-Reymond
sprach in diesem Zusammenhang auch von „Rätseln“, von „unüberwindlichen
Schranken“, von der „Unlösbarkeit“ dieser Fragen und von der „Unbegreiflichkeit“,
„Unerforschlichkeit“ und „Unerklärbarkeit“ dieser Phänomene."
> Mach 1886, Hilbert 1890, Wiener
Kreis 1929, Hilbert 1930. |
-
Stichworte 1872: * Gesetzliche Verankerung des metrischen
Systems in Deutschland. * Du Bois-Reymond: Grenzen der Natur-Erkentnis
* Sprossenrad * Lichtgeschwindigkeit in Wasser * Verallgemeinerte Transportgleichung
(Boltzmann) * Kunstharz (Baeyer) * Speiseröhrenentfernung (Billroth)
* Grisebach: Vegetation der Erde *
1873
-
Cantor, Georg & Dedekind, Richard (1873). Abhandlungen
zur Geschichte der Mathematik und zur Philosophie des Unendlichen. Sitzungsberichte
der Naturforschenden Gesellschaft zu Halle, 34-42. [Online]
| "Die Entdeckung der Überabzählbarkeit
der reellen Zahlen durch Georg Cantor, brieflich fixiert am 7.12.1873"
[Q]
"Je le vois, mai je ne le crois pas"
Vorgeschichte Deutsche Mathematikervereinigung.
[PDF-Q,
S.5] Der Gedanke einer Vereinigung der deutschen Mathematiker war nicht
neu. Im April 1873 hatte zum ersten Mal eine Mathematikerversammlung in
Göttingen stattgefunden, an der 52 Personen teilgenommen hatten. [FN12]
Diese Versammlung war maßgeblich von Felix Klein geplant und organisiert
worden. Die Vorbereitung dieser Versammlung hatte unter dem Zeichen von
Streitigkeiten zwischen der Mathematikergruppe um die in Deutschland führenden
Berliner Mathematiker Leopold Kronecker, Ernst Eduard Kummer sowie Karl
Weierstraß und der Mathematikergruppe um den Göttinger Mathematiker
Alfred Clebsch gestanden – die Berliner Mathematiker lehnten die von Clebsch
angewandten geometrisch-anschaulichen Methoden ab und bezweifelten die
mathematische Exaktheit seiner Arbeiten. Nach dem Tod von Clebsch im Jahr
1872 wurde dies kritische Urteil vor allem auf dessen Schüler Klein
übertragen, der bald die führende Rolle unter den Schülern
Clebschs übernommen hatte, und es entwickelte sich ein mit großer
Verbissenheit geführter Kampf um die wissenschaftliche Vorherrschaft
in der deutschen Mathematik sowie um den
mathematischen Publikations- und Stellenmarkt.[FN13] Diese Streitigkeiten
hatten auch dazu geführt, daß Kleins ambitionierter Plan einer
Mathematikervereinigung in den 1870er Jahren gescheitert war und die nächste
für 1875 geplante Mathematikerversammlung in Würzburg 1874 von
Klein und dem Leipziger Mathematiker Adolph Mayer abgesagt werden mußte.[FN14]"
|
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1873: * Noether: Fundamentalsatz algebraischer
Funktionen * Transzendenz e (Hermite) * (Faktorgruppe (Jordan) * Optimalitätskriterien
bei Interpolationsproblemen (Forrest) *
-
Stichworte 1873: * Elektromagnetische Feldtheorie (Maxwell)
* Thermodiffusion * Stabilität thermodynamisches System (Gibbs) *
Geometrische Isomerie * Begriff der Einfühlung (R.Vischer) > 1997:
Spiegelneurone * Haeckel: Biogenetisches Grundgesetz * Lepra Erreger
*
1874
Cantor: Beweis der Abzählbarkeit der algebraischen
Zahlen.
Cantor: Beweis der Überabzählbarkeit der reellen Zahlen durch
Intervallschachtelung. |
-
Cantor, Georg (1874). III. Abhandlungen zur Mengenlehre.
1. Über eine Eigenschaft des Inbegriffes aller reellen algebraischen
Zahlen. Crelles Journal f. Mathematik, 258-262. [Online]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1874: * Brill-Noethersche Restsatz * Lie: stetige
Transformationsgruppen *
-
Stichworte 1874: Die Entdeckung des "Galliums" (Boisbaudran)
bestätigt die Voraussage Mendelejews * Tetraedrisches Kohlestoffatom
(van't Hoff) und Stereochemie * Damals
unverstandene Beobachtung (Gleichrichterwirkung): Strom fließt nur
in einer Richtung bei best. Kristallen (Braun) * Voluntaristische Philosophie
(Boutroux) * Wundt: Grundzüge der physiologischen Psychologie [Online]
*
1875: Exner: Bewegungssehen * 1876:
Telefon (Bell) * Helmholtz: Helligkeits Unterschiedsschwelle *
1877
| Der beeindruckende Satz Cantors zum 1878 veröffentlichten
Paradoxon: "Je le vois, mais je ne le crois pas [ich sehe es, aber ich
glaube es nicht]“, den Zermelo in seiner Cantor-Biographie zitiert [S.458],
konnte von Meschkowski in der Ausgabe des Briefwechsels zwischen Cantor
und Dedekind durch E. Noether und J. Cavaillès (1937) nicht gefunden
werden. |
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1877: * *
-
Stichworte 1877: **
1878
Kontinuumshypothese
(Cantor).
Aus Cantors "Ein Beitrag zur Mannigfaltigkeitslehre" ergibt sich das
Paradoxon der Gleichmächtigkeit
eines n-dimensionalen Gebildes mit einer eindimensionalen Strecke.
Die natürliche und intuitive Erwartung ist, dass ein mehrdimensionales
Gebilde eine höhere Mächtigkeit als eine eindimensionale Strecke
hat.
