Demographie - Bevölkerungsentwicklung
von Rudolf Sponsel, Erlangen
Bevölkerungsbewegung:
Leben und Sterben
Überblick
Familienstatistik des Statistisches Bundesamtes.
2006:
Geburten, Sterbefälle und auch Bevölkerung gingen zurück
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 228
vom 05.06.2007
"WIESBADEN - Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, zeigen vorläufige
Ergebnisse für das Jahr 2006 sowohl eine Abnahme der Geburten als
auch der Sterbefälle in Deutschland. Die Bevölkerung ging in
diesem Zeitraum ebenfalls leicht zurück.
Im Jahr 2006 wurden 673.000 lebend geborene Kinder
registriert, 13.000 oder 1,9% weniger als 2005. Die Zahl der Geburten geht
seit 1991, mit Ausnahme der Jahre 1996 und 1997, zurück. Die Zahl
der Sterbefälle war von 1994 bis 2001 ständig gesunken und dann
2002, 2003 sowie 2005 wieder angestiegen. Für das Jahr 2006 gab es
mit 822.000 Gestorbenen wieder einen Rückgang um 8.000 beziehungsweise
1% gegenüber dem Vorjahr. Somit starben im Jahr 2006 etwa 149.000
Menschen mehr als geboren wurden. Im Vorjahr war das Geburtendefizit um
etwa 5.000 Personen geringer.
Im Jahr 2006 heirateten 374.000 Paare, im Jahr 2005
waren es 388.000 gewesen. Damit ist die Zahl der Eheschließungen
weiter zurückgegangen (- 15.000 oder - 3,8%). Seit Anfang der 1990er
Jahre nimmt die Zahl der standesamtlichen Trauungen ab. Diese rückläufige
Tendenz war nur 1999, 2002 und 2004 unterbrochen worden.
Am 31.12.2006 hatte Deutschland rund 82.315.000
Einwohner. Das waren 123.000 oder 0,1% weniger als Ende 2005 (82.438.000).
Die Entwicklung der Bevölkerung ergibt sich zum einen aus den Geburten
und Sterbefällen und zum anderen aus den Wanderungsbewegungen (Zu-
und Fortzüge). Der Bevölkerungsrückgang im Jahr 2006 ist
darauf zurückzuführen, dass nach vorläufigen Ergebnissen
dem Geburtendefizit von etwa 149.000 Personen ein rückläufiger
Zuwanderungsüberschuss von rund 23.000 Personen gegenübersteht.
Seit 1991 hat es in Deutschland in jedem Jahr mehr Sterbefälle als
Geburten gegeben. Die Bevölkerung nahm jedoch in den meisten Jahren
aufgrund eines höheren Wanderungsüberschusses zu, mit Ausnahme
der Jahre 1998 sowie 2003 bis 2006.
Der Bevölkerungsrückgang betraf vor allem
die neuen Länder (- 101.000 Personen oder - 0,8% gegenüber 2005)
und setzte damit die Entwicklung von 2005 gegenüber 2004 (- 89.000
Personen) fort. Die Einwohnerzahlen gingen außerdem - wenn auch in
der Regel in geringerem Umfang - in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen,
Rheinland-Pfalz und im Saarland zurück. Eine Bevölkerungszunahme
verzeichneten Bayern und die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. In
den Ländern Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein sowie im
früheren Bundesgebiet insgesamt blieb die Bevölkerung nahezu
konstant."
1.
Halbjahr 2007: Geburten gingen leicht zurück
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 456
vom 13.11.2007
"Wiesbaden - Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist nach vorläufigen
Ergebnissen die Zahl der lebend geborenen Kinder im ersten Halbjahr 2007
mit 313 100 Kindern gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 (313 900) geringfügig
zurückgegangen (- 0,3%). Dabei standen 161 100 Geburten von Jungen
152 000 Geburten von Mädchen gegenüber.
Bei den Sterbefällen ergab sich im ersten Halbjahr
2007 mit 408 700 Fällen ebenfalls ein leichter Rückgang gegenüber
den ersten sechs Monaten des Vorjahres (- 1 500 oder - 0,4%).
Somit wurden im ersten Halbjahr 2007 95 600
weniger Kinder geboren als Menschen verstarben. Im ersten Halbjahr 2006
hatte der Saldo aus lebend geborenen Kindern und Sterbefällen - 96
300 betragen."
2050: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland: Broschüte destatis.
2007
zogen wieder mehr Personen nach Deutschland
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr.
