Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    IP-GIPT DAS=29.05.2002 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 31.12.7
     Impressum: Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
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    Willkommen in der Abteilung Allgemeine und Integrative Politische Psychologie, hier zum tabufreien Thema Israel, Juden, Holocaust und Aufarbeitung, Wiedergutmachtung, Entschädigung, Ausgleich, Antisemitismus, Antigermanismus, Auseinandersetzung, Abgrenzung und Integration:

    FAQ Israel, Juden, Holocaust, Antisemitismus und Deutschland - Benennung und Darstellung tabuisierender Dogmen, Fragen und Probleme im deutsch-jüdischen Verhältnis

    von Rudolf Sponsel, Erlangen

    "Weder verpflichtete das Völkerrecht Deutschland dazu, Israel und dem jüdischen Volk Entschädigung zu zahlen, noch übten die Mächte Druck auf die Bundesrepublik Deutschland aus, sie zu leisten. Es geschah aus eigenem freiem Willen heraus, ... Zum ersten Mal in der Geschichte eines Volkes, das Hunderte von Jahren in den Ländern Europas verfolgt, unterdrückt, ausgeplündert und beraubt wurde, ist ein Verfolger und Plünderer dazu veranlaßt worden, einen Teil seiner Beute zurückzugeben und hat sich sogar verpflichtet, kollektive Entschädigungszahlungen zu leisten". Nana Sagi (1981) Die Wiedergutmachung für Israel, S. 10-11

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    Inhaltsverzeichnis - Stichworte (anklickbar ist bearbeitet)
    Altes Testament=Hebräische Bibel * Amerika (USA) * Amnesty International * Ansehen deutscher Juden in Israel * Anti (X) * Antiamerikanismus * Antideutsch (Antigermanismus) * Anti-Nonsemitismus * Antisemitismus, Formen und Varianten * Antisemitische Keule *  Antisemitismus-Gleichung der Prosemiten * Araber und Juden> Semiten * Aufarbeitung * Auserwählt * Ausgleich > Wiedergutmachung* Beziehungsstörungen * DDR Wiedergutmachungs Nachforderungen  * Deutsch-Israelische Beziehungen * Disziplinierung (auch jüdischer KritikerInnen) * Einzigartigkeitsanspruch * Entschädigungsleistungen > Wiedergutmachung * Erbschuld und Sippenhaft * Existenzrecht Israels * Existenzrecht Palästinas * Freitod-Attentate * Frieden * Freundschaft - in der Politik * in konfligierenden Triaden * Gedenkstätten und Dikumenationszentren * Geld * Geheimdienst > Mossad * Geschichte des jüdischen Volkes * Gezielte Tötungen * Goldhagen * Hallsteindoktrin * Holocaust * Holocaust-Erinnerungskultur * Holocaust Industrie * Holocaust-Hochstapler *  Holocaust Konditionierung kultuvierter deutscher Intelligenz * Holocaust Leugnung * Holocaust Mißbrauch * Holocaust Tabus * Holocaust Umgang *  Identität(nationale Identität, Nationalismus) * Integration * Intifada 2000 * Israel * Israel-Kritik * Israel-Hisbollah-Libanon Krieg 2006 *  Jude, Juden, Judentum * Jude in Deutschland * Juden-Bonus *  Juden in Psychologie und Psychotherapie * Jüdische Vorurteile * Kalender * Kollektivschuld * Konzentrationslager * Kriegsverbrechen * Kriminalität * Kritik * Literatur * Luthers Antisemitismus * Menschenwert * Mitschuld * Möllemann * Mossad * Nahostkonflikt (Israel / Palästina) * Nahostkriege * Nationalsozialismus(Link Drittes Reich) * Nazikeule * Neonazis: empfohlener Umgang * Nietzsche Vorurteil * Palästina * Propaganda * Prosemitisch * Pro-(X) * Rasse und Rassismus * Religion * Schuld * Selbstmordattentate * Shoa > Holocaust * Siedlungen, Siedlungspolitik * Sippenhaft * Stereotype * Tabu(s) * Talmud * Überlegenheit und Unterlegenheit * Umgang mit der Geschichte * UN-Resolutionen * Vermögen * Verstehen * Völkermorde * Völkerrecht(zur Wiedergutmachung)* Vorurteile(häßlicher Deutscher, häßlicher Jude) * Walser * Weltjudentum * Wert * Wiedergutmachtung * Wolffsohn * Zentralrat der Juden * Zionismus * ZwangsarbeiterInnen



    Altes Testament = Hebräische Bibel
    Kriege im Alten Testament. Materialien zum Menschen- und Gottesbild und zur Ethik des Alten Testamentes.
    Skeptikerbibel:
    • Absurditäten /  Absurdity in the Bible (1035 erfasst am 12.9.6)
    • Grausamkeiten und Gewalt /  Cruelty and Violence in the Bible: (854 erfasst am 12.9.6)
    • Intoleranz / Intolerance in the Bible: (539 erfasst am 12.9.6).
    • Ungerechtigkeiten / Injustice in the Bible: (1094 erfasst am 12.9.6).

    • Widersprüche / Contradictions in the Bible (377 erfasst am 12.9.6) Short List (30).




    Amerika (USA)
    Bezugszeitraum 2002: Es hat an den Anschein als sei Israel mit seinen riesigen Militärausgaben relativ zu seinem Sozialprodukt wirtschaftlich nur lebensfähig durch massive finanzielle Unterstützung im alljährlichen Milliardenbereich durch die USA. Daraus lassen sich mehrere Schlüsse ziehen: 0) Der Geldhunger Israels ist - selbst im Vergleich den ebenfalls meist sehr geldhungrigen anderen Ländern dieser Erde - aufgrund der Haushaltssituation sehr groß. 1) In Amerika muß es sehr mächtige jüdische Interessengruppen geben, die eine solche finanzielle Unterstützung für Israel dauerhaft bewirken können. 2) Die Nahostpolitik Israels muß in hohem Maße von den USA gebilligt oder toleriert werden. 3) Die finanzielle Abhängigkeit Israels von der Finanz- und Militärhilfe durch die USA sollte den Vereinigten Staaten von Amerika ermöglichen, auf Israel sehr weitgehend einzuwirken, wenn sie es denn wollten. Und aus alledem folgt: daß es im Nahen Osten mit dem Friedensprozeß nicht angemessen vorwärts geht, ist wesentlich von den starken jüdischen Interessengruppen in den USA gewollt, toleriert oder in Kauf genommen.

    Querverweis: USA.
    Lit: Thorwald, J. (1978).



    Amnesty International
    ISRAEL UND BESETZTE GEBIETE
    Jahresbericht 2006 [Berichtszeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2005; Q]



    Ansehen deutscher Juden in Israel
    Die Tabufrage an Juden in Deutschland lautet (von allen Seiten)? Warum lebt ihr im Lande der Meuchelmörder des Holocaust? Seligmann schreibt hierzu Informatives: "... Den Zionisten wie den Funktionären der ausländischen Diasporagemeinden war der allmähliche Aufbau einer jüdischen Infrastruktur in Deutschland ein Dorn im Auge. So verkündete der »Jüdische Weltkongreß«, die internationale Dachorganisation der wichtigsten Verbände, zum Abschluß seiner Tagung in Frankfurt am Main am 9. Juli 1950: »Dcn Vertretern der jüdischen Organisation in Deutschland ist es in Zukunft nicht mehr gestattet, stimmberechtigte Delegationen auf Tagungcn des Jüdischen Weltkongresses zu entsenden.« Die jüdischen Organisationen in Deutschland hatten ihre Klientel auf den Wcg nach Israel zu bringen und sich dann selbst aufzulösen.
        Der letzte Auswanderer sollte das »jüdische Licht« in Deutschland endgültig löschen. Bemerkenswerterweise wagten es die jüdischen Funktionäre Deutschlands, sich diesem kategorischen moralischen und politischen Imperativ zu widersetzen. Sie reagierten prompt. Am 19. Juli 1950 wurde der »Zentralrat der Juden in Deutschland« gegründet.
        Die Bezeichnung »der Juden in Deutschland« sollte den Israeliten hier und im Ausland signalisieren, daß die Juden dieses Landes sich nicht als Deutsche verstanden und ihre Gemeinschaft daher ein Provisorium sei. Dessen ungeachtet verschaffte allein die Tatsache, daß die Juden Deutschlands erstmals seit Kriegsende wieder eine politische Dachorganisation besaßen, diesem Organ beträchtliches politisches und moralisches Gewicht.
        Die so sich abzeichnende Institutionalisierung des deutschen Nachkriegsjudentums rief bei den jüdischen Organisationen des Auslands, vor allem bei Zionisten, Empörung hervor. Man wollte Deutschland »judenrein« halten und dabei gleichzeitig die israelische Einwanderungsstatistik mit immigrierten Juden aus diesem Land aufbessern. Diese Haltung beschränkte sich keineswegs auf jüdische und zionistische Funktionäre, sie war jüdisches Allgemeingut außerhalb Nachkriegsdeutschlands, besonders in Israel.
        So schrieb beispielsweise der in Deutschland geborene, linksliberale Verleger und Journalist Gershon Schockem damals (1950) in seiner Zeitung »Ha'aretz«: »Israels Regierung und die jüdische Welt-[<70] organisation sind aufgefordcrt, Maßnahmen zu treffen, um die restlichen Judcn aus Deutschland herauszuschaffen, so daß es dort bald keinen Juden mehr geben wird.«
        Dic »Maßnahmen«  wurden »getroffen«: Nur einen Monat nach Gründung des »Zentralrats« stellte die von der »Zionistischen Weltorganisation« kontrollierte Einwanderungsbehörde Israels den in Deutschland lebenden Juden ein Ultimatum von sechs Wochen (!), das Land zu verlassen. Juden, die sich nach dieser Frist in Deutschland aufhielten, sollten »nicht mehr als Juden« angesehen werden und damit alle Rechte, die Juden bei der Einwanderung nach Israel zustehen, verlieren. ... ...
       [74] »Trotzdem lebst Du schamloser Mensch, du Abschaum (wir erinnern uns, so lautet Expremier Rabins Etikett für Israel- Absteiger), mit diesen Mördern und besitzt auch noch Aktien von diesen Mörderfirmen! Ist Dir nichts mehr heilig? Nicht einmal das Andenken deiner gemeuchelten Eltern!«"



    Anti (X)         siehe auch: Antideutsch * Antisemitismus * Kritik * Pro (X) * Prosemitisch * Vorurteil
    Die Kurzformel für Anti-X-mus ist: Anti-X ist, wer X ablehnt, weil sie X sind. Antimerikanisch ist, wer Amerikaner ablehnt, weil sie Amerikaner sind. Antiterroristisch ist, wer TerroristInnen ablehnt, weil sie TerroristInnen sind. Anti-Taliban ist, wer die Taliban ablehnt, weil sie Taliban sind. Antipalästinensisch ist, wer PalästinenserInnen ablehnt, weil sie PalästinenserInnen sind. Antisemit ist, wer Juden ablehnt, weil sie Juden sind. Das Wesen einer Antihaltung ist die pars-pro-toto Einstellung, daß ein einziges Merkmal genügt, um eine Ablehnung zu begründen. Eine Antihaltung geht immer mit Entdifferenzierung (Unterschiede vernachlässigen), Generalisierung (Verallgemeinerung, Abstraktion) und zugeschriebener negativer Merkmalskonstanz einher. Die zugeschriebene Merkmalskonstanz (meist biologisch- genetische Fundierung) ist besonders fatal, weil sie aus ihrer Konstruktion heraus dem anderen keine Möglichkeit zur Entwicklung oder Veränderung gewährt, ihn festscheibt und labelt ("X sind eben so")
        Partiell Anti-X: Partiell Anti-X ist, wer X allgemein und undifferenziert negativ bewertete oder entwertende Merkmale konstant zuschreibt, z.B. X seien geldgierig, X seien vorteilsorientiert, X wähnten sich als etwas Besseres, wollten andere nur ausbeuten und unterdrücken.

