Beweis und beweisen in Logik, Erkenntnis-, Wissenschaftstheorie und Philosophie
Blicke über den Zaun zum Auftakt für eine integrative
psychologisch-psychotherapeutische Beweislehre
aus allgemein integrativer psychologisch-psychotherapeutischer
und einheitswissenschaftlicher
Sicht
Einführung, Überblick, Verteilerseite Beweis und beweisen
von Rudolf Sponsel, Erlangen
Hinweis: Wenn nicht ersichtlich werden (Externe Links) in runden und [interne IP-GIPT Links] in eckige Klammern gesetzt, direkte Links im Text auf derselben Seite sind direkt gekennzeichnet. In dieser Übersichtsarbeit wird das Thema im Überblick gesamtheitlich aus einheitswissenschaftlicher Perspektive dargestellt. Im Laufe der Zeit folgen weitere Ausarbeitungen.
Die Philosophie hat in den Wissenschaften einen schlechten Ruf. 100 Philosophen, 100 Systeme. Das gilt aber nur scheinbar weniger für die moderne Wissenschaftstheorie, wie sie z.B. von Stegmüller [IL] gepflegt wurde, weil man auch da sagen muß, daß nur wenig Einigkeit herrscht und die Einzelwissenschaften sehr gut ohne die WissenschaftstheoretikerInnen auszukommen scheinen. Daß es auch anders geht, selbst wenn 'nur' ideale und virtuelle Objekte und ihre Beziehungen zur Verfügung stehen, das zeigt seit Jahrtausenden die Mathematik. Es lohnt sich also, dieser Zunft über die Schultern zu sehen [siehe unten], wenngleich auch die Mathematik durch den Grundlagenstreit und die Auseinandersetzungen um das [Tertium non datur] erschüttert wurde. Andererseits haben doch auch einige frühere Universal- oder Vielfachgelehrte, die auch Philosophen waren, bedeutsame und zeitlose wissenschaftliche Leistungen erbracht, meist aber nicht auf philosophischem Gebiet, z.B. Descartes (Analytische Geometrie), Jevons (Klima, Ökonom [Grenznutzentheorie], Logik) oder Leibniz (Infinitesimalrechnung, Logik). Zu den großen Leistungen der Philosophie gehört die Entwicklung und Pflege der Logik bis ins 19. Jahrhundert - allen voran die alten Griechen und hier besonders Aristoteles. Um die Jahrhundertwende (1900) geriet die Logik immer mehr unter den Einfluß der Mathematik und mathematisch und naturwissenschaftlich orientierter Denker, z.B. der [Wiener Kreis], der die traditionelle Philosophie überwinden und auflösen wollte. Inzwischen zeigen uns die Wörterbücher, gibt es über ein Dutzend verschiedene Logiken mit zahlreichen Varianten. Welche Logik / Logistik soll man also nehmen? Sind alle geeignet? Oder hängt dies - wie man vernünftigerweise erwarten sollte - vom Gegenstands- und Anwendungsbereich und den Zwecken und Zielen ab, die man verfolgt?
Die drei
logischen Postulate des Aristoteles: Die ursprünglich traditionelle
Logik nach Aristoteles beruhte auf den drei Postulaten: I. Identität
a=a, II. Satz vom Widerspruch: wahr und falsch zugleich ist nicht
möglich. III. Satz vom ausgeschlossenen Dritten: jede
logisch relevante Aussage ist entweder wahr oder falsch (Aristoteles gebraucht
eine Formulierung, die man konstruktiv deuten kann, indem nur solche Sätze
für Schlußfolgerungen heranzuziehen sind, die eben diese Bedingung
erfüllen (Texte zur Logik,
Rnr. 2, S. 7). Jenseits dieser Deutung ist dieses Postulat sehr problematisch
und unzweckmäßig. Es vereinfacht durch diese schlichte Dichotomisierung
die Welt der Aussagen in extremer Weise, indem es z.B. den - allgemein
- äußerst fragwürdigen indirekten
"Beweis" ohne weitere Absicherung ermöglicht: wenn eine Aussage
als falsch bewiesen wurde, dann muss ihre Negation, also das Gegenteil
wahr sein. Das kann allgemein sicher nur für die Fälle gelten,
wo der gesamte Ausagenbereich als vollständig dichotom, d.h. ohne
jede Lücke, gesichert ist, z.B. wenn ein Zahl nicht gerade (ungerade)
ist, dann ist sie ungerade (gerade). Das gilt natürlich nicht für
Fälle derart: wenn etwas nicht weiß i(schwarz) ist, dann ist
es schwarz (weiß). Oder: Wenn du nicht mein Freund bist, bist du
mein Feind ("Bush-Logik").
