Sind die katholischen Kinderschänder als_Pädophile
schön zu reden?
Wenn schon, dann müßte es kriminelle_Pädophilie
heißen, besser pädosexuelle Deviante.
von Rudolf Sponsel, Erlangen
Sprachreglungen
In der letzten Zeit fiel mir auf, daß in den Medien ein neuer
euphemistischer
(= schön redender) und falscher Sprachgebrauch für die katholischen
Kinderschänder eingerichtet zu werden versucht: man spricht vom Kampf
gegen pädophile Priester, so etwa zuletzt
die Erlanger (Nürnberger) Nachrichten am 28.9.2002, Seite 5. Eine
noch merkwürdigere Stilblüte
findet man in den NN vom 28.1.8. Dieser verlogene und falsche Euphemismus
sagt eigentlich schon alles, was von den "neuen Leitlinien" des Vatikans
und der Bischofskonferenz in der Praxis zu erwarten bzw. zu befürchten
ist. Denn um was geht es eigentlich, was geschieht unter den Kreuzen und
Rosenkränzen, hinter den Altären und Sakristeien, wenn angeblich
"Pädophilie", die "Liebe" zum Kind, ausgelebt wird? Viel treffender
wäre es, von Pädosexuellen zu sprechen.
Was heißt "pädophil"
?
Pädophil bedeutet wörtlich die Liebe zum Kind und
sollte nicht mit Päderastie, Pädicatio
oder Homosexualität verwechselt werden. Pädophil heißt
sachlich zunächst nur, daß man Kinder oder Jugendliche als Liebesobjekt
begehrt oder, in seltenen, glücklichen Fällen, zu einer platonischen
Form der Liebe, hier der Kinderliebe findet. Damit ist im engeren sexualwissenschaftlichen
Sinne gemeint, daß Menschen besonders oder nur
durch Kinder oder Jugendliche erotisch angezogen und sexuell erregt werden.
Daran ist zunächst nichts Schlechtes, wenn auch meist etwas Tragisches,
weil in den meisten Kulturen erotisch-sexuelle Beziehungen zu Kindern und
Jugendlichen (jünger als 16) durch Sitte, Brauch und Recht - zurecht
wie ich meine - verboten sind, als kriminelle Handlung gelten und entsprechend
strafverfolgt werden.
Pädophilie
und sexueller Kindesmißbrauch schließen sich im Grunde aus
Wer Kinder wirklich liebt, kann sie nicht mißbrauchen und vergewaltigen.
Pädophilie, Kindesmißbrauch und Vergewaltigung schließen
sich in diesem strengen begrifflichen Sinne aus. So gesehen ist es überhaupt
äußerst fragwürdig, sexuellen Mißbrauch oder Vergewaltigung
aus der Pädophilie abzuleiten. Liegt sexueller Kindesmißbrauch
oder Vergewaltigung eines Kindes oder Jugendlichen durch einen Pädophilen
vor, so schlage ich vor, hier nicht allgemein oder unbestimmt von Pädophilie
zu sprechen, sondern von kriminell-abweichender Pädophilie.
Sofern aber Macht, bloße
Gelegenheit oder die Ausnutzung der Unterlegenheit von Kindern eine bestimmende
Rolle spielen, sollte man überhaupt nicht von Pädophilie,
sondern von Pädosexualität sprechen. Pädosexualität
kann man zunächst rein sachlich und neutral als sexuellen Umgang mit
Kindern beschreiben - wobei an dieser Stelle die Motive oder Gründe
offen bleiben..
Sind
alle KinderschänderInnen pädophil ?
Natürlich nicht, eher die wenigsten. Sexueller Mißbrauch
und Vergewaltigung dient nicht unbedingt der Befriedigung sexueller Lust,
sondern in nicht wenigen - gewiß aber nicht allen - Fällen geht
es um das Ausleben von Macht und Gewalt
unter Benutzung erotisch-sexueller Arrangements.
Sofern man katholischen Gottesdienern, die Kinder
sexuell mißbrauchen oder vergewaltigen, den Status einer bio- psychisch-
sozialen Deviation
(Abweichung) Störung zuerkennen möchte, darf man nicht von
Pädophilie sprechen, sondern muß den Sachverhalt korrekt als
kriminell-abweichende
Pädophilie bezeichnen. Denn viele Pädophile sind nicht
kriminiell, sie leiden unter ihrer abweichenden Neigung oder leben diese
harmlos, z.B. in der Phantasie aus, was weder verboten ist noch verboten
werden sollte, weil diese Menschen ja in den allermeisten Fällen nichts
für ihre spezielle erotisch-sexuelle Orientierung und - gemessen an
der Mehrzahl - für ihre Abweichung können und diese inneren Bedürfnisse
ja nicht mutwillig und absichtlich erzeugen: sie finden sie vor. Inwiefern
hier - wie wahrscheinlich bei der Homosexualität - genetische Faktoren
eine Rolle spielen wissen wir noch nicht.
Welche
Motive bewegen katholische Gottesdiener zum sexuellen Kindesmißbrauch
?
Genaue Untersuchungen sind mir nicht bekannt, so daß nur Plausibilitätserwägungen
an- und Forschungshypothesen aufgestellt werden können. Die echte
und wahre Liebe kann es aber nicht sein, weil die erotisch-sexuell ausgelebte
Liebe zu Kindern und Jugendlichen bei uns aus guten Gründen durch
Sitte, Brauch und Recht verboten ist.
Die katholische Sexuallehre ist selbst eine Lehre der
Devianz und Abweichung
Die katholische Sexuallehre ist selbst wissenschaftsfremd, unnatürlich
und pathologisch. Die allermeisten Katholiken und vermutlich auch die Gottesdiener,
Priester, Mönche, Nonnen, Bischöfe und Kardinäle sind aber
sexuell normal, natürlich und gesund - zumindest geboren - und verspüren
daher mehr oder minder starke erotisch-sexuelle Bedürfnisse.
Die abnormen Gebote der katholischen Sexuallehre
zur Sublimierung oder Unterdrückung der erotisch-sexueller Bedürfnisse
schaffen einen Rahmen, indem die Sexualität sich abweichend entwickeln
muß, weil die Sexuallehre ja eine Lehre der Abweichung ist und sexuelle
Abweichung verlangt - begünstigt natürlich dadurch, dass die
christliche Lehre und noch mehr die Praxis allgemeine sado-masochistische
Züge aufweist.
Hinzu kommen natürliche Faktoren wie die Schwäche
und Manipulierbarkeit der Opfer.
Beim sexuellen Kindesmißbrauch von katholoschen Gottesdienern
dürfte es sich in den meisten Fällen nicht um ein pädophiles
Symptom oder Syndrom handeln, sondern um eine kriminelle Handlung, die
aber natürlich auch zur künftigen Vorbeugung nicht nur nach einer
Strafe sondern auch nach psychotherapeutischer Hilfe und Unterstützung
verlangt.
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