    Querverweise:   Antiamerikanismus * Definieren und Definition * Definitionen, Nominal- und Realdefinitionen * Abstrahieren



    Antideutsch (Antigermanismus)     siehe auch Anti-(X) * Vorurteil
    Antideutsch ist, wer Deutsche ablehnt, weil sie Deutsche sind. Dürfen Juden antideutsch sein? Hassen und verachten Juden Deutsche? Dürfen sie das? Müssen Deutsche das ertragen, tolerieren oder gar akzeptieren? Wie?
        Nun, das latent tabuisierende Dogma lautet: Juden dürfen eingedenk des Holocaust antideutsch sein. Eine fatale Doppelknebelung entsteht, wenn das tabuisierende Dogma zugleich im Verbund gilt mit: Jegliche Kritik an Israel oder Juden ist antisemitisch (in milder Form: verdächtig). Dies wird von Deutschen vielfach nicht nur als ungerecht, als zweierlei Maß, sondern von einigen auch als geradezu perfide Doppel-Knebelung empfunden.
    01 Beispiel für einen ebenso dümmlichen wie falsch- verdrehenden Antigermanismus durch den Autor Günter Kunert (Quelle): "Wenn man schreibt und verrissen wird, hat man eben Pech gehabt, aber ein Charakterzug der Deutschen besteht darin, sich unentwegt als Opfer zu fühlen." Hier wird generalisiert, entdifferenziert und eine negative Merkmalskonstanz (Charakterzug der Deutschen) zugeschrieben; damit sind alle Merkmale für eine Anti- Haltung gegeben.
    02 Beispiel Über Deutschland [dt. 1814, fr. 1810] von Germaine de Staël. Das Buch enthält auch einige Antigermanismen. Völlig unkritisch wiedergekäut werden einige Beispiele bei Reich- Ranicki (Lauter Verrisse, 1989, S. 13/14): "Die Liebe zur Freiheit ist bei den Deutschen nicht entwickelt." "Die Deutschen möchten, daß ihnen in Bezug auf ihr Verhalten jeder einzelne Punkt vorgeschrieben werde." "Und je weniger man ihnen Gelegenheit gibt, selbständig einen Entschluß zu fassen, umso zufriedener sind sie." "Sie sind in der Ausführung jedes erhaltenen Befehls so gewissenhaft, als ob jeder Befehl eine Pflicht wäre." "Leider muß man bekennen, daß die Deutschen der Jetztzeit das, was man Charakter nennt, nicht besitzen". Reich-Ranicki kommentiert zunächst mit einer pseudokritischen rhetorisch primitiven Einschränkung: "Nationale Verallgemeinerungen haben schon zuviel Unheil angerichtet, als daß wir sie ohne Skepsis hinnehmen könnten. Dennoch fällt es schwer, Madame de Staël zu widersprechen." Hier montiert Reich-Ranicki Negativbeispiele, unterdrückt die Positivwertungen und verschweigt, daß Napoleon die erste Auflage wegen Deutschfreundlichkeit verbot. Am erstaunlichsten ist aber die ebenso unverblümte wie kritiklose Merkmalskonstanz generalisierter und entdifferenzierter negativer (angeblich) deutscher Charaktermerkmale von 1810 bis in die jüngste Gegenwart - in den Augen Reich- Ranickis, wofür ihm die doitschen feuilletonistischen Schmalspur- Kulturtrottel auch noch kräftig applaudieren (Und die Moral von der Geschicht: Chuzpe nutzt und schadet nicht).
        03 Beispiel: Goldhagens Diffamierung aller Deutschen.



    Antigoyismus / Antigojismus
    Goy (Goj) heißen bei den Juden die Nichtjuden. Im Talmud läßt sich eine extreme Entwertung der Nichtjuden feststellen, sozusagen die jüdische Entsprechung zum Antisemitismus.



    Anti-Nonsemitismus   siehe auch:  Zitate Sammlung aus dem Talmud * Anti-(X) * Vorurteil
    Anti-Nonsemitismus bezeichnet die Antihaltung von Juden gegenüber Nichtjuden. Es gibt ja nicht nur einen Anti- Semitismus als Ausdruck der Ablehnung von Nichtjuden gegenüber den Juden, sondern auch die komplementäre Gegenhaltung: Ablehnung von Juden gegenüber den Nichtjuden.
        Unter anderem gehört als eine Spezifikation das Holocaust- Dogma vom angeblichen ewigen Judenhaß der Nichtjuden [nach Finkelstein (2002, S. 61)] dazu. Dieses Dogma erfüllt alle drei Kriterien einer Anti- Haltung: Generalisierung (alle Nichtjuden), Entdifferenzierung (Reduktion auf hassen) und die zugeschriebene negative Merkmalskonstanz (ewiger Haß) sogar bis in die Ewigkeit.
        Dieses Dogma kann in einzelnen Fällen durchaus den Charakter eines Wahnsystems annehmen, von der sog. Holocaust- Industrie dürfte es allerdings mehr geschäftlich genutzt werden, um sich selbst in eine vorteilhafte Position zu bringen.
        Empfohlener Umgang mit diesem Dogma: ablehnen, für nicht diskutabel erklären. Begründung: Diskussionen um solche irrationalen Allaussagen haben keinen Sinn.



    Antisemitismus siehe auch: Anti-(X) * Kritik * Vorurteil * Semitisch * Prosemitisch
    Was ist ein Antisemit? Ist Antisemit, wer Juden als Juden kritisiert? Darf man Gruppen, Völker, Nationen, Rassen kritisieren? Als Kurzform für Antisemit kann gelten: Antisemit ist, wer Juden ablehnt, weil sie Juden sind, und rassisch oder national entwertet.
        Partieller Antisemitismus: Als partiellen Antisemitismus kann man definieren: Partieller Antisemit ist, wer Juden allgemein und undifferenziert negativ bewertete oder entwertende Merkmale zuschreibt, z.B. Juden seien geldgierig, Juden seien vorteilsorientiert, Juden wähnten sich als etwas Besseres.
         Hinweise: Gute Artikel zu Begriff und zur Geschichte des Antisemitismus findet man im Jüdischen Lexikon und in der Enzyklopädie des Holocaust. * Geschichte der Pogrome und Untaten des Antisemitismus  *  Zur Geschichte (shoa.de) * Bedeutet Israel- und US-Israel Lobby-Kritik Antisemitismus?. Ein übler Antisemit war auch Luther. Hilberg (Bd. 1, S. 17-19) zeigt den Antisemitismus im Kanonischen Recht auf. Aber: Talmud.
    • Zur Geschichte des Antisemitismus 1848-1932 in Deutschland: Buchbesprechung: Hannelore Noack (2001). Unbelehrbar? Antijüdische Agitation mit entstellten Talmudzitaten. Antisemitische Aufwiegelung durch Verteufelung der Juden. (Dissertation 1999). Paderborn: University Press.


    Formen und Varianten des Antisemitismus
    Eine der besten Quellen zum Judentum für Juden und Nicht-Juden ist das oben erwähnte Jüdische Lexikon. Dort werden die verschiedenen Antisemitismen nach Ursachen und Arten (S. 335f) sehr differenziert ausgeführt (systematische Numerierung von mir):
    1. Psychologisch begründbarer Antisemitismus mit
        1.1  Überlegenheitsgefühl der Mehrheit gegenüber der Minderheit.
        1.2  aus 1.1. abgeleitet Gefühle der Stärke und Verachtungen gegen so erlebten Schwächeren.
        1.3  Ablehnung zu stark erlebten Unterwerfungs- und Anpassungsbaren ("Assimilationsjuden") oder
        1.4  Ablehung des zu wenig erlebten Unterwerfungs- und Anpassungsgebaren (Beharren auf Eigenständigkeit der Juden).
        1.5  Neid auf Leistung und Stellung der Juden
        1.6  Mißtrauen und Ablehnung des Fremden und Unverstandenen (Sitte, Brauch)
        1.7  Unzulässige Verallgemeinerung (Fehlverhalten einzelner Juden wird allen Juden zugeschrieben)
    2. Historisch begründbare  antisemitische Hauptformen
        2.1  Religiöser Antisemitismus
        2.2  Wirtschaftlicher Antisemitismus
        2.3  Rassischer Antisemitismus (das Jüdische überhaupt wird als Übel gesehen)

    Bekannte antisemitische Quellen [Auswahl, Info, beachte]

    • Geschichte der Judenfeindlichkeit > W.
    • Die antisemitischen Schriften von Luther.
    • Die Protokolle der Weisen von Zion. [Fälschung: > W]
    • Henry Fords "Der internationale Jude". [Schmähschrift > W, ]
    • Nationalsozialistische Ideologie. [> 3. Reich; Hitlers Völkermordbekenntnis schon 1922]
    • Neo-nationalsozialistische Ideologie [von der dt. Ordnungsinstituten weitgehend toleriert].
    • Islamistischer Vernichtungshass
      • [Irans nicht beanstandete Agitation auf der Frankf. Buchmesse 2005]



    Antisemitische Keule         siehe auch: Kritik * Vorurteil
    Das ist die plumpste und progandistische Form der Abwehr von Kritik an Juden, Israel, Weltjudentum oder ähnlichem. Von antisemitischer Keule kann gesprochen werden, wenn jegliche Kritik als antisemitisch bezeichnet oder gewertet wird.



    Antisemitismus-Gleichung der Prosemiten
    Die Gleichung ist ebenso einfach wie plump-falsch: Wer nicht für Juden oder Israel ist, ist gegen sie, also Antisemit

        Anmerkung: Diese ebenso einfache wie plump-falsche Formel wurde auch von Präsident Bush in seiner Kriegspropaganda verwendet: Wer nicht für die USA, ist gegen sie, also Antiamerikaner. Der etilE-Student Bush hat offensichtlich im Logikkurs gefehlt oder geschlafen. Hat der Alkohol oder/ und sein auserwählter Missionsierungswahn sein Gehirn vernebelt? Vielleicht ist aber auch "nur" ein ganz gewöhnlicher machiavellistischer Hollyvoodoo-Propagandist.



    Aufarbeitung
    Eine wirkliche und nachhaltige Aufarbeitung des Nationalsozialismus, der im Prinzip immer und überall möglich ist, hat in Deutschland nie stattgefunden. Die gesamte Nachkriegsführungsschicht in ganz Deutschland war von mehr oder minder überzeugten Nationalsozialisten bzw. Mitläufern und Opportunisten durchsetzt, was ja auch verständlich war: man konnte ja nicht ein halbes Volk einfach so auswechseln. Als ebenso eindrucksvolles wie ekelhaftes Beispiel mag der Hinweis auf den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Filbinger (CDU), Jurist und Christ, genügen, der sogar noch nach Kriegsende Todesurteile unterschrieb. Justiz, Wirtschaft, Politik und Medien waren also von "Exnazis" und  Naziopportunisten nur so durchsetzt (Friedrich 1984; Klee 1998; Senfft 1988: Lit). Viele lernten allerdings sehr schnell, wie man nunmehr zu tönen hatte, welches Spiel nun gefragt war. Die sog. Entnazifizierung war lächerlich und ein typisch amerikanisches Hollywoodprodukt. Auch die juristische Aufarbeitung war ein einzigartiges Trauerspiel, was aber nicht verwundert, bedenkt man, daß fast der gesamte Justizapparat aus dem Dritten Reich in die Bundesrepublik übernommen wurde. Und wer sich hier nicht halten konnte, dem verhalf man in das traditionell faschistenfreundliche Südamerika. Der eiserne Vorhang, Stalin und der Kommunismus führten vorzeitig dazu, daß die Bundesrepublik als Prellbock, Front- und Brückenkopfland gebraucht wurde und wohl auch deshalb wurde opportunistisch über vieles hinweggesehen und keine konsequente Verbrechensverfolgung betrieben.

    PWK5-05: Zum Umgang mit Faschisten und Neo-Nazis.
    PWK3-46: Das Mahnmal, die Degussa und die Aufarbeitung ihrer nationalsozialistischen Altlasten
    PWK3-46: Nazikriegsgewinnlererbe Flick in Berlin von Welk-Rost Rot-Grün in den Hintern gekrochen
    Die Wölfe - Inszenierung im Theater "Garage".



    Auserwählt
    In der Bibel * Im Talmud * Antigoyismus *
    "ISRAEL ist und bleibt Gottes Volk und ist mit keinem anderen Volk dieser Erde vergleichbar (Numeri/ 4.Mose 23,9; Deuteronomium/ 5.Mose 33,29; 2.Samuel 7,23-24; Römer 11, 1-2)." [Q]



    Beziehungsstörungen
    Aus psychologischer Sicht wird die allgemeine Lebenserfahrung gestützt, daß an einem Beziehungskonflikt im Regelfall zwei Seiten an der Entstehung, Aufrechterhaltung oder gar an der Verschlimmerung und Zuspitzung (Eskalation) beteiligt sind. Das ist insofern ein heißes Eisen, weil das tabuisierende Dogma jüdischer Opferhaltung bedeutet: Juden können nichts für den Antisemitismus, dies sei ausschließlich die Verantwortung der anderen; sie würden schließlich seit Jahrtausenden verfolgt. Das ist sicher als Fundamental- Dogma falsch, während richtig ist, daß sie für den Holocaust nichts können, der geht ausschließlich auf das deutsche Völkermordkonto. Es kann das grundlegende Beziehungsstörungs- Anteil- Modell (BSAM)  wie folgt illustriert werden:
     
    Das Modell zeigt: ist die linke Partei mit 25% beteiligt, ergänzt die rechte mit 75% Beteiligung auf 100: 
    A(a) + A(b) = 100. Die Wahl der Normalverteilung soll illustrieren, daß im großen Durchschnitt beide Parteien annäherend gleichwertige Anteile an der Beziehungsstörung haben. In der Familien-Rechts- Psychologie verwende ich bei Scheidungen folgendes Modell: A(M)+A(F)+A(U)+A(X)= 100 mit A(M) = A(F) = A(U) ) A(X) = 25, wobei A =: Anteil, M =: Mann, F =: Frau, U =: (situative) Umstände, X =:  Schicksalskomponente. 