Damit ist klar, dass das logische Prinzip vom ausgeschlossenen Dritten
keine fundamentale Allgemeingültigkeit haben kann, sondern in jedem
Einzelfall, wo es angewandt wird, erst gezeigt werden muss,
dass der gesamte Aussagebereich in wahre und falsche zerfällt und
keine anderen Bereiche oder unentscheidbaren Lücken enthält.
Von den Konstruktivisten und anderen kritischen Geistern wird dieses Beweisprinzip
als allgemeines und grundlegendes Postulat daher abgelehnt.
Querverweise:
| Sprache, natürliche Sprache | erlaubt alle möglichen Welten und Ebenen zu behandeln |
| Objektsprache | Sprache, in der Aussagen formuliert werden |
| Metasprache 1. Stufe | Sprache, die über die Objektsprache aussagt, z.B. wahr, falsch, möglich, unklar, unentscheidbar ... |
| Metasprache 2. Stufe | Sprache, die über die Metasprache 1. Stufe aussagt,
z.B. über "wahr", "falsch" sprechen; lügen, irren, glauben, wünschen, erlaubt, geboten, wünschen. |
| Kunstsprache | Fachsprachen mit eigener Bedeutung u. Grammatik, z.B. Logik, Mathematik, Logistik, Informatik, Chemie, ... |
Beispiel 0: Natürliche Sprache und Grammatik
Beispiel
01: Ist Herbert wirklich gekommen ?
Beispiel
02: Konsumgüter bezahlen sollen
Beispiel
03 Wünschen: Urlaub in Afrika = wahr.
Jemand äußere: "Ich möchte Urlaub in Afrika machen."
Wie ist dieser Sachverhalt sprachlogisch zu analysieren und zu beurteilen?
Wir befinden uns in der [Wunschwelt].
Anmerkung: diese metasprachliche Betrachtung erscheint uns ungewöhnlich,
weil die natürliche Sprache kurz und bündig verständlich
auszudrücken gestattet, was bei näherer Betrachtung gar nicht
so einfach ist. Sachwelt und Wunschwelt sind [ontologisch]
sozusagen ganz verschiedene Paar Stiefel. Ob das sinnvoll ist, wird
bewiesen dadurch, indem man zeigt, daß sich mit diesem Instrumentarium
Probleme und Mißverständnisse leichter aufklären und beseitigen
lassen als wenn wir in der natürlichen Sprache blieben und nicht zwischen
den verschiedenen Stufen unterschieden [siehe Lügnerproblem].
So wünscht sich auch Faust I (im Studierzimmer
II.): "Werd ich zum Augenblicke sagen / Verweile doch! du bist so
schön / Dann magst du mich in Fesseln schlagen, / Dann will ich gern
zugrunde gehn!"
Die Wunsch betrifft im wesentlichen den Zustand,
daß etwas so oder so sehr sein oder nicht sein möge mit den
Extremen: sein oder nicht-sein, tun oder lassen.
Beispiel
04: wünschen wünschen, wollen wollen ?
Schopenhauer meinte, man kann nicht wollen wollen. Kann man
auch nicht wünschen wünschen? Kann man sich wünschen,
daß man sich etwas bestimmtes wünscht? Z.B. jemand findet sich
zu wenig ehrgeizig und sagt: ich wünschte, ich wäre ehrgeiziger.
