Leseproben
Karl,
der große kulturlose Sachsenschlächter [aus Dollinger
S. 120f]
"Ab 778 trat Widukind erneut an die Spitze der sächsischen Rebellen.
Im gleichen Jahr trat Karl der Große für die »Verteidigung
der heiligen Kirche gegen Ungläubige«, gegen die Sarazenen
in Spanien, an. Auch hier dokumentierte Karl, was er unter »Verteidigung«
seiner Kirche verstand. Nach dem heftigen Widerstand, den er in Pamplona
brechen mußte, gab es nämlich keinen Dankgottesdienst, sondern
ein blutiges Strafgericht, wobei die Festung Pamplona zerstört wurde,
»damit sie in Zukunft nicht mehr rebellieren könne«. Im
Frankenreich ging zu dieser Zeit das Gerücht um, Karl wäre auf
dem Rückweg getötet worden. Die Sachsen fielen daraufhin unter
Widukind in Franken ein und verwandelten das Grenzgebiet nach zeitgenössischen
Quellen in eine »Steinwüste«.
Karls anschließender Rachefeldzug im Jahre
782, in dessen Verlauf das grausige Strafgericht in Verden an der Aller
stattfand, liest ich in den fränkischen Reichsannalen, die von Karls
Begleitern niedergeschrieben wurden, wie folgt:
»Schleunigst bot er sein Heer auf und zog nach Sachsen.
Hier berief er alle sächsischen Großen vor sich und forschte
nach den Rädelsführern der letztenEmpörung. Da nun alle
Widukind als den Anstifter bezeichneten, ihn aber nicht ausliefern konnten,
weil er sich nach jener Tat wieder zu den Normannen (Dänen) begeben
hatte, so ließ sich der König von den übrigen, die dem
Rate des Verführers gefolgt waren, bis zu 4500 ausliefern und sie
zu Verden an dem Flusse Aller alle an einem Tag enthaupten. Nachdem der
König so Rache genommen hatte, begab er sich in das Winterquartier
nach Diedenhofen und feierte daselbst wie gewöhnlich Weihnachten und
Ostern.«
Biograph Einhard erwähnte den Massenmord von Verden in seiner
»Vita Karoli Magni« nicht, er notierte lediglich über
die Sachsen:
»Wenn sie . . . etwas erreicht hatten, gestattete er (Karl
der Große) niemals, daß sie unbestraft blieben, sondern zog
entweder persönlich gegen sie ins Feld oder schickte ihnen seine Grafen
mit einer Arrnee, um Rache für ihr treuloses Verhalten zu nehmen und
gerechte Sühne zu fordern . . .«
Das verzweifelte Festhalten der Sachsen an ihren Göttern und
althergebrachten Kulthandlungen mit Tier- und Menschenopfern war für
die Christen »treuloses Verhalten«, das bestraft werden mußte.
Herzog Widukind führte auch nach Verden seine Sachsen mit Unterstützung
der Friesen gegen die Franken. Das bittere Ende kam aber nach einem letzten
Sieg seiner Sachsen schließlich in der Nähe von Detmold. Drei
Tage wurde dort auf beiden Seiten gemordet, bis der Widerstand der Sachsen
zusammenbrach. Erneut konnte Widukind entkommen, stellte sich dann aber
ein Jahr später freiwillig zur Taufe. Der große Karl aber hatte
seinen Rachedurst immer noch nicht gestillt. Er brach auf zu einem »großen
Vernichtungszug«, wie der Historiker Rudolph Wahl vor etwa 50 Jahren
schrieb:
»In breiter Front gingen die Franken beiderseits der großen
Straße vor, die den Rhein mit der Elbe verband. Hinter ihnen regte
sich kein Leben mehr. Von der Sommerhitze aüsgedörrte Wälder
wurden verbrannt, die Saaten vernichtet, die Häuser niedergerissen,
die Brunnen verschüttet. Wo sich ein verängstigter Bauer zeigte,
der zur rechtzeitigen Flucht zu alt oder zu stolz gewesen war, wurde er
niedergemetzelt. Aber es kam nirgendwo zur Unterwerfung. Das Land war
ausgestorben.«
Um die selbst jetzt noch gelegentlich aufflammenden Aufstände
einiger Sachsen gegen die Franken endgültig zu brechen, griff schließlich
Karl zum Mittel der Massendeportation. Bei Einbard lesen wir:
»Nachdem er dann alle, die ihm Widerstand geleistet hatten, besiegt
und unter seine Herrschaft gebracht hatte, führte er 10 000 Sachsen,
die an beiden Elbufern gewohnt hatten, mit Frauen und Kindern aus ihrer
Heimat und siedelte sie in verschiedenen Gruppen zerstreut in Gallien und
in Germanien an.«
An ihrer Stelle ließ Karl in Südholstein im Jahre 804
die Obodriten, einen slawischen Stamm, den er über die sächsischen
Gebiete hinaus ebenfalls bereits christianisiert hatte, ansiedeln."
