Politischer Wochen Kommentar PWK 2002-22
von Rudolf Sponsel, Erlangen
Erstausgabe PWK2-22 am 01.06.2002, Letztes Update TT.MM.JJ
Politik, Medien und Öffentlichkeit werden bei Sonntagsreden nicht müde, darauf hinzuweisen, wie wichtig Zivilcourage sei und wie sehr man sich die mündige und zivilcouragierte BürgerIn wünsche. Doch wehe, es zeigt mal eine Zivilcourage. Sie wird schnell mit allen hinterlistigen und tückischen Mitteln gemobbt und ausgegrenzt. So sieht es derzeit mit dem zivilcouragierten Revisor aus, der die Fälschungen der Arbeitsvermittlungsstatistik in der Bundesanstalt für Arbeit aufgedeckt hat. Und so sieht es aus mit Ingrid Meier (PWK2-09-20-21), die bei der Steuerbegünstigung der Familie Diehl nicht einfach so, wie die Vorgesetzten das wünschten, mitgespielt hat.
Die Medien wären im Prinzip die einzigen, die zivilcouragierte BürgerInnen vor Mobbing und Ausgrenzung schützen könnten. Hierzu wäre es wichtig, eine bundesweite (natürlich freiwillige) Datenbank für Zivilcourage einzurichten und regelmäßig über das Schicksal mutiger und zivilcouragierter BürgerInnen zu berichten.
Angesichts der aktuellen Auseinandersetzung zwischen dem
Zentralrat
der Juden und der FDP um die Frage berechtigte und normale
Kritik
in Abgrenzung zum Antisemitismus erhält die letzte Woche frisch ausgelieferte
Taschenbuchausgabe von
Finkelsteins
Die Holocaust- Industrie eine besondere Brisanz.
Finkelstein erhebt unglaubliche und
erschütternde Vorwürfe zur Ausbeutung des Holocaust durch die
von ihm so genannte
Holocaust-Industrie. Danach eignen sich amerikanische
Anwälte und jüdische Organisationen Millionen und Milliarden-
Beträge an, während teilweise den Opfern, für die die Gelder
angeblich erstritten wurden, elementarste Hilfe vorenthalten wird. Im aktualisierten
Vorwort zur Taschenbuchausgabe führt Finkelstein aus:
"Seit dem Erscheinen von Die
Holocaust- Industrie sind meine wesentlichen Aussagen durch neue Entwicklungen
bestätigt worden. Im Oktober 2001 hat das Claims Resolution Tribunal
(CRT), das über Ansprüche auf nachrichtenlose Konten in der Schweiz
seit Ende des Zweiten Weltkriegs zu entscheiden hatte, seine Ergebnisse
hinsichtlich einer vorläufigen Liste von 5570 ausländischen Konten
bekanntgegeben. Demnach belief sich der heutige Wert der Konten von Holocaust-
Opfern einschließlich der aufgelaufenen Zinsen auf insgesamt 10 Millionen
Dollar. Auch nachdem die Ansprüche auf die verbleibenden 21000 nachrichtenlosen
und geschlossenen Konten der Holocaust- Ära abgelöst sein werden,
wird dieser Betrag wahrscheinlich nie auch nur annähernd die 1,25
Milliarden erreichen, die man in dem abschließenden Vergleich aus
den Schweizer Banken herausgeholt hat (ganz zu schweigen von den 7 bis
20 Milliarden, die man zunächst verlangt hatte).
Ein Bericht über die Ergebnisse
der CRT in der London Times trug die Überschrift: »Die
Schweizer Holocaust- Gelder haben sich als Mythos herausgestellt.«
Diese gewichtigen Belege stützen Raul Hilbergs Vorwurf, der Jüdische
Weltkongreß hätte »phänomenale Zahlen« heraufbeschworen
und dann die Schweizer Banken »erpreßt«, sich zu unterwerfen.
