Internet Publikation für
Allgemeine und Integrative Psychotherapie
IP-GIPT DAS=07.09.2003
Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 27.10.06
Impressum:
Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
Stubenlohstr.
20 D-91052 Erlangen * Mail:
sekretariat@sgipt.org_Zitierung
& Copyright
Anfang _Beweis
in Logik, Philosophie und WT_Überblick_Rel.
Aktuelles _Rel.
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& Copyright __Wichtiger
Hinweis zu Links und zu Empfehlungen
Willkommen in unserer Abteilung Abstrakte Grundbegriffe aus
den Wissenschaften (Analogien, Modelle und Metaphern für die allgemeine
und integrative Psychologie und Psychotherapie sowie Grundkategorien zur
Denk- und Entwicklungspsychologie), hier speziell zum Thema:
Beweis und beweisen in Logik, Erkenntnis-, Wissenschaftstheorie
und Philosophie
Blicke über den Zaun zum Auftakt für eine integrative
psychologisch-psychotherapeutische Beweislehre
aus allgemein integrativer psychologisch-psychotherapeutischer
und einheitswissenschaftlicher
Sicht
Einführung, Überblick,
Verteilerseite Beweis und beweisen
von Rudolf Sponsel, Erlangen
Hinweis: Wenn nicht ersichtlich werden (Externe
Links) in runden und [interne IP-GIPT
Links] in eckige Klammern gesetzt, direkte Links im Text auf
derselben Seite sind direkt gekennzeichnet.
In dieser Übersichtsarbeit wird das Thema im Überblick gesamtheitlich
aus einheitswissenschaftlicher Perspektive dargestellt. Im Laufe der Zeit
folgen weitere Ausarbeitungen.
Einstieg
Beweisen in Logik, Erkenntnis-, Wissenschaftstheorie und Philosophie
Die Philosophie hat in den Wissenschaften einen schlechten Ruf. 100
Philosophen, 100 Systeme. Das gilt aber nur scheinbar weniger für
die moderne Wissenschaftstheorie, wie sie z.B. von Stegmüller [IL]
gepflegt wurde, weil man auch da sagen muß, daß nur wenig Einigkeit
herrscht und die Einzelwissenschaften sehr gut ohne die WissenschaftstheoretikerInnen
auszukommen scheinen. Daß es auch anders geht, selbst wenn 'nur'
ideale und virtuelle Objekte und ihre Beziehungen zur Verfügung stehen,
das zeigt seit Jahrtausenden die Mathematik. Es lohnt sich also, dieser
Zunft über die Schultern zu sehen [siehe
unten], wenngleich auch die Mathematik durch den Grundlagenstreit und
die Auseinandersetzungen um das [Tertium
non datur] erschüttert wurde. Andererseits haben doch auch einige
frühere Universal- oder Vielfachgelehrte, die auch Philosophen waren,
bedeutsame und zeitlose wissenschaftliche Leistungen erbracht, meist aber
nicht auf philosophischem Gebiet, z.B. Descartes
(Analytische Geometrie), Jevons (Klima, Ökonom [Grenznutzentheorie],
Logik) oder Leibniz (Infinitesimalrechnung, Logik). Zu den großen
Leistungen der Philosophie gehört die Entwicklung und Pflege der Logik
bis ins 19. Jahrhundert - allen voran die alten Griechen und hier besonders
Aristoteles. Um die Jahrhundertwende (1900) geriet die Logik immer mehr
unter den Einfluß der Mathematik und mathematisch und naturwissenschaftlich
orientierter Denker, z.B. der [Wiener
Kreis], der die traditionelle Philosophie überwinden und auflösen
wollte. Inzwischen zeigen uns die Wörterbücher, gibt es über
ein Dutzend verschiedene Logiken
mit zahlreichen Varianten. Welche Logik / Logistik soll man also nehmen?
Sind
alle geeignet? Oder hängt dies - wie man vernünftigerweise
erwarten sollte - vom Gegenstands- und Anwendungsbereich und den Zwecken
und Zielen ab, die man verfolgt?
Beispiele
Philosophie, Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie
Die ursprünglich traditionelle Logik nach Aristoteles beruhte auf
den drei Postulaten: I. Identität a=a, II. Widerspruch: wahr und falsch
zugleich ist nicht möglich. III. Ausgeschlossener Dritter: alle logisch
relevanten Aussagen sind entweder wahr oder falsch (Aristoteles gebraucht
eine Formulierung, die man konstruktiv deuten kann, indem nur solche Sätze
für Schlußfolgerungen heranzuziehen sind, die eben diese Bedingung
erfüllen (Texte zur Logik,
Rnr. 2, S. 7).
Sprache,
Kunstsprache, Objektsprache, Metasprache I. Stufe, II. Stufe, ...
Die Geschichte der Philosophie, Logik und Wissenschaft ist auch eine
Geschichte von Sprachwirren und Mißverständnissen. Bedenkt man,
daß die natürliche Sprache sämtliche mögliche [Welten]
auszudrücken gestattet, sollte jedem sofort auffallen, wie gefährlich,
vieldeutig und mißverständlich die natürliche Sprache ist,
wobei die positive Seite - ihre ungeheure Ausdrucksstärke - auch nicht
unterschlagen werden soll.
