Internet Publikation für
Allgemeine und Integrative Psychotherapie
IP-GIPT DAS=07.09.2003
Internet-Erstausgabe, letzte Änderung
24.6.7
Impressum:
Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
Stubenlohstr. 20
D-91052 Erlangen * Mail:
sekretariat@sgipt.org_
Zitierung
& Copyright
Anfang _Beweis
Sophistik_Überblick_Rel.
Aktuelles _Rel.
Beständiges _Titelblatt_
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Region_Service_iec-verlag__Wichtiger
Hinweis zu Links und zu Empfehlungen
Willkommen in unserer Abteilung Abstrakte Grundbegriffe aus
den Wissenschaften (Analogien, Modelle und Metaphern für die allgemeine
und integrative Psychologie und Psychotherapie sowie Grundkategorien zur
Denk- und Entwicklungspsychologie), hier speziell zum Thema:
Beweis und beweisen in Rhetorik, Sophistik und Rabulistik
Blicke über den Zaun zum Auftakt für eine psychologisch-psychotherapeutische
Beweislehre
aus allgemein integrativer psychologisch-psychotherapeutischer
und einheitswissenschaftlicher
Sicht
Einführung, Überblick,
Verteilerseite Beweis und beweisen
von Rudolf Sponsel, Erlangen
Querverweise.
Hinweis: Wenn nicht ersichtlich werden (Externe
Links) in runden und [interne IP-GIPT
Links] in eckige Klammern gesetzt, direkte Links im Text auf
derselben Seite sind direkt gekennzeichnet.
In dieser Übersichtsarbeit wird das Thema im Überblick gesamtheitlich
aus einheitswissenschaftlicher Perspektive dargestellt. Im Laufe der Zeit
folgen weitere Ausarbeitungen.
Einstieg
Beweis und beweisen in Rhetorik, Sophistik und Rabulistik
Siehe bitte auch: Absurdität,
Antinomie, Aporie, Konfusion, Paradoxie, Pseudo-Paradoxie, Sophisma, Widersprüch,
X-Strittiges/Sonstiges.
Rhetorik heißt die Kunst der Rede und Überzeugung
durch Rede. Unter Sophistik versteht man (heute) die Kunst
der Spitzfindigkeit, Haarspalterei und Verdrehung;
Rabulistik
heißt die Kunst, Recht zu behalten, in Argumentationen zu gewinnen,
egal mit welchen - hauptsächlich sprachlichen - Mitteln; Schopenhauer
(S. 9) nannte dies wohl nach Aristoteles: "Eristische Dialektik ist
die Kunst zu disputiren, und zwar so zu disputiren, daß man Recht
behält, also per fas et nefas [mit Recht wie mit Unrecht]."
Unser ganzes heutiges Leben ist mit Rhetorik, Sophistik
und Rabulistik von früh bis spät, fast ununterbrochen durchsetzt.
Politik, Werbung und die Medien bestehen vielfach aus Rhetorik, Sophistik
und Rabulistik: im Kommunikations- und Medienzeitalter scheint zu gelten:
der Schein ist alles, Substanz gilt nur dann, wenn sie wirkungsvoll
verpackt ist [Aussagenlogische
Analyse dieses Satzes hier].
Sophistische Probleme werden aber auch im Rahmen
von Denksport- und Knobelaufgaben und als Übung für kritisches
Denken angeboten. Dieser Aspekt wird unter [sportlich-spielerisch]
behandelt.
_
Kritischer Kommentar:
Unsere Zeit vor und um die Wende ins dritte Jahrtausend erscheint der altgriechischen
Periode der Sophistik sehr ähnlich. Zur neuen Sophistik gehören
der [Vulgärkonstruktivismus;
zum richtigen Konstruktivismus], die allgemeine
- und hoffentlich vorübergehende - medien-gesellschaftliche
Verwahrlosung und Verblödung und damit zusammenhängend die Propagierung
esoterisch- irrationaler Orientierungen und Praktiken.