Definition unendliche Menge:
Cantor definiert 1878 - von Dedekind 1888 bekräftigt
- eine unendliche Menge M genau dann, wenn es eine eindeutige und
umkehrbare Abbildung auf eine echte Teilmenge T von M gibt. [n. Deiser
2004, S. 501]
Damit ist das Prinzip Das Ganze ist größer als sein
Teil verletzt (Euklid8).
|
-
Cantor, Georg (1878). Ein Beitrag zur Mannigfaltigkeitslehre.
Journal f. reine und angew. Math. 84, 119-133. [Online]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1878: * American Journal of Mathematics * Clifford-Algebren
* Begründungen d. irrationalen Zahlen * Matrizentheorie (Frobenius)
* Divisionsalgebra * Drei-Körper-Problem * Falscher Beweis zum Vierfarben-Problem
mit richtiger Beweisidee * Mayersches Problem *
-
Stichworte 1878: * Mondbewegung * Mikroskop (Abbe) * Lichtgeschwindkeit
(Michelson) * Arrhenius-Gleichung d. Reaktionskinetik * Molrefraktionsformel
* Taucherkrankheit * Saccharin * Begriff Mikrobe * Erddichte (Jolly) *
Wind u. Meeresströmung * G.E. Müller: Grundriß Psychophysik
*
1879
-
Cantor, Georg (1879). Über einen Satz aus der Theorie
der stetigen Mannigfaltigkeiten. Göttinger Nachr., 127-135.
-
Frege, G. (1879). Begriffsschrift, eine der arihtmetischen
nachgebildeten Formelsprache des reinen Denkens. Halle: . [PDF]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1879: * *
-
Stichworte 1879: * Elektrisches Licht (Edison) * Stefan-Boltzmann-Gesetz
* Wundt: Erstes Psychologisches Labor (Institut) *
1880
| Deiser (o.J., S. 316) zu Cantor 1880: "Die Arbeit
markiert die Geburtsstunde der Ordinalzahlen", also der transfiniten
Zahlen. |
-
Cantor, Georg (1880). Über unendliche Punktmannigfaltigkeiten
II. Math. Annalen 15, 1-7; 17, 355-358; [Online]
-
Peirce, C.S. (1880-81). The Axioms of Number. Writings
of C.S. Peirce, a chronological edition" vol. 4, 1986, 222-224.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1880:
-
Stichworte 1880: * Du Bois-Reymond: 7 Welträtsel * Malariaerreger
(Laveran) * "Anna O." taucht bei Breuer auf * Seismograph (Milne) * Elektronenstrahlen
(Crookes) * Hochdruckerzeugung (Amagat) * Piezoelektrizität
(P. Curie) * Transformator *
1881
-
Peirce, C.S. (1881). On the Logic of Number. Am.J.Math. 4,
85-95
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1881: Venn-Diagramme ("Geometrisierung" logischer
Beziehungen) * .
-
Stichworte 1881: Interferometer (Michelson) * Schutzimpfung
geg. Milzbrand (Pasteur) *
1882
-
Cantor, Georg (1882). Über unendliche Punktmannigfaltigkeiten.
Math. Annalen 20, 113-121;
-
Peirce, C.S. (1882). Proof of the Fundamental proposition
of Arithmetic. Writings of C.S. Peirce, a chronological edition"
vol. 4, 1986, 267-268.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1882:
-
Stichworte 1882:
1883
Wohlordnungsbegriff
(Cantor).
[n. Deiser 2004, S. 500]
Cantor
fordert (1883) widerspruchslose Begriffe: "Die Mathematik ist in ihrer
Entwicklung völlig frei und nur an die selbstredende Rücksicht
gebunden, daß ihre Begriffe sowohl in sich widerspruchslos sind,
als auch in festen durch Definitionen geordneten Beziehungen zu den vorher
gebildeten, bereits vorhandenen und bewährten Begriffen stehen". [zit.
n. Bourbaki 1971, S. 33] |
-
Cantor, Georg (1883). Über unendliche Punktmannigfaltigkeiten
III. Math. Annalen 21, 51-58 und 545-586;
-
Cantor, Georg (1883). Sur divers théorèmes
de la théorie des ensembles de points situés dans un espace
continu à n dimensions. (Première communication. Extrait
d´une lettre adressée à l´éditeur) Acta
Math. 2, 409-414
-
Cohen, Hermann (1883). Das Prinzip der Infinitesimalmethode
und seine Geschichte. Berlin: Dümmler. Nachdruck Frankfurt: Suhrkamp
1968.
-
Peirce, Charles Sanders. 1883. The logic of relatives. In
Studies in Logic by Members of the Johns Hopkins University, 187–203. Philadelphia:
John Benjamins.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1883:
-
Stichworte 1883: Galton führt die Statistik in
die Psychologie (Persönlichkeitsforschung) mit Tests und Fragebogen
ein.
1884
Lösung des Kontinuumspproblems für abgeschlossene
Mengen: Satz Cantor-Bendixson. [n. Deiser 2004, S. 500]
Cantor, 40 Jahre alt, erleidet im Frühjahr eine schwere Depression.
Er soll, so Meschkowski (1983, S. 135), schon als Student Zeichen von Schwermut
gezeigt haben. Mitbewegend könnte der grosse und kräftezehrende
geistige Kampf um die Lösung des Kontinuumproblems,
mehr aber noch könnten die Intrigen aus Berlin, also Kroneckers, zur
Auslösung beigetragen haben. Cantors eigene Sicht erhellt aus einem
Brief an Mittag-Leffler: ». . . es handelt sich hier gewissermaßen
um eine Machtfrage, und die kann niemals durch Überredung
entschieden werden; es wird sich fragen, welche Ideen mächtiger,
umfassender und fruchtbarer sind, die Kroneckers oder die meinigen; nur
der Erfolg wird nach einiger Zeit unsern Kampf entscheiden!" [Online] |
-
Cantor, Georg (1884). Über unendliche Punktmannigfaltigkeiten.