Viele Antinomien
(Widersprüche), Paradoxien (unerwartet Gegenteiliges; Widersinnig
erscheinendes), Aporien (Unlösbarkeiten), Absurditäten (Unsinniges)
resultieren aus den Mehrdeutigkeiten der Sprache und ihrer nachlässigen
Handhabung. [Typentheorie,
Sophistik]
Sehr hilfreich ist es daher, vorab einige grundsätzliche
Unterscheidungen im Hinblick auf die Sprache zu treffen:
| Sprache, natürliche Sprache |
erlaubt alle möglichen Welten und Ebenen zu behandeln |
| Objektsprache |
Sprache, in der Aussagen formuliert werden |
| Metasprache 1. Stufe |
Sprache, die über die Objektsprache aussagt, z.B. wahr, falsch,
möglich, unklar, unentscheidbar ... |
| Metasprache 2. Stufe |
Sprache, die über die Metasprache 1. Stufe aussagt,
z.B. über "wahr", "falsch" sprechen; lügen, irren, glauben,
wünschen, erlaubt, geboten, wünschen. |
| Kunstsprache |
Fachsprachen mit eigener Bedeutung u. Grammatik, z.B. Logik, Mathematik,
Logistik, Informatik, Chemie, ... |
Beispiel
0: Natürliche Sprache und Grammatik
-
Objektsprache (natürliche): Herbert ist gekommen.
-
Grammatikalische Metasprache 1. Stufe: "Herbert" ist ein Wort; "Herbert
ist gekommen." ist ein Satz. "ist gekommen" heißt Prädikat.
-
Grammatikalische Metasprache 2. Stufe: "Herbert" ist ein korrektes deutsches
Wort; "Herbert ist gekommen." ist ein korrekt gebildeter
deutscher Satz.
Beispiel
01: Ist Herbert wirklich gekommen ?
-
Objektsprache: Herbert ist gekommen
-
Logische Metasprache 1. Stufe: (Herbert ist gekommen) ist "wahr"
-
Logische Metasprache 2. Stufe: [(Herbert ist gekommen) ist "wahr"] soll
z.B. akzeptiert werden, wenn Helmut zustimmt. Allgemein: die Metasprache
2. Stufe regelt, wie die Metabegriffe 1. Stufe - z.B. wahr, falsch, lügen,
irren - verwendet werden dürfen und sollen bzw. nicht.
Beispiel
02: Konsumgüter bezahlen sollen
-
Objektsprache: Konsumgüter kosten etwas.
-
Metasprache 1. Stufe: (Konsumgüter) sollen beim Einkauf bezahlt werden
{Norm}.
-
Metasprache 2. Stufe: [(Konsumgüter) sollen beim Einkauf bezahlt werden
{Norm}] Beweisverfahren, ob die Norm erfüllt wurde könnte z..B.
die Vorlage eines echten Kassenbons oder einer echten Quittung sein. Nun
könnte man weiter fragen nach Beweisverfahren für echte Kassenbons
oder Quittungen - damit muß sich dann die [Rechtsprechung]
auseinandersetzen ...
Beispiel
03 Wünschen: Urlaub in Afrika = wahr.
Jemand äußere: "Ich möchte Urlaub in Afrika machen."
Wie ist dieser Sachverhalt sprachlogisch zu analysieren und zu beurteilen?
Wir befinden uns in der [Wunschwelt].
-
Objektsprachlicher Sachverhalt: Urlaub in Afrika.
-
Metasprache 1. Stufe: (Urlaub in Afrika) = "wahr".
-
Metasprache 2. Stufe: [(Urlaub in Afrika) = "wahr"] möge eintreffen
= wünschen.
-
Metasprache 3. Stufe: [Ist es wahr, daß [(Urlaub in Afrika) gewünscht
wird]?]. Ein Beweisverfahren für Wünschen gehörte demnach
zur Metasprache 3. Stufe.
Anmerkung: diese metasprachliche Betrachtung erscheint uns ungewöhnlich,
weil die natürliche Sprache kurz und bündig verständlich
auszudrücken gestattet, was bei näherer Betrachtung gar nicht
so einfach ist. Sachwelt und Wunschwelt sind [ontologisch]
sozusagen ganz verschiedene Paar Stiefel. Ob das sinnvoll ist, wird
bewiesen dadurch, indem man zeigt, daß sich mit diesem Instrumentarium
Probleme und Mißverständnisse leichter aufklären und beseitigen
lassen als wenn wir in der natürlichen Sprache blieben und nicht zwischen
den verschiedenen Stufen unterschieden [siehe Lügnerproblem].
So wünscht sich auch Faust I (im Studierzimmer
II.): "Werd ich zum Augenblicke sagen / Verweile doch! du bist so
schön / Dann magst du mich in Fesseln schlagen, / Dann will ich gern
zugrunde gehn!"
Die Wunsch betrifft im wesentlichen den Zustand,
daß etwas so oder so sehr sein oder nicht sein möge mit den
Extremen: sein oder nicht-sein, tun oder lassen.
Beispiel
04: wünschen wünschen, wollen wollen ?
Schopenhauer meinte, man kann nicht wollen wollen. Kann man
auch nicht wünschen wünschen? Kann man sich wünschen,
daß man sich etwas bestimmtes wünscht? Z.B. jemand findet sich
zu wenig ehrgeizig und sagt: ich wünschte, ich wäre ehrgeiziger.
Was ist denn das für eine Metastufe? Offensichtlich fehlt nach Selbsteinschätzung
und Selbstkritik ein Wunsch (Motiv). Der "Meta-Wunsch" besteht nun darin,
diesen Wunsch überhaupt erst zu erzeugen.
-
Objektsprache: ehrgeiziger sein.
-
Metasprache 1. Stufe: [(ehrgeiziger sein) wünschen]
-
Metasprache 2. Stufe: [(ehrgeiziger sein) wünschen)] möge wahr
werden.