Was ist denn das für eine Metastufe? Offensichtlich fehlt nach Selbsteinschätzung
und Selbstkritik ein Wunsch (Motiv). Der "Meta-Wunsch" besteht nun darin,
diesen Wunsch überhaupt erst zu erzeugen.
Diese Deutung ist ganz gut verträglich mit der Alltagserfahrung
vieler Menschen, die entsprechende Wünsche (Motive) bzw. Wunsch(Motiv)ausprägungen
bei sich vermissen.
Beispiel
05: Das Bild von ... ist sehr schön
Hier bin ich mir über das bessere von zwei Modellen noch nicht
im Klaren. Ich gebe daher beide an.
Modell 1)
Modell 2)
Hier sind also die Kriterien noch nicht genügend klar.
Der Beweis der logischen Gültigkeit von Aussagen kann mit Hilfe der Wahrheitswerttabellen in der zweiwertigen Aussagen-Logik geführt werden. Diese Methode wurde zu Beginn der 1920er Jahre von mehreren Logikern (Wittgenstein, Post und Lukasiewicz) ge- bzw. erfunden Fragen wir uns, wie bei der Vorgabe von nur zwei Wahrheitswerten, also wahr/falsch - abgesehen von den Möglichkeiten unklar, unentscheidbar, teil-wahr oder teil-falsch, so-und-so wahrscheinlich wahr oder falsch - die logische Wahrheit von Verknüpfungen bewiesen werden kann, so liefert ein einfaches, geradezu zu gefährlichem Schematismus verführendes Verfahren die Methode der Wahrheitswerttabellen:

| Es gilt nun die zweiwertige logische Wahrheitswert-Regel: Enthält die letzte Vergleichs-Spalte einer logischen Verknüpfung in jeder Zeile den Eintrag w (Tautologie F1), so handelt es sich bei der Verknüpfung um ein logisches Gesetz: die Verknüpfung ist aus rein logischen Gründen immer wahr. Ein logisches Gesetz liegt vor, wenn die Wahrheitswerte in den letzten beiden Spalten in jeder Zeile übereinstimmen (w-w bzw. f-f; siehe Gegenbeispiel und Beispiele). |
Hinweis: Zur korrekten Darstellung der logischen Zeichen benötigt man den Zeichensatz "Symbol"
Gegenbeispiel
(A
v B) ® B
Betrachten wir die Aussageverknüpung (A v B) ®
B, in Worten: Wenn die Aussagen A oder B gegeben sind, ist dann der Übergang
zu B (A) aus rein logischen Gründen immer (zweiwertig) logisch wahr?
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Wie man sieht, ergibt die Gültigkeitsprüfung, daß es sich um kein logisches Gesetz innerhalb der zweiwertigen Logik handelt.
Abtrennungsregel
(Modus ponens): [A Ù (A ®
B)] Þ B
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Liegt eine logische Gesetzmäßigkeit zwischen Aussagen vor, so kann man dies nach einer Konvention durch den Folgerungspfeil " Þ "zum Ausdruck bringen.
Der Kettenschluß (Aussagenlogische Transitivität)
Wenn B aus A 'folgt' und C aus B 'folgt', so 'folgt' auch C aus A.
[(A ®B) Ù(
B ® C)] ®
(A ® C)
Bei der Beurteilung der Wahrheitswertbeziehungen in der Tabelle bitte die Richtung beachten!