Math. Annalen 23, 453-488
-
Cantor, Georg (1884). De la puissance des ensembles parfaits
des points. (Extrait d´une lettre adressée à l´éditeur)
Acta Math. 4, 381-392
-
Frege, Gottlob (1884). Grundlagen der Arithmetik. Eine logisch-mathematische
Untersuchung über den Begriff der Zahl. Hamburg: Meiner. [Rezension
von Cantor 1885] [Online]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1884: * Birationale Transformationen (Halphen)
* Funktionselement (Weierstraß) *
-
Stichworte 1884: * Gleichgewichtstheorie rotierender Gase
* Stefan-Boltzmannsches Gesetz * Amperemeter * Elektrolytische Dissoziation
(Arrhenius) * Chemische Dynamik (van't
Hoff) * Linotype * Wechselstromgenerrator (Tesla) * Rollfilm
* Füllfederhalter * Prinzip vom Überleben der Tüchtigen
(Spencer) * Nullmeridian durch Greenwich * Diphteriebazillus (Löffler)
* Muskelphyisiologie (Meyerhof) * Weltkarte für Temperaturzonen (Köppen)
* Energiegewinnung im Körper (Rubner) * Phagozyten (Metschnikow)
*
1885
-
Cantor, Georg (1885). Rezension der Schrift von G. Frege
"Die Grundlagen der Arithmetik". Dtsch. Lit. Ztg. 6, 728-729
-
Cantor, Georg (1885). Über verschiedene Theoreme der
Punktmengen in einem n-fach ausgedehnten stetigen Raume Gn. Zweite Mitteilung
Acta Math. 7, 105-124
-
Peirce, Charles Sanders. 1885. On the algebra of logic: a
contribution to thephilosophy of notation. American Journal of Mathematics
7: 180–202. Reprinted in Peirce (1993, 162–190).
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1885: * Galton: regression *
-
Stichworte 1885: * Ebbinghaus: Über das Gedächtnis
*
1886
-
Cantor, Georg (1886). Über die verschiedenen Standpunkte
in bezug auf das aktuale Unendliche.Zeitschr. für Philos. und philos.
Kritik 88, 224-233.
-
Peirce, C.S. (1886). Fundamental Properties of Number. Writings
of C.S. Peirce, a chronological edition" vol. 5, 1993, 283-284.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1886:
-
Stichworte 1886: * Hollerith-Maschine (Rechnen mit Lochkarten)
* Autmobil (Benz) *
Ignorabimus-Streit: "Mach (1886, 256), „ein wesentlicher
Fortschritt, daß Dubois die Unlösbarkeit seines Problems erkannte,
und war diese Erkenntnis doch für viele Menschen eine Befreiung, wie
der sonst kaum begreifliche Erfolg seiner Rede beweist. Den wichtigen Schritt
der Einsicht, daß ein prinzipiell als unlösbar erkanntes Problem
auf einer verkehrten Fragestellung beruhen muß, hat er allerdings
nicht getan. Denn er hielt, wie unzählige andere, das Handwerkszeug
einer Spezialwissenschaft für die eigentliche Welt.“" [Q,
S.5]
1887
-
Kronecker, Leopold (1887). Über den Zahlbegriff (Crelles
Journal Bd. 101). Siehe bitte auch: Kremer, Hermann:
Leopold
Kronecker - Wie alles anfing. Beiträge zur Geschichte des Konstruktivismus
und des Intuitionismus.
-
Helmholtz, Hermann von (1887). Zählen und Messen erkenntnistheoretisch
betrachtet. In: Philosophische Aufsätze. Leipzig: Fues.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl)
: [W]
-
Mathematik 1887: Vito Volterra begründet Funktionalanalysis
* Zentraler Grenzwertsatz (Tschebyschow; Beweis lückenhaft) *
-
Stichworte 1887: Michelson-Morley-Experiment * Dampfkalorimeter
(Bunsen *. American Journal of Psychology (Hall) * Strukturanalyse
Zucker (Fischer) * Internat. Astrofotographiekongress Paris * Schallplatte
*
1888
| Cantors definiert die aktual unendliche Menge in
sich widerspruchsvoll [Q]. |
-
Dedekind, Richard (1888). Was sind und was sollen die Zahlen?
Braunschweig: Vieweg. 6.A. 1930. [Online]
-
Peano, Giuseppe (1888). Calcolo geometrico, 1888, in: G.
Peano, Opere scelte II, Rom 1958, 3-19
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl)
: [W]
-
Mathematik 1888: Gründung der New York Mathematical
Society (später: American Mathematical Society) * Galton: Correlation
and their measurement *
-
Stichworte 1888: Pasteur-Institut (Paris) * Zentralkörperchen
(Boveri) * Radiowellen (Hertz) * Burroughs Patent für Additionsmaschine.
Luftgefüllt Gummireifen (Dunlop) *
1889
-
Peano, Giuseppe (1889). I Principii di Geometria Logicamente
Esposti. Torino: Fratelli Bocca. Reprinted in Peano (1958, 56-91).
-
Peano, Giuseppe (1889). Arithmetices principia nova methodo
exposita, 1889, in: G. Peano, Opere scelte II, Rom 1958, 20-55
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1889: * Abhandlungen über die Algebraische
Auflösung der Gleichungen Niels Henrik Abel, Évariste Galois,
hrsg. von Hermann Maser [Online]
*
-
Stichworte 1889:
1890
| Hilbert "In uns schallt der ewige Ruf: Hier ist das
Problem. Suche nach einer Lösung! Du findest sie durch reine Überlegung,
denn in der Mathematik gibt es kein ignoramus et ignorabimus." [Q]
Peano: Auswahlprinzip (n.