Diese Deutung ist ganz gut verträglich mit der Alltagserfahrung
vieler Menschen, die entsprechende Wünsche (Motive) bzw. Wunsch(Motiv)ausprägungen
bei sich vermissen.
Beispiel
05: Das Bild von ... ist sehr schön
Hier bin ich mir über das bessere von zwei Modellen noch nicht
im Klaren. Ich gebe daher beide an.
Modell 1)
-
Objektsprache: Wahrnehmung eines Bildes von ..... mit den Empfindungen
und Gefühlen ....
-
Metasprache 1. Stufe: (Wahrnehmung eines Bildes von) bewertet mit sehr
schön]
Modell 2)
-
Objektsprache: Wahrnehmung eines Bildes von .....
-
Metasprache 1. Stufe: (Wahrnehmung eines Bildes von) bewirkt die Empfindungen
und Gefühle
-
Metasprache 2. Stufe: [(Wahrnehmung eines Bildes von) bewirkt die Empfindungen
und Gefühle ] was zur Bewertung sehr schön
führt]
Hier sind also die Kriterien noch nicht genügend klar.
Wahrheitswertfunktionen
in der zweiwertigen Logik
Der Beweis der logischen Gültigkeit von Aussagen kann mit Hilfe
der Wahrheitswerttabellen in der zweiwertigen Aussagen-Logik geführt
werden. Diese Methode wurde zu Beginn der 1920er Jahre von mehreren Logikern
(Wittgenstein, Post und Lukasiewicz) ge- bzw. erfunden Fragen wir
uns, wie bei der Vorgabe von nur zwei Wahrheitswerten, also wahr/falsch
- abgesehen von den Möglichkeiten unklar, unentscheidbar, teil-wahr
oder teil-falsch, so-und-so wahrscheinlich wahr oder falsch - die logische
Wahrheit
von Verknüpfungen bewiesen werden kann, so liefert ein einfaches,
geradezu zu gefährlichem Schematismus verführendes Verfahren
die Methode der Wahrheitswerttabellen:

_
Logische
Gültigkeitsdiagnose mittels Wahrheitswertvergleichen
| Es gilt nun die zweiwertige logische
Wahrheitswert-Regel: Enthält die letzte Vergleichs-Spalte einer logischen
Verknüpfung in jeder Zeile den Eintrag w (Tautologie F1), so handelt
es sich bei der Verknüpfung um ein logisches Gesetz: die Verknüpfung
ist aus rein logischen Gründen immer wahr. Ein logisches Gesetz liegt
vor, wenn die Wahrheitswerte in den letzten beiden Spalten in jeder Zeile
übereinstimmen (w-w bzw. f-f; siehe Gegenbeispiel und Beispiele). |
Hinweis: Zur korrekten Darstellung der logischen Zeichen benötigt
man den Zeichensatz "Symbol"
Gegenbeispiel
(A
v B) ® B
Betrachten wir die Aussageverknüpung (A v B) ®
B, in Worten: Wenn die Aussagen A oder B gegeben sind, ist dann der Übergang
zu B (A) aus rein logischen Gründen immer (zweiwertig) logisch wahr?
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(1)
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(2)
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(3)
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(4)
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A
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B
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(1) v (2) nach F2
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(3) ®
(2) nach F5
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f (!)
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Wie man sieht, ergibt die Gültigkeitsprüfung, daß es
sich um kein logisches Gesetz innerhalb der zweiwertigen
Logik handelt.
Abtrennungsregel
(Modus ponens): [A Ù (A ®
B)] Þ B
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(1)
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(2)
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(3)
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(4)
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(5)
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A
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B
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(1) Ù (4)
nach F8
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(1) ® (2)
nach F5
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(3) ® (2)
nach F5
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Liegt eine logische Gesetzmäßigkeit zwischen Aussagen vor,
so kann man dies nach einer Konvention durch den Folgerungspfeil " Þ
"zum Ausdruck bringen.
Der
Kettenschluß (Aussagenlogische Transitivität)
Wenn B aus A 'folgt' und C aus B 'folgt', so 'folgt' auch C aus A.
[(A ®B) Ù
( B ® C)] ®
(A ® C)
Bei der Beurteilung der Wahrheitswertbeziehungen in der Tabelle bitte
die Richtung beachten!
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(1)
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(2)
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(3)
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(4) nach F5
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(5) nach F5
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(6) nach F5
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(7) nach F8
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(8) nach F5
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A
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B
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C
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(1) ®(2)
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(2) ®(3)
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(1) ®(3)
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(4) Ù
(5)
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(7) ®
(6)
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w
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w
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Nachdem (7) ® (6) , siehe bitte
(8), in allen Zeilen zu wahren Wahrheitswerten führt, handelt
es sich um eine Tautologie oder um ein zweiwertig logisches Gesetz und
man darf sagen:
[(A ®B) Ù
( B ® C)] Þ
(A ® C)
Probleme
der Interpretation bei der Implikation (Subjunktion)
Wie formalisiert man die Aussage "Wenn es regnet (A), ist die Straße
naß (B)"? Auf jeden Fall wird man wohl haben wollen: Wenn A="w" und
B="w", soll die Verknüpfung A ° B ="w" sein (" ° " sei hier
als unbestimmtes Verknüpfungszeichen verwendet). Ebenfalls wird man
im allgemeinen haben wollen für A="w" und B="f", daß A °
B ="f" gilt. So weit, so - meist - klar. Doch was ist mit A="f" und B="w".