Aber: Das Positive an der Sophistik ist, daß
sie unser kritisches Denkvermögen sehr herausfordert und damit
auch fördert, ähnlich wie die [Antinomien,
Paradoxien und Aporien]: man kann an Problemen ebenso wachsen und sich
entwickeln wie scheitern. |
_
Fehl-,
Trug- und Problemschluß [Definitionsproblem]
Ich gebrauche die Begriffe in folgender Bedeutung: Der
Fehlschluß
geschieht nicht mit Absicht und Wissen, ist daher ein echter
Fehler oder Irrtum. Der Trugschluß heißt ein
Fehlschluß, der mit Wissen und Absicht erfolgt, also trügen,
betrügen will. Mit Problemschluß sei ein noch
nicht ganz geklärter Fall bezeichnet, der in dieser oder jener
Deutung wahr oder richtig, Fehl- oder Trugschluß sein kann. Wie man
sieht,
gilt hier das [tertium
non datur] nicht - entweder ist ein Schluß ein
Fehlschluß oder ein Trugschluß, weil auch noch die Möglichkeit
Problemschluß vorgesehen wird.
| Eines der wichtigsten sophistischen 'Arbeitsmittel',
Werkzeuge oder besser Tricks ist der (stillschweigende) Bedeutungswandel,
der bei Begriffen, Interpretationen, Schlußfiguren oder Annahmen
gemacht wird. |
Analyse
und Grundlagen sophistischer Argumentation nach Aristoteles'
Nach den Sophistischen Widerlegungen (Organon VI). Fett-kursive
Hervorhebungen von mir.
"Drittes Kapitel
Zuerst müssen wir uns darüber klar werden, auf wie viele
Dinge diejenigen, die nur des Zankes und Streites wegen disputieren, ihr
Absehen richten. Es sind ihrer fünf an der Zahl: die Widerlegung,
das Falsche, das Paradoxe, der Solözismus
und
fünftens die Verleitung des Gegners zu leerem Geschwätz,
so daß er oft dasselbe sagen muß, oder sie suchen das alles
nicht wirklich, sondern nur scheinbar zu leisten.
Vor allem nämlich suchen sie den Schein zu
erwecken, als ob sie eine wirkliche Widerlegung lieferten, an zweiter Stelle
nachzuweisen, daß der Gegner etwas Falsches) sagt, an dritter ihn
auf paradoxe Behauptungen zu bringen, an vierter ihn zu Solözismen
zu verleiten, das heißt ihm durch Schlüsse, die sie ziehen,
eine barbarische Sprechweise aufzunötigen, endlich ihn
oft dasselbe sagen zu lassen.
Viertes Kapitel.
Was aber die Weisen angeht, diese Ziele zu erreichen, so gibt es ihrer
für die Widerlegung zwei Arten: sie beruhen entweder auf dem sprachlichen
Ausdruck (fallacia dictionis) oder liegen außerhalb desselben (fallacia
extra dictionem). Der Weisen, durch den sprachlichen Ausdruck den Schein
einer Widerlegung zu gewinnen, sind der Zahl nach sechs.
Diese sind: Homonymie, Amphibolie, Verbindung,
Trennung, Prosodie oder Aussprache, Form des
Ausdrucks. Die Richtigkeit dieser Aufzählung beweist die Induktion
und der Schluß: man kann keine weiteren Weisen anführen, und
anderseits sind der Namen und Begriffe, die wir hier aufzählen können,
ohne dasselbe zu bezeichnen, wirklich so viele."
Erläuterungen:
Homonymie: Gleiche Laut- oder
Zeichengestalt, aber unterschiedliche Bedeutungen, z.B. "Star" =: 1) Vogel,
2) Augenkrankheit, 3) bekannt oder berühmt in der Öffentlichkeit.
Im Grunde ist fast jedes Wort Träger ganz unterschiedlicher
Bedeutungen. Hierzu ebenfalls noch mal Aristoteles [Metaphysik].
Lieben als
mögen, lieben als Sex machen, lieben als
Partnerschaft.
Amphibolie: Zweideutigkeit; im Grunde
erweiterbar auf Polybolie =: Vieldeutigkeit.
Verbindung: von Homonymie und Amphibolie.
Beispiele nach Aristoteles: der Sitzende kann gehen, der Nichtschreibende
kann schreiben.
Trennung: Beispiele nach Aristoteles
(S. 6):
5 = 3 + 2, 3 ist ungrad, 2 = grad. "Das Größere ist gleich groß.
Es ist nämlich dem Kleinen gleich und hat noch ein Stück mehr."
Prosodie oder Aussprache:
Bedeutungswandel durch Aussprachevarianten, Akzent, Betonung, Rhythmus.
