Internet Publikation
für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
IP-GIPT DAS=21.05.2002
Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 1.3.8
Impressum:
Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
Stubenlohstr.
20 D-91052 Erlangen * Mail:sekretariat@sgipt.org
Anfang Iatrogenie_Überblick_Rel.
Aktuelles_Rel.
Beständiges Titelblatt_
Konzept_
Archiv_
Region_Service-iec-verlag__Zitierung
& Copyright_ in _
Wichtige Hinweise zu Links+Empfehlungen
Herzlich willkomen in
unserer Abteilung Psycho-Moden, psychische Epidemien und Epidemiologie,
hier speziell zum Thema:
Iatrogenie - Krank
durch Behandlung
Fehler, Behandlungsfehler, Kunstfehler
Ein kritischer Beitrag zur Epidemiologie des Gesundheitssystems,
das selbst ein wichtiger Faktor für Krankheit und
Tod ist
von Rudolf Sponsel, Erlangen
Heilkunde-Paradigma * Todesparadoxon
bei Ärztestreiks * Fehlerarten * Häufigkeiten
* Vorbeugung
* Arzneimittelnebenwirkungen
* Literatur Behandlungsfehler
* Literatur
Fehlorientierung * Literatur
Wirtschaftskrimininalität * Was
tut not? * Links
* Querverweise
Heilkunde-Paradigma.
Ziel und Zweck eines Gesundheitssystems ist die Optimierung des Gesundheitsszustandes
der Bevölkerung. Nach dem Prinzip Kein
wirksames Heilmittel ohne Nebenwirkung ist sicher zu erwarten,
daß auch die Ausübung der Heilkunde selbst eine Reihe von Krankheiten,
Behinderungen und Todesfälle produziert. Grundsätzlich ist daran
nichts Ehrenrühriges oder ein besonders schlimmer Übelstand zu
sehen, weil all unser Tun oder Lassen Wirkungen und ungewollte Nebenwirkungen
haben kann bzw. hat, so auch das Heilkundliche Handeln (Tun oder
Lassen):
Handlung /
Wirkung |
Heilkundliches Tun: Therapieren |
Heilkundliches Lassen
Udenustherapie |
| Bezweckte Wirkung |
Bewältigen helfen, Lindern, Bessern, Heilen |
Kein Risiko oder Schaden, Selbstheilung |
| Ungewollte Nebenwirkung |
Nebenwirkungen, Komplikationen, Verschlechterung, Tod |
Nebenwirkungen,
Komplikationen,
Verschlechterung, Tod |
Querverweis:
Alpha- und Beta-Fehler in der Statistik * Das
Bayes'sche Theorem
Die Heilfachkundigen scheinen aber wenig geneigt, die Störungen
und Krankheiten, ja sogar den durch ihre Behandlung verursachten Tod, als
Folge ihres Handelns wahrnehmen zu wollen, so daß sich infolge der
Verleugnung des Problems gar keine Möglichkeiten zur Verbesserung
der natürlich ungewollten Nebenwirkungsrate ergeben. Sieht man sich
man einige statistische Daten an, so muten einige davon äußert
makaber, irritierend und beängstigend an, z.B.:
| Ärztestreiks |
Sterblichkeit und Todesrate |
| Ca. 4 Monate Großbritannien: Krankenhaus |
6000 weniger Tote als vor einem Jahr |
| 1978 Brasilien: 14.000 |
weniger Tote |
| 1979 Belgien 6.000 |
weniger Tote |
| 1979 Italien 30.000 |
weniger Tote |
| 1980 Frankreich |
weniger Tote |
| 1981 Schweden |
weniger Tote |
| 1983 Israel 4 1/2 Monate |
weniger Tote |
| 1986 Italien, 14 Tage Krankenhaus |
keine Toten gegenüber sonst 43/ Tag |
| 2000 Israel |
weniger Tote |
Quelle:
DIE ZEIT 49/94, S.86
| Unzweifelhaft drängt
sich angesichts solcher Daten die Schluß- Frage auf: Leben die Menschen
gesünder oder länger, wenn sie nicht medizinisch behandelt werden? |
Am Rande sei hier nur angemerkt, das die hemmungs- und kritiklose Technisierung
und
Industriealisierung ebenfalls einen hohen Gesundheits-Preis erfordert.