Argumentiert man inhaltlich, daß die Straße auch aus anderen
Gründen naß sein kann - worauf
Aristoteles bereits hinwies - wird man erlauben, daß A °
B ="w" gilt. Schwieriger ist der letzte Fall: A="f" und B="f". Gesteht
man zu, daß die Straße nicht naß zu sein braucht, wenn
es nicht regnet, so gilt auch A ° B ="w". Damit ergibt sich die Wahrheitswertverteilung
wfww oder F5, die Implikation oder Subjunktion, wir können also die
Verknüpfung A ° B als A ®B
interpretieren und ersetzen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen, werte
LeserIn, bei diesen Überlegungen ergangen ist, aber mir machte die
Implikation mit der Wahrheitswertverteilung wfww immer schon Schwierigkeiten.
14
Sprachwendungen für die Implikation (Subjunktion) nach Winter
Sehr schön wurden die verschiedenen Interpretations- und damit
auch Mißverständnismöglichkeiten bei der Implikation
(Subjunktion) von Winter
(1996, S. 34) ausgearbeitet:
Hinweis Aussagenlogische Analyse des Satzes, der wie eine Implikation
(Subjunktion) aussieht: "Substanz
gilt nur dann, wenn sie wirkungsvoll verpackt ist." aber nach der gewählten
Intention (Intensionalität) keine ist.
Der
große Fehler der Formalisten
| Die großen Probleme
formal strenger oder exakter Theorien und Modelle ergeben sich gewöhnlich
nicht innerhalb dieser formalen Theorien und Modelle (Logik, Logistik,
Mathematik, abstrakte Zeichensprachen), sondern vor allem und nachhaltig
an den Schnittstellen zur Anwendung. Die FormalistInnen haben
den allergrößten Wert auf Stringenz, Widerspruchsfreiheit und
Eindeutigkeit gelegt, aber so gut wie keinen auf die Handhabung der Anwendung
und Praxis. Und deshalb wenden viele PraktikerInnen diese exakten Modelle
und Theorien auch nicht an oder wenn, nicht selten fehlerhaft, wenn man
sich den Bereich Statistik, Umgang mit Matrizen [IL]
und multivariate Verfahren, hier besonders mit der Faktorenanalyse [IL]
ansieht. |
Exkurs
I: Descartes:
Ich denke, also bin ich. Ein Existenzbeweis
?
Das ist eine auch psychologisch sehr interessante Fragestellung. Hier
geht es in meiner Interpretation nämlich nicht darum, nicht anderen,
sondern sich selbst etwas zu beweisen. Etwa als philosophische Frage:
wie kann ich wissen, daß ich wirklich
bin, nicht nur eingebildet, im Traum, als Idee eines anderen oder wie
immer sonst? Betrachten wir den berühmten Ausspruch im Original bei
Descartes (1596-1650):
Cogito
ergo sum - Ich denke, also bin ich
(Die Originalstelle)
„Ich weiß nicht, ob ich euch von den ersten Betrachtungen (méditations,
cogitationes), die ich hier gemacht habe, unterhalten soll, denn sie sind
so metaphysisch und so wenig in der gewöhnlichen Art, daß sie
wohl schwerlich nach jedermanns Geschmack sein werden. Doch, um prüfen
zu lassen, ob die Grundlagen, die ich genommen habe, fest genug sind, bin
ich gewissermaßen genötigt, davon zu reden. Seit lange hatte
ich bemerkt, daß in betreff der Sitten man bisweilen Ansichten,
die man als sehr unsicher kennt, folgen müsse (wie schon oben gesagt
worden), als ob sie ganz zweifellos wären. Aber weil ich damals bloß
der Erforschung der Wahrheit leben wollte, so meinte ich gerade das Gegenteil
tun zu müssen und alles, worin sich auch nur das kleinste Bedenken
auffinden ließe, als vollkommen [<30] falsch verwerfen, um zu
sehen, ob danach nichts ganz Unzweifelhaftes in meinem Fürwahrhalten
übrigbleiben würde. So wollte ich, weil unsere Sinne uns bisweilen
täuschen, annehmen, daß kein Ding so wäre, wie die Sinne
es uns vorstellen lassen; und weil sich manche Leute in ihren Urteilen
selbst bei den einfachsten Materien der Geometrie täuschen und Fehlschlüsse
machen, so verwarf ich, weil ich meinte, dem Irrtum so gut wie jeder andere
unterworfen zu sein, alle Gründe als falsch, die ich vorher zu meinen
Beweisen genommen hatte; endlich, wie ich bedachte, daß alle Gedanken,
die wir im Wachen haben, uns auch im Schlaf kommen können,
ohne daß dann einer davon wahr sei, so machte ich mir absichtlich
die erdichtete Vorstellung, daß alle Dinge, die jemals in meinen
Geist gekommen, nicht wahrer seien als die Trugbilder meiner Träume.
Alsbald aber machte ich die Beobachtung, daß, während ich so
denken wollte, alles sei falsch, doch notwendig ich, der das dachte, irgend
etwas sein müsse, und da ich bemerkte, daß diese Wahrheit „ich
denke, also bin ich" (je pense, donc je suis; Ego cogito, ergo sum,
sive existo) so fest und sicher wäre, daß auch die überspanntesten
Annahmen der Skeptiker sie nicht zu erschüttern vermöchten, so
konnte ich sie meinem Dafürhalten nach als das erste Prinzip der Philosophie,
die ich suchte, annehmen.
