Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    IP-GIPT DAS=27.12.2002 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 31.12.7
    Impressum: Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
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    Willkommen in der Abteilung Metaphysik - von den letzten und großen Dingen jenseits der Wissenschaft, hinter der wahrnehmbaren Welt, Logik und Erfahrung:

    Verbrechen im Namen Christi
    Gottes Ebenbilder im Missionierungswahn und Kolonialismus

    Buchhinweise von Rudolf Sponsel, Erlangen


     
    Unautorisierte Missionierung ist ein Kulturverbrechen


     


    Leseproben

    Karl, der große kulturlose Sachsenschlächter [aus Dollinger S. 120f]

    "Ab 778 trat Widukind erneut an die Spitze der sächsischen Rebellen. Im gleichen  Jahr trat Karl der Große für die »Verteidigung der heiligen Kirche gegen  Ungläubige«, gegen die Sarazenen in Spanien, an. Auch hier dokumentierte Karl, was er unter »Verteidigung« seiner Kirche verstand. Nach dem heftigen Widerstand, den er in Pamplona brechen mußte, gab es nämlich keinen Dankgottesdienst, sondern ein blutiges Strafgericht, wobei die Festung Pamplona zerstört wurde,  »damit sie in Zukunft nicht mehr rebellieren könne«. Im Frankenreich ging zu dieser Zeit das Gerücht um, Karl wäre auf dem Rückweg getötet worden. Die Sachsen fielen daraufhin unter Widukind in Franken ein und verwandelten das Grenzgebiet nach zeitgenössischen Quellen in eine »Steinwüste«.
        Karls anschließender Rachefeldzug im Jahre 782, in dessen Verlauf das grausige Strafgericht in Verden an der Aller stattfand, liest ich in den fränkischen Reichsannalen, die von Karls Begleitern niedergeschrieben wurden, wie folgt:
     

       »Schleunigst bot er sein Heer auf und zog nach Sachsen. Hier berief er alle sächsischen Großen vor sich und forschte nach den Rädelsführern der letztenEmpörung. Da nun alle Widukind als den Anstifter bezeichneten, ihn aber nicht ausliefern konnten, weil er sich nach jener Tat wieder zu den Normannen (Dänen) begeben hatte, so ließ sich der König von den übrigen, die dem Rate des Verführers gefolgt waren, bis zu 4500 ausliefern und sie zu Verden an dem Flusse Aller alle an einem Tag enthaupten. Nachdem der König so Rache genommen hatte, begab er sich in das Winterquartier nach Diedenhofen und feierte daselbst wie gewöhnlich Weihnachten und Ostern.«


    Biograph Einhard erwähnte den Massenmord von Verden in seiner »Vita Karoli Magni« nicht, er notierte lediglich über die Sachsen:
     

       »Wenn sie . . . etwas erreicht hatten, gestattete er (Karl der Große) niemals, daß sie unbestraft blieben, sondern zog entweder persönlich gegen sie ins Feld oder schickte ihnen seine Grafen mit einer Arrnee, um Rache für ihr treuloses Verhalten zu nehmen und gerechte Sühne zu fordern . . .«


    Das verzweifelte Festhalten der Sachsen an ihren Göttern und althergebrachten Kulthandlungen mit Tier- und Menschenopfern war für die Christen »treuloses Verhalten«, das bestraft werden mußte. Herzog Widukind führte auch nach Verden seine Sachsen mit Unterstützung der Friesen gegen die Franken. Das bittere Ende kam aber nach einem letzten Sieg seiner Sachsen schließlich in der Nähe von Detmold. Drei Tage wurde dort auf beiden Seiten gemordet, bis der Widerstand der Sachsen zusammenbrach. Erneut konnte Widukind entkommen, stellte sich dann aber ein Jahr später freiwillig zur Taufe. Der große Karl aber hatte seinen Rachedurst immer noch nicht gestillt. Er brach auf zu einem »großen Vernichtungszug«, wie der Historiker Rudolph Wahl vor etwa 50 Jahren schrieb:
     

