Abstrakte Grundbegriffe aus den Wissenschaften - Analogien, Modelle und Metaphern für die allgemeine und integrative Psychologie und Psychotherapie sowie Grundkategorien zur Denk- und Entwicklungspsychologie (Zum Überblick):
Wärme
(in Ausarbeitung - noch nicht abgeschlossen)
Alltag
Grundlegender klimatischer Begriff. Licht, Feuer, Heizung, Behausung,
Kleidung. Elementare Empfindung: "mir ist warm" gegenüber "mir ist
kalt". Auch als Persönlichkeitskennzeichnung verwendet: ein warmer
Mensch, ein kalter Mensch. Oft bedeutungsähnlich mit: ein herzlicher,
warmherziger Mensch, ein herzloser, kaltherziger Mensch. Kann
auch merkmals-, verhaltens- oder situationsbezogen sein. Sie hat eine warme
Ausstrahlung.
Wissenschaftsgeschichte,
Naturlehre und Physik
Wärme wurde in der aristotelischen Physik als aktive Eigenschaft
eines Körpers betrachtet. Francis Bacon definiert Wärme als örtliche
Bewegung. Descartes und Hooke beschrieben sie als unaufhörliche
Bewegung von Teilchen. Julius
Rober Mayer erkennt 1842, daß Wärme und mechanische Arbeit
beides Energieformen sind: Grundlage der Thermodynamik. Brownsche Bewegung.
Messung - Skala
Die Wärme gehört wie die Kälte zur Temperatur. bei der
Temperaturmessung gibt es unterschiedliche Skalen und Maßsysteme.3
Geschichte: Bereits Heron von Alexandria (um 120 v.C.) kannte
ein auf Kenntnis der Ausdehnung der Luft beruhendes Thermoskop. 17. Jhd.
Flüssigkeitsthermometer mit Alkohol (Großherzog Ferdinand II.
von Toskana). Der Mechnaiker Fahrenheit (1786-1736) in Amsterdam erfindet
das Quecksilberthermometer zwischen 1710 und 1720. Die wichtigsten
und gebräuchlichsten Einheiten sind Fahrenheit, Reaumur (1683-1757),
Celsius (schwedischer Astronom, 1701-1744) und die wissenschaftliche Einheit
Kelvin. Die wissenschaftliche Skalierung erfolgt seit 1967
in Kelvin (nach dem englischen Pysiker William Thommsen, Lord Kelvin, 1824-1907).
Die Kelvin-Skala ist eine Absolut-Skala: es gibt einen absoluten Nullpunkt
(-273,16 Celsius).
| Ein Kelvin (1 K) ist der 273,16te Teil der thermodynamischen
Temperatur des Tripelpunktes von Wasser.
Tripelpunkt heißt der derjenige Zustand eines Stoffes, zu dem gleichzeitig die drei Aggregatzustände fest, flüssig und gasförmig existieren. Temperatur-Messbereiche: Um 1 Kelvin: Supraleiter. Um 10 Kelvin: Derzeitige Temperatur des Weltalls 273 bis rund um 400 Kelvin: Organisches Leben. Um 1000 Kelvin: Erdinneres. Zwischen 10.000 und 1000.000 K: Sonnenoberfläche, Kerne von Galaxien, Veränderungen der Elektronenhülle. Zwischen einer und 100 Millionen K: Hiroshima Bombe und Sonneninneres. Zwischen 100 Millionen und 10 Milliarden K: H-Bombe, Kernfusion. Über eine Billion K: Temperatur beim Urknall. Zum Kontrast: Die-Rohwert-Messbereiche der akademisch-klinischen Psychologie bewegen sich oft nur im 0,1 er "Zahlen"-Raum. |
Psychophysiologische
und Psychologische Skalierung (wird noch ausgeführt)
Psychophysik. Polygraph ("Lügendetektor").
Psychologie,
Denk- und Entwicklungspsychologie und Wärmebegriffs
Wärme und warm sind elementare Empfindungen, die schon dem Embryo
im Mutterleib vertraut sind. Ein bestimmter Temperaturbereich ist für
das menschliche Leben Grundbedingung und für das Wohlbefinden ebenfalls.
Bedingungen, die der Embryo, der Säugling und das Kleinkind nicht
anders kennen, sollten zu keiner eigenen Begriffsbildung
und damit zu keinem eigenen kognitiven Schemata führen.
Körper,
Befinden, Abweichungen, Symtptome, Psychopathologie
In unserer Körperbefindlichkeit können wir drei Hauptzustände
unterscheiden: Wärme angemessen, zu warm, zu kalt. Dies
läßt sich auch ganz gut quantifizieren. Verträglichkeit
und Wärmetypus: Es gibt Menschen, die Wärme wenig vertragen,
die es lieber etwas weniger warm haben und das Gegenteil, etwa wie es Abend
und Morgenmenschen gibt.
Vermehrtes Schwitzen und Schweißausbrüche können
neben einer eher biologisch begründeten Störung mehr oder minder
starke psychische Probleme bedeuten oder mit ihnen einhergehen. Schwitzen
kann Ausdruck von Übererregung, Angst oder Unsicherheit sein.
Körperlich kann ein Schweißausbruch Ausdruck eines Schockes
sein (Kollaps, Blutverlust, kalter Schweiß, Bewußtseinstrübung,
falcher und schneller Puls, Blässe, oberflächliche Atmung).
Ständiges Frieren oder Mißempfindungen von Kälte vor
allem in den Extremitäten (Füße, Beine, Hände) können
Bewegungsmangel und Durchblutungsstörungen bedeuten.
Fieber als vermehrte Temperatur ist ein wichtiges allgemeines Symptom
(Anzeige) für eine Störung. Temperaturmessung zur Schwangerschaftsverhütung.
Psychotherapie
In der Klientenzientrierten und auch sog. Gesprächspsychotherapie,
begründet von C. Rogers, spielen Begriffe wie emotionale Wärme,
warm, warmherzig oder eine entsprechende Zuwendungshaltung eine große
Rolle und haben von C. Rogers den Status des Faktors einer heilenden Grundhaltung
erhalten.
Assoziationen und Metaphorik
Bewegung, Energie, Feuer, Flammen, Freundlich, friedlich, gelb, gefühlvoll,
Gemüt, gemütlich, gut, gütig, harmonisch, Herz, herzlich,
heiß, Heizung, Leben, lebendig, lebensnotwendig, Licht, männlicher
Homosexueller, Hölle, Ofen, orange, positiv, rot, Sonne, Strahlen,
sympathisch, warmherzig, weich, wohlgesonnen.
Literarisch
Luhe von Strauß und Torney, Mara: ."Ihr fuhrs zum Herzen jäh
und warm - Kalt war dem fremden Liebsten Arm"
E. Roth: "Die Wärme bringt uns Hochgenuß. Man fühlt
sich wie aus einem Guß."
Sprüche und Redewendungen
sich jemanden oder etwas warm halten (eine gute Beziehung oder einen
Kontakt aufrecht erhalten).
Bildende Kunst
Farben: gelb, ocker, rot,braun. Sujets und Objekte: Licht, Feuer. Ästhetik:
Kontrast.