( Fortgeschrittene Entwicklungsversion )
Grundwissen
Sexuelle Abweichungen (Deviationen)
Aus Sicht der Allgemeinen und Integrativen Psychotherapie (GIPT)
von Rudolf Sponsel, Erlangen Inhaltsübersicht

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Einfuehrung und Grundsaetzliches In der Sexualitaet und Liebe gibt es sehr viele ungewoehnliche und mehr oder minder seltene Erscheinungen und Varianten. Manche sind angeboren, andere sind Ergebnisse von Stoerungen der Entwicklung im Mutterleib, viele sind durch Kultur, Sitte und Brauch, durch Erziehung, Erfahrung, allmaehliche Praegung und Zufaelle beeinflusst. Die Ethnologie und Kulturanthropologie lehrt uns, dass es viel mehr Formen der sexuellen Orientierungen, Beziehungen und Kultivierungen gibt, als wir gerade aus unserer jeweiligen Perspektive fuer moeglich hielten. Wir halten fuer "normal" oder "natuerlich", was wir erlebt haben, was unserer Gewohnheit, unserer Neigung und Vorliebe entspricht. Gesellschaft, Tradition, Religion, ja selbst die Wissenschaft ist oft sehr leichtfertig und vorschnell dabei, mehr oder minder zufaellige Entwicklungen zu ihrem egozentrischen Masstab zu nehmen und alles andere Abweichende fuer "unnormal", "unnatuerlich", ja "krankhaft" oder gar fuer "pervers" zu erklaeren. Die blosse statistische Seltenheit, das blosse Unbekannte, Fremde oder scheinbar Unverstaendliche genuegt oft, um abweichendes Verhalten zu diskriminieren. Dabei kann kein Mensch etwas fuer seine genetische Ausstattung, kein Mensch kann seine Abstammung, seine embryonale Entwicklung, sein Geschlecht, seine Gene, seine Kultur, seine Familie, seine Sozialisation, seine ersten Bezugspersonen waehlen. Anlage, Entwicklung, erste Sozialisation und Familie, Zivilisation und Kultur, in die ich hineingeboren werde, sind ein schicksalshaftes Widerfahrnis, fuer das ich nicht verantwortlich bin und nicht verantwortlich gemacht werden kann. Androgyne, Transsexuelle, Intersexuelle, Bisexuelle, Homosexuelle, Hermaphroditen, Pseudohermaphroditen, Transvestiten, Exhibitionisten, Voyeure, Fetischisten, Maskuline und Feminine finden sich irgendwann in ihrem Leben so vor, entdecken sich als solche, erfahren sich als solche, oder kennen sich gar nicht aus, sind verwirrt, koennen oder wollen nicht wahrnehmen, was mit ihnen los ist, hier kann Psychotherapie / Psychologische und oder Medizinische Beratung hilfreich sein. Mit einigem muss man leben lernen, manches kann man verbessern, entwirren, annehmen, anderes nicht, manches muss um der Gesellschaft, ihrer Gesetze, Sitten und Braeuche willen unterdrueckt und beherrscht werden. Pervers / ion. Der Perversionsbegriff
ist wegen seiner stark negativen Wertung und Diskriminierung, aber auch
wegen seiner inhaltlichen Fragwuerdigkeit und soziokulturellen Relativitaet
sehr umstritten. In der GIPT verzichten wir daher auf diesen Begriff
und sprechen stattdessen wertneutral von Abweichungen. Der Ausdruck
"Perversion" steht therapeutischen Zielen eher im Weg. Maessige und besonders
nur gelegentliche Abweichungen werden von vielen Sexualkundigen als "normal"
gewertet und koennen fuer die sexuelle Erlebnisfaehigkeit eine grosse Bereicherung
sein.