      »In breiter Front gingen die Franken beiderseits der großen Straße vor, die den Rhein mit der Elbe verband. Hinter ihnen regte sich kein Leben mehr. Von der Sommerhitze aüsgedörrte Wälder wurden verbrannt, die Saaten vernichtet, die Häuser niedergerissen, die Brunnen verschüttet. Wo sich ein verängstigter Bauer zeigte, der zur rechtzeitigen Flucht zu alt oder zu stolz gewesen war, wurde er
      niedergemetzelt. Aber es kam nirgendwo zur Unterwerfung. Das Land war ausgestorben.«


    Um die selbst jetzt noch gelegentlich aufflammenden Aufstände einiger Sachsen gegen die Franken endgültig zu brechen, griff schließlich Karl zum Mittel der Massendeportation. Bei Einbard lesen wir:
     

      »Nachdem er dann alle, die ihm Widerstand geleistet hatten, besiegt und unter seine Herrschaft gebracht hatte, führte er 10 000 Sachsen, die an beiden Elbufern gewohnt hatten, mit Frauen und Kindern aus ihrer Heimat und siedelte sie in verschiedenen Gruppen zerstreut in Gallien und in Germanien an.«


    An ihrer Stelle ließ Karl in Südholstein im Jahre 804 die Obodriten, einen slawischen Stamm, den er über die sächsischen Gebiete hinaus ebenfalls bereits christianisiert hatte, ansiedeln."

    Querverweis: Zur Geschichte des Nordirland-Konflikts nach Hans Dollinger


    Folter und Mord im christlichen Südamerika der Gegenwart [nach Herrmann, S. 289f]

    "Immerhin waren die rapide zunehmenden Schreckensmeldungen aus dem katholischen Südamerika Anlaß dafür, daß Amnesty International 1973 in Paris eine erste Konferenz zur Abschaffung der Folter durchführte.'' Die Tatsachen waren und blieben danach, und die Welt schaute immer fassungsloser auf den - offenbar eben erst entdeckten - neuen Ausbruch folternder Gewalt.

    In Uruguay, gut christlich, wurden die Tupamaros M. Rosencrof und R. Sendic in mehr als zehn Jahren Einzelhaft gefoltert, in winzigen Zellen gehalten, als Geiseln benutzt. Rosencrof durfte jahrelang weder gehen noch stehen, sondern mußte auf einer Bank sitzen und den ganzen Tag auf eine Wand starren. Sendic wurde auf dem Grund eines ausgetrockneten Brunnens festgehalten: »Wir fingen an zu denken, daß wir tot waren, daß unsere Zellen keine Zellen, sondern Gräber waren, daß die Außenwelt nicht existierte, daß die Sonne ein Mythos war.. . Ganz im Ernst, in über elfeinhalb Jahren habe ich die Sonne insgesamt nicht mehr als acht Stunden gesehen. Ich vergaß die Farben ... « 155

    In Kolumbien, einem der gewalttätigsten Länder der Gegenwart, ls6 sind nach neuesten Angaben der UNO Millionen von Kindern schutzlos der Willkür von Polizei und Drogenmafia ausgesetzt. Allein in der Hauptstadt Bogotä gibt es dreitausend Kinderprostituierte; die Mafia setzt Kinder als Killer ein. Die Regierung tut nichts. In reichen Wohnvierteln werden arme Kinder vielmehr als unerwünschte Elemente von der Staatspolizei regelrecht verfolgt. Tausende von Kindern sind in Haft, ohne daß Anklage gegen sie erhoben wird; viele unter ihnen werden gefoltert.

    In Nicaragua, durchweg katholisch, fanden sich unter dem Regime von Somoza Waisen- und Straßenkinder, die im Alter von sechs bis acht Jahren von der Nationalgarde dazu ausgebildet worden waren, Oppositionelle zu foltern: Sie rissen den Gefangenen bei lebendigem Leib die Augen aus den Augenhöhlen. Als die Sandinisten an die Macht kamen, wurde ein Teil der Kinder zur Therapie nach Schweden gebracht; in den meisten Fällen blieben sie unheilbar schwerstbeschadigt. Sie sind, wie andere Folterer, denen jedes Mitleid systematisch abtrainiert wurde, nicht mehr in der Lage, sich als fühlende Menschen zu erleben.''