Fehlerarten
Der Bericht
des Robert Koch Instituts im Verbund mit dem statistischen Bundesamt führt
zu den Fehlerarten aus:
"Ein Fehler, d.h. eine nicht angemessene - z. B. nicht sorgfältige,
nicht richtige, nicht zeitgerechte Behandlung - kann alle Bereiche ärztlicher
Tätigkeit (Tun oder Unterlassen) betreffen: Prophylaxe, Diagnostik,
Auswahl des Behandlungsverfahrens, Therapie und Nachsorge. Er kann rein
medizinischen Charakter haben (z. B. fehlerhafte Beurteilung eines Röntgenbildes,
fehlerhafte OP-Technik) oder sich auf organisatorische Fragen beziehen
(z. B. ungenügende Absprache zwischen Ärzten, fehlerhafte Ablaufplanung
im OP). Dem Arzt zugerechnet werden nicht nur eigene Versäumnisse
sondern in der Regel auch Fehler ihm nachgeordneter oder zuarbeitender
Personen (Pflegekräfte, Laborkräfte etc.). Kritisch überprüft
werden muss nicht nur, ob dem Arzt ein Fehler unterlaufen ist, sondern
auch, ob er den Patienten richtig, verständlich, umfassend und rechtzeitig
aufgeklärt hat - über die Risiken der vorgesehenen Diagnostik
oder Behandlung, über ihre Alternativen und über die notwendigen
Verhaltensmaßregeln des Patienten."
Häufigkeiten
von Behandlungsfehlern
Nach
Angaben des ROBERT
KOCH INSTITUTs
"Es gibt in Deutschland keine umfassende Statistik über medizinische
Behandlungsfehler. Die Häufigkeit von Vorwürfen vermuteter medizinischer
Behandlungsfehler liegt bundesweit derzeit bei etwa 40.000 pro Jahr. Bei
einer Fehler-Anerkennungsrate von rund 30% entspricht dies einer Anzahl
anerkannter medizinischer Behandlungsfehler von etwa 12.000 pro Jahr. Fehlervorwürfe
betreffen vornehmlich die operativen Disziplinen und in überdurchschnittlichem
Maße Krankenhausärzte. Es ist davon auszugehen, dass dies kein
getreues Abbild der Realität (tatsächliche Fehlerverteilung)
ist, sondern eher ein Wahrnehmungseffekt. Sieht man von fachspezifischen
Problemen ab, werden vorrangig drei Gründe für die Entstehung
von medizinischen Behandlungsfehlern deutlich: organisatorische Defizite,
Dokumentationsdefizite und die Behandlung von Patienten in nicht optimal
geeigneten Einrichtungen."
Nach
Angaben von von Langbein
und Ehgartner (2002)
"30000 Tote pro Jahr
Rund eine Million Menschen kommen in den USA jährlich durch ärztliches
Tun zu Schaden, 45000 bis 98000 Todesfälle sind die Folge von Diagnose-
und Therapiefehlern. Diese drastischen Zahlen lieferte die bislang umfassendste
Studie über die Folgen ärztlicher Fehler, die von der amerikanischen
Harvard University clurchgefiihrt wurde. Auf Deutschland umgerechnet bedeuten
diese Zahlen, daß etwa 300.000 Schadensfälle und etwa 30.000
Todesfälle pro Jahr behandlungsbedingt sind. Daß die allerwenigsten
davon überhaupt bekannt werden, liegt zum einen daran, daß die
Perfektion, Fehler zu ignorieren, schönzureden oder zu vertuschen,
hierzulande scheinbar ein integrierender Bestandteil der ärztlichen
Kunst ist. Oder anders gesagt: Vier
von hundert Patienten ziehen sich im Krankenhaus ein Leiden zu, das
sie vorher nicht hatten." [S. 138f]
Jeder vierte Befund
ist falsch
"Ein klareres Bild ergibt sich, wenn Spezialisten sich ganz unabhängig
von den Einschätzungen und Handlungen der behandelnden Ärzte
ein Bild über den Zustand der Patienten machen. Das ist freilich nur
in einem Stadium wirklich möglich: nach Eintritt des Todes. Dann erst
läßt sich im Körper der ehemaligen Patienten minutiös