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Geschlechtsmerkmale
und Geschlechtserleben (Abkuerzungen)
(Produktion der Geschlechtszellen: MZ, WZ, -, B) |
Zu den verwirrendsten Erkenntnissen gehoert, dass die verschiedenen Dimensionen der Geschlechtlichkeit des Menschen, die Geschlechtsdrüsen, die die Zellen produzieren, das Geschlechtschromosom, das gewoenlich das Geschlecht bestimmt, die aeusseren Geschlechtsmerkmale im engeren Sinne (Genitalorgane, Brust), das geschlechtliche Identitaetsgefuehl, die aeussere Erscheinung und das Rollenverhalten mehrfach durcheinander geraten koennen und nicht zueinander "passen" muessen. Dies kann zu vielfaeltigen Problemen fuehren.
Die folgenden formal-kombinatorischen Ueberlegungen beruhen auf der Kreativitaets-, Problemloesungs- und Erfindungsmethode von Fritz Zwicky.
Gehen wir von nur zwei Geschlechtszellen-Produktionen aus, von zwei
Geschlechtschromosomen, um der Einfachheit willen von nur zwei auesseren
Geschlechtsmerkmalen, von drei Geschlechts-Identitaets-Gefuehlen, von zwei
Geschlechts-Haupterscheinungsformen und von nur zwei hauptsaechlichen Geschlechts-Rollenverhalten,
so ergeben sich wenigstens 96 einfache geschlechtliche Grundtypen. Tatsaechlich
wissen wir natuerlich, dass besonders das Geschlechtsrollenverhalten potentiell
unendlich viele Merkmalskombinationen enthaelt, so ergibt sich eine unuebersehbare
und potentiell unendliche Vielfalt von Geschlechtern. Die Grammatik hat
sie in den meisten Sprachen auf ganze drei zurueckgefuehrt. Ein schoenes
Beispiel, wie die Sprache eine falsche und viel zu einfache Wirklichkeit
vortaeuscht, die es gar nicht gibt.
Abweichungen (Deviationen): Eine Auswahl
Allgemeines. (1) Abweichungen
sind immer Abweichungen von einer Bezugs-Norm.
(2) Alle Erkenntnis gilt daher immer nur relativ zu einem Bezugssystem
(Das Kant'sche Ding an sich ist eine Fiktion). Eine der wesentlichen
revolutionaeren Aussagen des 20. Jahrhunderts verdanken wir der Physik
Einsteins, der postulierte, dass jedes System im Prinzip als Bezugssystem
gewaehlt werden kann, dass also keines vor einem anderen ausgezeichnet
ist. (3) Die Bezugsnormen koennen selbst wiederum durch die unterschiedlichsten
Kriterien konstruiert sein: was (Qualitaet),
von
...bis (Begrenzung),
wie sehr (Intensitaet),
wie schnell (Geschwindigkeit
und Beschleunigung),
wie oft (Haeufigkeit),
wie lange (Dauer),
wie stoerend (Beeintraechtigung),
wie auftretend (Kontinuitaet),
wie
viele (Menge)
in welcher Regelmaessigkeit (Periodizitaet),
wie objektiv, zuverlaessig, gueltig (Meta
/ Evaluation) und andere Bezugskriterien. Aus einer Abweichung allein
folgt gar nichts. In welcher Weise eine Abweichung bedeutungsvoll sein
soll, muss in jedem Einzelfall begruendet werden. Das ist auch das Prinzip
der gestoerten Funktions-Norm, das Gustav von Bergmann (1878-1955)
- der Lehrer Thure von Uexkülls - seinem Krankheitsbegriff 1932 zugrundelegte.