[FN6] Nachdem nur der winzigste Bruchteil von den 1,25 Milliarden aus dem
Vergleich mit der Schweiz an Holocaust- Opfer oder deren Erben ausbezahlt
wurde, hat, wie vorauszusehen war, der Kampf zwischen den Erpressern begonnen,
wer die Holocaust- Beute behalten darf. Im Kreuzfeuer findet sich interessanterweise
das Opfer der Erpresser. Mit der Behauptung, Israel sei der rechtmäßige
Empfänger (und er selbst »traue dem Jüdischen Weltkongreß
nicht«), verlangt der israelische Justizminister, daß der »Deal
mit den Schweizer Banken ... neu zu verhandeln sei«. [FN7]"
Finkelstein, engagierter amerikanischer Polit-Professor und selbst Jude, möchte mit seinem Buch zu einem angemessenen Umgang mit dem Holocaust beitragen.
Finkelsteins Seite: http://www.normanfinkelstein.com
Hinweis auf ein Rundfunk-Interview
mit Rafael Seligmann am 12.6.2
Im nächsten Politischen Wochen Kommentar 2/23:
Die Holocaust- Konditionierung der deutschen Intelligenz
FAZ lehnt Vorabdruck aus Martin Walsers neuem Roman wegen angeblich stark antisemitischer Inhalte ab
Mit einem Paukenschlag erschien am Mittwoch, den 29.5.2002
in der Frankfurter Allgemeine Zeitung - hinter der sicher nicht
immer ein kluger Kopf sitzt - ein offener
Brief des Mitherausgebers Frank Schirrmacher, der anläßlich
der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels in der Paulskirche
zu Frankfurt an Martin Walser die Laudatio
hielt. In dem offenen Brief heißt es: "Der neue Roman von Martin
Walser: Kein Vorabdruck in der F.A.Z.". Schirrmacher hält Walsers
neuen Roman für ein nicht akzeptables Buch, weil es mit antisemitischen
Klischees in unverantwortlicher Weise spielen solle. Aus der Vorveröffentlichungs-
Kritik Schirrmachers: "Ihr Roman ist eine Exekution. Eine Abrechnung -
lassen wir das Versteckspiel mit den fiktiven Namen gleich von Anfang an
beiseite! - mit Marcel Reich-Ranicki." ... "Ich aber halte Ihr Buch für
ein Dokument des Hasses." ... "Ihr Buch ist nichts anderes als eine Mordphantasie."
... "Die "Herabsetzungslust", die "Verneinungskraft", das Repertoire antisemitischer
Klischees ist leider unübersehbar, ..." ... "Verstehen Sie, daß
wir keinen Roman drucken werden, der damit spielt, daß dieser Mord
fiktiv nachgeholt wird? Verstehen Sie, daß wir der hier verbrämt
wiederkehrenden These, der ewige Jude sei unverletzlich, kein Forum bieten
werden?
Ich muß diese Absage öffentlich
machen. Sie haben bereits vorauseilend die Vermutung geäußert,
eine Absage wäre nur auf den undurchschaubaren Einfluß Marcel
Reich-Ranickis zurückzuführen. Doch die reale Hauptfigur Ihres
Romans weiß nichts von diesen Vorgängen. Es gibt keine Verschwörung.
Sie, lieber Herr Walser, haben oft
genug gesagt, Sie wollten sich befreit fühlen. Ich glaube heute: Ihre
Freiheit ist unsere Niederlage. Mit bestem Gruß. FRANK SCHIRRMACHER"
Die Formulierungen " lieber Herr Walser", "Mit bestem Gruß" muten angesichts der Vorwürfe seltsam an. Ich werde das Buch und dann auch die Vorwürde Schirrmachers genauer psychologisch analysieren, wenn ich mich nach Veröffentlichung (Suhrkamp) eingehend damit beschäftigen kann.