185 vom 19.05.2008
"WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sind
im Jahr 2007 nach vorläufigen Ergebnissen 683 000 Personen nach
Deutschland zugezogen und 635 000 Personen aus Deutschland fortgezogen.
Daraus ergibt sich ein Wanderungsüberschuss von 48 000 Personen.
Dies waren 21 000 Zuzüge mehr und 4 000 Fortzüge weniger als
2006. Dadurch hat sich der Wanderungsüberschuss gegenüber dem
Vorjahr mehr als verdoppelt, nachdem er von 2005 auf 2006 um 71% gesunken
war.
2007 sind knapp 572 000 ausländische Personen
nach Deutschland zugezogen, das waren 2% mehr als im Vorjahr. Damit wurde
erstmals die seit 2001 anhaltende Tendenz einer rückläufigen
Zuwanderung ausländischer Personen unterbrochen. Außerdem sank
die Zahl der Fortzüge ausländischer Personen mit 470 000 gegenüber
dem Vorjahr um 3%. Damit stieg der Wanderungsüberschuss ausländischer
Personen insgesamt von 75 000 Personen im Jahr 2006 auf 102 000 Personen
im Jahr 2007 (+ 36%). Der Wanderungsüberschuss fiel für
das frühere Bundesgebiet sowie Berlin (+ 94 000 Personen) deutlich
höher aus als für die neuen Bundesländer (+ 8 000).
Die Zahl der Zuzüge deutscher Personen ist
mit rund 111 000 gegenüber dem Vorjahr um 8 000 beziehungsweise um
8% angestiegen. Diese Zahl enthält die Zuzüge von Spätaussiedlern
(ohne ausländische mitreisende Familienangehörige) und von weiteren
Deutschen, die zum Beispiel aus dem Ausland zurückkehrten.
2007 wurden 165 000 Fortzüge deutscher Personen
registriert. Die Zahl der Fortzüge nahm somit gegenüber dem Vorjahr
(155 000) um 6% zu und blieb damit auf hohem Niveau. Die Hauptzielländer
bei den Fortzügen deutscher Personen waren die Schweiz (20 000), die
USA (14 000), Polen und Österreich (jeweils 10 000).Der Wanderungsverlust
deutscher Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2007 blieb mit 54 000
Personen gegenüber dem Vorjahr (52 000) nahezu konstant. Aus den Abwanderungszahlen
lassen sich keine Aussagen zu den Hintergründen der Fortzüge
ableiten. So ist keine Differenzierung möglich, ob der Fortzug einer
Person eine Auswanderung auf Dauer oder nur eine befristete Ausreise zum
Beispiel im Rahmen einer Tätigkeit für ein deutsches Unternehmen
im Ausland ist. Es kann auch nicht unterschieden werden, ob es sich um
Spätaussiedler, Eingebürgerte oder Deutsche ohne Migrationshintergrund
handelt.
Ins Ausland zog es vor allem Deutsche aus dem früheren
Bundesgebiet und Berlin (151 000); dagegen haben nur 14 000 Deutsche die
neuen Länder in Richtung Ausland verlassen. Entsprechend fiel der
Abwanderungsverlust deutscher Personen mit 47 000 für die alten Bundesländer
und Berlin höher aus als für die neuen Bundesländer (7 000).
Gleichzeitig zogen im Jahr 2007 aus den neuen Bundesländern
138 000 Personen in die alten Länder (2006: 136 000), während
83 000 Menschen die umgekehrte Richtung wählten (2006: 82 000). Damit
blieb sowohl die Wanderung von Ost- nach Westdeutschland als auch die West-Ost-Wanderung
nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Berlin bleibt aufgrund seiner Sonderstellung
bei dieser West-Ost-Betrachtung ausgeklammert.
Unter Berücksichtigung der Wanderungen mit
dem Ausland und zwischen den Bundesländern von ausländischen
und deutschen Personen verzeichnen gegenüber dem Vorjahr die alten
Bundesländer einschließlich Berlin einen steigenden Wanderungsgewinn
von rund 103 000 Personen (2006: 73 000) und die neuen Bundesländer
einen erhöhten Wanderungsverlust von rund 55 000 Personen (2006: 50
000)."
2006: Leichter
Anstieg der Bevölkerung mit Migrationshintergrund
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr.
105 vom 11. März 2008
"WIESBADEN - Das Statistische Bundesamt (Destatis) stellt zum zweiten
Mal detaillierte Zahlen zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund
in Deutschland vor. Sie basieren auf den Angaben des Mikrozensus 2006.