Zum
Krankheitsmodell der GIPT. Aktualisiert 01/2001: "Normal",
"Anders", "Fehler", "Gestört", "Krank", "Verrückt"
Androgynitaet. (gr. MannFrau). 1) Zwitter, Scheinzwitter. 2) Lehre von der Zwei-Wesenhaftigkeit oder der Bipolaritaet der Geschlechter. In der Psychologie wird dieser Idee oder Forschungshypothese durch die Konzepte Maskulinitaet und Feminitaet entsprochen. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die meisten psychologischen Geschlechtsunterschiede weitgehend kulturbedingt sein duerften und weniger einen originaeren, naturgegebenen Unterschied zwischen Frau und Mann widerspiegeln. Gesundheitsbrockhaus (1990): paradoxe (umgekehrte) Gefuehlsweise der Frau (Virilisierung). Beim Mann Form der Interexualitaet mit maennl. Chromosomen und (aeusseren) weibl. Merkmalen (Feminisierung). Pschyrembel (1994): maskuline Form des Pseudohermaphroditismus.
Anthrophagie,
Anthrophophagie [nach Bornemann
S. 97f, kritisch]
"Anthrophagie, Anthropophagie [gr.: anthropos = Mensch; phagein = essen],
Menschenfresserei, Kannibalismus aus sexuellen Motiven. Havelock Ellis
(1859-1939) glaubte, daß der > Geschmackssinn beim Geschlechtsverkehr
keine Rolle spielen kann, weil die Menschen sonst einander auffressen würden.
Irrtum, denn der Geschmack der Haut, der Lippen, des Speichels, des Schweißes,
des Spermas und der anderen Körpersekrete eines jeden Menschen unterscheidet
sich ganz grundsätzlich von dem anderer Menschen und dient deshalb
zweifellos zur sexuellen Individualisierung, d.h. er motiviert uns, einen
bestimmten Menschen, nicht jeden beliebigen, zu lieben. Aber Ellis hat
in dem Sinne recht, daß der Geschmackssinn beim Geschlechtsverkehr
eine weitaus kleinere Rolle spielt als Riechen, Sehen, Tasten und Hören.
Um so ernster ist die kannibalistische Sexualisierung des Geschmackssinns,
die sich nur in drei Formen befriedigen läßt:
1. Durch > Automutilation und > Autodermatophagie, also durch Zerstörung
und graduellen Verzehr des eigenen Körpers;
2. Durch > Nekrophagie, das Stehlen und Essen von Leichen;
3. Durch Mord. Die Menschentötung aus anthropophagischen Motiven
zählt nicht als eigentlicher > Lustmord, denn der Täter befriedigt
seine Lust ja nicht durch das Morden, sondern erst durch den Verzehr des
Fleisches seines Opfers. Es ist bis heute fraglich, ob gewisse Massenmördcr,
die das Fleisch ihrer Opfer aßen (z. B. Tirsch, Haarmann, Denke),
die Tötung aus sadistischen oder aus kannibalistischen Motiven begangen
haben. > Blutfetischismus, Lykanthropie, Nosferatu, Vampirismus. In der
Psychoanalyse versteht man unter > Einverleibung eine Form der psychischen
A. Freud sagt: »Indem man Teile vom Leib einer Person durch den Akt
des Verzehrens in sich aufnimmt, eignet man sich auch die Eigenschaften
an, welche dieser Person angehört haben« (Gesammelte Werke,
Bd. IX, S. 101). Seine Überzeugung, daß die individuelle Sexualentwicklung
eines jeden Menschen auf der teilweisen Rekapitulation eines anthrophagischen
Vorgangs in der Frühgeschichte der Menschheit beruht, ist wichtig
bei der Diagnose bestimmter psychosexueller Störungen. > Kannibalismus,
oralsadistische Stufe. Vgl.: Aderlaß, Hämomanie, Menophagie."
Literatur und Links zum Thema Antrhophagie / Anthropophagie:
Bisexualitaet. Wir verstehen
unter bisexuell die zweigeschlechtliche Orientierung, also die Neigung
und Faehigkeit sowohl homosexuell als auch heterosexuell sexuell erleben
und lieben zu koennen. Die Faehigkeit ist bei vielen Menschen grundsaetzlich,
wenn auch wohl in unterschiedlichem Ausmass, vorhanden, besonders in der
Kindheit.