Vor-Bewertung: Zum Beziehungsgeflecht
muß berücksichtigt werden: Reich-Reinicki gilt als Literaturpapst,
auch und besonders in der Literaturkritik der Frankfurter Allgemeinen
Zeitung, bei der Walser unbedingt seinen Vorabdruck untergebracht wissen
wollte. Reich-Ranicki zählt Martin Walser bei den lesenswerten AutorInnen
(Spiegel-Reich-Ranicki-Bibliothek) nach 1945 nicht auf. Zwischen beiden
scheint es einige Hintergrundkonflikte zu geben. So wie es nach den spärlichen
Informationen aussieht, hat Martin Walser diesen Menschen Reich-Ranicki,
der auch ein Jude ist, individuell kritisiert - womöglich
nicht sehr taktvoll und etwas geschmacklos im Kontext Warschauer Ghetto,
da Reich-Ranicki der einzige Überlebende seiner Familie ist. Eine
Generalisierung,
Entdifferenzierung
und Merkmalskonstanz-Attribution, wie sie für Anti-Haltungen,
auch antisemitische,
nachgewiesen werden muß, ist nach den spärlichen Informationen
Schirrmachers nicht zu erkennen. Es muß auch erwogen werden, daß
die FAZ durch die Holocaust-Industrie
instrumentalisiert wird.
Bedeutet die Annahme der Ehrendoktorwürde der Uni Haifa durch Fischer in der jetzigen Zeit und Phase des Nahostkonflikts offene Korrumpierung und Parteilichkeit ?
Außenminister Fischer hat von der Universität Haifa (Israel) inmitten der Intifada und der kriegerischen Aktionen die Ehrendoktorwürde angenommen. Das war ein schwerer politischer Fehler, der zeigt, wie persönliche Eitelkeit und Parteilichkeit des deutschen Außenministers neben offener Brüskierung der arabischen Länder durch Israel zeigt, daß man offensichtlich an objektiver Friedensvermittlung durch Fischer nicht übermäßig interessiert ist. Die Bundesregierung und allen voran Außenminister Fischer, haben, zusammen mit den Israelis, den europäischen Friedensbemühungen einen schweren Schaden zugefügt. Durch die Annahme der Ehrendoktorwürde zum jetzigen Zeitpunkt hat sich Außenminister Fischer und Deutschland als echter Friedensvermittler im Nahostkonflikt disqualifiziert und durch die Israelis disqualifizieren lassen. Das Gute am Schlechten: Alle wissen nun, woran sie sind. Das wird wohl aber nicht ganz ohne Folgen bleiben in der arabischen Welt. Sind das die deutschen Interessen?
Politik und Justiz zeigen sich bislang vollkommen unfähig oder unwillig (was noch schlimmer wäre), den wirtschaftskriminellen Gangstern und hemmungslos geldgierigen Profitbanditen der 0190-Rufnummern Betrügereien Einhalt zu gebieten. An diesem sog. Rechtsstaat muß also Grundlegendes falsch und faul sein. Dabei wäre es doch ganz einfach: Sind mehrere haftbar zu machen, so kann eine beliebige Kombination haftbar gemacht werden und falls der Tatbestand nicht eindeutig definiert wird, muß eine Generalklausel (Berufung auf Sitte und Brauch, allgemeine Verkehrssitten) bemüht werden können. Die Justiz kostet die SteuerzahlerIn zwar ein permanent zunehmendes Vermögen, aber sie macht ihren Job schlecht. Noch mehr JuristInnen ist daher der falsche Weg. Viel weniger Gesetze und Verordnungen, Vereinfachung und Klarheit würden Recht und Rechtssicherheit sicher viel mehr fördern und das vielfach ausgehöhlte und strapazierte Rechtsgefühl im Volk sehr fördern.
Hinweis: Die Wochenendausgabe 1./2.6.2 der Erlanger
(Nürnberger) Nachrichten
hat hierzu eine sehr gute Darstellung und Kritik auf S. 8 plaziert
und weist auf folgende Hilfen im Internet hin (beachte):
Schutz: http://www.dialerschutz.de
Hilfe: http://www.dialerhilfe.de
Recht: http://www.dialerundrecht.de
Woran krankt das Krankenhaus? Warum sind
die ÄrztInnen- Organisationen nicht in der Lage, eine im Einklang
mit dem EU-Recht vernünftige Organisation der Arbeit im Krankenhaus
zu entwickeln? Es ist doch nicht die Aufgabe der medizinisch fachunkundigen
Politik, vernünftige organisatorische Arbeitsregeln zu entwickeln.