(mehr, Meer; Lehre, Leere; "Nun", "Nuuun?", je nach Betonung als Folgerung
oder als Aufforderung nach Warten zu sprechen bzw. zu handeln)
Form des Ausdrucks: Falsche Gleichsetzungen
für Unterschiedliches oder falsch unterschiedliche Bezeichnungen für
Gleiches, Vermischen der Kategorien (S.
7): "..., z.B. Männliches als Weibliches, oder Weibliches als
Männliches, oder ein Neutrum als eines von beiden, oder auch Qualitatives
als Quantitatives oder Quantitatives als Qualitatives, oder Wirkendes als
Leidendes, oder Zuständlichkeit als Wirken und so fort ..."
| Man sieht, die größte Fehlerquelle
für Trug- und Fehlschlüsse ist die Sprache. Wissenschaft kann
demnach nur stattfinden, wenn die zahlreichen Fehler- und Mißverständnisquellen,
die in der natürlichen Sprache liegen, kontrolliert werden. Ein wichtiger
Grundlagenzweig der Logik, Methodologie und Wissenschaftstheorie ist daher
die Sprachkritik. |
Beispiele
Beweis und beweisen in Rhetorik, Sophistik und Rabulistik.
Der Klassiker
Gorgias (um 483-375) [EL]:
1. Es gibt nichts. 2. Wenn es etwas gäbe, wäre es nicht bemerkbar.
3. Wenn es bemerkbar wäre, wäre es nicht mitteilbar. Man könnte
Gorgias fortsetzen: 4. Wenn es mitteilbar wäre, würde es nicht
verstanden. 5. Wenn man es verstünde, würde man es nicht richtig
verstehen. 6. Wenn man es richtig verstünde, würde man es nicht
richtig anwenden usw.
Der fliegende Pfeil ruht
 |
Eine [Aporie] des Zenon von Elea
nach Konforowitsch (dt. 1983, S.193 ):
"3.Der fliegende Pfeil ruht.
Wenn man sich Raum und Zeit durch unteilbare Teilchen gebildet vorstellt,
so ruht ein Pfeil, welcher fliegt. In jedem unteilbaren Augenblick (Zeitatom)
nimmt der Pfeil eine und dieselbe Lage ein, und seine Spitze befindet sich
in irgendeinem Raumatom, wo eine Bewegung nicht mehr möglich ist,
denn das Raumatom ist unteilbar. Dann besteht aber die ganze Flugbahn des
Pfeils aus solchen Zuständen der Ruhe. Da sich der Pfeil im Ruhezustand
nicht bewegt, ist der Weg, den er in diesem Augenblick zurücklegt,
gleich Null, und das heißt, der ganze Weg ist 0+0+0+.. =0. Der Pfeil
bewegt sich also nicht."
Bildquelle: Berühmte Köpfe. 3200 Männer
und Frauen im Bild. Bertelsmann 1959, S. 235 |
Die Lügner-Paradoxie: siehe
bitte auch hier: [IL]
Der Wahrheitssager
und der Lügner
Die Geschichte ist meist wie folgt verpackt: A trifft B an einer Kreuzung
und will den richtigen Weg wissen. Er weiß allerdings nicht, ob B
aus dem Dorf derer, die immer lügen, kommt oder aus dem Dorf derer,
die immer die Wahrheit sagen. Mit einer Frage ist herauszufinden,
ob B zu den Lügnern oder Wahrheitssagern gehört. Eine sehr schöne
und überraschende Lösung findet man in dem didaktisch hervorragenden
konstruktiven Logiklehrbuch von Rüdiger Inhetveen [IL],
ich nenne sie nach der Erzählung die Kaspar-Hauser-Laubfrosch-Lösung.
Inhetveen
zitiert aus Werner Herzogs Film Kaspar Hauser den fingierten Dialog,
ob einer immer lügt oder die Wahrheit sagt, die genial anmutende schlichte
Frage: "Bist Du ein Laubfrosch?". Das ist in der Tat eine korrektere und
kreativere Lösung als die übliche Doppelfrage der
Logiker: "Wenn Du aus dem anderen Dorf kämst, würdest Du dann
mit 'Nein' antworten?" Lit: Rüstow
(1910), Brendel
(1992).
Relativismus und Subjektivismus:
-
Erkenntnistheorie: Es gibt keine wahre Erkenntnis, alles ist relativ
(entspricht dem modernen [Vulgärkonstruktivismus])
-
Ethik: Der Mensch ist das (subjektive) Maß alles Dinge - und
lebe also so, wie es ihm gefalle (Protagoras).