Exhibitionismus. Die Lust mehr durch sich nackt oder entbloesst zeigen sexuell erregt zu werden als durch die entsprechenden sexuellen Handlungen, die nicht selten auch als unaesthetisch oder unhygienisch abgelehnt werden. Die Zeigelust in maessiger Auspraegung gilt in unserer Kultur als "normal". Direktes Exhibitionieren in der Öffentlichkeit ist in Deutschland ein Straftatbestand, nicht in den Medien, dort sind fast beliebige Schaustellungen erlaubt.
Fetischismus Ist das menschliche Gegenüber in seiner Ganzheit für die sexuelle Befriedigung nicht erforderlich und wird dies über ein beliebiges Objekt (z. B. Schuh, Taschentuch, Schal, Gegenstand) erzielt, spricht man von F. Innerhalb gewisser Grenzen, so Ernest Bornemann, sei jeder Mensch ein F.
Hermaphrodit / ismus. Zwitter mit maennlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen. Seltene Abweichung, ca. 300 echte Faelle bisher beschrieben. Ein echter H. hat sowohl Eierstoecke als auch Hoden unabhaengig davon, ob er von seinen Geschlechtschromosomen her Frau oder Mann ist.
Heterosexualitaet. Von anderen Bezugssystemen (Berdaches, Manus, Marind-Anim ) ausgehend, ist Heterosexualitaet das abweichende Verhalten. Um dies staerker ins Bewusstsein zu heben, haben wir die H. in diese Auswahl aufgenommen. Waehlt man als Bezugsnorm die statistische Haeufigkeit, dann ist H. derzeit und ueberwiegend auf der Welt die sog. "normale" Orientierung in Sexualitaet und Liebe, aber nicht fuer ein paar hundert Millionen Menschen.
Homosexualitaet: Gleichgeschlechtliche Orientierung in Sexualitaet oder Liebe. Zur Beurteilung der Homosexualitaet in der GIPT. In weiten Teilen der Gesellschaft, besonders auch in der katholischen Kirche und auch noch in weiten Teilen der Psychoanalyse gilt Homosexualitaet als "Perversion" , ein Kunstfehler ersten Ranges 2). Haeufigkeit: Nach Kinsey waren 10% der amerikanischen Maenner hatten letzten drei Jahre bei ihrer Befragung homosexuelle Kontakte, 4% waren ihr ganzes Leben homosexuell und 37% erlebten wenigstens einmal in ihrem Leben eine homosexuelle Begegnung.
Intersexualitaet. Unterschiedlich
starke Entwicklung der inneren und aeusseren Geschlechtsmerkmale entgegen
des chromosomalen Geschlechts. Im Pschyrembel wird die Haeufigkeit 1 :
500 3) angegeben, das ist eine ganz beachtliche
Zahl.. > Transsexualitaet
Intersex Gesellschaft NordamerikaHermaphrodite
Education
Maskulin, Maskulinitaet (Animus)
und Feminin, Feminitaet (Anima). Soziales Geschlechtsbild, Eigenschaften
und Merkmale, die einem Geschlecht oder geschlechtlichen Verhalten in seiner
Kultur, Gesellschaft und seinem Milieu zugeschrieben werden. Die Geschlechtsbilder
wandeln sich sehr stark mit der Kultur, den Zeiten und Moden. Was ein Mann
oder eine Frau "ist", ist weitgehend gelernt und durch Erziehung, Gesellschaft
und Kultur bedingt und erworben und nicht etwas vererbt und angeboren.
So gesehen kann jede Frau zahlreiche "maennliche" Merkmale und jeder Mann
zahlreiche "feminine" Merkmale aufweisen. Inwieweit dies bedeutungsvoll
ist, muss in jedem Einzelfall besonders untersucht und beurteilt werden.
