Diplom Prüfungsordnung für Studierende der Psychologie vom 16.6.1941, gültig ab 1.4.1941
veröffentlicht in "Deutsche Wissenschaft Erziehung und Volksbildung. Amtsblatt des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und der Unterrichtsverwaltungen der Länder. Jahrgang 7, Berlin, den 5. Juli 1941, Heft 13, 255-260.
von Rudolf Sponsel, Erlangen
Internet-Erstausgabe 12.07.2002, Letztes Update 13.7.2 [Links]
Inhaltsverzeichnis
Diplomprüfungsordnung * Vordrucke
* Durchführungsbestimmungen
* Geuter zum
Hintergrund der Diplomprüfungsordnung * Kommentar
* Externe
Links zur Geschichte der Psychologie unter dem Nationalsozialismus
* Querverweise
Vordrucke
Vordruck 1: Prüfungszeugnis Diplom-Vorprüfung
Vordruck 2: Bescheinigung für die praktisch-psychologische Tätigkeit
Vordruck 3: Prüfungszeugnis Diplom-Hauptprüfung
Durchführungsbestimmungen zur Diplomprüfungsordnung für Studierende der Psychologie
I, § 1, 2, 3 * Anfang
Inhaltsverzeichnis
II., §1, 2 * Anfang
Inhaltsverzeichnis
II. § 3, 4 * Anfang
Inhaltsverzeichnis
II. § 5,
6, 7, III. Anfang * Anfang
Inhaltsverzeichnis
III. § 2-4 * Anfang
Inhaltsverzeichnis
III.
$ 5-7, IV, V, Anfang Vordruck 1 * Anfang
Inhaltsverzeichnis
Vordruck 1,2,3 * Anfang
Inhaltsverzeichnis
Vordruck
4, Durchführungsbestimmungen I, II
* Anfang Inhaltsverzeichnis
Durchführungsbestimmungen
Fortsetzung zu II, § 4-7
* Anfang Inhaltsverzeichnis
Durchführungsbestimmungen
Abschnitt III Fortsetzung
* Anfang
Inhaltsverzeichnis
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"Zusammenfassung
Bis zur Einführung der Diplom-Prüfungsordnung von 1941 war der Widerspruch zwischen der akademischen Ausbildung in Psychologie und ihrer beruflichen Anwendung formell nicht gelöst. Das Studium konnte nur mit einer Promotion abgeschlossen werden. Nicht an allen Universitäten war dabei die Wahl von Psychologie als Hauptfach möglich, an manchen mußte die psychologische Dissertation als philosophische oder als pädagogische Arbeit eingereicht werden. Für die mündliche Prüfung kamen zwei Nebenfächer hinzu. In den 20er und 30er Jahren wurde in den Promotionsordnungen Psychologie mehr und mehr als eigenständiges Hauptfach anerkannt. Solange das Fach noch nicht unabhängig war, gab es auch Probleme mit einer Habilitation in »Psychologie«. [>350] Überlegungen, einen professionellen Studienabschluß für Psychologie-Studenten einzuführen, kamen, zusammen mit |
Die Diplomprüfungsordnung war nicht nur wissenschaftlich,
akademisch- organisatorisch sondern auch gesellschafts- und berufspolitisch
eine Aufwertung der Psychologie. Es besteht wohl kein Zweifel, daß
hierzu auch sehr stark die Entwicklung der Wehrpsychologie
beigetragen hat, wenn sie auch schon 1942 so in Mißkredit fiel, daß
die Luftwaffen- und Heerespsychologie aufgelöst wurde. Auch wenn die
erste Diplomprüfungsordnung für Studierende der Psychologie im
Nationalsozialismus geschaffen wurde, so folgt hieraus grundsätzlich
nicht Anstößiges oder Ehrenrühriges für die Psychologie
als Wissenschaft und für die PsychologIn in ihrem Beruf wie es gelegentlich
psychoanalytisch-
antipsychologische Propaganda darstellt. Daß die Psychologie
berufsfähig und -bedürftig wurde trifft nur zufällig mit
dem Nationalsozialismus zusammen, sonst hätte es ja außerhalb
Deutschland auch keine akademischen psychologischen Berufsordnungen geben
dürfen.
Während positiv überrascht
- moderner als mancherorts heute - , daß zum Prüfungsgegenstand
der Allgemeinen Psychologie die "Grundtatsachen des bewußten und
unbewußten Seelenslebens in person- und gemeinschaftspsychologischer
Hinsicht" gerechnet wurde, verwundert in negativer Hinsicht nicht sehr,
daß in den Durchführungsbestimmungen (III.,
2) gefordert wurde: "Vor allem muß der Prüfling zeigen,
daß er die theoretischen und praktischen Aufgaben seines Faches aus
dem vollen Verständnis der nationalsozialistischen Weltanschauung
heraus anzugehen und zu lösen vermag." Tatsächlich findet
man aber selbst in einem volkstümlichen Werk der Wehrpsychologie "Menschenformen
- Volkstümliche Typen" keine nationalsozialistischen Ausführungen,
ja im Gegenteil [und im Gegensatz zur Wissenschaftsliteratur im Kommunismus],
sogar ausgesprochen kritische Stellen etwa in der Arbeit Brosius
zum Fanatiker, als ob Hitler und seine Schergen hier porträtiert
worden sind - obwohl das Werk von Generalleutnant von Voß mit herausgegeben
wurde.
Psychologie im Nationalsozialismus: http://www.lascap.de/Downloads/Nazipsy.pdf
Militärpsychologie, ein wichtiges und legitimes psychologisches Forschungs- und Berufsfeld? http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/wf-93/9310601m.htm
Zum Verhältnis von Wissenschaft und Parteilichkeit von Anke Woschech: http://psylux.psych.tu-dresden.de/psychopath/ausgabe03/parteilichkeit.html
Zur Geschichte der Psychoanalyse im Dritten Reich:
Petra Bühring Deutsches Ärzteblatt |PP| Heft
7, Juli 2002: Psychoanalytiker im Nationalsozialismus http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/lit.asp?id=31982
Der
Verdacht: Psychoanalytische Aufarbeitung der psychosomatischen Medizin
und Psychotherapie im Nationalsozialismus: Entwertende Verdächtigung
statt Wissenschaft? Kritik der Methoden der Professores Ulrich Schultz-Venrath
und Ludger M. Hermanns (1991).
Siehe bitte auch Querverweise
und die Linkliste bei Kronfeld