-
Paradoxie: Das Übel ist gut. Denn: Übel muß sein.
Was sein muß, ist gut. Also ist das Übel gut. (nach Aristoteles
Sophistische Widerlegungen, S.
5; Grund: Homonymie =: Mehrdeutigkeit von "sein").
Rabulistik im Alltag:
-
Voraussetzungs-Rhetorik (Wenn Du [nicht] ... dann)
-
Wenn du mich liebst ...
Copyright 1993 United Future Syndicate,
Inc. 5208
-
Wenn Du Verstand hast ... ( ... gibst Du mir
recht ...)
-
Wenn Du kein Idiot bist ...(... nimmst Du meine Argumentation
an ...)
-
Wenn man ... annimmt (... muß man mir folgen ...)
-
Unterstellungs- oder Definitions-Rabulistik:
-
Du nimmst an ... ("Du" nimmt natürlich nicht an ...)
Rabulistik
und Sophistik in der altehrwürdigen Mathematik ?
Die Mathematik kann man so oder anders einrichten.
Je nachdem wie die Definitionen, Axiome und zulässigen Schlussregeln
gewählt werden, ergeben sich diese oder jene Folgerungen oder auch
nicht. Das führt nun nicht selten zu unverständlichen, paradoxen,
absurden oder sogar widerspruchsvollen Ergebnissen, z.B. jenen, die sich
aus den Definitionen im Umfeld der Mengenlehre (Cantorprobleme)
mit "dem" Unendlichen
ergeben, wonach es angeblich so viele rationale wie natürliche Zahlen
geben soll, jedenfalls nach Cantor, wenn man in das Unendliche, wie es
Hilbert
ausdrückte, "einfach hinüberzählen" darf. Hierbei ist aber
der Ausdruck zählen nicht korrekt, denn bijektiv
zuordnen ist nicht gleichbedeutend mit zählen. Dazu passt auch gut
die neue "Wohlordnung" seit Zermelo
(1904): Es gibt immer ein kleinstes Element, auch wenn es keines gibt.
Hier wird "kleinstes Element" um-bedeutet wie schon beim Versuch, den altehrwürdigen
Anzahlbegriff durch "Mächtigkeit" umzudeuten (Euklid8).
Seit dem - durch die Mengenlehre provozierten - Grundlagenstreit
[ausführlich]
kann man sich auf die Mathematik leider nicht mehr so sicher verlassen.
Es scheint ein neues deus-ex-machina-Axiom zu gelten: alles ist möglich,
wenn man es nur entsprechend einrichtet. Den MathematikerInnen scheint
nicht klar oder gleichgültig zu sein, was sie damit alles anrichten,
wenn sie z.B. den Zählbegriff - der kein Reservat der Mathematik ist
- derart widersinnig erweitert gestalten.
Hauptsatz
der elementaren Zahlentheorie: "Jede natürliche Zahl > 1 ist
- abgesehen von der Reihenfolge der Faktoren - eindeutig als Produkt von
Primzahlen
darstellbar." Dieser wundersam anmutende Satz gilt natürlich nur unter
der Annahme, daß die einzelnen Primzahlen - 2, 3, 5, 7, 11,
... - selbst schon 'Produkte' 'sind'. Während man gewöhnlich
- wie sonst übrigens auch in der Mathematik - unter einem "Produkt"
die Multiplikation wenigstens zweier Zahlen (Zahlenobjekte, z.B.
Vektoren oder Matrizen) versteht, gilt hier offenbar eine 'sophisticated'
Sonderdefinition. Wie könnte der Satz für den nicht-sophisticated-Teil
der Menschheit lauten lauten? Vorschlag: "Jede natürliche Zahl
> 1, die nicht Primzahl ist, kann - abgesehen von der Reihenfolge
der Faktoren - eindeutig als Produkt von Primzahlen dargestellt werden."
Oder: "Jede natürliche Zahl > 1, kann - abgesehen von
der Reihenfolge der Faktoren - eindeutig als Produkt von Primzahlen dargestellt
werden oder ist selbst eine Primzahl." (Die erste wäre dann 4 = 2*2,
die zweite 6 = 2*3, ...).
"Produkt.