Mit diesen Zahlen lassen sich erstmals Aussagen dazu machen, wie sich die
Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund insgesamt und in ihrer
Zusammensetzung im Vorjahresvergleich verändert hat.
Zwischen 2005 und 2006 hat die Bevölkerung
mit Migrationshintergrund in Deutschland um 130 000 Personen auf 15,1 Millionen
zugenommen. Da im gleichen Zeitraum die Bevölkerung insgesamt um knapp
100 000 Personen zurückgegangen ist (von 82,5 auf 82,4 Millionen),
hat sich die Zahl der Personen ohne Migrationshintergrund um 227 000 Personen
verringert (von 67,4 auf 67,2 Millionen), und der Anteil der Bevölkerung
mit Migrationshintergrund ist von 18,2% auf 18,4% angestiegen.
Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund besteht
aus den seit 1950 nach Deutschland zugewanderten Personen und deren Nachkommen.
Für ihre Bestimmung werden Angaben zum Zuzug nach Deutschland, zur
Staatsangehörigkeit und zur Einbürgerung verwendet. Im Jahr 2005
war das Mikrozensus-Frageprogramm umfangreicher, so dass weitere 320 000
Menschen als Deutsche mit Migrationshintergrund identifiziert werden konnten,
die sich 2006 nicht von Deutschen ohne Migrationshintergrund unterscheiden
lassen. Inwieweit sich diese Personengruppe im Zeitablauf ebenfalls verändert
hat, wird sich erst wieder aus den Daten des Mikrozensus 2009 ergeben;
dann wird das umfangreichere Frageprogramm wiederholt.
Ausländerinnen und Ausländer machen 2006
mit 7,3 Millionen oder 8,9% der Bevölkerung nur etwas weniger als
die Hälfte aller Personen mit Migrationshintergrund aus, die Deutschen
mit 7,9 Millionen oder 9,5% der Bevölkerung etwas mehr als die Hälfte.
Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer
um 21 000 zurückgegangen, die der Deutschen mit Migrationshintergrund
hat um 151 000 zugenommen.
Mit 10,4 Millionen stellen die seit 1950 Zugewanderten
- das ist die Bevölkerung mit eigener Migrationserfahrung - wie im
Vorjahr zwei Drittel aller Personen mit Migrationshintergrund. Unter ihnen
sind - gegenüber 2005 ebenfalls unverändert - die Ausländerinnen
und Ausländer mit 5,6 Millionen gegenüber den Deutschen mit 4,8
Millionen deutlich in der Mehrheit.
Die in Deutschland geborene Bevölkerung ohne
eigene Migrationserfahrung verändert sich dagegen in ihrer Zusammensetzung
nach Staatsangehörigkeiten. Die Ausländerinnen und Ausländer
stellen mit 1,7 Millionen nach wie vor 2% der Gesamtbevölkerung. Die
Zahl der hier geborenen Deutschen mit Migrationshintergrund hat sich gegenüber
dem Vorjahr aber um 132 000 auf 3,0 Millionen erhöht: sie stellen
jetzt 3,6% der Bevölkerung. Dieser Anstieg ist die ausschließliche
Ursache für die Zunahme der Bevölkerung mit Migrationshintergrund
insgesamt.
Europa ist für die Migration in Deutschland
quantitativ besonders bedeutsam: es stellt 59,5% der insgesamt 10,4 Millionen
Zuwanderer, 23,5% von ihnen stammen aus den 25 Mitgliedstaaten der Europäischen
Union. Außerdem liegen Angaben für die elf bedeutsamsten Herkunftsländer
vor: Türkei (mit 14,2% aller Zugewanderten), Russische Föderation
(8,4%), Polen (6,9%), Italien (4,1%), Serbien und Montenegro (3,4%), Kasachstan
(3,3%), Rumänien (3,0%), Kroatien (2,5%), Griechenland sowie Bosnien
und Herzegowina (jeweils 2,2%) und die Ukraine (1,9%).
Personen mit Migrationshintergrund sind im Durchschnitt
deutlich jünger als jene ohne Migrationshintergrund (33,8 gegenüber
44,6 Jahre), weitaus häufiger ledig (45,3% gegenüber 38,1%) und
der Anteil der Männer unter ihnen ist höher (50,8% gegenüber
48,5%). Bei den unter 5-Jährigen stellen Personen mit Migrationshintergrund
ein Drittel dieser Bevölkerungsgruppe."
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