Querverweis: Zur Geschichte
des Nordirland-Konflikts nach Hans Dollinger
Folter
und Mord im christlichen Südamerika der Gegenwart [nach
Herrmann, S. 289f]
"Immerhin waren die rapide zunehmenden Schreckensmeldungen aus dem katholischen
Südamerika Anlaß dafür, daß Amnesty International
1973 in Paris eine erste Konferenz zur Abschaffung der Folter durchführte.''
Die Tatsachen waren und blieben danach, und die Welt schaute immer fassungsloser
auf den - offenbar eben erst entdeckten - neuen Ausbruch folternder Gewalt.
In Uruguay, gut christlich, wurden die Tupamaros M. Rosencrof und R.
Sendic in mehr als zehn Jahren Einzelhaft gefoltert, in winzigen Zellen
gehalten, als Geiseln benutzt. Rosencrof durfte jahrelang weder gehen noch
stehen, sondern mußte auf einer Bank sitzen und den ganzen Tag auf
eine Wand starren. Sendic wurde auf dem Grund eines ausgetrockneten Brunnens
festgehalten: »Wir fingen an zu denken, daß wir tot waren,
daß unsere Zellen keine Zellen, sondern Gräber waren, daß
die Außenwelt nicht existierte, daß die Sonne ein Mythos war..
. Ganz im Ernst, in über elfeinhalb Jahren habe ich die Sonne insgesamt
nicht mehr als acht Stunden gesehen. Ich vergaß die Farben ... «
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In Kolumbien, einem der gewalttätigsten Länder der Gegenwart,
ls6 sind nach neuesten Angaben der UNO Millionen von Kindern schutzlos
der Willkür von Polizei und Drogenmafia ausgesetzt. Allein in der
Hauptstadt Bogotä gibt es dreitausend Kinderprostituierte; die Mafia
setzt Kinder als Killer ein. Die Regierung tut nichts. In reichen Wohnvierteln
werden arme Kinder vielmehr als unerwünschte Elemente von der Staatspolizei
regelrecht verfolgt. Tausende von Kindern sind in Haft, ohne daß
Anklage gegen sie erhoben wird; viele unter ihnen werden gefoltert.
In Nicaragua, durchweg katholisch, fanden sich unter dem Regime von
Somoza Waisen- und Straßenkinder, die im Alter von sechs bis acht
Jahren von der Nationalgarde dazu ausgebildet worden waren, Oppositionelle
zu foltern: Sie rissen den Gefangenen bei lebendigem Leib die Augen aus
den Augenhöhlen. Als die Sandinisten an die Macht kamen, wurde ein
Teil der Kinder zur Therapie nach Schweden gebracht; in den meisten Fällen
blieben sie unheilbar schwerstbeschadigt. Sie sind, wie andere Folterer,
denen jedes Mitleid systematisch abtrainiert wurde, nicht mehr in der Lage,
sich als fühlende Menschen zu erleben.''