nachvollziehen, was tatsächlich geschehen ist und wie sich das ärztliche
Tun ausgewirkt hat. Schon bei der
Feststellung, woran der Patient gelitten hat, zeigt sich, daß
auch die High-Tech-Medizin alles andere als eine präzise Wissenschaft
ist: Großangelegte Vergleichsstudien der Ergebnisse von Obduktionen
mit der Krankengeschichte zeigen, daß in einem Viertel der Fälle
die Krankheit, an der der Patient in der Klinik
letztendlich verstarb, von den Klinikärzten gar nicht erkannt
worden war. Andere Untersuchungen kamen sogar auf eine »Trefferquote«
in der Diagnostik von nur 50 Prozent." [S. 141]
Vorbeugung
- Prävention von Behandlungsfehlern
Vorschläge
des Robert
Koch Instituts
"Präventionsansätze beinhalten die Einführung von Qualitätssicherungs-
und -management- Instrumenten in Krankenhäusern und ärztlichen
Praxen. Dazu kommen auf nationaler fachinterner Ebene die themenbezogene
Analyse zusammengefasster Fehlervorwürfe, z. B. aus dem Fundus von
Gutachterkommissionen und Medizinischen Diensten sowie die Entwicklung
von Leitlinien. Greift zusätzlich die Gesundheits- Selbstverwaltung
diese Analysen auf, können sich die Erkenntnisse zur Fehlervermeidung
schließlich auch in der Versorgungs- und der Vertragsgestaltung des
Gesundheitswesens niederschlagen. Die Möglichkeiten der Einrichtung
eines nationalen Behandlungsfehler- Registers wären zu diskutieren."
Vorschläge
von von Langbein und Ehgartner(2002,
S. 139)
"Nur ein System, in dem Fehler regelmäßig erfaßt und
analysiert werden, kann Fehlerraten reduzieren. Daß jeder erkannte
Irrtum oder Mißstand und die daraus hoffentlich folgende Schadensverhinderung
ein Gewinn ist, von diesem Denkprinzip, das in angloamerikanischen Ländern
längst Einzug gehalten hat, sind wir noch weit entfernt. Ärzte
in Klinik und Praxis halten das Geständnis, dem Patienten ohne böse
Absicht einen Schaden
zugefügt zu haben, bereits für ein Eingeständnis eigener
Inkompetenz. Deshalb wird im Ernstfall meist geschwiegen. Offene Debatten
und Analysen im Umgang mit Pannen sind noch immer eine Rarität. Von
standardisierten Verfahren, mit deren Hilfe Fehlerhäufigkeiten erfaßt
und Fehlerwiederholungen loka-
lisiert werden könnten, ist man hierzulande noch meilenweit entfernt.
»Strafsanktionen sind das größte
Hindernis bei der Erfassung und Vermeidung von Fehlern«, sagt Scheppokat.
Damit werden Pannen höchstens geleugnet und vertuscht. Im Flugverkehr
ist inan schon weiter. Hier werden gefährliche Beinahekollisionen
viel genauer erfaßt und können auch analysiert werden, seit
Piloten und Fluglotsen straffrei bleiben, wenn sie diese Vorkonunnisse
unverzüglich melden."
Arzneimittelnebenwirkungen
"dpa 11. Oktober 2000 22:04 Uhr: Jährlich bis zu 16.000 Tote
durch Arzneimittel-Nebenwirkungen
Bremen (dpa) - Bis zu 16.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich
im Krankenhaus durch die Einnahme von Arzneimitteln. Das berichtet der
"Weser-Kurier" unter Berufung auf eine Studie des Instituts für Klinische
Pharmakologie in Bremen. Damit liegen die Opferzahlen doppelt so hoch wie
im Straßenverkehr. Bei etwa 16 Millionen Krankenhausaufenthalten
pro Jahr sei somit von mindestens 200.000 schwerwiegenden Arzneimittelwirkungen
auszugehen. Nach internationalen Erkenntnissen sei die Hälfte der
Fälle vermeidbar."
Literatur
Nebenwirkungen Psychopharmaka
Der
Streit um das Ritalin® (Methylphenidat) und Langzeitstudien
bei AD-H-D.
