Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    IP-GIPT DAS=01.04.2002 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 08.07.2007
    Sekretariat: Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
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    Willkommen in unserer Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie, Abteilung Metaphysik - von den letzten und großen Dingen jenseits der Wissenschaft, hinter der wahrnehmbaren Welt, Logik und Erfahrung - Bereich Glauben und hier speziell zum Thema:

    Glauben ohne Glauben
    Unglaubliches zu Weihnachten*

    von INGO-WOLF KITTEL Facharzt
    für Psychotherapeutische Medizin, Augsburg

    Laden des gesamten Artikels als RTF-Datei (30 kb)
    (aktualisiertes update vom 1.4.2) **

        "Sollten es tatsächlich nur verrückte Kindheitsträume sein, unsere mächtigen Bilder von den Himmeln, Höllen, Engelscharen und dem ganzen Teufelspack? Müssen wir jetzt wirklich glauben: „Gott ist tot", Jesus alles nur kein „Gottessohn" und „Gottes Wort" schlicht „Menschenrede"? Die Welt entstanden in Milliarden Jahren seit dem ungeheuren Knall, an den jetzt andere glauben? Keine Schöpfung mehr von einem Gotte, sondern: Autopoese ?
        Wie ernüchternd! Wahrlich eine – wie Gerd Lüdemann es formuliert hat –  „gnadenlose Demontage" uralt-ehrwürdig-hehrer Glaubensvorstellungen,  was als Ergebnis von weit mehr als zweimal hundert Jahren emsig-unermüdlich-redlicher Arbeit wissenschaftlich tätiger Theologen und Kollegen da neuerdings uns präsentiert wird. Und eine Desillusionierung‚ unglaublichen‘ Ausmaßes noch dazu; wären dann doch alle Gottesbilder immer schon gewesen: Ein‘ bild‘ ung.
        Wenn die Welt nicht ‚erschaffen‘ wurde – von Gott, daran sei erinnert, durch simples Sprechen, jenen sagenhaften Wesen gleich, die mit bloßen Worten Berge öffnen und noch andere zauberhafte Dinge da vollbringen können –, dann sind und waren all die ‚wundervollen‘ Märchen aller Völker aller Zeiten auch von Gott und Göttern immer schon solch „Menschenrede" – Mythen wie die Griechen sagten, Fabeln, eben ‚Sagen‘.

        Wir müssen ‚in der Tat‘ glauben. Wir können nicht anders. Von Natur aus, von unserer Art her, so wie wir sind, ‚in Wirklichkeit‘ oder wie immer die hier passenden Wendungen lauten: von den grundlegenden Bedingungen unseres Lebens her, ‚von unserer Biologie her‘ sind wir gezwungen zu glauben. Auf ganz – wörtlich genommen – ‚eigenartige‘ Weise glauben wir selbst dann, wenn wir dies gar nicht wissen. Glauben ist fundamental, ebenso unvermeidbar wie unumgänglich, ist Bedingung unserer Existenz als Mensch, als bewußte Wesen, Voraussetzung unserer gesamten Kultur. Opfer sind wir – und Profiteure gleichfalls – dieser ‚Eigenschaft‘.
        Wir müssen glauben, aber beileibe nicht ‚an‘ etwas glauben. Es ist möglich, sich von Bildern und Vorstellungen zu ‚lösen‘, sich von der ‚Macht innerer Bilder‘ und anderer verführerischer Vorstellungen zu ‚befreien‘, vor allem solcher nachteiliger Art. Deswegen ist das Versprechen einer ‚Erlösung‘ von solchem ‚Übel‘ so verlockend – vor allem, wenn auch dieses wieder mißverstanden wird (als Verschonung von Leid und Widrigkeit), und ist eine Befreiung von der ‚Anhaftung‘ an diese Bilder und Vorstellungen, – an unsere ‚Illusionen‘ (in-ludere:  unsere ‚innere Spiele‘, unsere ‚Gedankenspiele‘) – durch eigenes Bemühen möglich, und zwar prinzipiell durch die Übung, das Denken ‚zur Ruhe zu bringen‘... "



    *Hinweis
    1. Der Artikel ist auch veröffentlicht unter:
    http://www.kirchenkritik.de/archiv/glauben_ohne_glauben.html
    2. Er schließt sachlich an den Artikel "BETEN NACH DEM TODE GOTTES - Wie sieht es mit der Zukunft der Religion aus? Wissenschaft und Rationalität verlangen nach einer neuen Kraft, die der Sehnsucht nach Glauben Rechnung trägt" von Prof. Dr. Gerd Lüdemann an, der ursprünglich in Die Woche 52/00 vom 22. Dezember 2000 erschienen war und jetzt online hier zu finden ist.

    **Format-Hinweis: Möglicherweise ist bei einigen downloads der Seitenumbruch nachzukorrigieren.



    Änderungen wird gelegentlich überarbeitet, ergänzt und vertieft * Anregungen und Kritik willkommen
    27.09.06    Linkkorrektur, Layout.

    Querverweis
    Standort: Glauben ohne Glauben von Ingo-Wolf Kittel.
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    Überblick und Kritik der Metaphysik, Religion, Sekten, Ideologie und Weltanschauung aus allgemein-integrativer und  psycholologisch-psychotherapeutischer Perspektive.
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    Zitierung
    Kittel, Ingo-Wolf  (DAS). Glauben ohne Glauben. Unglaubliches zu Weihnachten. Metaphysik und Ethik in der Allgemeinen und Integrativen Psychologie und Psychotherapie. IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/sonstig/metaph/glaube/iwk_gl.htm
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