Internet Publikation für
Allgemeine und Integrative Psychotherapie
IP-GIPT DAS=14.06.2002
Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 20.8.5
Impressum:
Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
Stubenlohstr. 20
D-91052 Erlangen * Mail:sekretariat@sgipt.org
Anfang_IInform+Medien+Krieg_Service_
Überblick_
Relativ
Aktuelles_ Rel.
Beständiges _
Titelblatt_
Konzept_
Archiv_
Region__Zitierung
& Copyright_ Post:
SGIPT
Stubenlohstr. 20 D-91052 Erlangen
_
_Wichtiger
Hinweis zu Links
Willkommen in der Abteilung Allgemeine und Integrative Politische
Psychologie, Bereich Krieg und Medien, hier zum Thema:
Information und Medien in Krisen und Kriegszeiten
mit Ideen für ein Informations-Sicherheits-Gesetz
(InfSG)
von Rudolf Sponsel, Erlangen
_Erstausgabe am 14.06.2002, Letztes Update
TT.MM.JJ
* Literatur
* Stichworte * Grundwissen
Information * Kritisches Medien-Wissen
und Manipulations-Schutzregeln * Die Wahrheit
* Informations-Sicherheits-Gesetz
* Querverweise *
_
Das erste Opfer im Krieg ist immer die Wahrheit
"Der Kriegszustand zeigt das Urbild nicht nur der Beschränkung
der Information, sondern des Zwanges zu falscher Information." (Karl
Jaspers, 1964, S. 22)


Literaturhinweise
(Auswahl)
-
Deutsche Welle
(2001). "Sagt die Wahrheit: Die bringen uns um"! Zur Rolle der Medien in
Krisen und Kriegen. Berlin: VISTAS.
-
Dohmen, Florian
(1998). Medien und Macht. Ökonomische, politische und kulturelle Dimensionen
multimedialer Entwicklung. Hamburg: VSA.
-
Fried,
M.; Harris, M. & Murphy, R. (dt. 1971, engl. 1967, Hrsg.). Der Krieg.
Zur Anthropologie der Aggression und des bewaffneten Konflikts. Conditio
Humana. Frankfurt: S. Fischer. Seite 207-219.
-
Hentig, Hartmuit
von (1984). Das allmähliche Verschwinden der Wirklichkeit. Ein Pädagoge
ermutigt zum Nachdenken über die Neuen Medien. München: Hanser.
-
Hübner,
Peter (1964, Hrsg.). Information oder herrschen die Soufleure ? 17 Untersuchungen.
Reinbek: Rowohlt.
-
Jaspers,
Karl (1964). Werden wir richtig informiert ? In: Hübner, Peter
(1964, Hrsg.), 22-34.
-
Kalt, Gero &
Hanfeld, Michael (1995, Hrsg.). Schlecht informiert 2. Wie Medien die Wirklichkeit
verzerren. Fallbeispiele aus den Jahren 1993-1995. Frankfurt a.M.: IMK.
-
Keen, Sam
(dt. 1993, engl. 1986). Gesichter des Bösen. Über die Entstehung
unserer Feindbilder. München: Heyne.
-
Kempf, Wilhelm
(1994, Hrsg.). Manipulierte Wirklichkeiten. Medienpsychologische Untersuchungen
der bundesdeutschen Presseberichterstattung im Golfkrieg. Münster:
LIT.
-
Ponsonby,
Arthur (1928). Falsehood in Wartime. Duttun: [Darstellung der alliierrten
Greuelpropaganda gegen das deutsche Reich im 1. Weltkrieg, 1,2,3,]
-
Prokop.
Dieter (2000). Der Medienkapitalismus. Das Lexikon der neuen kritischen
Medienforschung. Hamburg: VSA-Verlag.
-
Prokop, Dieter
(2001). Der Kampf um die Medien.
Das Geschichtsbuch der neuen kritischen Medienforschung.
Hamburg: VSA-Verlag.
-
Reetze, Jan (1993). Medienwelten.
Schein und Wirklichkeit in Bild und Ton. Berlin: Springer.
-
Steinbuch,
Karl (1978). Maßlos informiert. Die Enteignung unseres Denkens. Berlin:
Herbig.
-
Ulfkotte,
Udo (2001). So lügen Journalisten. Der Kampf um Quoten und Auflagen.
München: Bertelsmann.
-
Wallace,
Anthony F.C. (dt. 1971, engl. 1967). Die psychologische Vorbereitung
auf den Krieg. In: Fried, M.; Harris, M. & Murphy, R. (dt. 1971, engl.
1967, Hrsg.), 207-219.
Querverweise: Mediokratien
* Literaturliste Psychologie des Tötens
Literatur
und Linkliste (LiLi): Irrtum, Betrug, Tricks, Täuschung, Fälschung,
Risiko, Versagen und anderes Fehlverhalten in Forschung, Wissenschaft und
Technik.