_
Literatur
Behandlungsfehler
_
_
-
Allgemeiner Patienten-Verband (1985). Ärztefehler - pfuschen und vertuschen.
Frankfurt: Fischer.
-
Buchwald, Gerhard (1995). Impfen. Das Geschäft mit der Angst. Lahnstein:
emu.
-
Deutsch E. (1999, 4.A.). Medizinrecht-Arztrecht, Arzneimittelrecht und
Medizinprodukterecht. Berlin: Springer.
-
Dürwald, Wolfgang (). Anatomie des Todes. Ein Rechtsmediziner ermittelt.
-
Dupré, Karl (1989). Ärztliche Behandlungsfehler. Geschädigte
Patienten und ihre Rechtsansprüche. Wiesbaden: Jopp.
-
Francke R. & Hart D. (1999) Charta der Patientenrechte. Baden-Baden:
Nomos.
-
Geiß, Karlmann: (1999). Arzthaftpflichtrecht. Seminarschriften der
Deutschen AnwaltAkademie Bd.18. 3.. München: Beck.
-
Geiß K. & Greiner H.P. (1999) Arzthaftpflichtrecht. Beck.
München.
-
Gesundheitsberichterstattung
des Bundes (12/2001). Medizinische Behandlungsfehler in Deutschland.
Heft 04/01. ISBN 3-89606-126-7. ISSN 1437-5478
-
Giesen D. (1995, 4.A.) Arzthaftungsrecht. Tübingen: Mohr-Siebeck.
-
Hansis M.L. & Hansis D.E. (1999). Der ärztliche Behandlungsfehler.
Verbessern statt streiten. Landsberg: Eco-med.
-
Hart D. (1999). »Organisationsaufklärung« Zum Verhältnis
von Standardbehandlung, Organisationspflichten und ärztlicher Aufklärung.
MedR S.47 ff..
-
Hart D. (2000, Hrsg.) Ärztliche Leitlinien. Baden-Baden: Nomos.
-
Hempfling, Walter (1995). Falsch behandelt. Ihr Recht als Patient nach
einem Arztfehler. München: Ehrenwirth.
-
Hirche, Wolfram (1997, 5.A.). Arztrecht Kompakt. München: MD.
-
Kaufmann, Susanne & Müller, Frank (1994). Ärztlicher Kunstfehler
- und dann? Der lange und schmerzhafte Weg durch die Instanzen. Heidelberg:
Haug.
-
Kissling, W. (1992). Ist die Hälfte aller schizophrenen Rezidive iatrogen?
In: Koenig P (1992). Rückfallprophylaxe schizophrener Erkrankungen.
Eine multidisziplinaere Standortbestimmung. Aktuelle Probleme der
Schizophrenie, Band 3. Springer, 1992, S. 1-11
-
Kullmann H. J; Bischoff R. & Dressler W.D. (1998) Arzthaftpflicht-Rechtsprechung
(AHRS). Berlin: E. Schmidt.
-
Laufs A.; Dierks Ch.; Wienke A.; Graf-Baumann T. & Hirsch G. (1997,
Hrsg.). Die Entwicklung der Arzthaftung. Heidelberg: Springer.
-
Lepa M. (2000). Beweisprobleme beim Schadensersatz. Aus: Verletzung der
Verpflichtung des Arztes zur Risikoaufklärung. In: Brandner H.E.;
Hagen H. & Stürner R. (2000. Hrsg). Festschrift für K. Geiß.
S. 449 ff
-
Leth, Frank (25./26.5.2002). Wenn der Arztbesuch
zum Risiko wird. Bei Verdacht auf Kunstfehler sollte man offen mit den
Medizinern reden. Erlangen (Nürnberger) Nachrichte, Wochenenmagazin,Ratgeber
Soziales, S. 4
-
Mallach, H. J.; Schlenker, G.; Weiser, A.
(1993). Ärztliche Kunstfehler. Eine Falldarstellung aus Praxis und
Klinik sowie ihre rechtliche Wertung. Stuttgart: G. Fischer.
-
Ruesch, Hans (?). Die Pharma-Story. München: Hirthammer.
-
Schipkowensky, N. (1965). Iatrogenie oder befreiende Psychotherapie. Leipzig:
Hirzel.