Dann prüfte ich aufmerksam, was ich wäre,
und sah, daß ich mir vorstellen könnte, ich hätte keinen
Körper, es gäbe keine Welt und keinen Ort, wo ich mich befände,
aber daß ich mir deshalb nicht vorstellen könnte, daß
ich nicht wäre; im Gegenteil selbst daraus, daß ich an der Wahrheit
der anderen Dinge zu zweifeln dachte, folgte ja ganz einleuchtend (évidemment)
und sicher, daß ich war; sobald ich dagegen aufgehört zu denken,
mochte wohl alles andere, das ich mir jemals vorgestellt, wahr gewesen
sein, ich aber hatte keinen Grund mehr, an mein Dasein zu glauben. Ich
erkannte daraus, [<31] daß ich eine Substanz. sei, deren ganze
Wesenheit (essence) oder Natur bloß im Denken bestehe und
die zu ihrem Dasein weder eines Ortes bedürfe noch von einem materiellen
Dinge abhänge, so daß dieses Ich, das heißt die
Seele,
wodurch ich bin, was ich bin, vom Körper völlig verschieden und
selbst leichter zu erkennen ist als dieser und auch ohne Körper nicht
aufhören werde, alles zu sein, was sie ist.
Darauf erwog ich im allgemeinen, was zur Wahrheit
und Gewißheit eines Satzes (proposition; enuntiatio) gehört.
Denn weil ich soeben einen gefunden hatte, den ich als wahr und gewiß
erkannt, so meinte ich, müsse ich auch wissen, worin jene Gewißheit
bestehe. Nun hatte ich bemerkt, daß in dem Satze: ,ich denke,
also bin ich' nichts weiter liegt, was mich von seiner Wahrheit überzeugt,
als daß ich ganz klar (très clairement; manifestissime) einsehe,
daß, um zu denken, man sein müsse. Darum meinte ich, als allgemeine
Regel den Satz annehmen zu können: daß die Dinge, welche
wir sehr klar und sehr deutlich (fort clairement et fort distinctement;
valde delucide et distincte) begreifen, alle wahr sind; aber, daß
allein darin einige Schwierigkeit liege, wohl zu bemerken, welches die
Dinge sind, die wir deutlich begreifen."
Quelle: Descartes,
René (1637, dt. 1961). VIERTES KAPITEL. Die Beweisgründe für
das Dasein Gottes und der menschlichen Seele als Grundlage der Metaphysik.
In: Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs. Stuttgart:
Reclam, S. 30-32, nach der Übersetzung von Kuno Fischer 1863.
Anmerkung: Interessant im Zusammenhang Wissenschaftstheorie
und Methode ist auch die 1701, rund 50 nach seinem Tode, erschienene Schrift
"Aus den Regeln zur Anleitung des Geistes." |
Falsifikationsprinzip
Das Falsifikationsprinzip [Poppers]
hat für großes Aufsehen und zahlreiche Auseinandersetzungen
in den Wissenschaften und Wissenschaftstheorien gesorgt. Bei der Bewertung
muß man aufpassen, weil es wenigstens vier unterschiedliche Bedeutungen
hat:
-
Falsifikations-Norm: Behauptungen sollten falsifizierbar formuliert werden,
wenn sie elementaren wissenschaftlichen Standards genügen sollen.
-
Starkes Falsifikationsprinzip: Empirische Gesetze können ihrem Wesen
nach grundsätzlich nicht verifiziert werden; ihre Güte und Gültigkeit
nimmt zu in dem Maße, wie Falsifikationsversuche scheitern.
-
Schwaches Falsifikationsprinzip: Alle empirischen Gesetze oder Regelhaftigkeiten
gelten nur vorläufig, wobei die Gültigkeit von der Konstanz der
Bedingungen und dem Erkenntnisfortschritt abhängt.
-
Radikaler Skeptizismus: Es gibt überhaupt keine (sicheren) empirischen
Verifikationen.
1) ist ein Nomvorschlag, wie wissenschaftliche Behauptungen formuliert
sein sollten. Dem kann ich mich anschließen. 2) halte ich für
wenig zweckmäßig, weil die überwältigende alltägliche
Praxis mit Millionen und Milliarden wissenschaftlicher Aussagen dem tagtäglich
faktisch und praktisch widerspricht. 3) kann ich zustimmen. 4) lehne ich
ab.
Kritik
der Kritik an der empirischen Induktion [siehe
auch "Einstieg..."]
Ordnet man bei Unsicherheit für ein Ereignis den Wahrheitswerten
wahr und falsch für dieses Ereignis die Wahrscheinlichkeiten p=0.5
und q=0.5 zu, so ergeben sich nach dem Binomialtest folgende Wahrscheinlichkeiten:
bei 10 Versuchen und 10 Erfolgen 0,0009766 (A20, G20), bei 20 Versuchen
und 20 Erfolgen 0,0000009537 (A30,G30), bei 30 Versuchen 0,0000000009313
(A40,G40), bei 40 Versuchen und 40 Erfolgen 0,0000000000009095 (A41,G41).
Jeder 10er Schritt ergibt in diesem Bereich etwa drei zusätzliche
Nullen. Bei 1000 Versuchen und 1000 Erfolgen sind wir bei einer Wahrscheinlichkeit
angelangt mit 301 Nullen vor dem Wert 933 (A56,G56). Und genau dieser Sachverhalt
ist auch der Grund für die extreme Verbreitung und Anwendung in Wissenschaft
und Leben.
Binomialverteilungs-Tabelle
Anmerkung:
Das Problem der empirischen Induktion gehört nicht mehr zur Logik,
sondern zur Wissenschaftstheorie (früher Erkenntnistheorie),
deren Aufgabe es ist, die Aussagen der Wissenschaft hinsichtlich ihrer
Bedeutung und Gültigkeit zu analysieren und zu bewerten. Hierbei ist
natürlich der wichtigste Wert "die" Wahrheit
ist.