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Nachdem (7) ® (6) , siehe bitte (8), in allen Zeilen zu wahren Wahrheitswerten führt, handelt es sich um eine Tautologie oder um ein zweiwertig logisches Gesetz und man darf sagen:
[(A ®B) Ù ( B ® C)] Þ (A ® C)
Probleme der Interpretation bei der Implikation (Subjunktion)
Wie formalisiert man die Aussage "Wenn es regnet (A), ist die Straße naß (B)"? Auf jeden Fall wird man wohl haben wollen: Wenn A="w" und B="w", soll die Verknüpfung A ° B ="w" sein (" ° " sei hier als unbestimmtes Verknüpfungszeichen verwendet). Ebenfalls wird man im allgemeinen haben wollen für A="w" und B="f", daß A ° B ="f" gilt. So weit, so - meist - klar. Doch was ist mit A="f" und B="w". Argumentiert man inhaltlich, daß die Straße auch aus anderen Gründen naß sein kann - worauf Aristoteles bereits hinwies - wird man erlauben, daß A ° B ="w" gilt. Schwieriger ist der letzte Fall: A="f" und B="f". Gesteht man zu, daß die Straße nicht naß zu sein braucht, wenn es nicht regnet, so gilt auch A ° B ="w". Damit ergibt sich die Wahrheitswertverteilung wfww oder F5, die Implikation oder Subjunktion, wir können also die Verknüpfung A ° B als A ®B interpretieren und ersetzen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen, werte LeserIn, bei diesen Überlegungen ergangen ist, aber mir machte die Implikation mit der Wahrheitswertverteilung wfww immer schon Schwierigkeiten.
14
Sprachwendungen für die Implikation (Subjunktion) nach Winter
Sehr schön wurden die verschiedenen Interpretations- und damit
auch Mißverständnismöglichkeiten bei der Implikation
(Subjunktion) von Winter
(1996, S. 34) ausgearbeitet:
Hinweis Aussagenlogische Analyse des Satzes, der wie eine Implikation
(Subjunktion) aussieht: "Substanz
gilt nur dann, wenn sie wirkungsvoll verpackt ist." aber nach der gewählten
Intention (Intensionalität) keine ist.
Zur Schwierigkeit, die logische Implikation streng und richtig anzuwenden
> Beller (1997).
ex
falso quodlibet: Aus Falschem folgt Beliebiges.
Diese in der Scholastik formulierte Regel kann man in der Aussagenlogik
wie folgt ausdrücken und als logisches Gesetz bestätigen:
| 1 2
3 4 5
A ® ( ¬A ® B) w w f w f w w f w w f w w f f f w w w w |
Zunächst trägt man die Wahrheitswerte von A,
¬A und B in 1, 3 und 5 ein. Nun bestimmt man 4 aus 3 und 5.
Sodann bestimmt man 2 aus 1 und 4. Es ergeben sich in allen vier Fällen die Wahrheitswerte wahr, d.h. es liegt ein aussagenlogisch allgemeingültiger Ausdruck vor. |
| Die großen Probleme formal strenger oder exakter Theorien und Modelle ergeben sich gewöhnlich nicht innerhalb dieser formalen Theorien und Modelle (Logik, Logistik, Mathematik, abstrakte Zeichensprachen), sondern vor allem und nachhaltig an den Schnittstellen zur Anwendung. Die FormalistInnen haben den allergrößten Wert auf Stringenz, Widerspruchsfreiheit und Eindeutigkeit gelegt, aber so gut wie keinen auf die Handhabung der Anwendung und Praxis. Und deshalb wenden viele PraktikerInnen diese exakten Modelle und Theorien auch nicht an oder wenn, nicht selten fehlerhaft, wenn man sich den Bereich Statistik, Umgang mit Matrizen [IL] und multivariate Verfahren, hier besonders mit der Faktorenanalyse [IL] ansieht. |
Das ist eine auch psychologisch sehr interessante Fragestellung. Hier
geht es in meiner Interpretation nämlich nicht darum, nicht anderen,
sondern sich selbst etwas zu beweisen. Etwa als philosophische Frage:
wie kann ich wissen, daß ich wirklich
bin, nicht nur eingebildet, im Traum, als Idee eines anderen oder wie
immer sonst? Betrachten wir den berühmten Ausspruch im Original bei
Descartes (1596-1650):