Schlote unter Zermelo 1904). Bourkai (1971, S. 51, FN6) hierzu: "1890 bemerkt
Peano beim Beweis seines Satzes über die Existenz der Integrale von
Differentialgleichungen, daß er in natürlicher Weise dazu geführt
worden wäre, „unendlich oft ein willkürliches Gesetz anzuwenden,
nach dem man einer Klasse ein Individuum aus dieser Klasse zuordnet"; doch
er fügt sogleich hinzu, daß ein solches Schließen in seinen
Augen unzulässig ist ([193 e], p. 210). 1902 hatte
B.Levi bemerkt, daß derselbe Schluß implizit von F. Bernstein
in einem kardinalzahltheoretischen Beweis [159] verwendet worden war."
Die Gründungstagung
der DMV in Bremen. "Der Besuch der Bremer Naturforscherversammlung
im September 1890 durch Mathematiker. fiel relativ bescheiden aus. Nur
37 Mitglieder schrieben sich für die Sektion für Mathematik und
Astronomie ein,35 von denen 33 während der Versammlung die Bremer
Beschlüsse zur Gründung einer deutschen Mathematikervereinigung
unterzeichneten." [PDF-S.9] |
-
Cantor, G. (1890/91). Ueber eine elementare Frage der Mannigfaltigkeitslehre.
Jahresbericht
der Deutschen Mathematiker Vereinigung, 1, 75-78 (1890/91)
-
Kronecker, L.: Auszug aus einem Briefe an Herrn Prof. G.
Cantor. Jahresbericht
der Deutschen Mathematiker Vereinigung,
1, 23-25 (1890/91)
-
Schröder, Ernst (1890). Vorlesungen ¨uber die Algebra
der Logik (exakte Logik), vol. 1.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1890:
Stichworte 1890: * von Ehrenfels: Über Gestaltqualitäten
* James, William (1890) The Principles of Psychology.
[Online]
*
1891
| Brief Kroneckers an Cantor: Absage Eröffnungsvortrag
[Auszug
Online] |
-
Vantor, Geord (1891). Über eine elementare Frage der
Mannigfaltigkeitslehre.
-
Peano, Giuseppe (1891). Sul concetta di numero. In: Rivista
di Matematica 1, 87-102; 256-267.
-
Schröder, Ernst ( 1891). Vorlesungen ¨uber die Algebra
der Logik, vol. 2. Leipzig: Teubner.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1891:
-
Stichworte 1891: -* Gleitflug (Lilienthal) *
1892
-
Du Bois-Reymond, Paul (1882). Allgemeine Functionentheorie.
Tübingen: .
-
Frege, Gottlob (1892). Ueber Begriff und Gegenstand,
Artikel aus : Vierteljahrsschrift fur wissenschaftliche Philosophie, XVI.
Jahrgang, 2. Heft, 192-205 [PDF]
-
Pasch, M. (1892). Ueber die Einführung der irrationalen
Zahlen. Mathematische Annalen, 40, 149- . [Online]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1892: * Bachmann: Intervallschachtelungen * Singularitätssätze
(Hadamard) * Allgemeine Maßtheorie (Jordan) * Stabilitätstheorie
(Ljapunov) * Transzendente Matrizenfunktionen (Metzler) * Drei Körperproblem;
Fundamentalgruppe Raum (Poincaré) *
-
Stichworte 1892: * Elektronentheorie Metalle (Lorentz) *
Kathodenstrahlen Versuche (Hertz) * Immunität (Ehrlich) * Wasselfiltration
(Koch) * Übertragung Rindermalaria * Himalaya-Gletscher * Abschluß
Afrika-Geografie * Abbruch Nansen Expedition * Int.
Kongreß für Experim. Psychologie, London: Janet
berichtet über Amnesie und unbewußte fixe Ideen * Lehmann: Hauptgesetze
Gefühlsleben *
1893
-
Frege, Gottlob (1893). Grundgesetze der Arithmetik, begriffsschriftlich
abgeleitet. Bd. I. Jena: Pohle. [Online]
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1893: * Pearson: standard deviation *
-
Stichworte 1893: * Münsterberg, Hugo. 1893. Psychological
Laboratory of Harvard University. Cambridge, Mass.: University Press of
Cambridge, Mass. [Online]
1894
| Poincaré stellt fest, dass das Prinzip der
vollständigen Induktion nicht logisch begründbar ist und aus
der Intuition der natürlichen Zahlen folge. [Schlote 2002, S. 614]. |
-
Burali-Forti: Logica matematica.
-
Frege, G. (1894/95). Ueber die Begriffsschrift des Herrn
G. Peano und meine eigene. Jahresbericht
der Deutschen Mathematiker Vereinigung, 4, 129 (1894/95). [Online]
-
Peano, Giuseppe (1891). Notations de logique mathématique.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1894:
-
Stichworte 1894:
1895
| Cantor formuliert - für sich - die Antinomie
der Menge als transfiniten Ordinalzahlen, erstmals veröffentlicht
von Burali-Forti 1897. Nach Berka & Kreiser (1971, S.326) hat Cantor
auch die Antinomie der größten Kardinalzahl als auch die nach
ihm benannte Antinomie der Menge aller Mengen gekannt, aber offenbar nicht
für besonders erörterungs- und mitteilungsbedürftig erachtet.