Prädikatenlogik
1. Stufe
[In Vorbereitung
Links (Auswahl: beachte):
http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4dikatenlogik_zweiter_Stufe
http://www.buva.sowi.uni-bamberg.de/lehre/logik/skript.logik/node1.html
http://logik.phl.univie.ac.at/~chris/skriptum/skriptum.html]
Literatur
Philosophie, Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie
Ich beschränke mich neben dem historischen Klassiker Aristoteles
auf drei Hauptrichtungen mit nur wenigen Beispielen: die wissenschaftskritische
und wissenschaftsskeptische (Feyerabend), die wissenschafts-traditionelle
(Carnap, Stegmüller) und die methodischen Konstruktivisten (Lorenzen,
Mittelstraß) und einige Geschichts- und Überblickswerke sowie
ein kleines Lehrbuch zur Logik (Winter), das sehr gut auf einige Probleme
- z.B. die Subjunktion bzw. Implikation - zwischen alltagssprachlichen
Formulierungen und der Aussagenlogik eingeht.
-
Aristoteles (384-322).
Texte zur Logik. Zusammengestellt, übersetzt und kommentiert von Adolf
Trendelenburg. Bearbeitet und neu herausgegeben von Rainer Beer. Reinbek:
Rowohlt. [IL]
-
Berka, Karel &
Kreiser, Lothar (1971). Logik-Texte. Kommentierte Auswahl zur Geschichte
der modernen Logik. Berlin: Akademie.
-
Bochenski, J.M. (1962). Formale
Logik. [Geschichte der]. Freiburg: Alber.
-
Bochenski,
J.M. & Menne, A. (1965). Grundriß der Logistik. Paderborn: Schöningh.
-
Carnap, Rudolf
(2. A.1961). Der logische Aufbau der Welt. Hamburg;: Meiner.
-
Essler, Wilhelm
K. & Martinez Cruzado (1991). Grundzüge der Logik. I. Das logische
Schließen. Frankfurt: Klostermann.
-
Essler, Wilhelm
K., Brendel, Elke & Martinez Cruzado, Rosa F. (1987). Grundzüge
der Logik. II. Klassen, Rleatinen, Zahlen. Frankfurt: Klostermann.
-
Feyerabend,
Paul (dt. 1979, engl. 1975). Wider den Methodenzwang. Skizze einer anarchistischen
Erkenntnistheorie. Frankfurt: Suhrkamp.
-
Feyerabend,
Paul (dt. 1980). Erkenntnis für freie Menschen. Veränderte Ausgabe.
Frankfurt: Suhrkamp. [IL]
-
Friedman, Harvey (1975).
One
Hundred And Two Problems In Mathematical Logic. The Journal of Symbolic
Logic Vol. 40, 2, 113-129.
-
Geier, Manfred (1992).
Der Wiener Kreis in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek: Rowohlt.
-
Inhetveen, Rüdiger
(2003). Logik. Eine dialog-orientierte Einführung. Leipzig: Edition
am Gutenbergplatz.
-

-
Kamlah, W., Lorenzen,
P. (1967). Logische Propädeutik. Vorschule des vernünftigen Redens.
Mannheim: Bibliographisches Institut.
-
Kondakow,
N.I. (dt. 1978 russ. 1975). Wörterbuch der Logik. Berlin: deb.
-
Lorenzen,
P. & Schwemmer, P. (1973). Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie.
Mannheim: B.I.
-
Mittelstraß,
Jürgen (1980-1996, Hrsg.). Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie.
4 Bde. Die ersten beiden Bände erschienen bei BI, Mannheim. Die letzten
beiden Bände bei Metzler, Stuttgart.
-
Speck, J. (1980, Hrsg.).
Handbuch wissenschaftstheoretischer Begriffe. 3 Bde. Göttingen: Vandenhoeck
& Ruprecht (UTB)
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Ritter, Joachim
(1971, Hrsg.). Historisches Wörterbuch der Philosophie. 12 Bde. Völlig
neu bearbeitete Ausgabe des Wörterbuchs der Philosophischen Begriffe
von Rudolf Eisler. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
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Savigny,
Eike von (1976). Grundkurs im logischen Schließen. München:
dtv.
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Schütte,
K. (1971). Beweis. In: Ritter, Joachim (1971, Hrsg.). Historisches Wörterbuch
der Philosophie. Bd. I. A-C.
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Sinowjew,
A.A. (dt. 1970, russ.1967). Komplexe Logik. Grundlagen einer logischen
Theorie des Wissens. Berlin: VEB d.Wiss.
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Sinowjew, A.A.
(dt. 1968, russ.1968). Über mehrwertige Logik. Ein Abriß. Braunschweig:
Vieweg.
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Sinowjew, A. &
Wessel, H. (1975). Logische Sprachregeln. München: Fink. [Biographie]
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Stegmüllers Werk: [IL]
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Winter, Reiner
(1996). Grundlage der formalen Logik. Frankfurt: Deutsch.
-
Zinovjiev > Sinowjew
Links
Philosophie, Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie (Auswahl)
-
Internet-Enzyklopädie: http://de.wikipedia.org/wiki/Beweis
-
Argument und Beweis: http://www.ubs.sbg.ac.at/people/Philo3.pdf
-
Wahrheit, Beweis und Erkenntnis (Frege, David Hilbert, Bertrand Russell,
Alfred North Whitehead): http://beat.doebe.li/bibliothek/t02303.html.