-
Schlichtner, Susanne (1997). Patient. Ratgeber Recht. Das Buch zur ARD-Serie
Ratgeber Recht. Frankfurt: Suhrkamp.
-
Steffen E. & Dressler W.D. (1999). Arzthaftungsrecht. Neue Entwicklungslinien
der BGH-Rechtsprechung. RWS Script.
-
Wiese, Beate (1995). Ärztliche Kunstfehler. Frankfurt: Fischer.
_
_
Auch in der Psychotherapie, Psychodiagnostik und
psychologischen Beratung gibt es natürlich zahlreiche Möglichkeiten,
aus der Vielzahl potentieller Kunstfehler
einige zu realisieren.
_
_
-
Adler, E. (1988). Kranke Rezepte. Sucht durch verordnete Medikamente. Betrügerische
Kassenabrechnungen. Fallstudien aus der Praxis. Nördlingen: Greno.
-
Blech, Jörg (2005). Die Krankheitserfinder.
Wie wir zu Patienten gemacht werden. Frankfurt: S. Fischer.
-
Blech, Jörg (2005). Heillose Medizin Fragwürdige
Therapien und wie Sie sich davor schützen können. Frankfurt:
S. Fischer.
-
Göpel, Eberhard & Hölling, Günter (1999, Hrsg.). Macht.
Geld. PatientInnen. Gesund? Frankfurt: Mabuse.
-
Krämer, Walter (1982). Wer leben will, muß zahlen. Die Kostenexplosion
im Gesundheitswesen und ihre möglichen Auswikrungen. Düsseldorf:
Econ.
-
Langbein, Kurt & Ehgartner (2002). Das Medizin Kartell. Die sieben
Todsünden der Gesundheitsindustrie. München: Piper.
-
Mendelsohn, Robert S. (1988). Trau keinem Doktor. : Mahajiva.
-
Schöne, Klaus (1989). Menschenfalle Krankenhaus. Wien: Orac.
-
Vollborn, Marita & Vlad, Georgescu (2005).
Die Gesundheitsmafia Wie wir als Patienten betrogen werden. Frankfurt:
S. Fischer.
_
Fehlorientierung,
Irrtum und Fehler in der Medizin
_
_
-
Bässler, Ulrich (1991). Irrtum und Erkenntnis. Fehlerquellen im Erkenntnisprozeß
von Biologie und Medizin. Berlin: Springer.
-
Blüchel, Kurt (1974). Die weißen Magier. Das Milliardengeschäft
mit der Krankheit. München: Bertelsmann.
-
Hehn, Adam; Lang, Paul-Helmut & Hansen, Eike (1980). Mögliche
Nebenwirkungen Tod. Zeugnis aus dem Inneren der Pharmaindustrie. 'Die große
Vergiftung' - Folge 2. Reinbek: Rowohlt.
-
Skrabanek, Petr (1989). Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin.
Mainz: Kirchheim.
_
Betroffenen
Literatur
Du hättest leben können: http://www.stefanie-bachstein.de.
PatientInnen
Kritik Psychotherapie.
_
Literatur
Wirtschaftskriminalität im Gesundheitswesen
-
Abrechnungsbetrügereien
in der Medizin (Internet Links)
-
Etscheit, Jost (1988). Wirtschaftskriminalität im Gesundheitswesen.
Köln: Müller-Botermann.
_
Was
tut not: Woran krankt das gesamte Gesundheitssystem fundamental ?
Langbein,
Kurt & Ehgartner (2002). Das Medizin Kartell. Die sieben Todsünden
der Gesundheitsindustrie. München: Piper.
-
Kriegserklärung gegen den falschen Feind
-
Medizin als chemischer Krieg
-
Vom Krankenbett ins Labor - die Abkehr vom Patienten
-
Menschenfalle Medizin
-
Die Verwechslung von Symptom und Ursache
-
Die Geringschätzung des Immunsystems
-
Die Versklavung der Medizin durch die Industrie
|
 |
Die
Hauptmängel des deutschen Gesundheitssystem sind:
-
Es gibt keine vernünftige Planung (vorgeschoben werden der "gläserne
Patient", ein motiviert falsch verstandener Datenschutz, schwingen der
Sozialismus- und Kommunismus-Keule, Egoismus).