Stichworte:
Agitation, Ausschnitt, Auswahl, Beeinflussung, Berichterstattung, Denunziation,
Dialektik, Diffamierung, Eristik, eristische Dialektik, Fernsehen, Hetze,
Lügen, Manipulation, Medien, Montage, Presse, Propaganda, Rabulistik,
Rhetorik, Rundfunk, Sophistik, Suggestion, Täuschung, Tricks, Umgebung,
Volksverhetzung, Wahrheit, Wirklichkeit.
Grundwissen
Information
Es kommt in der Kommunikation nicht darauf an, was wahr und richtig
ist, sondern was als wahr und richtig geglaubt wird. Welt-
und Menschenbilder sind wie das vermeintliche Wissen weitgehend für
viele Menschen Produkte und Konstrukte des
Glaubens.
Eine Information, die niemanden erreicht, kann auch
nicht als wahr oder richtig geglaubt werden, weil sie im Bewußtsein
und Gedächtnis der Kommunikations- Interessenten und Informations-Nachfrager
gar nicht existiert. Voraussetzung, daß eine Nachricht geglaubt werden
kann, ist also ihre Präsentation und Darstellung.
Die Nachrichtenpräsentationen in den Medien,
besonders im Fernsehen, haben eine Präsentationsform geschaffen, die
bei vielen Menschen als zuverlässig und seriös geglaubt wird.
Darin liegt für PolitikerInnen
der Hauptwert der Medien: Medien können Wirklichkeiten und Realitäten
erzeugen oder vorgaukeln, die es so tatsächlich gar nicht gibt.
Die technischen Möglichkeiten der Nachrichtentäuschung,
Fälschung und Frisierung sind mit der multimedialen Computertechnologie
enorm gewachsen. Dies benutzen alle Länder in ihrer Kriegs- und Kriseninformationspolitik.
Keines der gesendeten Bilder, keine Tonaufnahme muß stimmen, alle
können mehr oder weniger manipuliert, erfunden oder montiert sein.
Davon wird besonders in Kriegs- und Krisenzeiten (z.B. Vietnam, Latein-
und Mittelamerika-Putsche und Sabotageaktionen [CIA],
Israel, Golfkrieg, Iran, Afghanistan, "Achse des Bösen", "Al-Qaida")
extremer Gebrauch gemacht.
Auch die deutschen Medien sind z.B. in Bezug auf
die USA und den "Kampf gegen den internationales Terrorismus" weitgehend
'freiwillig' gleichgeschaltet. Sie können, wenn Sie kritisch sind,
weder der Presse noch dem Rundfunk oder dem Fernsehen trauen: weder den
öffentlich- rechtlichen noch den privaten Nachrichtenmedien: Alle
wählen aus, alle präsentieren auf spezifiische Weisen, alle sind
von ihren Quellen abhängig, die sie oft genug noch nicht einmal nennen,
alle werden von Lobbies und Interessengruppen (Politik, Kirche, Wirtschaft,
Geldmacht, Kultur) beeinflußt und sie verfolgen selbst eigene Interessen
im Hinblick auf Menschen-, Welt- und Geschichtsbilder.
Kritisches
Medien-Wissen und Manipulationsschutzregeln
-
Durch die moderne Technik kann fast jede Wirklichkeit konstruiert und fast
jeder Eindruck künstlich erzeugt werden. Überlegen Sie daher
bei wichtigen Informationen immer: welche Sicherheit haben Sie, daß
die Bilder und Ereignisdarstellungen nicht künstlich manipuliert wurden?
-
Überlegen Sie bei wichtigeren Informationen: warum kommt diese Information
gerade jetzt auf? Wem oder was könnte sie kurz-, mittel- oder langfristig
nutzen?
-
Warum wird die Information gerade jetzt gebracht?
-
Informationen können allein durch ihre Auswahl, Einbettung und Arrangement
eine bestimmte Botschaft vermitteln
-
Lösen Sie sich vom Schein der Präsentation und bleiben Sie kritisch.
-
Nachrichten werden so präsentiert, daß ihre Glaubwürdigkeit
in den Augen den Medien, die sie verbreiten, so groß wie möglich
wird.
-
Je seriöser Arrangement und Wirkung der Präsentation der Information,
desto anfälliger sind Sie dafür, sie zu glauben.