(veröffentlicht
1932). |
-
Cantor, Georg (1895). § 1. Der Mächtigkeitsbegriff
oder die Kardinalzahl [Online]
-
Cantor, Georg (1895). Beiträge zur Begründung der
transfiniten Mengenlehre. Math. Annalen 46, 481-512; 49, 207-246 [Online]
-
Schröder, Ernst (1895). Vorlesungen über die Algebra
der Logik, vol. 3. Leipzig: Teubner.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[W]
-
Mathematik 1895: * Capelli: aneinanderstoßende Mengen
*
-
Stichworte 1895: * Röntgenstrahlung * Durkheim:
Die Regeln der soziologischen Methode * Preyer, William T. (1895). Zur
Psychologie des Schreibens: Mit besonderer Rücksicht auf individuelle
Verschiedenheiten der Handschriften. Hamburg: Voss [Online]
*
_
1895-1908
1896
-
Cohn, Jonas (1896). Geschichte des Unendlichkeitsproblems
im abendländischen Denken bis Kant. Leipzig: .
-
Schröder, E. (1896). Über G. Cantorsche Sätze,
Jahresbericht
der Deutschen Mathematiker Vereinigung, 5, 81-82.
| Primzahlsatz:
"Der Primzahlsatz erlaubt eine endliche Abschätzung der Verteilung
der Primzahlen. Er wurde bereits von Gauß um 1800 vermutet, aber
erst 1896 unabhängig von Hadamard und de la Vallée Poussin
bewiesen." [W]
Anmerkung: Sowohl Hadamard als auch Vallée Poussin gelten als "Halbintuitionisten". |
1896 Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1896:
-
Stichworte 1896: * Radioaktivität (Becquerel)
* Wundt, Wilhelm (1896). Grundriß der Psychologie. Leipzig: Engelmann
[Online]
* Müller-Leyersche Täuschung [,Exp,]*
Külpe: Psychol. Labor Würzburg(er Schule) *
1897
Burali-Forti:
Antinomie der Mengenlehre.
Kronecker "Über den Zahlbegriff." [Online]
Bernsteins Äquivalenzsatz.
[, Q1,
Bio,
], später auch Cantor-Bernstein oder Cantor-Bernstein-Schröder-Satz
genannt [W]:
Zwei Mengen A und B sind gleichmächtig, wenn A gleichmächtig
zu einer Teilmenge von B ist und umgekehrt eine Teilmenge von B gleichmächtig
zu A ist. |
-
Burali-Forti (1897). Una questione sui numeri transfiniti.
Rend, Circ. Math. Palermo, 11, 154-164.
-
Kronecker, L. (1897). Ueber den Zahlbegriff. Journal für
die reine und angewandte Mathematik, 101, 337-. [Online]
-
Peano, Giuseppe (1897). Logique mathematique, 1897, in: G.
Peano, Opere scelte II, Rom 1958, 218-281
1897 Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W] Stichworte:
-
Mathematik 1897: Internationaler Mathematiker-Kongress
in Zürich (Schweiz). * p-adische Zahlen * Pearson: Korrelations-Koeffizient
*
-
Stichworte 1897: * Kathodenstrahlröhre (Braun) * Pawlow
veröffentlicht seine Entdeckung von den bedingten Reflexen * Durkheim:
der Selbstmord *
1898
-
Borel, E. (1898). Leçons sur la Théeorie
des Fonctions. Paris: Gauthier-Villars. 2. A. 1914, 3.A. 1928, 4.A.
1959.
-
Hadamard, J. (1898). Sur certaines applications possibles
de la théorie des esembles. Verhandl. Internat. Math. Kongress,
Zürich, 201-02.
-
Schröder, Ernst (1898). On pasigraphy. Its presents
state and the pasigraphic movement in Italy. The Monist 9: 246–262, 320.
1898 Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1898: * Beweis Zentraler Grenzwertsatz (A.A. Markow),
vollständig 1901 *
-
Enzyklopädie der mathematischen Wissenschaften mit Einschluss
ihrer Anwendungen [Online]
*
Stichworte 1898: * Ampere-Definition (Neu: 1948) * Thorndike:
Lernen durch Wersuch und Irrtum (Tierexperimente) *
-
Baldwin, James Mark, Cattell, James McKeen, & Jastrow,
Joseph. (1898). Physical and mental tests. Psychological Review, 5, 172-179.
[Online]
-
Cattell, James McKeen. (1898). The psychological laboratory.
Psychological Review, 5, 655-658. [A reply to Titchener, 1898.] [Online]
-
Titchener, Edward B. (1898b). A psychological laboratory.
Mind, 7, 311-331. [Online]
[Description of the Cornell lab, its equipment, and its cost.]
1899
Hilberts Grundlagen der Geometrie markiert einen
neuen Ansatz der axiomatisch-formalistischen Methode. [W]
Cantor räumt in einem Brief an Dedekind Wissen um "inkonsistente"
Vielheiten ein und will nur "konsistente" Vielheiten als Mengen
zulassen. (zit.n.Schmidt, J. 1966, S. 32). |
-
Hilbert:, D. (1899). Grundlagen der Geometrie.
-
Hilbert, D. (1899). Über den Zahlbegriff. Jahresbericht
der Deutschen Mathematiker Vereinigung, 8, 180-184. [Online]
1899 Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [W]
-
Mathematik 1899: * Transzendenzmaß e (Borel) * Kalkül
d. Differentialformen (Cartan) * Dualitätssatz (Poincaré) *
Dimensionsinvarianz (Schoenflies) * Fundamentalsatz projektiver Geometrie
aus den Sätzen von Pappos u. Desargues (Schur) *
-
Stichworte 1899: * Naturkonstante h (Planck), Anfang
der Quantentheorie * Begriff Atomenergie * Strahlendruck (Lebedev) * Radon
* Atlas stellarum varibilium * Aspirin Wirkung * Lipoidtheorie Permeabilität
* Schweinekrankheitserreger * Häckel: Welträtsel * Sommer,
Robert. 1899. Lehrbuch der psychopathologischen Untersuchungs-Methoden.
Berlin, Wien: Urban & Schwarzenberg [Online]
*Geltungskonsum (Veblen) * Freud:Traumdeutung *
-
Schultz, Julius (1899). Psychologie der Axiome. Göttingen:
Vandenhoek & Ruprecht.