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(Die Originalstelle) „Ich weiß nicht, ob ich euch von den ersten Betrachtungen (méditations,
cogitationes), die ich hier gemacht habe, unterhalten soll, denn sie sind
so metaphysisch und so wenig in der gewöhnlichen Art, daß sie
wohl schwerlich nach jedermanns Geschmack sein werden. Doch, um prüfen
zu lassen, ob die Grundlagen, die ich genommen habe, fest genug sind, bin
ich gewissermaßen genötigt, davon zu reden. Seit lange hatte
ich bemerkt, daß in betreff der Sitten man bisweilen Ansichten,
die man als sehr unsicher kennt, folgen müsse (wie schon oben gesagt
worden), als ob sie ganz zweifellos wären. Aber weil ich damals bloß
der Erforschung der Wahrheit leben wollte, so meinte ich gerade das Gegenteil
tun zu müssen und alles, worin sich auch nur das kleinste Bedenken
auffinden ließe, als vollkommen [<30] falsch verwerfen, um zu
sehen, ob danach nichts ganz Unzweifelhaftes in meinem Fürwahrhalten
übrigbleiben würde. So wollte ich, weil unsere Sinne uns bisweilen
täuschen, annehmen, daß kein Ding so wäre, wie die Sinne
es uns vorstellen lassen; und weil sich manche Leute in ihren Urteilen
selbst bei den einfachsten Materien der Geometrie täuschen und Fehlschlüsse
machen, so verwarf ich, weil ich meinte, dem Irrtum so gut wie jeder andere
unterworfen zu sein, alle Gründe als falsch, die ich vorher zu meinen
Beweisen genommen hatte; endlich, wie ich bedachte, daß alle Gedanken,
die wir im Wachen haben, uns auch im Schlaf kommen können,
ohne daß dann einer davon wahr sei, so machte ich mir absichtlich
die erdichtete Vorstellung, daß alle Dinge, die jemals in meinen
Geist gekommen, nicht wahrer seien als die Trugbilder meiner Träume.
Alsbald aber machte ich die Beobachtung, daß, während ich so
denken wollte, alles sei falsch, doch notwendig ich, der das dachte, irgend
etwas sein müsse, und da ich bemerkte, daß diese Wahrheit „ich
denke, also bin ich" (je pense, donc je suis; Ego cogito, ergo sum,
sive existo) so fest und sicher wäre, daß auch die überspanntesten
Annahmen der Skeptiker sie nicht zu erschüttern vermöchten, so
konnte ich sie meinem Dafürhalten nach als das erste Prinzip der Philosophie,
die ich suchte, annehmen.
Quelle: Descartes,
René (1637, dt. 1961). VIERTES KAPITEL. Die Beweisgründe für
das Dasein Gottes und der menschlichen Seele als Grundlage der Metaphysik.
In: Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs. Stuttgart:
Reclam, S. 30-32, nach der Übersetzung von Kuno Fischer 1863.
Exkurs:
Was versteht Descartes unter "denken" ?
EN38: "Descartes, René. Die Prinzipien der Philosophie. Mit Anhang:: Bemerkungen René Descartes' über ein gewisses in den Niederlanden gegen Ende 1647 gedrucktes Programm. Übersetzt und erläutert von Artur Buchenau. Hamburg: Felix Meiner Verlag 1955. S. 8." Ergebnis: Descartes verwendet das Wort "denken" mit dem Begriff
des Erlebens.
Das ist heute sowohl bildungs- als auch alltagssprachlich noch üblich.
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Das Falsifikationsprinzip [Poppers]
hat für großes Aufsehen und zahlreiche Auseinandersetzungen
in den Wissenschaften und Wissenschaftstheorien gesorgt. Bei der Bewertung
muß man aufpassen, weil es wenigstens vier unterschiedliche Bedeutungen
hat:
1) ist ein Nomvorschlag, wie wissenschaftliche Behauptungen formuliert
sein sollten. Dem kann ich mich anschließen. 2) halte ich für
wenig zweckmäßig, weil die überwältigende alltägliche
Praxis mit Millionen und Milliarden wissenschaftlicher Aussagen dem tagtäglich
faktisch und praktisch widerspricht. 3) kann ich zustimmen. 4) lehne ich
ab.