    Querverweise: Zwischenmenschliche Beziehungs Taxonomie
    Querverweise: Liebe im familienrechtspsychologischen Kontext
    Querverweise: Allgemeine und integrative Kommunikationsregeln für Nahestehende
    Querverweise: Pathologische Bindungsbeziehungen



    DDR Wiedergutmachungs Nachforderungen    siehe auch: Völkerrecht (Wiedergutmachung)
    Die Ex-DDR hat sich an Wiedergutmachungsleistungen wegen des Völkermordes an den Juden nicht beteiligt, so daß Deutschland damit rechnen muß, daß die Holocaust- Industrie mit entsprechenden neuen Nachforderungen aufgrund der Wiedervereinigung an Deutschland herantritt. Die Größenordnung, um die es gehen könnte, könnten meiner Einschätzung nach ungefähr bei 10 Milliarden Euro liegen, so daß man Verhandlungen mit 30 Milliarden Wiedergutmachungs- Forderungen eröffnen könnte (siehe Beispiel Schweiz). In wieweit schon Vorsondierungen und Geheimabsprachen erfolgt sind, ist derzeit schwer beurteilbar.



    Deutsch-Israelische Beziehungen        siehe auch: Israel
    Tabuisierte Fragen und Probleme: Dürfen Deutsche für Wiedergutmachungsleistungen Anerkennung und ein Dankeschön erwarten? Dürfen Deutsche die israelische Politik kritisieren? Dürfen Deutsche auf israelische Kriegsverbrechen hinweisen und Kritik üben? Dürfen Deutsche auf UN-Resolutionen hinweisen, die von Israel ignoriert werden?
        Die Bundesrepublik und Israel vereinbarten am 12.5.1965 die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Am 19. August 1965 überreichte der erste deutsche Botschafter in Israel, Rolf Pauls, sein Beglaubigungsschreiben, begleitet von antideutschen jüdischen Demonstranten. Die Chronik (1965, S. 138) berichtet:
     
      "Im Jahr 1949 leitete Konrad Adenauer die offiziellen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu Israel mit einem »Sühnegeschenk« für die jüdischen Opfer des Nazi-Regimes und des Zweiten Weltkriegs in Höhe von 10 Mio. DM ein. Zwei Jahre später forderte Israel von der Bundesrepublik die Anerkennung jüdischer Wiedergutmachungsforderungen. Insgesamt wurde von Israel ein Anspruch von 1,5 Mrd. US-Dollar (6 Mrd. DM) geltend gemacht. 1952 und 1953 vereinbarten Israel und die Bundesrepublik im Luxemburger Abkommen eine Wiedergutmachung in Höhe von 3,45 Mrd. DM. Diese sollte bis 1965 überwiegend in Waren und Dienstleistungen erbracht werden. Für die Entschädigung von jüdischen Verfolgten des Nazi-Regimes wurden insgesamt 18 Mrd. DM gezahlt.
          1957 lehnte der damalige Außenminister Heinrich von Brentano die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik ab, da eine enge politische Verbindung die Spannungen im Nahen Osten verschärfen würde. Diese Auffassung bestätigten die jeweiligen Bundesregierungen 1959 und 1964.
          In Israel führten Waffenlieferungen aus der Bundesrepublik Ende der 50er Jahre zu zwei Regierungskrisen. Am 14. März 1960 vereinbarten Bundeskanzler Konrad Adenauer und der damals amtierende israelische Ministerpräsident David Ben Gurion in einem geheimen Abkommen neue Waffenlieferungen. Insgesamt erhielt Israel 150 Panzer und 50 Flugzeuge. Darüber hinaus finanzierte die Bundesrepublik zwei U-Boote und sechs Schnellboote.
          1963/64 kam es zwischen beiden Staaten zu mehreren Auseinandersetzungen über die Mitarbeit bundesdeutscher Raketenspezialisten in der ägyptischen Rüstungsindustrie."




    Deutsch- Deutsch-jüdische Beziehungen, Beziehungen zu jüdischen MitbürgerInnen
    Gibt es Tabus in der kommunikativen Beziehung zwischen Juden, Israelis und Deutschen?



    Disziplinierung
    Nicht nur jede politische Strömung und jedes Land hat seine Propagandisten, wozu man auch die Geheimdienste zählen kann, sondern im Grunde alle Interessengruppieren und Verbände ("Lobby"). Selbst die so gern als emanzipatorisch hingestellte Psychoanalyse Sigmund Freuds hatte ein "Geheimes Komitee".  Und so sind alle Interessengruppierungen bestrebt, die "reine" und "offizielle" Lehre zu schützen und AbweichlerInnen zu disziplinieren. Die Disziplinierung der Deutschen Intelligenz funktionierte weitgehend über die Holocaust-Konditionierung und Antisemitismus-Keule. Diese Mittel funktionieren aber bei den meisten jüdischen KriterInnen nicht, die ja meistens - wenn auch nicht immer - keine Antisemiten sind.

    Disziplinierungsbeispiele von jüdischen KirtikerInnen:
    Rolf Verleger, Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Lübeck, wird abberufen:

      Hierzu die Süddeutsche:  "'Zehn Libanesen für einen toten Israeli'. Erstmals übt ein Landesvorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland Kritik an den Angriffen Israels auf den Libanon. Dafür erntet er heftigen Widerstand. 'Israel läuft in eine Sackgasse und das Judentum wird dahin mitgezogen', sagt Rolf Verleger, Vorsitzender des Jüdischen Gemeinschaft in Schleswig-Holstein, sueddeutsche.de. Der Lübecker Professor für Neurophysiologie ist bislang das einzige Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden, das öffentlich die solidarische Haltung des Verbandes mit dem militärischen Vorgehen Israels in Nahost kritisiert. Die Meinung des Landesvorsitzenden sei ein "Nachplappern von anti-israelischen und antisemitischen Klischees und Stereotypen", sagt der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer. In der jüdischen Gemeinschaft gelte zwar Meinungsfreiheit, was aber voraussetze, "dass man diese auch intelligent nutzt", so Kramer gegenüber sueddeutsche.de. Verleger ließe aber sachliche Argumente vermissen."
      Weitere Links: ,domradio, haGalil, Linkszeitung, Neues Deutschland, Nürnberger Nachrichten, taz,




    Entschädigungsleistungen > Wiedergutmachung



    Einzigartigkeitsanspruch der Opfer des Holocaust
    > Chaumont (2001). Hierzu [Google; ablehnend-kritisch: 1,2,3; drei Rez. bei Perlentaucher; Gedenkdienst; Fritz Bauer Institut;  DeutschlandRadio Berlin; ]
     
    Aus der Besprechung Das Politische Buch  Freitag  17:45, 25.1.2002  von Arno Orzessek im DeutschlandRadio Berlin:

    "Der belgische Autor untersucht die "Dilemmata der Anerkennung", die seit Auschwitz unter den jüdischen Opfern selbst, zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Opfern und natürlich zwischen den Juden und dem Rest der Welt herrschen. Dass bei dem Kampf um die Krone des höchsten Leidens viel Schmutzwäsche gewaschen wird, daran findet Chaumont "allem Anschein zum Trotz nichts Peinliches" - denn er führt die heutigen Zwistigkeiten auf die Urkatastrophe zurück, die mit der Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942 und dem Beschluss der sogenannten "Endlösung" begann. 

    Chaumonts Parole "Die Überlebenden sind keine heiligen Kühe", die er von einem ungenannten Freund übernimmt, ist vielleicht die einzige populistische Simplifizierung des Buches. Alles weitere ist komplex, leidenschaftlich und philosophisch tief gegründet - also weit entfernt von den publizistischen Scharmützeln eines Alain Finkelstein."
     



    Erbschuld und Sippenhaft
    Sippenhaft oder eine Erbschuld gibt es im Strafrecht nicht. Ich kann nicht für etwas bestraft werden, was mein Vater oder meine Schwester getan hat. Schuld am Holocaust haben diejenigen, die tatsächlich an ihm aktiv oder auch passiv (geschehen lassen, dulden als unterlassene Hilfeleistung, die nach dem Gewissen, orientiert an den Menschenrechten, geboten gewesen wäre) beteiligt waren.

    Querverweis: Mitschuld * Kollektivschuld * Schuld



    Existenzrecht Israels
    Ein wichtiger Punkt in der Auseinandersetzung um den Nahostkonflikt, der gelegentlich insofern etwas fremd anmutet, weil es aus eigentlich keinerlei Zweifel an diesem Existenzrecht geben kann. [W]



    Existenzrecht Palästinas
    So wie es keinen Zweifel am Existenzrecht Israels geben kann, so wenig kann es einen Zweifel am Existenzrecht Palästinas als eigener Staat geben. Das ist unverträglich mit der israelischen Siedlungspolitik in palästinensischen Gebieten. In Palästina hat keine einzige israelische Siedlung etwas verloren.



    Freitodattentate
    Terminologische Vorbemerkung: Selbstmord nennen wir die Selbsttötung, die aus Verzweiflung oder Krankheit erfolgt im Gegensatz zum Freitod, der freiwillig und ohne unmittelbare Not erfolgt. Die Grenzen können hierbei fließend sein. Die terminologische Unterscheidung ist ein wichtiger Beiträg zur Ent-Psychiatrierisierung der Selbsttötung und läßt dem Täter sowohl die volle Verantwortung als auch seine Würde.
        Freitetod-Attentate sind, sofern sie sich gegen ZivilistInnen richten, moralisch und kriegsrechtlich verwerflich. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für Freitod-Attentate, die sich gegen ZivilistInnen richten oder zivile Opfer in Kauf nehmen. Freitod-Attentate gegen ZivilistInnen sind daher als Kriegsverbrechen anzusehen.
        Freitod-Attentate sind unter Kriegsbedingungen, die im nahen Osten tatsächlich immer wieder herrschen, nur unter bestimmten Bedingungen gegenüber militärischen Zielen rechtfertigbar. Betrachtet man sich das militärische Kräfte- und faktische Machtverhältnis zwischen Israelis und Palästinensern, entspricht es in etwa dem von Goliath und David. Wenn Menschen zum Mittel von massenhaften Freitod-Attentaten greifen, müssen Verzweiflung, Demütigung, Ohnmacht, Haß und Wut sehr weit gediehen sein und sehr tief sitzen. Unter solchen Bedingungen ist  der Einsatz gegen militärische Ziele verstehbar, wenn auch kriegsrechtlich möglicherweise noch problematisch.
        Anmerkung: Kriegsverbrechen in diesem schmutzigen Konflikt und Krieg sind aber sicher nicht nur auf die Palästinenser beschränkt.



    Freundschaft  Pro-(X) * Freundschaft in der Politik * in konfligierenden Triaden
    Freundschaft mit jemandem pflegen bedeutet ein Pro-Haltung: man sieht und fühlt gegenüber der FreundIn  überwiegend positiv (eine + Beziehung im Grundmodell der Beziehungen; Freundschaft ist meist, aber nicht zwingend symmetrisch: Grundbeziehugen in einer Dyade). Mit FreundInnen geht man im allgemeinen akzeptierender, toleranter und In-Kaufnehmender um; man sieht leichter über ihre Fehler, Mängel und Schwächen hinweg oder beurteilt sie milder oder stellt sich vollständig auf ihre Seite. Man ergreift Partei für FreundInnen und hilft zu ihnen, wenn sie in Not sind. Freundschaft führt so gesehen zu positiven Vorurteilen, die, weil sie positiv sind, gewöhnlich natürlich nicht mehr so genannt werden.
        Eine spannende Frage ist: Kann c mit den verfeindeten a und b zugleich befreundet sein? Unter welchen Bedingungen geht das? Geht das überhaupt auf längere Sicht?



    Freundschaft in der Politik und in der politischen Sprache
    Politische Äußerungen beschreiben wie juristische nicht die Wirklichkeit, sondern wie die Wirklichkeit bewertet wird. Es regnet, ist ein Urteil (Aussage), das wahr oder falsch sein kann. Es ist gut, daß es regnet, ist ein Werturteil, das von einem Bauern sein könnte, der auf Regen wartet. Wer gerade umziehen oder einen Ausflug machen wollte, wird werturteilend eher sagen: Es ist schlecht, daß es gerade jetzt regnet. Freundschaft in der politischen Sprache beschreibt oft keine Wirklichkeit, sondern drückt eine Wertung aus, hinter der ein Wunsch [Wunsch und Wille hier] steckt, etwa wenn Bundeskanzler Schröder anläßlich des Wyatt Earp Bush Besuches [PWK2-21] in Deutschland erklärt, daß Deutschland und die USA gute Freunde seien. Dies stimmt auf der Ebene der politischen Macht und der politischen Sprache. Dies ist falsch, wenn man die Umfragen in der Bevölkerung zur Bewertung der amerikanischen Regierung und ihrer Politik betrachtet [Bezugszeitraum 21. Woche 2002].