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"Historisch hat sich unsere Kultur bei der Schaffung ihrer reichen, kontrastierenden Werte vieler künstlicher Unterscheidungen bedient, deren augenfälligste die der Geschlechter ist. Es handelt sich nicht darum, diese Unterscheidung abzuschaffen, sondern die schlechtpassende Schablone zu beseitigen, die Mann oder Frau in ungemäße Formen des Verhaltens zwingen. Wollen wir unsere Kultur bereichern, müssen wir die ganze Skala menschlicher Möglichkeiten anerkennen und unsere soziale Struktur weniger willkürlich gestalten, so daß sie allen menschlichen Fähigkeiten einen passenden Platz einräumen kann." Margaret Mead (dt. 51979, orig. 1935, 1935, S. 283 ). Jugend und Sexualitaet in primitiven Gesellschaften Bd. 3 Geschlecht und Temperament in drei primitiven Gesellschaften. Muenchen: dtv. |
Pseudohermaphroditismus.
Einerseits Vorhandensein der Gonaden (Geschlechtsdruesen, die die Geschlechtszellen
produzieren) und des chromosomalen Geschlechtsmerkmals des einen Geschlechts
und andererseits das Vorhandensein der aeusseren Geschlechtsmerkmale des
anderen Geschlechts. P. femininus (Karyotyp 46, XX) mit aeusserlich maskuliner
Erscheinung. P. masculinus (Karyotyp 46, XY) mit vorwiegend weiblicher
Erscheinung. > Intersexualitaet.
Formel: Gonadisch = chromosomal (genetisch) =|= Aeussere Erscheinung
(Hoden, Penis, Scheide, Brust, Behaarung)
Sadomasochismus (Algolagnie=Schmerzgeilheit),
Masochismus, Sadismus.
Die Begriffe stammen von Krafft-Ebing. Beim Sadismus koennen verschiedene
Formen unterschieden werden. In der milden und sozial tolerierbaren Form
ergibt sich die sexuelle Befriedigung durch die Freiwilligkeit der PartnerInnen.
Zur Sado-Rolle gehoert 1) Macht und Beherrschung der PartnerIn und 2) die
Zufuegung von Schmerzen (z.B. durch beißen, kratzen, schlagen, kneifen
), die von der MasochistIn lustvoll empfunden werden. Nicht tolerierbar
ist die Ausuebung von Zwang und die Anwendung von Gewalt gegen den Willen
der PartnerInnen. Zur Maso-Rolle gehoert 1) die lustvolle Unterwerfung
(Erniedrigung, Demuetigung) und 2) das lustvolle Erleben des Schmerzes.
Hierzu noch ein bon mot von Jeanne Moreau: "Frei zu sein, heißt
wählen können, wessen Sklave man sein will" ;-). Innerhalb
gewisser Grenzen haben die meisten Menschen sadomasochistische Anwandlungen.
Anmerkung: Sadomasochismus wird gewöhnlich
auf eine sexuelle Einstellung oder Neigung bezogen. Das muss nicht so sein
und kann auf beliebige Bereiche angewendet werden. Masochistisches Verhalten
liegt vor, wenn Leiden gesucht und befriedigend erlebt wird. Sadistisches
Verhalten liegt vor, wenn Leiden zufügen gesucht und befriedigend
erlebt wird.
Zur Chronik SM: http://www.datenschlag.org/dachs/dachs1970_1979.html
Transsexualitaet. Gegensatz zwischen
aeusseren Geschlechtsmerkmalen und Geschlechtsidentitaetsgefuehl, also
Maenner empfinden und fuehlen sich als Frauen und moechten solche sein
bzw. Frauen empfinden und fuehlen sich als Maenner und wollen solche sein.