Resultat einer meist als Multiplikation bezeichneten binären
Operation, die auf ein Elementepaar aus dem Definitionsbereich der Operation
angewendet wird. Im Produkt a * b heißen a Multiplikator,
b Multiplikant, beide oft auch Faktoren. Ist die Multiplikation
assoziativ, kann man das Produkt von drei Faktoren definieren als a * b
* c = a * (b * c) = (a * b) * c und das Produkt von n Faktoren analog
auf ein solches von (n - 1) Faktoren zurückführen. [Quelle:
Gellert et al. abc-Fachlexikon Mathematik, S.
439] Unterscheidet man die normale Definition eines Produkts
und die sophistische Variante des Hauptsatzes nicht, kann folgender Unfug
formuliert werden: Ein Produkt ist ein Produkt, das kein Produkt ist. Das
stimmt natürlich nur dann, wenn der Begriff "Produkt" hier Unterschiedliches
bedeutet, was man, mangels Kennung, hier nicht "sieht".
Mathematische Logik. Was baut
nun auf was, was ist bei was eigentlich vorausgesetzt? Ist die Prädikatenlogik
wirklich die Grundlage der Mengenlehre? Und wenn sie das ist, wie kann
und soll man dann verstehen, daß in Einführungen in die Prädikatenlogik
die Mengenlehre gebraucht wird (zirkuläre Anmutung)? Bei den meisten
Beweisen in der Mathematik ist oft unklar, was an den jeweiligen Stellen
vorausgesetzt werden darf, also zur Verfügung steht, und was nicht.
Sprache und
Entwicklung der Mathematik. Sie ist für Anwender und interessierte
Laien unüberblickbar und oft sehr unverständlich, was schon Goethe
beklagte, so in einem Brief am 17.5.1829 an Zelter "Die Mathematiker sind
eine Art Franzosen: redet man zu ihnen, so übersetzen sie es in ihre
Sprache, und dann ist es alsbald ganz etwas Anderes."
Ver-Mengungen ;-) Enthält
jede Menge "die" leere Menge? Ist dann keine Menge leer, weil ja jede Menge
"die" leere Menge enthält? Andererseits soll es aber doch die leere
Menge geben? Und wenn "die" leere Menge eine Menge ist, dann müßte
"die" leere Menge die leere Menge enthalten, weil die leere Menge Teilmenge
jeder Menge ist. Enthält dann jede Menge potentiell unendliche viele
leere Mengen?
Die "uneigentliche Menge", die eigentlich keine
Menge ist, so Fraenkel, 1946, Einleitung
in die Mengenlehre, S. 21:
"Ver-mengungen" aus Wikipedia
(snapshot am 17.12.5):
Halbgerade. In der nicht-euklidischen
Geometrie scheint der Geradenbegriff eine Erweiterung und Umdeutung zu
erfahren; intuitiv interpretiert so eine Art "Halbkrumme":
Aus: Hilbert, David (1962, 9.A.;
S. 162). Grundlagen der Geometrie. Stuttgart: Teubner.
___
_
Literatur
Beweis und beweisen in Rhetorik, Sophistik und Rabulistik
Siehe bitte auch: Absurdität,
Antinomie, Aporie, Konfusion, Paradoxie, Pseudo-Paradoxie, Sophisma, Widersprüch,
X-Strittiges/Sonstiges.
Weitere Literaturhinweise und Beispiele: [Kleine
Bibliothek skeptischen Denkens]. Zum Thema gehört auch der gesamte
Komplex der Werbung, Beeinflussung und Suggestion; Betrug, unlauterer Wettbewerb
usw. Natürlich sind auch die anderen Literaturverzeichnisse zu den
verschiedenen Bereichen zum Thema Beweis und beweisen wichtig (siehe bitte
jeweils dort).
-
Anton, Karl-Heinz
(1995). Mit List und Tücke argumentieren. Technik der boshaften Rhetorik.
Wiesbaden: Gabler.
-
Aristoteles Organon. 4 Tle. in 3 Bdn. Hamburg: Meiner (September 2001)
-
Aristoteles (dt. 1968,
1922, orig. ?). Sophistische Widerlegungen. hrsg. von Eugen Rolfes, Philosophische
Bibliothek, Bd.13: Hamburg: Meiner.
-
Brendel, Elke
(1992). Die Wahrheit über den Lügner. Eine philosophisch-logische
Analyse der Antinomie des Lügners. Berlin: de Gruyter.
