Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    IP-GIPT DAS=06.01.1998 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 17.8.6
    Sekretariat: Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
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    Geschichte 1750 -  1800
    der Allgemeinen und Integrativen Psychotherapie (GIPT)


     Karl Philipp Moritz 1756 -1793  Biographie       Überblick Geschichte
         "Was mich darüber beruhiget, daß ich die gegenwärtige Sündfluth von Büchern noch mit einem neuen Buche vermehren will, ist dieses, daß ich Fakta, und kein moralisches Geschwätz, keinen Roman, und keine Komödie, liefere, und auch keine andern Bücher ausschreibe." ( 1783, Bd. I. Seite 8)
    GNWQI  SAUTON  Gnothi Seauton- Erkenne Dich Selbst !
    (Tempelinschrift in Delphi)

     
    "Grundlinien zu einem ohngefähren Entwurf in Rücksicht auf die Seelenkrankheitskunde
    1. Mangel der verhältnißmäßigen Übereinstimmung aller Seelenfähigkeiten ist  Seelenkrankheit. 
    2. Die Zerstörung dieses Verhältnisses ist nur alsdann Seelenkrankheit, wenn sie anhaltend ist. 
    3. Die thätigen Kräfte müssen mit den vorstellenden Kräften in einem gewissen Verhältniß stehen. 
    4. Die zum Denken erforderliche Klarheit der Vorstellungen, setzt eine verhältnißmäßige Verdunklung andrer voraus. 
    5. Alle durch Zufall oder durch die freie Wirkung der Einbildungskraft veranlaßten Ideenverbindungen dürfen die durch die Natur der Dinge selbst bestimmte Ideenverbindung nicht aufheben. 
    6. Einige Seelenkrankheiten können so wie einige Krankheiten des Körpers angeerbt, einem Volke oder Lande eigen, ansteckend, heilbar oder unheilbar seyn. 
    7. Es giebt gegen die Seelenkrankheiten keine Universalmittel. 
    8. Es giebt allerdings Seelenärzte, die es im größern oder kleinern Grade sind." 
    Moritz Magazin Titelblatt

    Aus der Zusammenfassung: MORITZ, K. P. (1783 -  1793, Hg.). Magazin zur Erfahrungs- Seelenkunde.    10 Bde. Neu aufgelegt Nördlingen: Greno, 1986. Bd. X, S. 196 - 197. 
     


    Kommentar
    Moritz ist eine reiche Quelle an hochinteressantem psychologischen, psychopathologischen Material und Ideen. In Satz 1) wird praktisch das Homöostaseprinzip formuliert, in Karl Menningers (1974) Interpretation die Bedeutung der "Balance". Satz 2) formuliert implizit das Prinzip der Frustrationstoleranz und Abwehr: nur bei anhaltenden Störungen kommt es zur Erkrankung. Satz 3) formuliert die Notwendigkeit eines ausgewogenen Verhältnisses von Leistungsbereitschaft und Anspruchsniveau. Satz 4) formuliert das Gestaltprinzip von Figur und Hintergrund und das Wesen von Aufmerksamkeit und Konzentration. Satz 5) formuliert ein Assoziations-  oder Konditionierungsaxiom für mentale Koinzidenzen. Satz 6) formuliert epidemiologische und ätiologische Grunderkenntnisse. Satz 7) postuliert die Relativität der Heilmittel. Und Satz 8) erkennt ganz modern, daß das Heilmittel "Persönlichkeit der TherapeutIn"  (Heilkundigen) mehr oder minder stark ausgeprägt sein kann.

    Querverweise
    Standort: Moritz Magazin.
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    Überblick Geschichte der Psychologie, Psychopathologie, Psychotherapie.
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    Zitierung
    Sponsel, R. (1997). Geschichte 1750 -  1800 der Allgemeinen und Integrativen Psychotherapie (GIPT)
    Karl Philipp Moritz 1756 -1793 Erlangen: http://www.sgipt.org/gesch/moritzm.htm
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