Kritik
der Kritik an der empirischen Induktion [siehe
auch "Einstieg..."]
Ordnet man bei Unsicherheit für ein Ereignis den Wahrheitswerten
wahr und falsch für dieses Ereignis die Wahrscheinlichkeiten p=0.5
und q=0.5 zu, so ergeben sich nach dem Binomialtest folgende Wahrscheinlichkeiten:
bei 10 Versuchen und 10 Erfolgen 0,0009766 (A20, G20), bei 20 Versuchen
und 20 Erfolgen 0,0000009537 (A30,G30), bei 30 Versuchen 0,0000000009313
(A40,G40), bei 40 Versuchen und 40 Erfolgen 0,0000000000009095 (A41,G41).
Jeder 10er Schritt ergibt in diesem Bereich etwa drei zusätzliche
Nullen. Bei 1000 Versuchen und 1000 Erfolgen sind wir bei einer Wahrscheinlichkeit
angelangt mit 301 Nullen vor dem Wert 933 (A56,G56). Und genau dieser Sachverhalt
ist auch der Grund für die extreme Verbreitung und Anwendung in Wissenschaft
und Leben.
Anmerkung: Das Problem der empirischen Induktion gehört nicht mehr zur Logik, sondern zur Wissenschaftstheorie (früher Erkenntnistheorie), deren Aufgabe es ist, die Aussagen der Wissenschaft hinsichtlich ihrer Bedeutung und Gültigkeit zu analysieren und zu bewerten. Hierbei ist natürlich der wichtigste Wert "die" Wahrheit ist.
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Mit einer herz- und geisterfrischenden Lösung des Lügnerproblems aus dem Kaspar Hauser Film, die im Vorwort den Meister des Erlanger Konstruktivismus humorvoll-selbstironisierend auf die Schippe nimmt. |
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einheitswissenschaftliche
Sicht. Ich vertrete neben den Ideen der Logischen Propädeutik
und einem gemäßigten Konstruktivismus
auch die ursprüngliche einheitswissenschaftliche Idee des Wiener
Kreises, auch wenn sein Projekt als vorläufig gescheitert angesehen
wird und ich mich selbst nicht als 'Jünger' betrachte. Ich meine dennoch
und diesbezüglich im Ein- klang mit dem Wiener
Kreis, daß es letztlich und im Grunde nur eine
Wissenschaftlichkeit gibt, gleichgültig, welcher spezifischen
Fachwissenschaft man angehört. Wissenschaftliches Arbeiten folgt einer
einheitlichen und für alle Wissenschaften typischen Struktur, angelehnt
an die allgemeine
formale Beweisstruktur.
Schulte, Joachim & McGuinness, Brian (1992, Hrsg.). Einheitswissenschaft - Das positive Paradigma des Logischen Empirismus. Frankfurt aM: Suhrkamp. Geier, Manfred (1992). Der Wiener Kreis. Reinbek: Rowohlt (romono). Kamlah, W. & Lorenzen, P. (1967). Logische Propädeutik. Mannheim: BI. |
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| Wissenschaft [IL] schafft Wissen und dieses hat sie zu beweisen, damit es ein wissenschaftliches Wissen ist, wozu ich aber auch den Alltag und alle Lebensvorgänge rechne. Wissenschaft in diesem Sinne ist nichts Abgehobenes, Fernes, Unverständliches. Wirkliches Wissen sollte einem Laien vermittelbar sein (PUK - "Putzfrauenkriterium"). Siehe hierzu bitte das Hilbertsche gemeinverständliche Rasiermesser 1900, zu dem auch gut die Einstein zugeschriebene Sentenz passt: "Die meisten Grundideen der Wissenschaft sind an sich einfach und lassen sich in der Regel in einer für jedermann verständlichen Sprache wiedergegeben." |
| Suchen in der IP-GIPT,
z.B. mit Hilfe von "google": <suchbegriff>
site:www.sgipt.org
z.B. Beweis beweisen site:www.sgipt.org * Logik site:www.sgipt.org |
korrigiert irs 30.8.3