-
Carroll, Lewis [Dodgson, Charles Lutwidge]. Alice im Wunderland. Alice
im Spiegelland. Leipzig: Reclam.
-
Falletta, Nicholas
(dt. 1990, engl. 1983). Paradoxon. Widersprüchliche Streitfragen,
Zweifelhafte Rätsel, Unmögliche Erläuterungen. Frankfurt:
Fischer Logo.
-
Gött, R. (1976).
Moderne Sophistik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
-
Gogos, Georgios
(2001). Aspekte einer Logik des Widerspruchs. Studien zur griechischen
Sophistik und ihrer Aktualität. Königsh./Neum., Würzb.
-
Konforowitsch
, Andrej Grigorjewitsch (1997). Logischen Katastrophen auf der Spur. Mathematische
Sophismen und Paradoxa. Leipzig: Fachbuchverlag.
-
Lay, Rubert
(1981). Manipulation durch Sprache. Reinbek: Rowohlt.
-
Lay, Rubert
(1981). Führen durch das Wort. Fremd- und Eigensteuerung. Motivation.
Kommunikation. Praktische Führungsdialektik: Regeln und Beispiele.
Reinbek: Rowohlt. [Anmerkung: z.T. Regeln für ein kommunikatives Selbstsicherheitstraining]
-
Mariß,
Ruth (2002). Alkidamas: Über diejenigen, die schriftliche Reden schreiben,
oder über die Sophisten. Münster: Aschendorff.
-
Meschkowski,
Herbert (1963, 1969, 1979). Paradoxie und Antinomie. Natur und Geist, Frankfurt
1963. Rektoratsrede "Der Monat" 169; 1969. Wissenschaft und Bildung,
Weinheim 1969. In: Mathematik und Realität, Mannheim 1979, 9-19.
-
Ruede-Wissmann, Wolf (1989 ff). Auf alle Fälle recht behalten. Dialektische
Rabulistik. München: Langen-Müller.
-
Ruede-Wissmann, Wolf
(1993). Satanische Verhandlungskunst und wie man sich dagegen wehren kann.
München: Langen-Müller.
-
Rüstow, Alexander
(1910). Der Lügner. Theorie, Geschichte und Auflösung. Dissertation
Philosoph. Fak. FAU Erlangen. Leipzig: Teubner.
-
Sainsbury, R. M.
(dt. 1993, engl. 1988). Paradoxien. Stuttgart: Reclam.
-
Schirren, Thomas
& Zinsmaier, Thomas (2003, Hrsg.). Die Sophisten. Ditzingen: Reclam
-
Schleichert, Hubert
(1998). Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren.
Anleitung zum subversiven Denken. München: C.H. Beck.
-
Schopenhauer,
Arthur (1864). Eristische Dialektik oder Die Kunst Recht zu behalten. Neu
1985: Zürich: Haffmans. Auch unter Gutenberg: http://www.gutenberg2000.de/schopenh/eristik/eristik.htm
-
Taureck, Bernard H. F. (1995). Die Sophisten zur Einführung. : Julius.
_
Links
Beweis und beweisen in Rhetorik, Sophistik und Rabulistik
-
DIE LEHRE DES ARISTOTELES VON DER 'WIDERLEGUNG DER SOPHISMEN' UND DIE STRUKTUR
DER ÖFFENTLICHKEIT IN DER POLIS. Von Christian Gizewski: http://www.tu-berlin.de/fb1/AGiW/Scriptorium/S1.htm.
-
Achilles und die Schildkröte nach Zenon von Elea:
-
Simmel über Sophistik und Rabulistik: http://socio.ch/sim/hdp3.htm.
-
Griechische Sophistik
-
Rhetorik im Internet:
-
Denkfallen und Paradoxa:
-
Absurdität,
Antinomie, Aporie, Konfusion, Paradoxie, Pseudo-Paradoxie, Sophisma, Widersprüch,
X-Strittiges/Sonstiges.
-
T.
Grams Seite.
-
Wikipedia: , Fehlschluss,
Paradoxon,
Sophismus,
_
Glossar, Anmerkungen,
Endnoten:
GIPT= General and Integrative
Psychotherapy,
internationale Bezeichnung für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.