-
Für Fehlplanungen - z.B. Aachener Großklinikum 15 Jahre Bauzeit,
statt rund 400 Millionen Euros wurden es schließlich drei mal so
viel - ist in diesem Land nie einer verantwortlich: es gilt das deutsche
Staatsprinzip: Wer
Mist macht, wird belohnt. Wer qualitätssichert eigentlich
die Chefärzte und DirektorInnen?
-
Im Lexikon der populären Irrtümer (Krämer
& Tränkel, 1999, S. 213) heißt es unter dem Stichwort
"Krankenkassen":
"Die deutschen Krankenkassen vertreten in erster Linie ihre eigenen Interessen:
möglichst hohe Gehälter für die Funktionäre und möglichst
viele Mitglieder, die diese Gehälter zahlen. Die Interessen bzw. der
Geldbeutel der Patienten sind einer deutschen Krankenkasse einerlei."
-
Unzureichende evaluative Kriterien (Objektivität, Reliablität,
Validität) in der Medizin.
-
Es gibt keine genügend zuverlässigen epidemiologischen Daten,
die eine vernünftige Planung ermöglichen.
-
Unzureichende gesetzliche Vorschriften zur Epidemiologie, die zuverlässige
Daten wirkungsvoll fördern (entsprechender Anreiz und Lohn bei gewünschtem
Verhalten, wirkungsvolle und empfindliche Nachteile bzw. Strafen bei unerwünschtem
Verhalten).
-
Das Gesundheitssystem ist viel zu einseitig von wirtschaftlichen Interessen
der Profiteure (ÄrztInnen, Pharma- und Medizintechnik, Industrie)
abhängig.
-
Parteiische und vielfach inkompetente
Justiz: einerseits unrealistisch- idealistische Forderungen an die
einzelne ÄrztIn, andererseits beweisidealistisch
und bürokratisch völlig abgehoben und entrückt.
-
Es gibt viel zu viele ÄrztInnen, die alle - nachvollziehbar - gut
leben wollen: die Arztdichte hat
extrem zugenommen.
-
Völlig unfähig zeigt sich das Gesundheitssystem, Gesetzgebung
und Justiz auch, den ÄrztInnen- Mangel in unattraktiven Regionen (Krankenhaus,
Osten, Land) durch entsprechende finanzielle und arbeitsqualitative Maßnahmen
richtig zu lenken.
-
Ärztliches Handeln ist auf Krankheiten zentriert und nicht auf Gesundheit:
die ÄrztIn verdient nur an der kranken, nicht an der gesunden PatientIn
(Systemfehler).
-
Die Ausbildung der ÄrztInnen ist im Hinblick auf Planung,
Epidemiologie,
Umgang mit nicht vermeidbaren Kunstfehlern und gesamtgesellschaftliche
Verantwortung sehr schlecht.
-
Die PatientInnen haben viel zu wenig Rechte und werden bei den rund 250.000
Behandlungsfehlern im Jahr weder vom Recht noch von der Gesetzgebung her
angemessen unterstützt.
-
Die PatientInnen sind zu anspruchsvoll.
-
Die PatientInnen werden zu wenig verantwortlich in ihr Genesungsverhalten
eingebunden.
-
Die Finanzierung der zunehmenden Überalterung ist nicht gesichert
und mangels vernünftiger Planbarkeit auch kaum möglich.
-
Undurchsichtige und schwierige Bewertung des sog. Medizinfortschritts (extremer
Anstieg der Veröffentlichungen).
-
Radikale Beschränkung auf wenige wirkungsvolle Medikamente.
-
Verbot der Arzneimittelwerbung.
-
Verbot des Fort- und Weiterbildungdsponsorings der ÄrztInnen durch
die Pharmaindustrie.
-
Sonstiges, bislang nicht Berücksichtigtes.
_
Links
Fehler, Behandlungsfehler, Kunstfehler, Arzt- und PatientInnen-Rechte [Bei
Links
und Empfehlungen bitte beachten]
Iatros oder Jatros heißt
der Arzt auf griechisch. Und mit Iatrogenie oder Jatrogenie bezeichnet
man Störungen, Krankheiten, Behinderungen oder Todesfälle, die
durch ärztliche Behandlung entstanden sind.