    Freundschaft in konfligierenden Triaden am Beispiel Deutschland, Israel und Araber
    Israelis und Araber sind nicht nur zerstritten, sie sind - teilweise kriegerisch - verfeindet [Bezugszeitraum 2001/ 2002], das ist die höchste Form einer negativen Beziehung. Es stellt sich daher die Frage: Wenn sich Deutschland als Freund Israels versteht, wie kann Deutschland dann noch Freund mit den Arabern sein?

    Die Bundesrepublik Deutschland hatte 1955 die sog. Hallstein-Doktrin entwickelt, wonach zur Bundesrepublik nur diplomatische Beziehungen aufnehmen konnte, wer mit der DDR keine solchen - offiziellen - unterhielt. D.h. die Bundesrepublik hat definitorisch verfügt, daß ein drittes Land nicht mit beiden deutschen provisorischen Staaten befreundet sein konnte.

    Aus sozialpsychologischer Sicht ergeben sich sehr starke Zweifel, ob es möglich ist, mit zwei stark konfligierenden Parteien gleichzeitig dauerhaft befreundet zu sein [Zur Beurteilung der Ehrendoktorwürdeverleihung für Außenminister Fischer zum Zeitpunkt 22.W. 2002 hier].



    Frieden
    Tabuisiert: Sind Israel und das Weltjudentum, insbesondere die amerikanischen Juden, mitverantwortlich, daß im Nahen Osten kein Frieden mit den Palästinensern zustande kommt?
    Wollen die radikal- fundamentalistisch zinostischen Juden sich ganz Palästina aneignen?
    Wollen die radikal- fundamentalistisch zionistsichen Juden Palästinenser wirtschaftlich ausbeuten?

    Querverweis: Nahost-Faschismus ohne Ende  (PWK2-14)?



    Friedman [1, 2, 3, 4, 5, 6, 7]


    Gedenkstätten und Dokumenationszentren



    Geld   siehe auch: Holocaust-Industrie * Wiedergutmachung * Zusammenfassung Geld
    Auch: Materialien 01 zum Thema Juden, Geld und Vermögen. > Kriminalität.

        Geld ist ohne Zweifel das begehrteste Mittel, einer der höchsten Werte, wonach die meisten Menschen streben und nicht wenige sind dabei auch in der Wahl ihrer Mittel nicht sehr wählerisch, um an Geld zu gelangen, um es zu behalten und um es zu vermehren. Auch die Raub- und Beutezüge der Nazis zeigen, daß Geld und Wertobjekte (z.B. Kunstschätze) für sie einen sehr hohen Stellenwert hatten.
        Tabuisierte Fragen: Haben Juden ein besonderes Verhältnis zu Geld? Hat Geld für Juden eine im Vergleich zu anderen Völkern oder Nationen überwertige Bedeutung? Wie soll man solche Fragen vernünftig und wissenschaftlich fundiert untersuchen und erforschen? Nun, bereits eine solche Untersuchungsfrage berührt das Antisemitismus- Tabu, denn wer wollte mit welcher Absicht und Zielsetzung so etwas wissen wollen? Die Forschungsfrage ist zwar wissenschaftlich und sozialpsychologisch außerordentlich reizvoll, aber wir können die Diskussion abkürzen durch ein simuliertes Ergebnis. Nehmen wir an, in einer völkervergleichenden Untersuchung hätten sich folgende - hier fiktiv angenommene - Werte ergeben:

    Simuliertes, angenommenes Ergebnis einer fiktiven Völkervergleichsstudie
    Nr Nation, Volk Lebensqualitativ Wert des Geldes
    nach persönlicher Selbsteinschätzung
    01 Amerikanische Juden (reiche) lq-wert(geld) = 38  (48)
    02 Arme amerikanische Juden  lq-wert(geld) = 54  (64)
    03 Dt. protestantische Unternehmer lq-wert(geld) = 45  (35)
    04 Katholische Arbeiter  lq-wert(geld) = 39  (29)
    05 Deutsche (untere Mittelschicht) lq-wert(geld) = 46  (36)
    06 Deutsche (Sozialhilfeempfänger) lq-wert(geld) = 56  (46)
    07 Deutsche (Millionäre) lq-wert(geld) = 40  (30)
    08 Deutsche Juden (reiche) lq-wert(geld) = 33  (43)
    09 Deutsche Juden (arme) lq-wert(geld) = 49  (59)
    10 Israel lq-wert(geld) = 48  (58)
    11 Ostjuden lq-wert(geld) = 61  (71)
    12 Scientology Mitglieder lq-wert(geld) = 55  (45)
    13 USA (Nichtjuden) lq-wert(geld) = 51  (41)
    14 Buddhistische Mönche lq-wert(geld) = 21  (11) 
    15 Arabische Händler lq-wert(geld) = 44  (34)

    Man kann die fiktiven Gewichtszahlen variieren, selbst wenn man bei jüdischen Gruppierungen 10 Punkte hinzuzählte (Wert in runden Klammern) und bei allen anderen 10 Punkte abzöge (Wert in runden Klammern): was ließe sich aus diesen Zahlen folgern?
        Die erste ziemlich sichere Schlußfolgerung aus diesen Daten, wenn sie denn repräsentiv und  richtig wären, ist: (1) Für alle hätte Geld einen quantitativ bedeutungsvollen lebensqualitativen Wert. (2) Für Arme hätte Geld einen höheren lebensqualitativen Wert, was plausibel wäre.
    Im fingierten, fiktiven Beispiel hätte Geld für Juden einen höheren lebensqualitativen Wert als für den Rest der Untersuchten. Aber was folgte daraus, wenn es richtig wäre? Ich meine: nichts, selbst, wenn wir alle Fehlerquellen per Annahme ausschließen. Alles, was man sagen könnte, wäre: Juden, insbesondere Ärmere, halten Geld für ihre Lebensqualität für etwas wichtiger als die Vergleichsgruppen.
       Der tatsächliche Wert, den Geld für einen Menschen hat, ist sehr schwer angemessen, repräsentativ und richtig festzustellen. Wer im Überfluß lebt, kann seine Lebensqualität gar nicht mehr richtig einschätzen. Was die Werte einem Menschen bedeuten, ergibt sich daher wohl hauptsächlich dann, wenn man sie vermißt, nicht hat oder bedroht sieht. Der Mensch schielt in erster Linie nach dem, was er nicht oder nicht genügend hat.
        Andere sehr wichtige Fehlerquellen wären die gesellschaftlichen Normen und die ungestörte individuelle Wahrnehmungsfähigkeit der Bedürfnisse und Werte. Gilt als Ideologie, daß man sich öffentlich bescheiden gibt, daß man nicht zu sehr nach Geld streben und schon gar nicht geldgierig sein solle, so kann es hier zu erheblichen Verleugnungen, Bagatellisierungen und Fehlwahrnehmungen kommen. Weiter muß man unterscheiden zwischen der Repräsentativität einer ehrlichen Selbstauskunft, richtiger Selbstwahrnehmung und tatsächlicher Bedeutung, wie sie sich z.B. in Handlungen und Verhalten niederschlägt.
        So könnten die obigen fingierten und fiktiven Zahlen durchaus nur bedeuten, daß Amerikaner und Juden zu sich selbst ehrlicher sind und die Bedeutung des Geldes für ihre Lebensqualität objektiver und unbefangener einschätzen können.

    Fehlerquellen in der Erhebung der Bedeutung des Geldes > Vermögen
     
    Erhebungs- und Meßinstrumente (die interkulturelle Messung ist schwierig) können mehr oder weniger fehlerbehaftet und nicht repräsentativ sein
    Verfügbarkeit, Nicht/ Haben von Geld  Mangel über- , Haben unterbewertet
    Gesellschaftliche Bewertung von Geld Erleichtert/ erschwert die Wahrnehmung
    Individuelle Normen und Werte Erleichtern/ erschweren die Wahrnehmung
    Kognitive Fähigkeiten zur Werterfassung  Erleichtern/ erschweren die Wahrnehmung

    Zusammenfassung: Meiner Meinung nach haben die Juden ein offeneres Verhältnis zu ihren Geldmotiven, sie sind vermutlich nicht gieriger als andere auch (dagegen sprechen allerdings Finkelsteins erschütternde Ermittlungen zur Holocaust-Industrie). Historisch wurde ihre Begabung zum Handel und zur Beziehungspflege durch entsprechende gesellschaftliche und obrigkeitliche Maßnahmen gefördert, wenn ihnen z.B. der Zugang zu handwerklichen Berufen verweigert wurde.

    Querverweise:
    Materialien 01 zum Thema Juden, Geld und Vermögen.
    Zur Psychologie und Psychopathologie des Geldes I.
    Zur Psychologie und Psychopathologie des Geldes II.
    Zur Psychologie des Wertens und der Werte.
    MAZOKA-Regel: Wie stellt man fest, was einem Menschen wirklich wie viel bedeutet?.



    Geschichte des jüdischen Volkes   siehe auch: Israel
    Hier gibt es ein informatives Heft aus der Reihe Informationen zur Politischen Bildung 140 der Bundeszentrale für Politische Bildung: http://www.bpb.de/ . Umfassend informiert das Jüdische Lexikon. Ein sehr informatives Zeitraster des biblischen Volkes wird von der FU-Berlin angeboten (PDF). Die meisten Darstellungen sind, zumindest was Bibelzeit betrifft, hagiographisch und unkritisch. Das hat nicht nur mit dem Entstezen und der Ratlosigkeit durch den Holocaust zu tun, sondern natürlich auch damit, dass das Alte Testement = Hebräische Bibel auch zum Fundament des Christenstums und des Islam gehört, wobei allesamt vollkommen unfähig sind, den widerspruchsvollen und teilweisen Perversionscharakter der verworrenen "Ethik" im Alten Testament zu erkennen, auszumisten und nach humanitären und elementar logischen Gesichtspunkten neu zu gestalten.



    Gezielte Tötungen
    Euphemistische (schönfärberische) Formulierung - hierzu kritisch PWK4-16/17 - für die planmäßige und systematische Ermordung von - im wahrsten Sinne des Wortes - Todfeinden Israels. Moralisch und ethisch - wenn auch nicht völker- und menschenrechtlich - unter zwei Bedingungen in der spezifisch israelischen Situation nach meiner Auffassung vertretbar:
    • Sofern erstens gewährleistet werden kann, daß keine unschuldigen oder minderschuldigen Mitopfer in Kauf genommen werden und
    • sofern zweitens ein hoher israelischer Gerichtshof die Ermordung ("gezielte Tötung") für rechtens erklärt (dem dazu natürlich entsprechende Beweise vorliegen müssen).


    Mordstatistik 2006: Die Nürnberger Nachrichten berichtete in ihrer Ausgabe vom 30.12.6, Seite 6, mit, dass die israelische Menschenrechtsorganisation B'Zelem mitgeteilt habe, dass die israelische Armee 2006 insgesamt 660 Palästinener "getötet" habe (viele wurden in Wahrheit ermordet). Im gleichen Zeitraum hätten Palsätineser 17 israelische Zivilisten und 6 Sicherheitskräfte getötet (wahrscheinlich auch ermordet), also insgesamt 23. Auf der Seite von B'Zelem stehen allerdings 683 - wobei das Jahr ja erst morgen zu Ende geht (die Medien scheinen in ihrer masslosen Ungeduld noch nicht einmal ein Jahr abwarten bzw. relativ richtig berichten zu können):


    Quelle: B'Zelem  am 30.12.06, 16.10.



    Hallsteindoktrin
    Aus dem Netz: "Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Walter Hallstein gibt der Doktrin den Namen. Sie ist bis Ende der 60er Jahre die Leitlinie der Bonner Deutschlandpolitik. Die nach der Moskaureise Adenauers im Jahre 1955 entwickelte Hallstein-Doktrin soll einer Anerkennung der DDR durch Drittstaaten entgegenwirken. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR durch dritte Staaten wird danach von Bonn als  "unfreundlicher Akt" betrachtet und mit Sanktionen geahndet. Auf diesem Weg hofft die Bundesrepublik, ihren Alleinvertretungsanspruch durchzusetzen." Mehr a.a.O. [Beachte]
    Weiterer Link des Hessischen Rundfunks zur Hallsteindoktrin.

    Die Hallstein-Doktrin ist geeignet, zu illustrieren, was geschieht, wenn zwei geteilte Staaten verfeindet sind. Hieraus ergibt sich die spannende Frage: Kann Deutschland wirklich als ehrlicher Makler und Friedensvermittler auftreten, wenn sein amtierender Außenminister Fischer [Bezugszeitraum 22. Woche 2002] von der Universität Haifa (Israel) inmitten der Intifada und der kriegerischen Aktionen die Ehrendoktorwürde annimmt? Das war ein schwerer politischer Fehler, der zeigt, wie persönliche Eitelkeit und Parteilichkeit neben offener Brüskierung der arabischen Länder durch Israel zeigen, daß man offensichtlich an objektiver Friedensvermittlung durch Fischer nicht übermäßig interessiert ist.