    Querverweis: Leben und Arbeit von Psychologen unter den Militärdiktaturen Südamerikas.


    Entwurf/ Leitideen:

    Internationales Missionierungs-Völkerrechts- Gesetz

    1. Allen Religionen wird verboten, uneingeladen und unautorisiert durch die Gast-Kultur zu missionieren.
    2. Autorisierte "Missionen" müssen das Toleranzgebot beachten, sonst sind sie völkerrechtswidrig.
    3. Autorisierte "Missionen" bedürfen der Erlaubnis durch einen von den Vereinten Nationen (UNO) legitimierten internationalen ethnologischen Rat, dessen Richtlinien zu beachten und deren Einhaltung durch unabhängige BeobachterInnen zu kontrollieren ist.
    4. Auserwählt-Verkündigungen sind als Verstoß gegen die Allgemeinen Menschenrechte unzulässig.
    5. Kooperation jedweder Form mit Geheimdiensten ist unzulässig.




    Fußnoten und Anmerkungen
    Primitiv. Die Bezeichnung "primitiv" ist eine Entwertung anderer Kultur, die zugleich die eigene Kultur zum Maßstab macht. Schon in dieser Wortwahl zeigt sich eine menschenrechtsverachtende Kombination von narzißtischem Faschismus und Größenwahn.
    Ethnozid. Man kann nicht nur Völker ausrotten, was Genozid heißt, man kann auch Kulturen und gesellschaftliche Strukturen ermorden, eine solche Zerstörung heißt Ethnozid. In dem Werk heißt es S. 286: "Der Begriff der Kulturzerstörung (Ethnozid) ist in Südamerika geprägt worden, er ist im besonderen ein Ergebnis der Schriften von Robert Jaulin (1970 und Jaulin ed. 1972) und anderer und der "Erklärung von Barbados" (IWGIA 1971). Kurz gesagt, bezieht sich dieser Begriff auf die Zerstörung traditioneller Kulturen, das heißt, man leugnet, daß diese Kulturen geeignet wären, als lebensfähige Volksgruppen  mit integrierten Strukturen und historischen Traditionen weiterzubestehen."
        So haben die USA z.B. nicht nur eine reichhaltige Geschichte im Genozid der Indianer, sondern sind auch immer noch sehr erfolgreich im Ethnozid der Indios, allerdings teilweise gut getarnt und hollywood-illusionistisch aufbereitet. Die faschistische Grundeinstellung allem "Unamerikanischen" und Fremden gegenüber ist in der amerikanischen Auserwählt- "Kultur" sehr verwurzelt und wird bis in die Gegenwart tradiert. Eine von manchen zu Unrecht für harmlos gehaltende Ausdrucksform ist der US-typische Patriotismus mit seinen grandiosen Größenphantasien, die bis ins Wahnhafte hineinreichen, wenn sie unkorrigierbar sind.

    Querverweise
    Standort: Verbrechen im Namen Christi.
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    Externer Link: Die Verbrechen der Kirche.
    Überblick und Kritik der Metaphysik, Religion, Sekten, Ideologie und Weltanschauung.
    Der radikale Fundamentalismus und seine gemeingefährlichen psychopathologischen Wurzeln.
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    Zitierung
    Sponsel, Rudolf  (DAS). Verbrechen im Namen Christi. Gottes Ebenbilder im Missionierungswahn und Kolonialismus. Buchhinweise von Rudolf Sponsel. Aus der Reihe: Metaphysik und Ethik in der Allgemeinen und Integrativen Psychologie und Psychotherapie.  IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/sonstig/metaph/verbrchr.htm
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    end-korrigiert: irs 26.12.2



    Änderungen wird gelegentlich überarbeitet, ergänzt und vertieft * Anregungen und Kritik willkommen
    31.12.07    Lit-Nachträge.