___
Dürwald,
Wolfgang (Anatomie des Todes): "Ein spannender Tatsachenbericht über
ärztliche Kunstfehler und Morde ohne Leichen In seinem dritten Tatsachenbericht
belegt Wolfgang Dürwald wiederum überzeugend, dass Kriminalpolizei
und Gerichte ohne die Rechtsmediziner oft hilflos sind. Er widmet sich
einer äußerst interessantesten, aber auch sehr unangenehmen
Aufgabe seines Berufs: der Beurteilung von ärztlichen Kunstfehlern.
Ist der Tod, sind die schweren Gesundheitsschäden durch unglückliche
Umstände eingetreten, für die der Fachkollege nicht verantwortlich
zeichnet, oder wurde gegen die Regeln der ärztlichen Kunst verstoßen?
Liegt fahrlässiges oder vorsätzlich falsches Verhalten durch
Ärzte, Schwestern oder Pfleger vor? Sind rechtliche Konsequenzen erforderlich
oder nicht? In plastischer und verständlicher Sprache schildert der
Autor ferner den plötzlichen Tod aus natürlicher Ursache, Morde,
bei denen die Leichen verschwunden sind, Abstammungsuntersuchungen sowie
Probleme der Identifikation. Ohne Sensationslust und mit hintergründigem
Humor beschreibt der Autor Fakten und Umstände und hält sozialen
Gegebenheiten den Spiegel vor."
___
Rechtsanwalt
zum medizinischen Kunstfehler: "Voraussetzung für jeden ärztlichen
Eingriff ist, dass der Eingriff medizinisch indiziert (angezeigt) war,
d.h. nach Gesundheitszustand und Heilungsaussichten unter Berücksichtigung
der Gefährlichkeit geboten oder zumindest vertretbar war, und dass
er nach den Regeln der ärztlichen Kunst erfolgte (de lege artis).
Ob ein Eingriff medizinisch indiziert war und fachgerecht durchgeführt
worden ist, beurteilt sich nach dem Zustand zum Zeitpunkt seiner Vornahme
und den damals nach ärztlicher Erfahrung begründeten Erwartungen,
nicht nach dem später eingetretenen Erfolg oder Misserfolg. War der
Eingriff danach nicht indiziert, lag z.B. eine Fehldiagnose vor, oder ist
er nicht mit der gebotenen ärztlichen Sorgfalt durchgeführt worden,
ist der Arzt wegen rechtswidriger Körperverletzung strafbar, wenn
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder der Tod des Patienten
durch den Kunstfehler verursacht worden ist. Ferner ist nach bürgerlichem
Recht Schadensersatz aus Dienst- oder Werkvertrag oder unerlaubter Handlung
zu leisten. Siehe auch Aufklärungspflicht des Arztes."
___
Sekundärquelle
Todesstatistik bei Ärztestreiks: Mail Werner-Fuß-Zentrum
17.5.2 im Forum de.sci.medizin.psychiatrie
___
Ärztestreik März
2000 Israel: British Medical Journal 2000; 320:1561
___
15.000
bis 20.000 Menschen sterben jährlich. Weitere Themen: 200.000
Patienten mit Kalziumantagonisten umgebracht? Amalgam und die Folgen. Arzneimittelindustrie
herrscht. Aspartam hat nichts in Lebensmitteln zu suchen! Bayer Medikament
- die Zahl der Todesfälle ist gewaltig. Das körpereigene Immunsystem
und die Pharmaindustrie. Der BAYER-Skandal - Anfang vom Ende des "Pharmageschäfts
mit der Krankheit". Diagnostische Übertreibungen und die Wahrheit
über die Gefahren der modernen Medizin. Die Gifthändler - Patienten
Nebensache. Dreiwegekatalysator. Erfolgreiche, aber unterdrückte Krebs-Therapien.
Infektionskrankheiten durch Keime: Ein modernes Märchen. Irrglaube
- Die Macht der Konzerne. Jodsalz hat in der Küche nichts zu suchen!!!!
Killerkids, Psychopharmaka und Herzversagen. Lebenserwartung sinkt ziemlich
proportional mit Zunahme der Arztdichte! Millionen Herz- / Kreislauftote
wegen Großpharmaindustrie und wissenschaftlichen Meinungsmachern?