    Hohmann [PWK3-46]


    Holocaust
    Begriff: Unter Holocaust ist der systematische Völkermord an den Juden im Dritten Reich unter Hitler und seinen nationalsozialistischen Helfershelfern zu verstehen. Die industriemäßige Vernichtung menschlichen Lebens ist in dieser Dimension und Art und Weise mit ca. 6 Millionen Opfern einmalig.

    Sehr empfehlenswert: Enzyklopädie des Holocaust (4 Bde.)

    Tabuisierte Fragen:

    • Darf der Holocaust mit anderen Völkermorden verglichen werden?
    • Darf nach den Ursachen und Bedingungen des Holocaust frei geforscht werden?
    • Dürfen Juden Deutschen wegen des Holocaust moralische und geistige Maulkörbe verpassen?
    • Was bedeutet es, wenn gesagt wird, der Holocaust sei nicht entschädigbar, danach zu fragen, weshalb dann seit über 50 Jahren immer neue Geldforderungen aufgestellt werden? Heißt das: wir verlangen Geld, aber ihr dürft es nicht thematisieren, weil uns das in ein ungünstiges Licht stellt, was gleichbedeutend mit Antisemitismus ist?


    Querverweis: Völkermorde - Verbrechen der Völker
    Querverweis: Allgemeine Theorie und Praxis des Vergleichens und der Vergleichbarkeit
    Querverweis: Psychologie des Tötens



    Holocaust Einzigartigkeitsanspruch > Chaumont (2001).



    Holocaust-Erinnerungskultur
    Die unendliche und mörderische Grausamkeit der Nazis hat viele, viele Menschenopfer gefordert. Den höchsten Blutzoll und den extremsten Akt der Unmenschlichkeit haben ohne Zweifel die Juden erlitten mit ca. 6 Millionen Opfern und davon allein ca. drei Millionen polnische Juden. Müssen wir daher den Opfer- Egozentrismus und Opfer- Narzißmus der holocaust- industriell tonangebenden Juden in Deutschland in Kauf nehmen, ihn tolerieren oder gar akzeptieren? Sind jüdische Opfer so einmalig und so unvergleichbar mit allen anderen, daß Gedenkstätten und Mahnmale immer streng zu trennen sind? Hier die Sinti, dort die Roma, da die Kommunisten, dort Widerstandsangehörige, die Homosexuellen, die Intellektuellen, die Geistesgstörten und Behinderten, Sozis und GewerkschafterInnen, Verdächtige und FremdarbeiterInnen und die wenigen aufrechten und todesmutigen Kirchenmänner.

    Zur Bewertung der Erinnerungskultur ein Ausschnitt aus einem Gespräch, das der Rheinische Merkur (RM) am 22. August 1997 mit Prof. Julius Schoeps (1998, S. 183) veröffentlichte:

        "RM: Sie haben oft beklagt, daß in Deutschland die Bereitschaft nachlasse, sich mit den Verbrechen des NS-Staates zu beschäftigen. Wie erklären Sie sich die teilweise fast hysterische Diskussion um die nationale »Erinnerungskultur«, die in den letztern Jahren stattfindet?
        Schoeps: Ich halte diese Diskussion nicht für hysterisch, aber es ist zugestandenermaßen eine verspätete und teilweise auch unglücklich geführte Debatte. Eine der Hauptschwierigkeiten der deutschen »Erinnerungskultur« besteht im Unvermögen, die verschiedenen Opfergruppen als Gesamtheit zu begreifen. Im Streit um das nationale Holocaust-Mahnmal in Berlin ist das sehr deutlich geworden. Ich bin der Meinung, daß man aller Opfer des Nationalsozialismus gedenken sollte, das heißt der Roma und Sinti, der Homosexuellen, der Kommunisten, der Bibelforscher und eben auch der Juden. Es ist äußerst problematisch, ein »nationales« Mahnmal für eine Gruppe, nämlich die jüdischen Opfer zu errichten. Zweifellos hatte die Gruppe der Juden die meisten Opfer zu beklagen, doch darf das kein Argument sein, in der deutschen »Erinnerungskultur« den Juden einen herausragenden Platz einzuräumen und die anderen Opfergruppen außen vor zu lassen.
        RM: Vor kurzen haben Sie die nachträglich einberufene Expertenrunde zur Planung des Holocaust-Mahnmals unter Protest verlassen. Aus welchem Grund?
        Schoeps: Weil ich die Art und Weise des Umgangs mit diesem schwierigen Thema seitens der Auslober für inakzeptabel halte. Das Vorhaben ist meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt, weil sämtliche Prämissen nicht ernsthaft in Frage gestellt wurden, also an welchem Ort, welcher Gruppen und in welcher Form gedacht werden soll. Soll das Projekt gelingen, dann muß meiner Überzeugung nach ein Spannungsverhältnis zwischen der im Parlament betriebenen Politik und der Erinnerung hergestellt werden - ein solches Mahnmal vor dem Reichstag wäre eine ständige Mahnung für uns und die nach uns Kommenden. Ein anderes Konzept halte ich nicht für tragfähig."

    Gedenkstätten und Dokumentationszentren zu den Opfern des Nationalsozialismus



    Holocaust-Hochstapler, Betrüger oder Fälscher
    Marco, Enric [Holocaust-Hochstapler in Spanien. War nie im KZ laut Bericht der Nürnberger Nachrichten 13.5.5, S. 5: "Betrüger als Sprecher der KZ-Häftlinge"] [* taz * welt * ]
    Wilkomirski (Holocaust-Hochstapler, Fälscher und Betrüger) > Mächler, Stoffels.



    Holocaust Industrie siehe auch > Holocaust-Hochstapler.
    Finkelstein erhebt unglaubliche und erschütternde Vorwürfe zur Ausbeutung des Holocaust durch die von ihm so genannte Holocaust-Industrie. Danach eignen sich amerikanische Anwälte und jüdische Organisationen Millionen und Milliarden- Beträge an, während teilweise den Opfern, für die die Gelder angeblich erstritten wurden, elementarste Hilfe vorenthalten wird. Das Buch beginnt mit einem Paukenschlag-Zitat des ehemaligen israelischen Außenministers Abba Eban: "There's no business like Shoa business." Im aktualisierten Vorwort zur Taschenbuchausgabe führt Finkelstein aus:
        "Seit dem Erscheinen von Die Holocaust- Industrie sind meine wesentlichen Aussagen durch neue Entwicklungen bestätigt worden. Im Oktober 2001 hat das Claims Resolution Tribunal (CRT), das über Ansprüche auf nachrichtenlose Konten in der Schweiz seit Ende des Zweiten Weltkriegs zu entscheiden hatte, seine Ergebnisse hinsichtlich einer vorläufigen Liste von 5570 ausländischen Konten bekanntgegeben. Demnach belief sich der heutige Wert der Konten von Holocaust-Opfern einschließlich der aufgelaufenen Zinsen auf insgesamt 10 Millionen Dollar. Auch nachdem die Ansprüche auf die verbleibenden 21000 nachrichtenlosen und geschlossenen Konten der Holocaust-Ära abgelöst sein werden, wird dieser Betrag wahrscheinlich nie auch nur annähernd die 1,25 Milliarden erreichen, die man in dem abschließenden Vergleich aus den Schweizer Bauken herausgeholt hat (ganz zu schweigen von den 7 bis 20 Milliarden, die man zunächst verlangt hatte).
        Ein Bericht über die Ergebnisse der CRT in der Loncion Times trug die Überschrift: »Die Schweizer Holocaust-Gelder haben sich als Mythos herausgestellt.« Diese gewichtigen Belege stützen Raul Nilbergs Vorwurf, der Jüdische Weltkongreß hätte »phänomenale Zahlen« heraufbeschworen und dann die Schweizer Banken »erpreßt«, sieh zu unterwerfen.'' Nachdem nur der winzigste Bruchteil von den 1,25 Milliarden aus dem Vergleich mit der Schweiz an Holocaust-Opfer oder deren Erben ausbezahlt wurde, hat, wie vorauszusehen war, der Kampf zwischen den Erpressern begonnen, wer die Holocaust-Beute behalten darf. Im Kreuzfeuer findet sich interessanterweise das Opfer der Erpresser. Mit der Behauptung, Israel sei der rechtmäßige Empfänger (und er selbst »traue dem Jüdischen Weltkongreß nicht«), verlangt der israelische Justizminister, daß der »Deal mit den Schweizer Banken ... neu zu verhandeln sei«."

        Zur heftigen Resonanz und Kontroverse, die das Buch Finkelsteins Die Holocaust- Industrie ausgelöst hat, berichtet z.B.: Piper, Ernst (2001, Hrsg.). Gibt es wirklich eine Holocaust-Industrie? Zur Auseinandersetzung um Norman Finkelstein. Zürich: Pendo-Verlag. Hierzu: http://www.doew.at/thema/finkel/piper.html
    Finkelstein Rezensionen findet man hier:
    Finkelsteins Seite: http://www.normanfinkelstein.com

        Die Taschenbuchausgabe 2002 enhält sowohl im Vorwort als auch im Nachtrag und im Interview statt eines Nachworts umfangreiche Stellungnahmen Finkelsteins gegenüber der natürlich massenhaft auf den Weg gebrachten - z.T. sehr oberflächlichen - Kritik gegen sein Buch und - weitaus schäbiger unter der Gürtellinie - gegen seine Person. Wer sich mit der Holocaust- Industrie anlegt, sollte also wissen, worauf er sich einzustellen hat: Entwertung, Schmähung, Beleidigung, Entwürdigung, Entehrung.

    Anmerkung: Der Spiegel meldet (18.2.5): "Der US-Anwalt Ed Fagan, bekannt durch die Holocaust-Verfahren gegen Schweizer Banken, plant eine neue Milliardenklage - im Namen der Tsunami-Opfer. Doch jetzt braucht er selbst einen Rechtsbeistand: Die Justizaufsicht wirft ihm vor, mehr als eine halbe Million Dollar veruntreut zu haben."



    Holocaust Konditionierung deutscher Intelligenz
    Konditionierung bedeutet, einen bedingten Reflex, eine automatische oder halb- automatische Reaktion erzeugen. Reizvorgabe = Holocaust. Reaktion: Holocaust-Erleben- und Verhalten (1,2,3,...). Unerwünschte Reaktionen werden hierbei bestraft oder ignoriert, erwünschte belohnt (verstärkt). Ziel der Konditionierung durch die MeinungsführerInnen - in jüngerer Zeit besonders auch die von Finkelstein sog. Holocaust- Industrie - bezüglich des Umgangs mit dem Thema Holocaust ist es, spezifische Denk-, Einstellungs-, Erlebens- und Verhaltensreaktionen reflexartig und automatisch im Erlebnisapparat und Verhaltensrepertoire der Menschen, hauptsächlich der Deutschen, zu installieren, nämlich:
     
    1. General Postulat I: Wie auf das Thema Holocaust angemessen zu reagieren ist, wird wesentlich von einer jüdischen Elite bestimmt. Möglicherweise spielt hier auch das - von Finkelstein (2002, S. 61) ausgemachte - Holocaust Dogma vom ewigen Judenhaß der Nichtjuden (Anti-Nonsemitismus) eine Hintergrundrolle. Stimmte dieses, könnte man verstehen, daß Juden ein Interesse daran haben, hier die Definitionsmacht über die Reaktion zu beanspruchen.
    2. Einzigartigkeits-Postulat II: der Holocaust ist ein so einzigartiger und einmaliger Völkermord ungeheuren Ausmaßes, daß es keine Worte, keine Erklärung dafür gibt und daher darf auch keine gesucht werden. Nach Finkelstein (2002, S. 61) spielt hier mit hinein, daß einige Juden Juden für einzigartig [Auserwählt] halten, womit dann nahtlos einhergeht, daß die Welt der Nichtjuden die Juden aus Mißgunst und Eifersucht angeblich hassen.
    3. Unvergleichlichkeits-Postulat III: Durch die Einzigartigkeit des Holocaust- Völkermordes verbiete sich auch ein Vergleich mit anderen Völkermorden, z.B. mit dem Todesmarsch der Armenier.
    4. Reaktions-Postulat IV. Eine Konfrontation mit dem Reiz Holocaust soll im Erleben von Deutschen den Impuls hervorrufen, das Haupt in demütig- unendlicher Scham senken zu wollen, und hierbei fassungs- und sprachlos ein ewiges und untilgbares Schuldgefühl zu verspüren. [Das ist teilweise als gelegentliche oder wenigstens einmalige Reaktion akzeptabel, wenn man für die deutschen Nachkommen Schuldgefühl durch Betroffenheit und Schuld durch Verantwortung ersetzt, aber das ist natürlich im Lebensalltag nicht ständig erfüllbar].
    5. Sensibilitäts-Postulat V: Aufgrund ihres Holocaust- Völkermordes sind Deutsche auf ewig verpflichtet, in besonders rücksichtsvoller und schonender Weise mit Sachverhalten umzugehen, die Juden betreffen (im Zweifel greift General Postulat I; praktisch wird hieraus der Mißbrauch in Form von Tabuisierung und Immunisierung gegen jegliche Kritik, die sich sofort antisemitismus- verdächtig macht: Antisemitismuskeule).
    6. Globalisierungs-Postulat VI: Alle anderen Bereiche, Themen, Fragen, Probleme, - auch wenn sie mit dem Thema Holocaust gar nichts oder nur entfernt zu tun haben - die Juden betreffen, haben die Postulate I-V zu berücksichtigen.