20. Jahrhundert Mathe:
1900-10,
10-20,
20-30,
30-40,
40-50,
50-60,
60-70,
70-80,
80-90,
1990-2000.
* ProbStat
*
1900
Hilbert formuliert [Q,
Rede]
seine berühmte Liste
23 [kurz]
bedeutender mathematischer Probleme auf dem internationalen Mathematikerkongress
in Paris. Auf der ersten
Seite führt er aus (fett-kursiv RS):
"Ein alter französischer Mathematiker hat gesagt: Eine
mathematische Theorie ist nicht eher als vollkommen anzusehen, als bis
du sie so klar gemacht hast, daß du sie dem ersten Manne erklären
könntest, den du auf der Straße triffst. Diese Klarheit
und leichte Faßlichkeit, wie sie hier so drastisch für eine
mathematische Theorie verlangt wird, möchte ich viel mehr von einem
mathematischen Problem fordern, wenn dasselbe vollkommen sein soll; denn
das Klare und leicht Faßliche zieht uns an, das Verwickelte schreckt
uns ab." [>PuK]
Das Hilbertprogramm
will die Mathematik auf feste, unerschütterliche Grundlagen stellen.
Und deshalb möchte Hilbert für die Grundlagen nur sichere, finite
oder konstruktiv anerkannte Mittel zulassen. Darin sehe ich bereits einen
Widerspruch. Wenn Hilbert den klassischen Methoden nicht so recht traut,
wäre es dann nicht konsequent und sicherer, gleich auf die zweifelhaften
Methoden zu verzichten? [ , Tapps
Dissertation LMU, Standfords
Encyclopedia of Philosophy,W,
] |
-
Hilbert, David (1900a). Mathematische Probleme. Nachrichten
von der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen,
Math.-Phys. Klasse 253–297. [Online]
[PDF]
-
Hilbert, David (1900b). Über den Zahlbegriff. Jahresbericht
der Deutschen Mathematiker-Vereinigung 8: 180–84. [Online]
1900 Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [dhm1900] [W]
-
Mathematik 1900: Internationaler Mathematiker-Kongress in
Paris (Frankreich) * Pearson: Chi-Quadrat-Verteilung * Markow: Wahrscheinlichkeitsrechnung
* Modell Brownsche Bewegung (Bachelier) * Theorie der Extremalfelder (Kneser)
* Painlevsche Transzendente * Young-Tableau *
-
Stichworte 1900: * Gamma-Strahlung (Villard) * Halbwertszeit
(Rutherford) * Elektronentheorie der Metalle (Drude) * Beschluss der Preußischen
Akademie Geschichte des Fixsternhimmels (vollendet 1966) * Internationale
Atomgewichtskommission * Seitenkettentheorie Immunchemie (Ehrlich) * Blutgruppenunterscheidung
(Landsteiner) * Impfstoff Bakterienruhr * Geosynklinale Erdgeschichte *
Gesetz der Wüstenbildung (Walther) * Saxonische Tektonik * Inselnatur
Grönland (Peary) * Nebel Spiralform * Mendels Vererbungslehre bestätigt
(Correns; v. Tschermak; de Vries) * Begriff der Synapse (Sherrington) *
Ultraviolettkatastrophe (Rayleigh) * Mutationen/ Evolution (de Vries)
* La Suggestibilité (Binet) * Titchener, Eduard B. (1900).
The Psychological Laboratory of Cornell University. Worcester: Oliver B.
Wood [Online]
1901
-
Hausdorff, Felix (1901b). Über eine gewisse Art geordneter
Mengen. Ber. über die Verhandlungen der Königl. Sächs. Ges.
der Wiss. zu Leipzig. Math.-phys. Classe 53 (1901), 460-475.
-
Lovett, E. O. (1901). Mathematics at the International Congress
of Philosophy, Paris, 1900. Bulletin of the American Mathematical
Society, vol. 7, pp. 157-183.
1901 Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen
(Auswahl): [dhm1901]
[W]
-
Mathematik 1901: * Lebesgue-Integral * Vollständiger
Beweis Zentraler Grenzwertsatz (Ljapunow) * Dehn löst das 3. Hilbertsche
Problem * Biometrika * Hauptachsenmethode (Pearson) *
-
Stichworte 1901: * Atommodell (Perrin) * Natürliche
Radioaktivität * Diabetes * Erreger Schlafkrankheit * Radiumtherapie
*
1902
| Auswahlaxiom
explizit durch Beppo Levi formuliert (nach Schlote u. chr).
Russell schreibt
am 16.6.1902 einen Brief an Frege, in dem er ihm mitteilt, dass er auf
der Grundlage des Axiomensystems seines Buches Grundgesetze der Arithmetik
eine Antinomie der Mengen aller Mengen, die sich nicht Element von sich
selber sind, konstruiert hat. Hierzu [W070602]:

|
-
Hilbert, David (1902). Ueber die Grundlagen der Geometrie.
Nachrichten von der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen,
Mathematisch-Physikalische Klasse. [Online]
-
Levi, B. (1902). Intorno alla teoria degli aggregati,
R. Ist. Lombardo Sci. Lett. Rendic. (2), t. XXXV, 863-868.
-
Poincaré, Henry (1902). Wissenschaft und Hypothese
(dt. 1. Auflage 1904).
-
Russell, Bertrand (1902a). Letter to Frege, June 16, 1902.
In van Heijenoort (1967a),
124–125.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[dhm1902] [W]
-
Mathematik 1902: * Konventionalismus (Poincaré) *
Maßbegriff Lebesgue * Hensel & landsberg: Theorie der algebraischen
Funktionen einer Variablen *
-
Stichworte 1902: * Atomzerfall, radioaktives Zerfalllgesetz
* Anthroposophie (Steiner) * Tachometer * Stratosphäre * Stat.