Notizen: Vortrag von Dr. Stefan Lanka. Sorgloser Umgang mit Chemikalien
in Kosmetika. Todesursache: Nebenwirkungen. Umweltgifte - Schwermetalle
und ihre Auswirkungen. Vergiftung der Nahrungskette. Vorsicht bei Präservativen!
Warnung vor Silizium Dioxyd. Wer der Gesundheit schadet ist ein Verbrecher.
Zeichen und Symptome bei Belastungen mit toxischen Metallen. Zeichen und
Symptome bei Belastungen mit toxischen Metallen. Unkontrollierte Mehrfachverschreibungen
- Mißbrauch.
__
[Interner Hinweis Quellen-Material-Pfad: C:\EigDat\Lit_Txt\PsyThe_L\Eth_fe_L\]
Querverweise
Thema Medizin und Krankheit
Standort: Iatrogenie. Krank durch Behandlung
Affären, Korruption und
Wirtschaftskriminalität
_
Behandlungsfehler
(Kunstfehler, Fehler) in der Psychotherapie
_
Finanzierung,
Geld, Kosten und Kostenexplosition
Gesundheitsreform
Krankheitsbegriff,
Einzelfall und Epidemiologie
-
Bio-Psycho-Soziales
Krankheitsmodell
-
Epidemiologie
-
Krankheit, Symptom,
Syndrom, Aufgabe der Heilkunde
-
Krankheitsbegriff
(von Ingo-Wolf Kittel)
-
Ludwig II. König von
Bayern Leben und Entmündigung, eine psychopathologisch-historische
Studie mit umfangreichem wissenschaftlichen und psychiatrie-historischen
Apparat
-
Norm, Wert, Abweichung (Deviation), Krank
(Krankheit), Diagnose
-
Potentielle Kunst-/ Fehler aus der Sicht
der Allgemeinen und Integrativen Psychologischen Psychotherapie. Materialien
zur Qualitätssicherung mit einer Literaturübersicht
-
Udenustherapie
(Oudenotherapie), Krankheitsbegriff, Heilbarkeit und das autistisch- undisziplinierte
Denken in der Heilkunde von Eugen Bleuler
Probleme
der Diagnostik und Differential-Diagnostik
Statistik
& Wissenschaftstheorie in der Heilkunde
_
Zitierung
Sponsel, Rudolf (DAS). Iatrogenie
- Krank durch Behandlung. Fehler, Behandlungsfehler, Kunstfehler.
Ein kritischer Beitrag zur Epidemiologie des Gesundheitssystems, das
selbst ein wichtiger Faktor für Krankheit und Tod ist.
IP-GIPT.
Erlangen: http://www.sgipt.org/doceval/epidem/iatrogen.htm
Copyright & Nutzungsrechte
Diese Seite darf von jeder/m in nicht-kommerziellen
Verwertungen frei aber nur original bearbeitet und nicht inhaltlich
verändert und nur bei vollständiger Angabe der Zitierungs-Quelle
benutzt werden. Das Einbinden in fremde Seiten oder Rahmen, die die Urheberschaft
des Autors Rudolf Sponsel nicht jederzeit klar erkennen lassen, ist nicht
gestattet. Sofern die Rechte anderer berührt sind, sind diese dort
zu erkunden. Sollten wir die Rechte anderer unberechtigt genutzt haben,
bitten wir um Mitteilung. Soweit es um (längere) Zitate aus
... geht, sind die Rechte bei/m ... zu erkunden oder eine Erlaubnis
einzuholen.
Ende Iatrogenie_Überblick_Rel.
Aktuelles_Rel.
Beständiges _Titelblatt_
Konzept_
Archiv_
Region_
Service-iec-verlag_
Mail: sekretariat@sgipt.org_
Wichtige Hinweise zu Links+Empfehlungen
kontrolliert:irs
21.05.02
Änderungen
01.03.08 Aktionsbündnis
Patientensicherheit: Aus Fehlern lernen [PDF]
19.03.06 Ergänzung einiger
neuer Titel.
09.07.04 Einbau Rubrik Betroffenen
Literatur, Link: Du hättest
leben können.