Querverweis: Leben und Arbeit
von Psychologen unter den Militärdiktaturen Südamerikas.
Entwurf/ Leitideen:
Internationales
Missionierungs-Völkerrechts- Gesetz
-
Allen Religionen wird verboten, uneingeladen und unautorisiert durch die
Gast-Kultur zu missionieren.
-
Autorisierte "Missionen" müssen das Toleranzgebot beachten, sonst
sind sie völkerrechtswidrig.
-
Autorisierte "Missionen" bedürfen der Erlaubnis durch einen von den
Vereinten Nationen (UNO) legitimierten internationalen ethnologischen Rat,
dessen Richtlinien zu beachten und deren Einhaltung durch unabhängige
BeobachterInnen zu kontrollieren ist.
-
Auserwählt-Verkündigungen
sind als Verstoß gegen die Allgemeinen Menschenrechte
unzulässig.
-
Kooperation jedweder Form mit Geheimdiensten
ist unzulässig.
Fußnoten
und Anmerkungen
Primitiv. Die Bezeichnung "primitiv" ist eine
Entwertung anderer Kultur, die zugleich die eigene Kultur zum Maßstab
macht. Schon in dieser Wortwahl zeigt sich eine menschenrechtsverachtende
Kombination von narzißtischem Faschismus und Größenwahn.
Ethnozid. Man kann nicht nur Völker ausrotten,
was Genozid heißt, man kann auch Kulturen und gesellschaftliche Strukturen
ermorden,
eine solche Zerstörung heißt Ethnozid. In dem Werk
heißt es S. 286: "Der Begriff der Kulturzerstörung (Ethnozid)
ist in Südamerika geprägt worden, er ist im besonderen ein Ergebnis
der Schriften von Robert Jaulin (1970 und Jaulin ed. 1972) und anderer
und der "Erklärung von Barbados" (IWGIA
1971). Kurz gesagt, bezieht sich dieser Begriff auf die Zerstörung
traditioneller Kulturen, das heißt, man leugnet, daß diese
Kulturen geeignet wären, als lebensfähige Volksgruppen
mit integrierten Strukturen und historischen Traditionen weiterzubestehen."
So haben die USA
z.B. nicht nur eine reichhaltige Geschichte im Genozid der Indianer, sondern
sind auch immer noch sehr erfolgreich im Ethnozid der Indios, allerdings
teilweise gut getarnt und hollywood-illusionistisch aufbereitet. Die faschistische
Grundeinstellung allem "Unamerikanischen" und Fremden gegenüber ist
in der amerikanischen Auserwählt-
"Kultur" sehr verwurzelt und wird bis in die Gegenwart tradiert. Eine von
manchen zu Unrecht für harmlos gehaltende Ausdrucksform ist der US-typische
Patriotismus mit seinen grandiosen Größenphantasien, die bis
ins Wahnhafte hineinreichen, wenn sie unkorrigierbar sind.
Querverweise
Standort: Verbrechen im Namen Christi.
*
Externer Link: Die
Verbrechen der Kirche.
Überblick und Kritik der Metaphysik, Religion,
Sekten, Ideologie und Weltanschauung.
Der radikale Fundamentalismus
und seine gemeingefährlichen psychopathologischen Wurzeln.
*
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Dienstleistungs-Info.
*
Zitierung
Sponsel, Rudolf (DAS).
Verbrechen
im Namen Christi. Gottes Ebenbilder im Missionierungswahn und Kolonialismus.
Buchhinweise von Rudolf Sponsel. Aus der Reihe: Metaphysik und Ethik in
der Allgemeinen und Integrativen Psychologie und Psychotherapie.
IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/sonstig/metaph/verbrchr.htm
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end-korrigiert: irs 26.12.2
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gelegentlich überarbeitet, ergänzt und vertieft * Anregungen
und Kritik willkommen
31.12.07 Lit-Nachträge.