Thermodynamik (Gibbs) * Kathothenstrahlexperimente (Kaufmann) * Photoelektrischer
Effekt (Lennard) * Anaphylaxie (Immunreaktion) * CIPW (Geographie) * Blutgefäßchirurgie
(Carrel) * Nervennaht (Cushing) * Blutgruppe AB * Chromosomentheorie (Sutton)
* Internationale Rat für Meeresforschung * Psychologie
der Aussage (Stern) * James, William (1902). Varieties of Religious Experience.
[Online] *
1903
Typentheorie (Russell).
Frege veröffentlicht im II. Bd. seiner Grundgesetze der Arithmetik
die Russelsche Antinomie, die seinen Aufbau der Mathematik in Frage
stellt (nach Schlote). |
-
Cantor, Georg (1903). Bemerkungen zur Mengenlehre. [Hinweis
Do 24..9] zur Tagung in Kassel. Jahresber. der Dt. Math.-Verein.
12, 519 Peirce, Charles Sanders (1903). Nomenclature and divisions of dyadic
relations. In Collected Papers, eds. Ch. Hartshorne and P. Weiss (1933),
vol. 3, 366–387. Cambridge, M.A.: Harvard University Press.
-
Frege, G. (1903). Grundgesetze der Arithmetik. Bd. II. Jena:
Pohle.
-
Russell, Bertrand (1903). The Principles of Mathematics.
Cambridge: Cambridge University Press.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[dhm1903] [W]
-
Mathematik 1903: * Radikal (Frobenius) * Theorie der Charakteristiken
(Hadamard) * Primideale (Landau, > 1917) * Risikotheorie
(Lundberg) * Rechts- und Linksideal (Poincaré) * Satz von Vitali
*
-
Stichworte 1903: * 'Starres' Elektron (Abraham) * Halbwertszeit
als Maß für das Alter i.d. Geologie (P. Curie) * Energiefreisetzung
Radium * Masse elektromagnetischen Ursprungs (Poincaré Vermutung)
* Alphastrahlen Experiment (Rutherford) * Radioaktiver Zerfall (Rutherford
& Soddy) * Tammann: Kristallisieren und Schmelzen * Atommodell (J.J.
Thomson) * Konduktometrie * Ultramikroskop * Begriff der Biochemie (Neuberg)
* Atropin (Willstätter) * Tryptophan * Elektrokardiograph (Einthoven)
* Krebsbehandlung mit Röntgenstrahlen (Perthes * Hirnkarte (Brodmann
& Campbell) * Pawlow: bedingter Reflex * Gründung Dt. Museum Meisterwerke
der Naturwiss. u. Technik (München) *
-
Lipps, T. (1903c). Einfühlung,
innere Nachahmung, und Organempfindungen. Archiv Für Die Gesamte Psychologie.
I. Band, 185-204.
1904
| Hilbert (im Kongressvortrag): Grundzüge des
formalistischen Programms.
Julius Königs (Budapest) Ankündigung auf dem internationalen
Heidelberger Kongress für Mathematik, dass die
Kontinuumshypothese
falsch sei, schlug ein wie eine Bombe. Alle Parallelveranstaltungen wurden
geschlossen, um Königs Vortrag zu hören [nach
Mt].
Aber Königs-Beweis enthielt einen Fehler, in dem er einen Lehrsatz
von Felix Bernstein in einem Fall anwandte, wo dieser nicht trägt.
Es dauerte etwas, bis Zermelo den Fehler im Beweis fand, worauf 1905
Felix Bernstein ein kurzes Statement veröffentlichte, das seinen Lehrsatz
korrigiert [nach
Mt].
Wikipedia berichtet davon abweichend (29.5.7): "So glaubte denn auch 1904
Julius König, dies widerlegt zu haben; Felix Hausdorff fand jedoch
wenig später einen Fehler im Beweis." [W].
Im Anschluss an diesen 'Beweis' von 1904 findet
eine kontroverse Diskussion statt. Anmerkung: [1908]
wird Zermelos Neuer Beweis für die Möglichkeit einer Wohlordnung
veröffentlicht und er setzt sich dort in §2 mit seinen Kritikern
auseinander.
"Erst" 1963 bewies Paul Cohen, dass die Kontinuumshypothese
nicht beweisbar ist und offenbar eine ähnliche Rolle wie das Parallelenaxiom
einnimmt.
Wohlordnung. Ein dunkler Ordnungs-Begriff.
Hat jede Menge hat ein kleinstes Element, wie der dtv-Mathematik
Bd. 1 (1982; S.45) in Def. 8 definiert? Zermelo beweist
[Online]
angeblich,
dass jede Menge "wohlgeordnet" werden kann,
obwohl intuitiv völlig klar ist, dass nicht jede Menge "wohlgeordnet"
werden kann, wenn zur Wohlordnung ein kleinstes
- nicht erstes - Element gehört. So führt
Mathe.de
u.a. aus:
"3. Zermelo beweist 1904 [1],
dass jede Menge wohlgeordnet werden kann. Freilich lässt sich eine
solche Wohlordnung im Allgemeinen nicht konkret angeben. Immer dann, wenn
dies möglich ist, braucht man den Zermeloschen Satz ja gar nicht.
Er ist also eine reine Existenzaussage – im Gegensatz zu solchen Existenzbehauptungen,
wie man sie zum Beispiel aus der Geometrie kennt, wo der Beweis durch Angabe
eines Verfahrens geführt wird, mit dem man sich das behauptete Objekt
verschaffen kann. Damit ist schon klar, dass Zermelo für seinen Beweis
eine Voraussetzung benutzen musste, die ihrerseits nicht "konstruktiv"
ist, d.h. die etwas als existent behauptet, was man sich nicht immer tatsächlich
verschaffen kann. Diese Voraussetzung war die scheinbar plausible Annahme,
es gebe zu jeder Familie von Mengen mit paarweise leerem Durchschnitt eine
Auswahlmenge, die aus jeder dieser Mengen genau ein Element enthält.
