JWünschen und JWollen 1)

nach Sponsel (1995), S. 215-217 Heilmittel-Monographien: Übersicht und Querverweise
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wünschen = ....tun mögen ... haben mögen ... sein mögen ... gelten mögen |
... nicht (mehr) wünschen ... nicht (mehr) tun mögen ... nicht (mehr) haben mögen ... nicht (mehr) sein mögen ... nicht (mehr) gelten mögen |
Begriffsfeld: Wunsch, Motiv, Bedürfnis, Wille, Absicht, Ziel, Begehren, Strebung,Interesse, Neigung, Abhängigkeit, Sucht.
Gegenbegriffe: Wunschlos, bedürfnislos, willenlos, ziellos, interessenlos, unabhängig, frei, lenkbar, steuerbar, beherrschbar. Negationen des Begriffsfeldes.
Basiswissenschaftlicher Bezug: Allgemeine Psychologie (Motivation).
Alltagsformulierungen: Ich möchte ..., ich mag ..., ich wünsche mir ..., ich hätte gern ..., ich will ..., ich wollte ..., ich brauche ..., ich muß ..., ich bin abhängig von ..., ich brauche unbedingt ..., ich kann nicht leben ohne ...
Differentialdiagnose
Wunsch und Wille
Wille
= Wunsch + Energie + Lenkung
Wollen
= wünschen + Energie laden + lenken
Im
Willen steckt sowohl Energie und Kraft als auch etwas Gerichtetes, Ziel-Gerichtetes.
Ein Wunsch, der zum Willen wird, ist mit Energie geladen und hat eine Zielrichtung,
auf die hin Aktivitäten gelenkt werden. Lenkung impliziert Aktivitäten.
Während ein Wunsch immer gebildet und aufrechterhalten werden kann,
ohne daß etwas weiteres geschieht, bedeutet der Wille hingegen, daß
Realisationsaktivitäten erfolgen. Es ist nach dieser Einführung
von grundlegender Bedeutung, ob jemand von sich sagt, sie wünsche
oder er wolle.
Der Wunsch gehört ins Reich der Phantasien und Träume, der Wille
ins Reich der Wirklichkeit und Tat. Wille hat Aktivitätskonsequenzen,
der Wunsch nicht.
Praktisches
Differentialdiagnose Wünschen und Wollen
MAZOKA
ist ein Kunstwort aus der Allgemeinen und Integrativen Willenspsychologie.
Es bedeutet: M = Mühe (bereitschaft), A = Ausdauer (bereitschaft),
Z = Zeit (Reservierung), O = Opfer (bereitschaft), K = Kosten (bereitschaft),
A = Anstrengung (sbereitschaft). Zur praktischen Differentialdiagnose zwischen
Wünschen und Wollen
kann nun der
MAZOKA-Begriff herangezogen werden. Jemand wünscht nur, wenn sie/
er keine oder zu wenig MAZOKA füer ein Motiv aufbringt, einer will
in dem Maße, wie sie/er MAZOKA für ein Motiv aufbringt.
Differentialdiagnose
Wunsch und Bedürfnis
Auf
einen Wunsch kann man eher verzichten als auf ein Bedürfnis. Wunsch
und Bedürfnis unterscheiden sich nach diesem Gesichtspunkt durch die
Stärke des Brauchens.
Differentialdiagnose
Wunsch, Bedürfnis und Sucht
Die
Sucht bezeichnet ein unnatürliches, querstatistisch gesehen unnormales,
übertriebenes Brauchen eines Suchtmittels (Anerkennung, Alkohol, Zuwendung,
Fernsehen ...). Es gibt potentiell unendlich viele Süchte oder Kombinationen.
Störungen und Krankheiten des Wünschens. Mancher Mensch bleibt zu sehr, zu oft beim bloßen Wünschen stehen, wo mehr der Wille gefragt ist. Mancher Mensch tagträumt zu viel und entzieht sich der Realität, so daß ein Teufelskreis in Gang gesetzt wird: da die Realität immer unerfreulicher wird, wird vermehrt auf Ersatzbefriedigung in Phantasie und Traum abgestellt, wodurch die Realität noch weniger angemessen bewältigt werden kann usw. Mancher Mensch hat das Träumen und Wünschen verlernt, da ist nichts nicht mehr, wonach sich zu greifen, wofür sich zu leben lohnt. In der Schizozphrenie können die Wünsche und Interessen verloren gehen: Leere, Trägheit, Desorientierung bestimmen den Alltag und machen das Leben so affekt- und freudlos. Mancher Mensch mag so viel, daß er sich immerzu nicht entscheiden kann; einen Wunsch mit Energie auszuzeichnen bedeutet für diesen Menschen, die anderen hinten anzustellen, aufzugeben. Hier wirkt sich eine falsche Einstellung, eine falsche Theorie über das Wünschen ungünstig aus. Manche mögen zu viel, meinen, nicht genug kriegen zu können. Manchen ist frühzeitig abtrainiert worden, etwas wünschen zu dürfen. Sie haben das Wünschen verlernt. Die Verbindung zwischen Bewußtsein und dem Fühlen und Spüren der eigenen Wünsche ist gestört. Schwere Desorientierungssyndrome und Sinnkrisen des Lebens können die Folge sein. Weiß jemand nicht, was schön, angenehm, lustvoll, befriedigend für ihn ist, liegt eine schwere und grundlegende Affektstörung vor: fühlen und wünschen ist massiv beeinträchtigt (Alexithymie, Anhedonie).
Anmerkung: Heilmittel Aufgeben von Wünschen und Wollen. Sind bestimmte Motive unrealisierbar, sei es durch die Bedingungen, sei es durch das eigene Vermögen: mangelnde Begabung, Fähigkeiten, Können oder durch andere Merkmale bedingt, so kann Aufgeben zu einem sehr wichtigen Heilmittel werden, denn es befreit und stellt die bisherigen Energie für andere und vielleicht realistischere Motive zur Verfügung. Es ist also auch sehr wichtig, daß man bestimmte, unrealistischeWünsche oder Gewolltes auch aufgeben kann.
Standort:
Wunsch und Wille.
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Übersicht Heilmittellehre
in der GIPT.