Wesentliches seelisch-geistiges Merkmal: Der transsexuelle Mensch - im
Gegensatz zum Transvestiten - hat das Gefuehl, den falschen Koerper zu
haben, im falschen Koerper zu sein. Gonadisch = chromosomal (genetisch)
= Aeusseres =|= Geschlechtliches Identitaetsgefuehl
Information für Transsexuelle: http://www.ts-info.net/
Transvestit / Transvestitismus. Der Transvestit zieht Lustgewinn aus der Verkleidung, indem er die auessere Erscheinung und Rolle des anderen Geschlechts schluepft, wobei er die eigene Geschlechts-Identitaet beibehaelt und nicht wie der Transsexuelle, seinen eigenen Koerper verlassen moechte; er ist gewoehnlich auch nicht homosexuell.
Voyeur / ismus. Schaulust. Der V. wird besonders durch den Anblick erotischer Szenen erregt. Viele Menschen werden durch den Anblick erotischer Szenen erregt bzw. in ihrer Erregbarkeit gesteigert. Gewinnt die grundsaetzlich statistisch normale Schaulust ueberragende Bedeutung oder ersetzt sie gar die eigene sexuelle Handlung, sollte man erst von V. sprechen.
Zwitter > Hermaphrodit, Pseudohermaphrodit
Abweichung
(Deviation) und Kombinatorik der Abweichungen
Betrachtet man sich die kleine Auswahl oben und vergleicht man es mit
den theoretischen kombinatorischen Moeglichkeiten ("Morphologischer
Kasten" Zwickys), kann man sehen, wie ausserordentlich duerftig unsere
bisherige Differenzierung ist. Es gibt potentiell unendlich viele unterschiedliche
Abweichungen und Kombinationen.
Grundsaetze der GIPT-Psychotherapie sexueller Abweichungen
(1) Es gibt viele Formen und Varianten der Selbstverwirklichung in Sexualitaet und Liebe, deren Angelegtsein der Mensch vielfach nicht zu verantworten hat. Genetische, gonadische, somatische, psychologische, phaenomenologische und psychosoziale Faktoren in unterschiedlichen Einfluesse und Praegungen widerfahren und bestimmen ihn.
(2) Unser erstes Arbeitsprinzip ist es daher, dass wir Abweichungen, egal woher sie kommen moegen, sofern sie die Freiheit, die Entwicklung zur sexuellen Selbstbestimmung und die sexuelle Selbstbestimmung anderer respektieren, grundsaetzlich akzeptieren und eine fertige Normierung, wie der Mensch sexuell orientiert selbstverwirklicht sein sollte, ablehnen.
(3) Wir halten den Begriff und das Wort Perversion, wie es vor allem von der konservativen Psychoanalyse tradiert wird, nicht fuer zweckmaessig. Wir lehnen dieses Wort und diesen Begriff ab, weil dieses Wort und sein Begriff viele Menschen entwertet und diskriminiert, die das nicht verdienen. In seiner negativen Wertigkeit passt er nur fuer wenige.
(4a) Helfen beim Annehmen und Akzeptieren der eigenen Orientierung in Sexualitaet und Liebe. (4b) Helfen bei der Selbstverwirklichung, besonders in Liebe und Partnerschaft mit der Grenzsetzung, dass die Freiheit, die Entwicklung zur sexuellen Selbstbestimmung und die sexuelle Selbstbestimmung anderer respektiert wird.
(5) Helfen bei all den Stoerungen, die unabhaengig von der geschlechtlichen Orientierung jeden treffen koennen.
(6) Bei genetisch, organisch bedingten oder einer starken Praegung unterliegenden schwer veraenderlichen Orientierung in Sexualitaet und Liebe nehmen wir nicht leichtfertig Auftraege an, die wir kaum erfuellen koennen.
Link (Englisch) Intersex Gesellschaft
Nordamerika
Link (Englisch) Hermaphrodite
Education
Link (Englisch) Hermaphrodites
Die folgenden Links zu sexuellen Stoerungen danken wir dem Kollegen Dipl. Psych. Ralph Ott
Sexual
Dysfunction Descriptions, theoretical issues - M. Gonzales
Endocrinology
and Impotence (Erectile Dysfunction) - The Endocrine Society
Impotence
- NIH Consens Statement