Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    IP-GIPT DAS=08.06.2005 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung TMJ
    Sekretariat: Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
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    Willkommen in unserer Internet-Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie, Abteilung Wissenschaftstheorie, und hier speziell zum  Thema:

    Werturteil und Wertaussage
    Eine Wissenschaftstheoretische Analyse
    aus allgemeiner und integrativer psychotherapeutischer Perspektive

    von Rudolf Sponsel, Erlangen
    Querverweise.

    Einführung.  (1) Werurteile, das ist gut (schlecht), das ist schön (häßlich), das ist  wertvoll (wertlos), das soll man tun (lassen), das muß bestraft (gelobt) werden sind eine eigene Ausdrucksform und streng zu unterscheiden von Aussagen, die wahr oder falsch sein können.
        (2) Andererseits können Werturteile auch wieder wahr oder falsch sein, wenn sie - für ein Subjekt, eine Grupper - zutreffen oder nicht zutreffen.
        (3) Was heißt denn das nun? Sind (1) und (2) nicht ein Widerspruch? Einerseits sollen Werturteile streng von Aussagen unterschieden werden, andererseits sollen sie auch wieder wahr oder falsch sein können. Geht denn das zusammen? Ja.  Aber man muß scharf aufpassen, was ein Wertausdruck sagen will oder bedeutet.

    Beispiele: [Attraktiv und Attraktivität]
    (1) Peter sagt: "Maria ist attraktiv".
    (2) Peter findet Maria attraktiv.
    (3) Peter meint, für ihn sei Maria attraktiv.
    (4) Peter hält Maria für attraktiv.
    (5) Peter fühlt sich von Maria angezogen.
    (6) Es trifft zu, daß Peter Maria attraktiv findet.
    (7) Es stimmt nicht, daß Peter Maria immer attraktiv findet.
    (8) Peter benimmt sich in Marias Gegenwart 'komisch', als ob er verliebt wäre, bemerkt es aber nicht.
    (9) Peter benimmt sich in Marias Gegenwart 'komisch', er mag sie wohl nicht besonders. 
    (10) Peter benimmt sich in Marias Gegenwart 'komisch', hat er ein schlechtes Gewissen? 

    Diskussion:
    (1) Das Werurteil ist objektivistisch formuliert, als ob es eine Eigenschaft sei, attraktiv zu sein. [1]
    (2) Das ist eine Aussage, die wahr oder falsch sein kann, jenachdem ob sie zutrifft oder nicht.  [1]
    (3) Das ist eine Aussage, die wahr oder falsch sein kann, jenachdem ob sie zutrifft oder nicht.  [1]
    (4) Das ist eine Aussage, die wahr oder falsch sein kann, jenachdem ob sie zutrifft oder nicht.  [1]
    (5) Das ist eine Aussage, die wahr oder falsch sein kann, jenachdem ob sie zutrifft oder nicht.  [1]
    (6) Das ist eine Aussage über eine Aussage (Meta-Aussage), die wahr oder falsch sein kann, jenachdem ob sie zutrifft oder nicht. Es wird nicht über die Attraktivität geredet, sondern über den Wahrheitsgehalt der Attraktivitätsbehauptung. Die Begriffe wahr, falsch. zutreffen, nicht zutreffen gehören also der Metasprache an.  [1]
    (7) Das ist eine Aussage  über eine Aussage (Meta-Aussage), die wahr oder falsch sein kann, jenachdem ob sie zutrifft oder nicht. Hier wird ein Zeitbezug eingeführt und relativiert, indem bestritten wird, daß Peter Maria zu jedem Zeitpunkt attraktiv findet. [1]
    (8) Hier liegt eine dreifache und schwierige zusammengesetzte Aussage vor. Der erste Teil hängt davon ab, wie "komisch" definiert und operationalisiert wird. "Komisches" Verhalten ist meist mehrdeutig. Eine Möglichkeit könnte in der Tat sein, daß Peter verliebt ist und es noch nicht richtig gemerkt hat. Der Ausdruck "komisch" kann aber auch als Werurteil aufgefaßt werden.  
    (9) Hier liegt eine doppelte Aussage vor, wenn "komisch" nicht als Werturteil gemeint ist, sondern im Sinne von ungewöhnlich und deutungsbedürftig. Der erste Teil hängt also davon ab, wie "komisch" gemeint ist, definiert und operationalisiert wird. "Komisches" Verhalten ist meist mehrdeutig. Aber eine Möglichkeit könnte in der Tat sein, daß Peter Maria nicht besonders mag und dies auf "merkwürdige" Weise in seinem Verhalten zum Ausdruck bringt.
    (10)  Hier liegt im ersten Teile eine Aussage oder ein Werurteil und im zweiten Teil eine Frage vor, die auf den Grund geht.

    Erstes Fazit:
    Ob ein sprachlicher Ausdruck eine Aussage oder ein Werturteil ist , ist  manchmal nur durch Nachfrage und Diskussion herauszufinden. Steht der Mitteilende nicht zur Verfügung, sollte man verschiedene Möglichkeiten der Meinung oder Bedeutung in Betracht ziehen und erörtern .  

     wird fortgesetzt



    Literatur (Auswahl)



    Links (Auswahl: beachte)



    Anmerkungen und Endnoten
    ___


    Änderungen Kleinere Änderungen werden nicht extra ausgewiesen; wird gelegentlich überarbeitet und ergänzt.
    tt.mm.jj


    Querverweise
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    Zitierung
    Sponsel, Rudolf (DAS). Werturteil und Wertaussage. Eine Wissenschaftstheoretische Analyse aus allgemeiner und integrativer psychotherapeutischer Perspektive. IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/wisms/wistheo/werturt0.htm
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