    Ich halte dieses Postulat- System und die versuchte Konditionierung nicht nur für einseitig unfair und falsch, weil sie einen partnerschaftlichen Diskurs und Dialog ausschließt, sondern darüber hinaus für Antisemitismus fördernd. Damit entsteht die Paradoxie, daß die MeinungsführerInnen, wenn sie um diese Wirkung wüßten, am Erhalt des Antisemitismus offenbar ein Interesse hätten oder ihn um anderer Ziele willen billigend in Kauf nähmen. So ungeheuerlich diese Schlußfolgerung auch klingen mag: Rein und eingeengt sozial- und polit- psychologisch betrachtet machte dies sogar Sinn. So lange der Antisemitismus schwelt oder teilweise auch offen vorhanden ist, gibt es Grund und Anlaß vor ihm zu warnen. Leider wird dieser aber auch durch das Postulat- System der MeinungsführerInnen mit am Leben erhalten bzw. gefördert. Durch die Unterdrückung einer echten und wirklichen Auseinandersetzung und das Erzwingenwollen der Verwirklichung des Postulat- Systems zum Umgang mit dem Holocaust kann im Laufe der Jahrzehnte unter Umständen ein latent- hochexplosiver und mächtiger Antisemitismus heranwachsen, der genau das, was verhindert werden sollte, erst herbeiführt. Und dann könnte es wirklich wieder gefährlich werden, auch in Deutschland. Daran kann doch weder deutsche noch jüdische Intelligenz ein Interesse haben. Ich schlage daher vor, die Antisemitismus mit- produzierenden MeinungsführerInnen wie z.B. die Holocaust Industrie zu benennen, zu kritisieren, um sie schließlich im wohlverstandenen Interesse aller Juden und Deutschen zu überwinden. Ich plädiere an die deutsche Intelligenz, diese Holocaust- Postulate I-VI zurückzuweisen und stattdessen folgenden Orientierungen zuzustimmen:
     

    1. Über die Angemessenheit des Umgangs entscheiden die am Diskurs Beteiligten gemeinsam oder jeweils für sich; einseitige Konditionierungsversuche sind abzulehnen.
    2. Trotz der Einzigartigkeit des Holocaust- Völkermordes an den Juden dürfen und sollen Erklärungen gesucht werden.
    3. Es gibt in der Geschichte der Menschen leider viele Völkermorde und keine Volksgruppe hat das Recht zu sagen: der an uns verübte Völkermord darf mit keinem anderen verglichen werden.
    4. Es ist wünschenswert, daß nicht nur in Sonntagsreden oder zu Gedenkanlässen Anteilnahmegesten und Rituale demonstriert werden, sondern eine echte Auseinandersetzung und tiefgreifende Betroffenheit bei möglichst vielen Deutschen erfolgt. Dies erreicht man aber nicht nur nicht, eher vielleicht sogar das Gegenteil, wenn man solche Rituale erzwingen möchte, ständig abverlangt und eine kritikfreie, privilegierte gesellschaftliche Sonderstellung beansprucht.
    5. Holocaust- Betroffene haben das Recht auf besondere Rücksicht, was das Thema Holocaust  betrifft, was aber nicht bedeuten kann und darf, daß Kritik an Juden, jüdischen Organisationen, jüdischen Gruppierungen, jüdischen Persönlichkeiten, radikal- fundamentalistischen religiösen jüdischen FanatikerInnen und Gruppierungen zu unterdrücken und zurückzuhalten ist oder besonders schonend zu erfolgen hat. Die Juden in Deutschland haben kein Recht, eine privilegierte oder bessere Stellung als z.B. Katholiken, Gewerkschafter, Moslems, die deutsche Gesellschaft der Psychologie oder der Bund der SteuerzahlerInnen zu fordern.
    6. Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit sind um dieses ernsten und wichtigen Themas willen genauso wichtig, wie die Anerkennung psychologischer, sozialpsychologischer und soziologischer Realität. Sofern Persönlichkeiten jüdische Interessen vertreten und als solche InteressenvertreterInnen öffentlich auftreten, wie z.B. Michel Friedman als stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden [Bezugszeitraum 2002], können sie selbstverständlich auch als solche kritisiert und attackiert werden. Es ist auch sozialpsychologisch völlig klar, daß solche Auftritte antisemitische Einstellungen hemmen, zerstören, fördern oder wecken können. Die Tatsache, daß man diese simple soziologische und sozialpsychologische Tatsache mit Hilfe von öffentlichem Druck politisch negieren und unterdrücken möchte, ist nicht geeignet, eine angemessene Verarbeitung zu fördern.




    Holocaust Leugnung
    Die Holocaust Leugnung steht in Deutschland zu Recht unter Strafe. Mit der Leugnung des Holocaust wird das Wahnsystem rechtsradikaler, rassistischer und neonazistischer Ideologie betreten und eine Diskussion ist im Grunde nicht mehr möglich. Allerdings wäre zu überlegen, ob wahnhafte neonazistische Radikal- Fundamentalisten nicht eher geeignete Kandidaten für die Psychiatrie oder für auf Umerziehung spezialisierte Besserungseinrichtungen wären. In Gefängnissen findet einfach zu wenig Resozialisierung und mit höherer Aussicht sogar vermehrte Antisozialisierung statt.
    Zur Diskussion der Zahlen: http://www.idgr.de/texte/geschichte/ns-verbrechen/fritjof-meyer/index.php
    Für die Bewertung des Völkermordes an den Juden durch die Nazis spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob es 100.000, 500.000, 1 Million, 3 Millionen, 5 oder 6 Millionen Opfer waren. Die gezeigte Niedertracht, Heimtücke und der entmenschte, völlig irrational mörderische Haß auf alles, was man - neben politischen Gegnern und Feinden - für minderwertig und damit nicht für lebenswert hielt, hier in der Hauptsache die Juden neben Zigeunern (Sinti, Romas), Geisteskranken, Behinderten und Pflegefällen mündete in eine abartige, undustriemäßig organiserte Entwertung und Vernichtung, die nicht verleugnet, bagetellisiert oder gar im Nachhinein gerechtfertigt oder womöglich noch verherrlicht werden darf.



    Holocaust Mißbrauch      Siehe auch Holocaust-Hochstapler und  Holocaust-Industrie.
    Der Holocaust wird in vielfältiger Weise mißbraucht, u.a. ganz gewöhnlichen BetrügerInnen [1,2,3,], am schlimmsten durch die Leugner oder BagatellisiererInnen. Aber auch von jüdischer Seite, so daß alte Vor- oder Fehlurteile dadurch wachgerufen werden. Zum Holocaust-Mißbrauch gehören z.B.: sich ausgeben als Opfer, obwohl man gar kein Opfer war (Wilkomirski, Marco); übertriebene Darstellung als Opfer (selbst,  Angehörige oder Nahestehende); Verschaffen von Vorteilen und Ausnutzen der Situation; Übertreibungen, wenn z.B. behauptet wird, daß alle Familienangehörigen umgebracht worden seien (z.B. Reich-Ranicki).



    Holocaust Mitschuld der Juden
    Es ist vollkommen falsch, zu behaupten, Juden hätten an ihrer Vernichtung durch die Nazis, Teil-, Mit- oder - völlig makaber grotesk - gar die Hauptschuld. Am Holocaust sind einzig und allein Deutsche, und hier in erster Linie Hitler, seine Helfershelfer und ein wegschauendes oder nicht- wissen- wollendes Volk schuldig. Für diesen Völkermord trägt kein einziger Jude, was immer er auch verbrochen haben mochte, Mit-, Teil- oder die Hauptschuld.

    Querverweis: Kollektivschuld * Mitschuld * Schuld * Vorurteile



    Holocaust Tabus
    Holocaust-Tabus, Wiedergutmachung, Entschädigung, Ausgleich. Der angemessenen Verarbeitung des Holocaust stehen eine ganze Reihe von Hindernissen, ja regelrechte Tabus im Wege, u.a. das Geldtabu (Bank- und Steuergeheimnis), das ohnehin in unserer Gesellschaft viele tiefe Wurzeln hat, im Zusammenhang Holocaust und Wiedergutmachung aber noch schärfer greift. Zum Negativ- Image des jüdischen Stereotyps in den Augen von KritikerInnen gehört die Bedeutung des Geldes, das dieses für Juden hat. Dieses Merkmal wurde von den Nationalsozialisten derart mißbraucht, daß sich heute kaum ein Deutscher mehr traut, die "Geldfrage" offen anzusprechen. Juden dürfen es, wie Seligmann mit seinem Buch beweist. Drastisch auf eine neue holocaust- spezifische Dimension gebracht hat das Thema wieder Finkelstein mit seinem umstrittenen Buch "Die Holocaust Industrie". Darum geht es mir hier weniger. Es geht mir um die Holocaust-Tabus, die eine Vergangenheits- Verarbeitung behindern, und hier besonders um die double- bind- Falle, die das Geldtabu heraufbeschwört. Einerseits betonen jüdische Opfer und VertreterInnen, daß das erlittene Unrecht, der Massenmord an den Juden, nicht wiedergutmach- und entschädigbar ist, andererseits sind doch beachtliche Summen an Wiedergutmachung, Entschädigung und Ausgleich verlangt und gezahlt worden, wobei die Transparenz sehr zu wünschen übrig läßt. Die Entscheidung für die ZwangsarbeiterInnen steht m.E. auf einem auch juristisch anderen Blatt. Man will Geld, aber es darf nicht offen ausgesprochen, ver- und behandelt werden. Beim Durchschnittsdeutschen entsteht der Eindruck, daß er zwar zahlen darf, aber keine Anerkennung für seine Wiedergutmachung erhält und auch nicht verlangen darf, weil die jüdische Opferseite dann eine Tabuverletzung signalisiert. Eine solche Haltung ist aber ihrerseits geeignet, antisemitische Vorurteile zu aktivieren und neu zu erzeugen. Entschädigungsleistungen, die man  erbringt, sind echte Leistungen, die man anerkannt haben will, sonst will man sie nicht bezahlen.



    Holocaust Umgang
    Der Holocaust ist einmalig, unvergleichbar, ihn erforschen und begreifen zu wollen ist bereits eine Tabuverletzung. Undeutlich kann die Erwartung wahrgenommen werden: Man kann in den Augen von Juden als guter Deutscher sein Haupt nur in demütig- unendlicher Scham senken, und hierbei fassungs- und sprachlos ein ewiges und untilgbares mea culpa, mea maxima culpa verspüren. Ein solch tiefgehendes Erleben ist zwar wünschenswert - wenigstens einmal in seinem Leben sollte ein Deutscher dieses Erleben wirklich verspürt haben, nicht nur pseudo- gedenk- geplappert oder gespielt - aber ein solches Erlebnis ist nicht als dauerhafte Haltung möglich. Zumal zur Auseinandersetzung und Verarbeitung auch Rationalität und Abstand gehören. Für die Ausarbeitung eines entsprechend erlebniskonfrontativen Programmes könnten im übrigen ErlebnispsychologInnen und ErlebnispädagogInnen mit Holocaust- Dokumentationszentren sinnvoll zusammenarbeiten.
        Die Deutschen werden zwar ständig aufgefordert, sich mit ihrer Geschichte, dem Holocaust und der Aufarbeitung auseinanderzusetzen, gleichzeitig wird signalisiert: aber nicht so. Im Grunde steht die paradoxe Aufforderung im Raum: arbeitet auf, ohne aufzuarbeiten. Etwas überspitzt formuliert: eine wirkliche Aufarbeitung wird durch das wenig hilfreiche Aufarbeitungsgewissen in Form des Zentralrates der Juden behindert.