Vergegenwärtigt man sich derzeit die schrillen, wahlkampfopportunistischen
Töne bei den ÄrztInnen- Organisationen, wird wieder einmal mehr
nur bestätigt, daß die ÄrztInnen- Organisationen nicht
willens sind, Eigen- Verantwortung zu übernehmen und Augenmaß
und Ziel zu zeigen. Das einzige, was sie seit 50 Jahren richtig gut zu
können scheinen ist: mehr, noch mehr, noch viel mehr Geld verlangen
und andere für das völlig desolate Gesundheitssystem verantwortlich
machen.
|
Es gibt einen gravierenden Mangel an vernünftiger
und verantwortlicher Planung im deutschen Gesundheitssystem.
| Was not tut und was man ändern kann und sollte, finden Sie hier. |
Unter anderem konfrontieren wir uns mit einer makaber- verblüffenden Statistik: Wieso leben Menschen länger, wenn ÄrztInnen streiken?
Bundestagspräsident Thierse (SPD) hat wegen des Bestechungs-
und Korruptionsskandals in Köln läppische 493.000 Euro [den doppelten
Betrag der bislang nachgewiesenen 'Spenden'] 'Strafe' verhängt. Wieder
einmal zeigt sich, daß dieses System von Grund auf faul ist und die
Parteien vollkommen unfähig sind, ihr eigenes Fehlverhalten angemessen
zu bewerten. 5 Millionen wären das Mindeste zur Abschreckung gewesen.
So lange sich Verbrechen so lohnt, wird es verübt. Das ist doch die
simpelste Oma- Psychologie, die sich ab einem IQ
von 80 jeder durch bloße Lebenserfahrung aneignet.
Wie eine solche irrsinnige Konstruktion
überhaupt rechtmäßig sein kann, daß PolitikerInnen
sich selbst kontrollieren, be- und verurteilen, da sie ja in eigener Sache
naturgemäß befangen sein müssen, bleibt wohl ein Staatsgeheimnis
dieser seltsamen Demokratie und eines Rechtsstaates, den kein normaler
Mensch verstehen kann.
Pleitgen beginnt am Sonntag, den 26.5.2,
den Presseclub mit einer Suggestivfrage höheren Grades, so daß
man sich fragen kann, ob Rangniveau und Frageniveau negativ zusammenhängen?
War die Aussage Möllemanns nur nachlässig- falsch oder steckt
dahinter Strategie, um am sog. rechten Wählerrand, Stimmen zu fischen?
Die Begrenzung auf diese zwei Alternativen, macht die Frage zu einer unappetitlichen
und unprofessionellen Suggestivfrage,
die zum plumpesten Repertoire von PropagandistInnen gehört. Ein solch
sophistisches Niveau möchte man nicht von einem Moderator des Presseclubs
erwarten. Eine dritte, vierte oder x.te Möglichkeit gibt es damit
nicht; das ist der erste grobe Fehler des Moderators. Der zweite grobe
Fehler ist die wechseltige Ausschließlichkeit unterschiedlicher Gründe
und Motive, die in Wahrheit natürlich auch zusammenspielen können,
als ob Nachlässigkeit und Strategie sich ausschlössen. Das mag
manchmal so sein, das muß aber nicht so sein. Ich kann mir z.B. Spiegeleier
bestellen, weil sie angeboten werden, preisgünstig,
schmack-
und nahrhaft sind. Das sind vier Gründe oder Motive, die einzeln
und in beliebiger Kombination und Ausprägung zusammenspielen können.
Richtig wäre gewesen, die Runde mit
der offenen Frage zu eröffnen, welche Motive oder Gründe
könnte unser - wie ich illusioniere - 1,8% Fallschirmspringer gehabt
und wie könnten diese u.U. zusammengespielt haben?