-
Tübinger Logik nach Bruno Baron v. Freytag Löringhoff.:
http://www.begriffslogik.de/programme/tuebinger.html.
-
Mehrwertige Logik Grundlagen und Anwendungen: http://www.informatik.uni-trier.de/~sack/mvl.html.
-
Formale Logik nach Augustus de Morgan: http://www.aristoteles-heute.de/Ressourcen/formlog.pdf
-
W. Stegmüller: [Die
Funktionen des 'ist'". Auszüge aus Sprache und Logik]
-
[Aus
dem Wörterbuch der Logik: konträr und kontradiktorisch.]
-
[Konstruktivismus
- Formen & Varianten nach dem Wörterbuch der Kognitionswissenschaft.]
-
R. Sponsel: [Vulgärkonstruktivismus:
können
Erkenntnistheorie, Wissenschaft und Alltagsleben auf den Wahrheitsbegriff
verzichten?]
-
R. Sponsel: [Typentheorie
(Russell 1903) und eine Lösung des Lügnerproblems.]
-
R. Sponsel: [Welten und
die Konstruktion unterschiedlicher Wirklichkeiten in der GIPT.]
-
R. Sponsel: [Die
grundlegenden Probleme und Aporie jeglicher Einzelfall- und damit Therapieforschung.
Grundzüge
einer idiographischen Wissenschaftstheorie.]
-
R. Sponsel: [Über
den Aufbau einer präzisen Wissenschaftssprache in Psychologie, Psychopathologie,
Psychodiagnostik und Psychotherapie]
-
R. Sponsel: [Definieren und
Definition.]
-
R. Sponsel: [Gleicht
k/eine Schneeflocke der anderen? Eine GIPT-Sonderstudie zu den Termini
gleichen, gleich und Gleichheit. Zum Universalienstreit
am Beispiel der Schneeflocke.]
-
R. Sponsel: [Allgemeine
Theorie
und Praxis des Vergleichens und der Vergleichbarkeit. Grundlagen einer
psychologischen Meßtheorie.]
-
R. Sponsel: [Norm,
Wert, Abweichung (Deviation), Krank (Krankheit), Diagnose. "Normal", "Anders",
"Fehler", "Gestört", "Krank", "Verrückt".]
.
Glossar, Anmerkungen,
Endnoten:
GIPT= General and Integrative
Psychotherapy,
internationale Bezeichnung für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.
___
einheitswissenschaftliche
Sicht. Ich vertrete die ursprüngliche einheitswissenschaftliche
Idee des [Wiener Kreises],
auch wenn sein Projekt als vorläufig gescheitert angesehen wird und
ich mich selbst nicht als 'Jünger' betrachte. Ich meine dennoch und
diesbezüglich im Einklang mit dem [Wiener
Kreis], daß es letztlich und im Grunde nur eine
Wissenschaftlichkeit gibt, gleichgültig, welcher spezifischen
Fachwissenschaft man angehört. Wissenschaftliches Arbeiten folgt einer
einheitlichen und für alle Wissenschaften typischen Struktur, angelehnt
an die [allgemeine
formale Beweisstruktur.]
| Wissenschaft
[IL] schafft Wissen
und dieses hat sie zu beweisen, damit es ein wissenschaftliches Wissen
ist, wozu ich aber auch den Alltag und alle Lebensvorgänge rechne.
Wissenschaft in diesem Sinne ist nichts Abgehobenes, Fernes, Unverständliches.
Wirkliches Wissen sollte einem Laien vermittelbar sein (PUK - "Putzfrauenkriterium").
Siehe
hierzu bitte das Hilbertsche
gemeinverständliche Rasiermesser 1900, zu dem auch gut die Einstein
zugeschriebene Sentenz passt: "Die meisten Grundideen der Wissenschaft
sind an sich einfach und lassen sich in der Regel in einer für jedermann
verständlichen Sprache wiedergegeben." |
___
100 Philosophen, 100
Systeme. Nichts baut aufeinander auf [IL]
wie in den empirischen Wissenschaften, und daher muß jeder Lehrstuhl
zunächst als Leerstuhl wieder und wieder bei Adam und Eva anfangen.
Nicht ganz so schlimm, aber ähnlich, geht es in den Geistes- und Sozialwissenschaften
zu, auch die Psychologie befindet sich leider noch auf prägalileiischem
Niveau. Am weitesten entwickelt sind ohne Zweifel Mathematik und Naturwissenschaft,
so daß wir uns fragen sollten: wie machen die das? Eine Antwort gibt
sicher das Verhältnis dieser Wissenschaften zum Beweisen, Begründen
und Bestätigen. Das geht natürlich nur, wenn die Begriffe einheitlich
und international normiert sind und strenge Beweis-, Begründungs-
und Bestätigungsverfahren für ein solides und ausbaufähiges
Fundament sorgen.
___
Dutzend verschiedene
Logiken (nach [hauptsächlicher] Quelle Mittelstraß)
Deontische Logik * Dialektische Logik * Dialogische Logik * Epistemische
Logik * Extensionale Logik * Formale Logik * Fuzzy-Logik * Hermeneutische
Logik * Induktive Logik * Intuitionistische Logik * Juristische Logik *
Klassische Logik * Kombinatorische Logik * Konstruktive Logik * 'Logik'
[eigentlich Methodologie] der Forschung (Popper) * Logistik * Logizismus
* Mathematische Logik * Mehrwertige Logik * Modallogik * Normative Logik
* Operative Logik * Symbolische Logik * Toleranzprinzip und logische Modelle
* Topologische Logik * Zweiwertige Logik.