    Intifada 2000

    S. 109:
        "Die Palästinenser werden häufig als gewalttätig beschrieben. Ihr legitimer Kampf gegen die israelische Besatzung sei - so wird behauptet - Terror. Doch das internationale Recht billigt audrücklich den Kampf gegen die Besatzung, so wie früher den Kampf gegen den Kolonialismus. (Die überwältigende Mehrheit der Staaten in den Vereinten Nationen erkläte 1974 den bewaffneten Kampf der Befreiungsbewegungen für legitim und mit dem Völkerrecht vereinbar. Siehe hierzu: Norman Paech/ Gerhard Stuby, Machtpolitik und Völkerrecht in den internationalen Beziehungen, Baden Baden 1994, Seite 615).
        Gideon Levy ist im 11. März 2001 in der Zeitung Ha'aretz der Frage 'Was ist ein Terrorist und was ist Gewalt?' nachgegangen. Aida Fatahia ging auf der Straße; Ubei Daraj spielte im Hof. Sie war die Mutter dreier Kinder; er war erst neun Jahre alt. Beide wurden letzte Woche durch Kugeln der israelischen Armee getötet. Einen Grund dafür gab es nicht. Ihre Tötung wirft noch einmal mit all ihrem Horror die Frage auf, ob die palästinensische Gewalt die einzige ist, die man Terror nennen sollte. Ist nur Gewalt mittels einer Autobombe Terror, während es das Erschießen einer Frau und eines Kindes nicht ist? Fatahia und Daraj schließen sich einer langen Liste von Münnern, Frauen und Kindern an, die kein Unrecht getan haben und die dennoch in den vergangenen fünf Monaten von der israelischen Armee getötet wurden. In der israelischen Debatte war ihr Tod nicht das Ergebnis 'terroristischer' Handlun[>110]gen oder 'terroristischer Angriffe' und ihre Mörder keine 'Terroristen'. Diese Begriffe werden nur für die Gewalt verwendet, die von Palästinensern ausgeht."



    Identität, nationale Identität, Nationalismus
    Siehe: Weidinger, Dorothea (1998).

    Identität ist nicht nur logisch und philosophisch, sondern besonders auch psychologisch ein fasznierendes Phänomen, weil uns das Phänomen der Identität mit einer offensichtlichen Paradoxie konfrontiert: obwohl wir uns jeden Tag ändern, älter werden, neue Erfahrungen gewinnen, Vergangenes neu und anders sehen und bewerten, fühlen wir uns trotzdem, so lange wir geistig gesund sind, als immer ein und derselbe Mensch. Das ist in gewisser Weise das Wunder und Paradoxon des Identitätserleben.
        Was aber soll die Identität einer Gruppe, einer Familie, einer Gesellschaft, eine Volkes oder einer Nation sein? Nun, wer ist ein Deutscher, wer ein Israeli? Sehen wir es pragmatisch, so ist Deutscher (Israeli) wer bei Staatsangehörigkeit deutsch (Israeli) in seiner Kennkarte stehen hat. Im allgemeinen wird ein Deutscher (Israeli) im sprachfähigen Alter auch die deutsche (hebräische) Sprache sprechen oder erlernen und meist auch in Deutschland (Israel) leben. Im allgemeinen gehört zu einer Nation eine Verfassung und ein Land mit klar abgesteckten Grenzen. Demnach ist Israel noch keine Nation, weil es weder eine Verfassung noch klare Grenzen gibt.

    Weidinger, Dorothea (1998. Hrsg.). Nation, Nationalismus, Nationale Identität. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



    Integration
    Integration von AusländerInnen, Einwanderern, Asylanten, Flüchtlingen und dauerhaften Gästen aus anderen Ländern und Kulturen ist eine wichtige Aufgabe. Erfolgreiche Integration muß eine dreifach balancierte Leistung zustande bringen: (1) Respekt des Gastlandes vor dem Andersartigen, das beibehalten wird. (2) Respekt bei den Anderen vor den Leitwerten (Gastland- Sprache als Hauptkommunikationsmittel, Recht, politische Verfassung, Sitte und Brauch, Kultur) des Gastlandes. (3) Zeit, Mittel und Möglichkeiten des wechselseitigen Kennenlernens, Ausbalancierens und Anpassens. In vielen Ländern der Erde ist eine gleichwertige Integration Fremder und Anderer nicht fair und vernünftig gelöst. Meist wird von den Hinzukommenden erwartet, daß sie sich der Landeskultur vollständig unterwerfen und eingliedern. Das ist aber vielfach gar nicht möglich, weil der Mensch seine Herkunft und soziokulturelle Identität nicht per Willensentschluß einfach so verändern kann. In den meisten Schulen wird nicht gelehrt, wie wir mit "AusländerInnen", Fremden, Einwanderern, Flüchtlingen umgehen sollten und nicht wenige Deutsche begegnen AusländerInnen, Flüchtlingen, EmigrantInnen und Einwanderern mit mißtrauischen, neidischen oder gar mißgünstigen Vorurteilen, die aber auch durch Fehlverhalten und Vorteilsnahmen entfacht, begünstigt oder verfestigt werden, wenn z.B. Kindergeld in Anspruch genommen wird für Kinder, die es gar nicht gibt.
        Viele Juden sind aufgrund ihrer Geschichte MeisterInnen der Anpassung und ihre Integrationsfähigkeit ist außerordentlich. Wer die deutsche Staatsbürgerschaft hat, ist ohnehin als Deutscher anzusehen wie jeder andere auch. Probleme entstehen dann, wenn Juden keine jüdischen Deutschen sein wollen und Deutschland feindselig gegenüberstehen. Dafür müssen dann diese Juden die Haupt- Verantwortung übernehmen.

    Israel  (Bei Links und Empfehlungen bitte beachten)
    Siehe bitte auch Geschichte des Jüdischen Volkes. > Wortbedeutung Israel (=Gotteskämpfer). > Zur biblischen Geschichte.

  • Israel Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft: http://www.bpb.de/info-franzis/html/body_i_247.html
  • Israel: Geschichte (dichte, knappe Darstellung): http://www.spiegel.de/almanach/laender/0,1518,155441,00.html
  • Chronologie Staatsgründung Israel (mit Karten): http://www.hagalil.com/israel/geschichte/geschichte.htm
  • Israel in Kürze - Geschichte: http://www.israel.de/botschaft/kuerze/geschichte.html
  • History of Israel: http://www.us-israel.org/jsource/History/ishisttoc.html

  • _
    Besonderheit Keine Verfassung nach http://www.bpb.de/info-franzis/html/body_i_247.html:
    "Israel besitzt keine geschriebene Verfassung. Am 25. Januar 1949 wurde eine Verfassunggebende Versammlung gewählt, die sich durch Gesetz vom 16. Februar 1949 als erste Knesset (Versammlung) konstituierte. Infolge eines Grundsatzstreits über den Geltungsbereich religiöser Gesetze kam es zu keiner Einigung über eine geschriebene Verfassung. Die Gegner fürchteten, eine weltliche Verfassung würde die Nation in einen religiösen und einen nicht-religiösen Teil spalten. An Stelle einer geschriebenen Verfassung wurde im Laufe der Geschichte des Staates Israel eine Reihe von "Grundgesetzen" erlassen, die einzelne Bereiche des staatlichen Lebens regeln. Sie müssen von  der Knesset, dem Parlament, mit absoluter Mehrheit angenommen werden. Auch wichtige staatliche Institutionen wurden in ihren Funktionen durch Grundgesetze geschaffen und in ihren Aufgaben und Funktionen beschrieben. Zu den verfassungsrechtlich relevanten Dokumenten zählen zudem die Unabhängigkeitserklärung von 1948 sowie das Rückkehrgesetz vom 5. Juli 1949. Dieses Gesetz gewährt jedem Juden das Recht, nach Israel einzuwandern oder zurückzukehren und dabei automatisch die Staatsbürgerschaft zu erwerben."

    Literatur: Piper, Ernst (2004, Hrsg.). Theodor Herzl. Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage. Texte und Materialien. München: Piper. Links zum Buch [1, ]



    Israel-Kritik  > Disziplinierung [ auch jüdischer KritikerInnen]

    Es gehört zur einfachsten und primitivsten rhetorischen Propaganda, Israel-Kritik als Zeichen einer antisemitischen Haltung zu diffamieren. Das eben so dümmlich wie falsch Prinzip ist die Bush-Logik: wer nicht unser Freund ist, ist unser Feind.



    Israel-Hisbollah-Libanon Krieg 2006
    Chronologie, Hintergründe in Wikipedia (erstaunlicherweise sogar mit Quellenangaben). In diesem Krieg kommt es zu zahlreichen durch die USA gedeckten  Kriegsverbrechen der Israelis (z.B. mit extremer Chuzpe der die Ermorden der vier UN-Beobachtungsposten). Wie die 2. Intifada durch Scharons Trampelgang auf dem Tempelberg provoziert wurde, so erscheint auch dieser Krieg. offiziell "legitimiert" durch die Verschleppung zweier israelischer Soldaten, wohlbedacht provoziert. Die USA hätten den in der Tat unerträglichen Terror der Hisbollah längst durch entsprechenden Druck auf Syrien begrenzen können. Da sie das nicht taten, folgt, dass sie an diesem Terror aus poilitischen Gründen interessiert sein müssen. Sie brauchen den Terror als Legitimation für ihre hegemonialen Bestrebungen im nahern Osten und auch sonst auf der Welt. Möglicherweise soll damit ein Schlag gegen den Iran vorbereitet und flankiert werden.

        Ermordung von vier UN-Beobachtungsposten [Medien: 1,2,3,4,5,6,7,8,9,]:
    Aus [1]: "Kurz nach Peretz’ Erklärung tötete ein israelischer Luftangriff Angehörige der Friedenstruppe der Vereinten Nationen in einem Observationsposten im Südlibanon. Die UN im Libanon erklärte, die vier Blauhelme aus Österreich, Kanada, China und Finnland hätten in einem Bunker unter dem Posten Schutz gesucht, nachdem dieser zuvor schon vierzehn Mal von israelischer Artillerie beschossen worden war. Ein Rettungsteam wurde ebenfalls beschossen, als es versuchte, den Schutt wegzuräumen.
    UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte, er sei "schockiert und tief bedrückt", weil der Posten "offensichtlich vorsätzlich beschossen" worden sei. Der UN-Posten war klar gekennzeichnet und seine Koordinaten waren dem israelischen Militär bekannt. Die 2.000-Mann-starke UN-Mission operiert schon seit 1978 in dieser Grenzregion.
    Der einzig vorstellbare Grund für die Zerstörung des UN-Postens besteht darin, jegliche Überwachung der israelischen Offensive zu unterbinden. Die UN-Beobachter an der israelisch-libanesischen Grenze, der so genannten Blauen Linie, verfolgen jede größere Gewaltanwendung sowie einzelne Zwischenfälle und geben einen täglichen Pressebericht heraus."



    Jude, Juden, Judentum siehe auch: Geschichte des jüdischen Volkes * Israel
    Allgemeines: Jude ist so wenig gleich Jude, wie Moslem gleich Moslem oder Christ gleich Christ ist. Ein Israeli oder Jude kann also ganz unterschiedlich religiös oder ideologisch- politisch orientiert sein: Da gibt es radikal- fundamentalistische Zionisten (Zion: Berg in Jerusalem) mit rabiatem Auserwähltheits- Anspruch, orthodox- liberale Juden, reformiert-gläubige Juden, nationalkulturelle Juden, die sich dem Volk Israels und seinem Schicksal verbunden fühlen, ohne besondere religiöse Bindung, also ähnlich einem 'Taufscheinchristen', der sich aber nationalkulturell z. B. als Deutscher fühlt neben zahlreichen Varianten von in anderen Ländern lebenden Juden.
        Daß die Juden, gerade bei ihrer Geschichte, einen eigenen Nationalstaat - noch dazu in ihrem angestammten Herkunftsland Palästina - anstrebten, ist nur zu verständlich, auch daß sie hierfür zum Kampf bereit waren und sind. Der Zionismus geht auf die nationalstaatliche Bewegung zurück, die von dem berühmten Buch des Wiener Journalisten Theodor Herzl Der Judenstaat 1896 ausgelöst wurde.
        In der Zeit des ungelösten Nahostkonflikts ist der Begriff des Zionismus von Kritikern, Gegnern und Feinden der Juden in der Weise benutzt worden, die Zionisten als nationalistische, expansive und die Rechte der angrenzenden arabischen Völker, besonders die der Palästinenser, mißachtende Gruppierung darzustellen.
        Aufgrund der jahrtausendealten Verfolgung (Antisemitismus, Judenpogrome, Holocaust) - hat sich eine gewisse weltweite Solidarität und Überlebenskunst herausgebildet. Eine weitere Besonderheit der Juden ist das Phänomen, daß ihr Einfluß auf die Wissenschaft, Kultur und Kunst - neben der Wirtschaft und Politik besonders in den USA - schwer zu überschätzen ist, weil ihr relativer Anteil an der Produktion von Wissenschaft, Kultur und Kunst verglichen mit anderen Völkern und ihrer Anzahl sehr hoch ist. [siehe Über-/ Unterlegenheit, Juden in Psychologie und Psychotherapie]
         Religion: Grundlegend ist die Tora, die fünf Bücher Moses, die Moses am Sinai, dem Berg der Offenbarung, von Gott für sein auserwähltes Volk Israel empfing. Ein Kernstück der Tora sind die 10 Gebote. Die Interpretation der Tora wird in der mündlichen Überlieferung, aus der der Talmud hervorging, erbracht. Durch die Institutionalisierung einer Interpretation des Talmud, ergibt sich die allgemein sehr wichtige Möglichkeit, die Religion immer wieder neuen Zeiten und Gegebenheiten anzupassen. Orthodoxe Juden pflegen eine sehr enge Auslegung (z. B. Einhaltung der Speiseregeln und des Sabbat), in der Haltung ausgeprägten Katholiken oder Moslems vergleichbar, reformiert- liberale Juden pflegen hingegen eine moderne und humane Auslegung, die zu den Zeiten paßt und mit der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte im Einklang steht. Zur jüdischen Religion kann man im Gegensatz zum Hinduismus konvertieren.