Die Welt braucht dringend ein Völkerrechtsgesetz gegen die staatsterroristischen Geheimdienste: was sie leisten sollten - imformationelle Aufklärung - können sie nicht und was sie tun, verstößt gegen Recht und Menschenrechte.
Wer
steckt hinter dem Nitrofen-Skandal ?
Sabotage oder / und wahlkampftaktische Mannöver
auf Kosten der VerbraucherInnen? Was wissen wir inzwischen? Die Nitrofen-
Belastung wurde durch ein Labor eines Ökoprodukt- Betriebes aufgedeckt
und bekannt gemacht. Die Konzentration ist so hoch, daß sie nicht
durch "natürlich" verseuchtes Futtermittel erklärt werden kann,
also muß wirtschafts- und / oder politkriminelle Sabotage vorliegen.
Die sich aufdrängende Folgerung ist klar: Wer hat das Nitrofen in
dieser hochkonzentierten Form beigemischt? In wessen Auftrag? Mit welchem
Ziel? Warum dauerte es Monate, bis die Meldungen weitergegeben wurden?
Bayern
und Kulmbach Spezial: Fragen, Fragen, ...
Speziell in Bayern muß gefragt werden: Warum hat
der Chef der Prüfbehörde in Kulmbach die Nitrofen- Verseuchung
nicht an die Bundesbehörde weitergemeldet? Aufgrund welcher Rechts-
und Verordnungsgrundlage durfte er diesen Sachverhalt unterdrücken?
Hat der Chef der Prüfbehörde in Kulmbach eine Parteimitgliedschaft?
Wer profitiert in Bayern vom Schweigen des Kulmbacher Behördenchefs?
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Erst wenn
der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann! |
Verbraucher
Informations Gesetz an Stoiber, CDU/ CSU im Bundesrat gescheitert
Stoiber und die CDU / CSU sind - offenbar politisch niederinstinktlich
und wahlkampftaktisch motiviert - sehr am Verbraucherschmutz
interessiert. Anders ist nicht erklärbar, wie die fortgeschrittene
Gefahr der Volksvergiftung mit Lebensmitteln und Gebrauchsgüter durch
skrupellose Profitgangster und die Landwirtschaftsmafia so hemmungslos
egoistisch wahlkampftaktisch verleugnet und damit auch noch gefördert
wird.
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Die Demokratie ist nicht unbedingt die zweitbeste Staatsform, wobei es, wie Churchill anmerkte, die beste nicht gibt. Schaut man sich die Machtverhältnisse, Brot und Spiele der Gegenwart an, ist kein großer Unterschied zu Adel und Aristokratie festzustellen: der Adel der modernen Mediendemokratie heißt nur Geldadel und Geldadeliger ist, wer genügend davon hat. Der Schein ist alles. |
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Man vergegenwärtige sich: PolitikerInnen sind im Grunde, wenn sie sich auf den Weg machen, Menschen wir Du und ich, vermutlich auch nicht besser oder schlechter als wir alle - bis sie das System einholt. Sie sind daher vor allem auch ein Opfer der strukturellen Bedingungen. Es hat also keinen Sinn, nach besseren Menschen zu suchen, man muß die strukturellen Bedingungen so verbessern, daß das Gute in uns allen mehr zum Vorschein kommt, gefördert wird und das Böse, das in uns allen steckt, besser kontrolliert wird. Wir können unseren Egoismus nicht abschaffen, wir können ihn nur besser kontrollieren. Hierzu brauchen wir grundlegend andere Transparenz- Bedingungen als dieser Staat, sein Rechts- und Kontrollsystem bisher zur Verfügung stellt, erlaubt und fördert.
Am wichtigsten und nötigsten ist eine Staats- und Grundgesetzreform
Das Grundgesetz ist schlecht und dringend revisionsbedürftig.
Wie schlecht es eigentlich ist, hat sich erst die letzten 35 Jahre herausgestellt,
seit die Republik zunehmend unaufhaltsam abwirtschaftet, Staatsverschuldung,
Filz, Korruption, Mißmanagement, Inkompetenz und Versagen ein gigantisches
Ausmaß erreicht haben.