___
Sind alle geeignet ?
Unter dem Eindruck der Kritik Brouwers und der Intuitionisten formulierte
Carnap schließlich - wohl auch - unter dem Eindruck eines Vortrages
des Mathematikers Karl Mengers im Wiener Kreis (Geier
S. 47,48) 1934 in der Logischen Syntax der Sprache, S. 44f.
im Abschnitt 17 sein späterhin berühmtes "Toleranzprinzip der
Syntax", mit der abschließenden Aussage (S. 45): "In der Logik gibt
es keine Moral. Jeder mag seine Logik, d.h. seine Sprachform, aufbauen
wie er will. Nur muß er, wenn er mit uns diskutieren will, deutlich
angeben, wie er es machen will, syntaktische Bestimmungen geben statt philosophischer
Erörterungen."
___
worauf Aristoteles
bereits hinwies. Sophistische Widerlegungen (Organon VI), S. 10: "Und
weil die Erde infolge des Regens naß wird, glauben wir auch, daß
es, wenn sie naß ist, geregnet hat. Und doch folgt das nicht notwendig."
____
daß ich wirklich bin Im
Bereich der Psychopathologie gibt es zahlreiche Icherlebens- und Identitäts-Störungen:
jemand "ist" mehrere, die Identitäten wechseln, ohne daß die
eine von der anderen etwas wissen muß oder es wird eine andere Identität
angenommen, z.B. Napoleon; auch das Wirklichkeitserleben kann sich verändern,
so daß mancher nicht weiß, hat er etwas erlebt, nicht erlebt,
so erlebt oder war alles nur Einbildung oder Traum.
___
Substanz
gilt nur dann, wenn sie wirkungsvoll verpackt ist. Reizvoll ist hier
die Überlegung, um was für eine aussagenlogische Struktur es
sich hier handelt. Was möchte ich sagen? Der Sinn der These ist, entscheidend
für die Wirksamkeit einer Aussage, ist ihre wirkungsvolle Verpackung.
Der Verknüpfung soll wahr werden, wenn eine wirkungsvolle Verpackung
vorliegt, unabhängig davon, ob Substanz gegeben ist oder nicht. Entscheidend
für die verknüpfte Bewertung ist daher ausschließlich der
Wahrheitswert von B. Ist B="w", soll die Verknüpfung A ° B ="w"
sein. A=Substanz, B= wirkungsvoll verpackt. Dann soll gelten: ww: (A="w"
und B="w") ="w"; wf: (A="w" und B="f") ="f"; fw: (A="f"
und B="w") ="w"; ff: (A="f" und B="f") ="f", dies führt
also zur Wahrheitswertverteilung: wfwf, diese Funktion entspricht in der
Terminologie Menne & Bochenski der "Postpendenz" oder in der Terminologie
von Winter der "Position B". Obwohl die Formulierung auf den ersten Blick
eine Implikation (Subjunktion) zu repräsentieren scheint, ergibt sich
bei genauerer intensionaler (inhaltlicher) Analyse 'Position B'. Es ist
ein großer Irrtum der Logiker-, Logistiker- und MathematikerInnen,
wenn sie denken, man könne den inhaltlichen und Interpretations- Problemen
entgehen, wenn man auf eine formale Sprache ausweicht. Der Schnittstelle
Interpretationsgrauzone Anwendung kann niemand entgehen.
___
Erkenntnistheorie. Der traditionellen,
meist philosophisch orientierten Erkenntnistheorie könneren mehrere
grundlegende Anliegen zugeordnet werden: 1) die Frage nach den Erkenntnismöglichkeiten
überhaupt (z.B. Kant); 2) wie funktioniert erkennen (z.B. Locke);
3) wie können die empirischen Wahrheitswerte - z.B. wahr, falsch,
wahrscheinlich, möglich - begründet werden (Wissenschaftstheorie)?
Histoprisch hierzu Müllerscience,
___
Änderungen
27.10.06 Anmerkung
zur empirischen Induktion.
24.03.06 Literaturnachtrag
Essler et. al und Savigny.
11.03.06 Linkhinweis
zuTübinger Logik nach Bruno Baron v. Freytag Löringhoff.:
http://www.begriffslogik.de/programme/tuebinger.html.
20.08.05 Kritik
der Kritik an der empirischen Induktion. Ergänzungen zum Falsifikationsprinzip.
03.08.05 Lit:
Friedman:
One
Hundred And Two Problems In Mathematical Logic (präsentiert 19.8.5).
26.08.04 Link:
Aus
dem Wörterbuch der Logik: konträr und kontradiktorisch.
Wird gelegentlich vervollständigt, ergänzt, überarbeitet
- Anregungen und Kritik erwünscht
Querverweise
Standort: .. beweisen in Logik, Erkenntnis-,
...
*
*
*
Dienstleistungs-Info.
*
Zitierung
Sponsel, Rudolf (DAS).
Beweis
und beweisen in Logik, Erkenntnis-, Wissenschaftstheorie und Philosophie.
Blicke über den Zaun zum Auftakt für eine integrative psychologisch-psychotherapeutische
Beweislehre. Abteilung Abstrakte Grundbegriffe aus
den Wissenschaften:
Analogien, Modelle und Metaphern für die
allgemeine und integrative Psychologie und Psychotherapie sowie Grundkategorien
zur Denk- und Entwicklungspsychologie.
Internet
Publikation
- General and Integrative
Psychotherapy
IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/wisms/gb/beweis/b_logpw.htm
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Ende
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