In Wahrheit hat Zermelo also nicht bewiesen, dass jede Menge eine Wohlordnung
besitzt, sondern er hat bewiesen, dass die Existenz der Wohlordnung eine
logische Folge aus dem eben formulierten "Auswahlaxiom" ist. Es ist mühelos
zu sehen, dass die Umkehrung auch gilt: Wenn jede Menge eine Wohlordnung
besitzt, und eine Mengenfamilie, d.h. eine Menge von elementefremden Mengen
gegeben ist, so bilde man die Vereinigung dieser Familie. Sie besitzt eine
Wohlordnung. Man nehme nun aus jeder Menge der Familie das kleinste Element
und hat eine Auswahlmenge."
"Freilich lässt sich eine solche Wohlordnung
im Allgemeinen nicht konkret angeben. Immer dann, wenn dies möglich
ist, braucht man den Zermeloschen Satz ja gar nicht." Diese einerseits
erfreulich kritische Bemerkung in Mathe.de
ist aber nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich lassen sich beliebig
viele Gegenbeispiele anführen, die die Behauptung "Jede Menge hat
ein kleinstes Element" direkt widerlegen insofern, als keines angegeben
werden kann. [mehr Traditionelles zum W_Wohlordnungssatz]
***Mückenheim
(2006, S. 71) teilt eine Definition der Wohlordnung durch Cantor mit
- hier im Original nachlesbar (1932,
S. 168) -, aus der sich lediglich ergibt, dass Cantors Wohlordnung
lediglich irgendeine Ordnung nach einer bestimmten "Sukzession" mit einem
ersten
Element.
Auswahlaxiom. Das berühmt-berüchtigte
Auswahlaxiom ist, wie so vieles in der Mengenlehre, dunkel in seiner Bedeutung
[trotz Hilbert]. Deutet man
es intuitiv direkt, kann es wohl nur besagen, dass man aus jeder nichtleeren
Menge Elemente auswählen "kann", was immer dieses "kann" auch
letztlich bedeuten mag [W_Auswahlaxiom].
Auswahlaxiom, Wohlordnung und die damit zusammenhängende
transfinite Induktion scheinen die Möglichkeiten der Mathematik der
traditionellen Mathematik derart zu erweitern (> GentzensWiderspruchsfreiheitsbeweis)
, dass die grosse Mehrzahl der MathematikerInnnen darauf nicht verzichten
möchten.
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Hausdorff, Felix (1904). Der Potenzbegriff in der Mengenlehre.
Jahresbericht
der Deutschen Mathematiker-Vereinigung 13: 569–571.
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Heffter, L. (1904). Dritter internationaler Mathematiker-Kongreß
in Heidelberg vom 8. bis 13. August 1904. 3 Jahresbericht der Deutschen
Mathematiker-Vereinigung, 13, 509-514. [Online]
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Hessenberg, Gerhard (1904a). Über die kritische Mathematik.
Sitzungsberichte der Berliner Mathematischen Gesellschaft, 3, 21-28, 20.
Sitzung vom 25. Nov. 1903, Anhang zu Archiv der Mathematik und Physik (3),
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Hessenberg, Gerhard (1904b). Das Unendliche in der Mathematik.
Abhandlungen der Fries'schen Schule N.F., 1 ,135-190.
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in Heidelberg 1904, abgedruckt als Anhang zur 3. Auflage von Hilberts Grundlagen
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Jourdain, Philip E.B (1904). On the Transfinite Cardinal
Numbers of Well-ordered Aggregates. The London, Edinburgh, and Dublin
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Poincaré, Henry (1904). Wissenschaft und Hypothese.
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Zermelo, Ernst (1904). Beweis, daß jede Menge wohlgeordnet
werden kann.Mathematische Annalen 59: 514–516.
Wissenschaften, Wissenschaftstheorie und Weltgeschehen (Auswahl):
[dhm1904] [W]
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Mathematik 1904: * Internationaler Mathematiker-Kongress
in Heidelberg (Deutschland) * Halbstetigkeit (Baire) * A priori Abschätzungen
(Bernstein) * Kompakte Menge (Fréchet) * Spektraltheorie der Kerne
K (Hilbert) * Die neue mathematische Logik wurde auf dem 2. Philosophenkongress
in Genf 1904 von Couturat, Lalande und Itelson "Logistik"
getauft. * Frege: Was ist eine Funktion? * Poincaré Vermutung (>2002)
* Schur Klassifikationen * Axiomatik projektiver Geometrie (Veblen) *
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Hensel, K. (1904). Neue Grundlagen der Arithmetik,
127, 151- . [Online]
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Stichworte 1904: * Lorentz-Transformation * Relativitätstheorie
und Lorentztransformationsinvarianz (Poincaré) * Schmetterlingsdiagramm
(Äquatorwanderung) * Genauerer Nachversuch Michelosn-Morley-Experiment
zum Äther ohne Nachweis *Polarisierung (Wellen) Röntgenstrahlen
* Radium Zerfallprodukt aus Uran * Elektronisches Modell chemischer Bindung
* Gleichrichter (Fleming) > 1874 * Aschoff-Geipelsche
Knötchen * Chemische Übertragung im Nervensystem (Elliott) *
Adrenalin Synthese * Wanderung magnetischer Nordpol (Amundsen) * Geschichte
der Erdkunde (Günther) * Biogeographie (Ratzel) * Kreiselkompass *
Sternströme (Kapteyn) * Äußere Jupitermonde * Novocain/Procain
* Koenzyme * Organische Tracer * Bildtelegraphie * Offsetdruck * Leuchtröhre
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