Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    IP-GIPT DAS=01.06.2001 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 03.11.2009
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    Literaturliste
    Geschäftsunfähigkeit, Willenspsychologie, Psychopathologie und Diagnostik, emotionale Abhängigkeit, pathologische Bindung und Hörigkeit

    von Rudolf Sponsel, Erlangen
    Querverweise.
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    Vorbemerkung: Bei der traditionell forensisch psychiatrischen Literatur zum Thema Geschäfts-un-fähigkeit empfiehlt sich grundlegende Vorsicht, weil die meisten Werke dem falschen Ansatz folgen, Geschäftsunfähigkeit nur im Rahmen einer anderen psychiatrischen Erkrankung zu suchen. Die traditionelle forensische Psychiatrie sieht oft vor lauter Bäumen den Wald nicht und sucht ständig nach seelisch-geistigen Krankheiten, aus denen sich eine Geschäftsunfähigkeit ergeben könnte.  Im Zuge dieser Suche versäumt sie oft, die Sache selbst genau zu untersuchen. Geschäftsunfähigkeit ist natürlich immer eine erhebliche Störung mit Krankheitswert, völlig unabhängig davon mit welchen Krankheiten sie sonst einhergehen oder von welchen sie herrühren mag. So übersieht man meist: Wenn ein Mensch seine Geschäfte nicht mehr zuverlässig und im Einklang mit den Rechtsnormen selbständig besorgen kann, dann hat er seine persönliche Autonomie, seine Integrität, ja ein Kernstück seiner Persönlichkeit eingebüßt. Und das ist natürlich immer schlimm, bedeutsam und krankhaft. 
         Was wäre denn gewonnen, wenn wir wüssten, ein Proband hätte eine Schizophrenie gehabt? Hätte er damit automatisch seine Geschäftsfähigkeit eingebüßt? Nein, natürlich nicht. Auch hier wäre in seinem konkreten Einzelfall der Nachweis zu erbringen, wie die Schizophrenie  seine Geschäftsunfähigkeit eingetrübt hat. Die gleiche Frage und Situation stellt sich für alle anderen seelisch-geistigen Erkrankungen, die als potentielle Verursacher von Geschäftsunfähigkeit in Frage kommen: z.B. nämlich Schizophrenie, Paranoia, Manie, manisch-depressive Erkrankung, Depression, Psychoorganisches Syndrom, Sucht allgemein, Drogen- oder Alkoholsucht, Spielsucht, abhängige (dependente) oder willensschwache (asthenische) Persönlichkeitsstörung, sexuelle Hörigkeit, Zwang, Demenzerkranung. In keinem dieser Fälle muss es nicht, aber in jedem dieser Fälle kann es zur Geschäftsunfähigkeit kommen, so dass sich grundsätzlich die Aufgabe stellt: Wie kommt die Geschäftsunfähigkeit zustande? Doch diese Frage stellt sich eigentlich zunächst gar nicht, weil die allererste Frage das Verhalten in der Sache selbst sein muss. 

     
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    Querverweise:
    • Überblick: Zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe, Sex, Sexuelle Abweichungen und Störungen, Mißbrauch, Psychopathologie, Sex- und Beziehungs- Kriminalität, Psychotraumatologie und Viktimologie. Internet Publikation  für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    • Kommentierte Literaturübersicht Hörigkeit
    • Konzepte der Geschäftsunfähigkeit in Psychologie und Psychopathologie.
    • Dependente Persönlichkeitsstörung im DSM-IV


    Zitierung
    Sponsel, R. (DAS). Literaturliste Geschäftsunfähigkeit, Willenspsychologie, Psychopathologie und Diagnostik, emotionale Abhängigkeit, pathologische Bindung und Hörigkeit. Internet Publikation  für Allgemeine und Integrative Psychotherapie  IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/forpsy/l_guf.htm
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