    Jude in Deutschland siehe auch: Ansehen deutscher Juden in Israel
    Die Tabufragen an Juden in Deutschland kommen von allen Seiten, in der Hauptsache von vier Seiten: (1) von Israel, (2) vom Weltjudentum außerhalb Deutschlands her gesehen, (3) von Deutschen aber auch (4) aus dem eigenen Ich, dem eigenen Gewissen und Ich-Ideal. Warum lebt ihr im Lande der Meuchelmörder des Holocaust? Wie geht das? Müßt ihr uns Deutsche auch deshalb hassen, weil ihr das tut, hier im Lande der Meuchelmörder leben? Wird ein Teil der Verachtung, die ihr euch selbst entgegenbringt, auf uns projiziert? Und falls, müssen Deutsche das ertragen, weil hierzulande der Holocaust verbrochen wurde?



    Juden-Bonus
    Die Behandlung des Falles Wolffsohn [1, 2, ] wirft die Frage auf, ob (deutsche) Juden in Deutschland besondere Privilegien oder gar Sonderrechte genießen? Auch dies könnte den Antisemitismus objektiv fördern.



    Juden in Psychologie und Psychotherapie
    Jüdische Einflüsse auf Psychologie und Psychotherapie. Der Einfluß der Juden auf Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur ist außerordentlich. Viele bedeutende Psychologen, Ärzte und Psychotherapeuten waren oder sind Juden, jüdischer Abstammung oder mit dem Judentum verbunden. Einige Beispiele von bedeutenden Juden in Psychologie und Psychotherapie: Alfred Adler (1870-1937). Joseph Breuer (1842-1925). Karl Duncker (1903-1940; Freitod, USA). Sigmund (Sigismund Schlomo) Freud (1856-1939), (Begründer der Psychoanalyse) und viele AnalytikerInnen der Wiener Vereinigung. Victor Frankl (1905-1997), Begründer des logotherapeutischen Sinn-Themas, der Auschwitz überlebte, aber einige Angehörige verlor. Kurt Lewin (1890-1947), wichtige Arbeiten auf allen Gebieten und besonders der Sozialpsychologie als Grundlage der Gruppendynamik und Gruppentherapie, Vektor- und topologische Psychologie. David Katz (1884-1953), Gestaltpsychologe. Wolfgang Köhler (1887-1967), Mitbegründer der Gestaltpsychologie. Karl Marbe (1869-1953), Marbe-Effekt, Unfallforscher. Fritz (Friedrich Salomon) Perls (1893-1970), Begründer der Gestalttherapie). Otto Selz (1881 - 1943), Denkpsychologe, in Auschwitz von den Nazis ermordet. Wilhelm Stekel (1868-1940), Schüler Freuds, der sich 1912 von ihm trennte; Freitod 1940 in London. William Stern (1871 - 1938), Begründer der differentiellen und der Aussage-Psychologie, baute das Psychologische Institut in Hamburg auf. Max Wertheimer (1880 - 1943), Gestalt- und Denkpsychologe (Probemlösung), Freund Einsteins.
        Unter den Nationalsozialisten wurden in Deutschland ca. ein Drittel der jüdischen Lehrstuhlinhaber entlassen, beurlaubt oder vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Besonders betroffen durch die nationalsozialistische Diskreditierung und Verfolgung waren auch die PsychoanalytikerInnen. Ihre Kollegen, so z. B. Jung, Sander, Kroh, Krueger, Volkelt, schwiegen - bis auf Köhler - und einige hetzten sogar mit, was ihre wissenschaftliche Leistung nicht schmälert, aber ihre menschliche sehr, was heute wenigstens peinlich erscheint und Ablehnung bis Abscheu hervorruft. Doch was würden die jetzigen Lehrstuhlinhaber wohl morgen tun, wenn sich Ähnliches wieder ereignen würde? Ist der Mensch und deutsche Lehrstuhlinhaber besser, mutiger, zivilcouragierter geworden und woran könnte man das merken?

    Querverweis: Zur Rolle der deutschen Wehrmachtspsychologie



    Jüdische Vorurteile     siehe auch: Anti-(X) * Anti-Nonsemitismus * Vorurteil
    Das wichtigste: Alle Nichtjuden würden Juden mit ewigem Haß verfolgen.



    Kalender
    Aus: http://www.bpb.de/info-franzis/html/body_i_247.html
    "Das jüdische Jahr beginnt meistens im September und zählt momentan das Jahr 5755. (Im Jahr 3761 vor Chr. soll - nach orthodox-jüdischem Weltverständnis - Gott die Welt erschaffen haben.) Der Jüdische Kalender existiert in Israel neben dem Gregorianischen. Im internationalen Geschäfts- und Wirtschaftsleben richtet man sich jedoch nach dem Gregorianischen Kalender."



    Kollektivschuld Siehe auch: Propaganda * Erbschuld und Sippenhaft * Mitschuld * Schuld
    Eine Kritik der zentralen und falschen These Goldhagens finden Sie hier.

    Hitler war sicher nicht normal und psycho- und soziopathologisch schwer gestört. Doch die allermeisten Persönlichkeitsgestörten laufen frei herum, nehmen in Politik, Wirtschaft, Militär, Kultur, kurz im Leben ihren Platz ein, während ihre Opfer meist zu KandidatInnen für psychotherapeutische Praxen werden. Heute würde Hitler sehr wahrscheinlich unter die paranoide (ICD-10 F 60.1) und dissoziale ICD-10 F 60.2) Persönlichkeitsstörung fallen. Die deutsche Wehrpsychologie hat ihn unter dem Typus Fanatiker sehr gut beschrieben.
        Der Nationalsozialismus kann - wie alle Auserwählt- Ideologien - psychopathologisch zweifellos als eine gefährliche psychopathologische Epidemie angesehen werden. Deutschland war weitgehend verrückt geworden. Und wenn die Mehrheit verrückt ist, erscheint das Verrückte normal und das Nichtverrückte unnormal. Und es ist ja auch kaum verstehbar, wie im Land der Dichter und Denker ein Hitler Diktator werden konnte, der schon 1922 offen verkündete, jeden Juden in Deutschland öffentlich an einem Baum aufhängen zu wollen. Hier entsteht auch die sozio- pathologisch interessante Frage, ob und inwieweit das weitgehend verrückte deutsche Volk noch geschäfts- und schuldfähig sein konnte.

    Lit-Hinweis: Jaspers: Die Schuldfrage
    Querverweis: "Normal", "Anders", "Fehler", "Gestört", "Krank", "Verrückt".
    Querverweis: Konzepte der Geschäftsunfähigkeit in Psychologie und Psychopathologie. Kritik einiger psychiatrischer Simplizitätsannahmen u.a. belegt an der Rechtssprechung



    Konzentrationslager
    siehe bitte Holocaust und Haftftorte, Gefängnisse, Lager, KZs



    Kriegsverbrechen
    Im Alten Testament = Hebräische Bibel - auf die sich Juden, Christen und Muslime gründen - wird der totale Vernichtungskrieg gegen alles Leben einschließlich der Tiere erfunden, was dort "Bann" heißt. Und der erste Staat Israel im Alten Testament beginnt mit dem Völkermord an den Kanaanitern. Das zeigt schon, was es mit diesen Religionen psychopathologisch, kriminologisch und völkerrechtlich betrachtet, auf sich hat. Sie taugen von dieser alttestestamentlichen Substanz her beurteilt keinen Schuß Pulver, sondern sie stiften auf der ganzen Welt nur Unfrieden, Hass und Krieg seit ihrer Existenz, also seit 3000 Jahren. Und so etwas entsteht, wenn Monotheismus, Auserwählung und Missionierung (hier sind die Juden aber die friedlichsten).

    In Gutmann at al. (1999, S. 33-44) werden in der Fallstudie "Der arabisch-israelische Krieg" zahlreiche Kriegsverbrechen und Greueltaten der Israelis berichtet, die in der Öffentlichkeit weithin gepflegten Illusion, Israel kämpfe mit "sauberen" Waffen, fundamental widersprach. Die Fallstudie wird wie folgt eingeleitet:

    1947/48:  "Der arabisch-israelische Krieg
    Am 2. November 1948 stieß eine Patrouille der israelischen Streitkräfte (Israel Defense Force, IDF) im Westen des Sees von Tiberias in Nordisrael auf das Lager eines kleinen Beduinen-Unterstammes, die Arab al Mawasa. Das Gebiet war mit dem restlichen oberen zentralen Galiläa drei oder vier Tage zuvor bei einer von gepanzerten Fahrzeugen unterstützten Offensive mit dem Code-Namen Hiram von den Israelis erobert worden.
        Die Patrouille durchkämmte das Gebiet auf der Suche nach Waffen. Auf der nahegelegenen „Höhe 213" fanden die Truppen die geköpften Leichen von zwei israelischen Soldaten, die seit einem Gefecht einen Monat zuvor vermißt worden waren. Im Patrouillenbericht des 103. Bataillons heißt es: „Die Männer zündeten [dann] die Helme [Zelte?] der Araber an. Die Männer kehrten mit 19 arabischen Männern zum Stützpunkt zurück. Am Stützpunkt wurden die Männer voneinander getrennt, und diejenigen, die an feindlichen Operationen gegen unsere Armee teilgenommen hatten, wurden identifiziert und dann unter Haims [Hayuns] Kommando an einen bestimmten Ort gebracht, wo 14 von ihnen liquidiert wurden. Die übrigen werden in ein Kriegsgefangenenlager verbracht." [FN 1, Quellen-Beleg]
       Nur wenige derartige Dokumente sind in den letzten fünfzig Jahren in Israels Archiven aufgetaucht, zum Teil, weil Soldaten und Offiziere, die Greueltaten begingen, nur selten schriftliche Beschreibungen hinterlassen haben, zum Teil, weil diejenigen, die es gibt, hauptsächlich im IDF-Archiv hinterlegt sind, wo interne Zensoren dafür sorgen, daß Dokumente, die sich ausdrücklich auf Massaker oder Vertreibungen beziehen, auf keinen Fall ans Licht kommen. Doch hin und wieder gibt es Ausrutscher.
        Inzwischen wissen wir aufgrund von Unterlagen der Vereinten Nationen, der Amerikaner und der Briten und aufgrund einiger weniger Unterlagen, die in den 80er und 90er Jahren in Israels zivilen Archiven aufgetaucht sind (im israelischen Staatsarchiv, in parteipolitischen Archiven, in Sammlungen privater Papiere etc.) von über einem Dutzend Massakern an Arabern durch jüdische Truppen während des ersten arabisch-israelischen Krieges 1948. Diese reichten vom Erschießen einer Handvoll oder mehrerer Dutzend Zivilisten, die willkürlich ausgewählt und nach der Eroberung eines Dorfes vor eine Dorfmauer gestellt wurden (wie es zum Beispiel während der Hiram-Operation in Majd al Kurum, Bi'na und Dir al Assad, Ilaboun, Jish, Saliha, Safsaf und Sasa geschah) bis zum Abschlachten von etwa 250 Zivilisten und Häftlingen während eines Feuergefechtes in der Stadt Lydda südöstlich von Tel Aviv am Nachmittag des 12. Juli 1948.
        Im Laufe der Jahre wurden durch die Freigabe neuer Dokumente und durch Zeitungsinterviews mit Zeugen und Teilnehmern Massaker an arabischen Zivilisten und Kriegsgefangenen durch Israelis während der Kriege [<33] von 1956, 1967, 1973 und 1982 aufgedeckt. Für einen großen Teil der israelischen Öffentlichkeit waren diese Enthüllungen ein Schock, da sie in dem Glauben an ihre eigene moralische Überlegenheit und an eine Doktrin von der „Reinheit der Waffen" gelebt hatte. Jüdische Truppen, so glaubte man, waren bis 1948 bei der wichtigsten jüdischen Untergrundorganisation, der Haganah, und danach bei den IDF, dafür ausgebildet worden, ihre Waffen nicht durch Greueltaten zu beschmutzen. Wenn dennoch eine Greueltat ans Licht kam, tat man sie stets als seltene Ausnahme, als Einzeltat ab.
        Die Wahrheit aber sieht anders aus - was nicht weiter überraschend i