___
einheitswissenschaftliche
Sicht. Ich vertrete die ursprüngliche einheitswissenschaftliche
Idee des Wiener
Kreises, auch wenn sein Projekt als vorläufig gescheitert angesehen
wird und ich mich selbst nicht als 'Jünger' betrachte. Ich meine dennoch
und diesbezüglich im Einklang mit dem Wiener
Kreis, daß es letztlich und im Grunde nur eine
Wissenschaftlichkeit gibt, gleichgültig, welcher spezifischen
Fachwissenschaft man angehört. Wissenschaftliches Arbeiten folgt einer
einheitlichen und für alle Wissenschaften typischen Struktur, angelehnt
an die allgemeine
formale Beweisstruktur.
| Wissenschaft
[IL] schafft Wissen
und dieses hat sie zu beweisen, damit es ein wissenschaftliches Wissen
ist, wozu ich aber auch den Alltag und alle Lebensvorgänge rechne.
Wissenschaft in diesem Sinne ist nichts Abgehobenes, Fernes, Unverständliches.
Wirkliches Wissen sollte einem Laien vermittelbar sein (PUK - "Putzfrauenkriterium").
Siehe
hierzu bitte das Hilbertsche
gemeinverständliche Rasiermesser 1900, zu dem auch gut die Einstein
zugeschriebene Sentenz passt: "Die meisten Grundideen der Wissenschaft
sind an sich einfach und lassen sich in der Regel in einer für jedermann
verständlichen Sprache wiedergegeben." |
___
Primzahlen. Primzahlen heißen
die Zahlen, die nur durch sich selbst oder durch 1 teilbar sind. Auch diese
Sachverhaltsbestimmung wurde in der Mathematik sophistisch verändert,
wenn man die 1 aus der Definition herausnimmt. Denn 1 ist eine natürliche
Zahl und nur durch sich und eben 1 teilbar. So etwas nennt man mit dem
gesunden Menschenverstand nicht konsistent: es gibt einen Bruch. Das altehrwürdige
Gebäude der Mathematik bekommt durch solche technischen Finessen sophistische
Risse, die auch die Didaktik sehr erschweren und dann in Wertungen dergestalt
einmünden: die drehen es sich, wie sie es gerade brauchen oder wie
es ihnen gefällt.
___
Änderungen - wird unregelmäßig
überarbeitet, kleine Änderungen werden nicht extra dokumentiert
24.06.07 Verschärfung der Kritik
der sophistischen Umdeutungsmanipulation in der Mathematik (Produkt, Anzahl-Mächtigkeit,
Kleinstes Element u.a.)
08.04.06 Hinweis auf Fraenkel
1946: Die uneigentliche Menge, die eigentlich keine ist: die "leere
Menge".
30.12.05 Lit. zum Lügner: Brendel,
Rüstow; neuer Querverweis Absurdität,
... .
14.12.05 und 17.12.5: Ergänzung:
Rabulistik
und Sophistik in der altehrwürdigen Mathematik ?
30.10.04 Klarstellung zur Kaspar Hauser-Lösung
des Wahrheitssagerproblems aus dem Logikbuch von R. Inhetveen.
Wird gelegentlich vervollständigt, ergänzt überarbeitet
- Anregungen und Kritik erwünscht
Querverweise
Standort: Beweis und beweisen in Rhetorik,
Sophistik und Rabulistik..
*
Widerspruch
(Antinomie), Aporie, Paradoxie, Pseudo-Paradoxie. und (neuere Version):
Absurdität,
Antinomie, Aporie, Konfusion, Paradoxie, Pseudo-Paradoxie, Sophisma, Widersprüch,
X-Strittiges/Sonstiges.
Wissenschaft in der IP-GIPT.
Überblick: Abstrakte
Grundbegriffe aus den Wissenschaften.
*
*
Dienstleistungs-Info.
*
Zitierung
Sponsel, Rudolf (DAS).
Beweis
und beweisen in Rhetorik, Sophistik und Rabulistik. Blicke über den
Zaun zum Auftakt für eine integrative psychologisch-psychotherapeutische
Beweislehre. Abteilung Abstrakte Grundbegriffe aus
den Wissenschaften: Analogien, Modelle und Metaphern für die
allgemeine und integrative Psychologie und Psychotherapie sowie Grundkategorien
zur Denk- und Entwicklungspsychologie.
Internet
Publikation
- General and Integrative
Psychotherapy
IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/wisms/gb/beweis/b_rsr.htm
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(längere) Zitate aus ... geht, sind die Rechte bei/m ...
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Ende
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