PolitikerInnen
müssen an die Wahlen denken und daran, wie sie an der Macht bleiben.
Entschieden wird vom großen Haufen und den ihn manipulierenden Interessengruppen,
wobei der große Haufen bekanntlich nur kurzfristig und oberflächlich
denken mag oder kann. Dies nennt man dann plebiszitäre Demokratie.
Damit sind die strukturellen Bedingungen so gewählt, daß das
geschieht, was der große Haufen hören will oder wozu er sich
manipulieren läßt. Damit ist klar, daß sparen, umsichtig
wirtschaften, vorsorgen sehr unwahrscheinlich werden. Konstruktive Veränderungen
innerhalb des Systems sind unwahrscheinlich. Hier kann nur eine Staats-
und Verfassungsreform helfen, die bessere Rahmenbedingungen für
alle politischen Parteien und PolitikerInnen, unabhängig von ihren
Charakteren über die Wahlperioden hinaus dauerhaft und sicher zur
Verfügung stellt:
| Ein neues Grundgesetz muß her unter dem Primat von Transparenz und Kontrolle, das den Erkenntnissen der Wissenschaften vom Menschen Rechnung trägt, das die idealistische Verlogenheit und vielfältige Widersprüchlichkeit zugunsten des Realitätsprinzips aufgibt. |
Hierzu auch: Roman Herzog fordert Staatsreform
Deutschlands Hauptproblem ist nicht die Armen ärmer zu machen, sondern eine Erneuerung der maroden Führungsstrukturen
Die Politik braucht zur Entwicklung der Demokratie vor allem - und wenigstens - fünf neue strukturelle Impulse: (1) Transparenz: Abschaffung des Geldtabus (Bankgeheimnis, Steuergeheimnis) und keine falsche Vorschiebung und Zweckentfremdung von Datenschutz; (2) Verantwortung: Abschaffung des Idiotenprinzips: Wer Mist macht wird belohnt; (3) eine Reform des Grundgesetzes zur Staatsverschuldung; (4) eine Zurückführung der Blockademöglichkeiten der Bundesländer sowie (5) Schaffung wirkungsvoller Kontrollsysteme.
Einführung und Neufassung des Verantwortungsprinzips
Schluß mit dem Idiotenprinzip: Wer Mist macht
wird belohnt. Es müssen dringend die gesetzlichen Voraussetzungen
dafür geschaffen bzw. erleichtert werden, daß diejengien, die
in verantwortlicher Stellung (PolitikerInnen, MinisterInnen, Abgeordnete,
BeamtInnen u.a. VerantwortungsträgerInnen) Mist machen, nicht durch
Abfindungen, vorzeitigen Ruhestand (Pension) und neue Möglichkeiten
des Doppelt- und Dreifachverdienens belohnt werden. Wer Mist macht, muß
es spüren, Mist machen darf sich nicht länger lohnen.
| Jede Oma, jede PädagogIn, jede PsychologIn, jeder, der bis drei zählen kann und gesunden Menschenverstand hat, weiß: werden Fehlverhaltensweisen belohnt, verfestigen und vertiefen sie sich. Jeder weiß das. Nur die Politik und ihre potemkinschen "Kontrollsysteme" scheren sich nicht darum, wissen es offenbar nicht oder wollen es nicht wissen. Wer Mist macht, darf nicht länger mit Abfindungen, Frühpensionen, Doppeleinkünften und anderem Geldsegen belohnt werden. |
Nicht minder wichtig ist es, dem Wirtschafts- und Geldadel
die Möglichkeiten zum hemmungslosen Ausbeuten - wie es beispielweise
zu allen Ferienzeiten vom Benzinkartell demonstriert wird - empfindlich
zu beschneiden:
| Das Bundeskartellamt kann Firmen verpflichten, gewünschte Preiserhöhungen anzumelden. Das Bundeskartellamt kann gewünschte Preiserhöhungen untersagen, wenn es von den Begründungen nicht überzeugt ist. |
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