-
Gerade Regierungs- und amtliche Stellen versuchen vom offiziellen Bonus
ihrer Glaubwürdigkeit zu proftieren, dabei lügen und manipulieren
sie aufgrund ihrer Interessenlage nicht selten am meisten, ganz besonders
in Kriegs- und Krisenzeiten
-
Mit Dementis (Verneinungen) bringen PolitikerInnnen ein Thema ins Spiel
-
Hinter Verneinungen (Dementis) steckt oft eine und manchmal sogar die Wahrheit
-
Das Gedächtnis der Informations- Verbraucher ist meist sehr kurz und
die Information selbst sehr schnell-lebig
Die Wahrheit
Die Wahrheitsermittlung ist mitunter ein sehr schwieriges und kompliziertes
Geschäft. Im allgemeinen bedarf es hierzu mehrerer unabhängiger
Quellen, interessenunabhängiger oder besonderer
Beweis-, bzw. milder, Stützungs- oder Realitätssicherungs- Methoden.
Aus der Tatsache, daß in der Zeitung etwas steht oder die verschiedenen
Nachrichtensendungen in Rundfunk und Fernsehen eine Information verbreiten,
folgt grundsätzlich gar nichts außer, daß die Redaktion
ein Interesse hat, diese Information zu verbreiten. Die Redaktion kann
hierbei selbst auf Informanten und gezielte Falsch- oder Tendenzmeldungen
hereinfallen, sie kann sie aber auch selbst herstellen oder stillschweigend
dulden und unterstützen.
Karl
Jaspers in Werden wir richtig informiert ?
"Krieg, und und totale Herrschaft lassen Wahrheit
nicht zu. Herrscht nun etwa bei uns in der freien, noch friedlichen Welt
die Wahrheit?
Jederzeit gibt es Interessen, wirtschaftliche, politische,
kirchlich- religiöse und andere, denen die Verbreitung gewisser Wahrheiten
unerwünscht, gewisser falscher Vorstellungen erwünscht ist. Ihnen
wird der Boden bereitet durch den mächtigen Drang der Menschen zur
Verschleierung der Dinge. Man will irgendwo gar nicht wissen. Man sucht
uneingestanden die Ruhe in der Beschränktheit, in einer
guten Gesinnung, die die ihr unbequemen Tatsachen nicht hören
mag. Mangelhafte Informiertheit beruht dann nicht darauf, daß et-[26]was
nicht gesagt, sondern darauf, daß es nicht gehört wird. Vielleicht
wird in der freien Welt alles Wesentliche an Tatsachen und Gedanken irgendwo
mitgeteilt, aber bleibt verborgen. ...
Nun möchte ich wohl eingellen auf die Schwierigkeiten
der Information, die in der Natur der Sache liegen. Ich muß mich
begnügen mit sehr kurzen Hinweisen:
Erstens: Kann ein Bericht der Wirklichkeit entsprechen?
Über das, was man fotografieren oder auf Tonband aufnehmen kann, was
durch Augenschein zu bestätigen oder zu widerlegen ist, was als Dokument
sich abdrucken oder sekretieren läge, über das alles kann eindeutig
richtig oder falsch berichtet werden. Hier ist das Verschweigen, das Abändern
und Erfinden, die nachweisliche Lüge möglich.
Aber schon der Bericht der hlugenzeugen eines Freignisses
ist fast nie fehlerfrei. Wer dabei war, sieht nicht alles, er täuscht
sich in der Erinnerung, und zwar fast jeder Mensch. Das haben Anfang unseres
Jahrhunderts die Aussagenversuche
überraschend bewiesen.
Weiter aber: eine Tatsache ist etwas anderes als
ihre Beurteilung. Dieselbe Tatsache kann bei gleichem Verständnis
entgegengesetzt bewertet werden: der deutsche Einmarsch in Belgien 1914
als Vertragsbruch, daher als böse - oder als Notakt berechtigter Selbstbehauptung,
daher als gut. Daß der Reichstagsbrand 1933 von den Nationalsozialisten
ausging, bezweifelten nur wenige. Aber die einen sahen den empörenden
Akt der Niedertracht, die anderen bewunderten diesen Akt der List und des
Terrors zur Erreichung des politischen Zweckes als großartige Unbefangenheit
der Lüge, daher als vertrauenserweckend für die Energie der Staatsführung.
Information bringt beides. Objektiv soll sie auch
die eigene wertende Auffassung mitteilen und dazu die fremden Wertungen
berichten, die ihrerseits geistige Tatsachen sind." [S.
28/29]
Querverweis: Beweismethoden
Kriminologie * Was ist ein Beweis?
*
_
Ideen
für ein Informations-Sicherheits-Gesetz
(InfSG)
Präambel: Eingedenk der Tatsache, daß
Welt-, Menschen-, Ereignis- und Geschehensnachrichten wesentlich durch
die Medien produziert und konstruiert werden, kommt diesen in Informationsgesellschaften
eine besondere Verantwortung zu, die auch einer besonderen gesetzlichen
Regelung bedarf:
-
Eine Nachricht im Sinne dieses Gesetzes ist eine
Information, die eine Tatsache behauptet.
-
Nachrichten müssen von Verbreitern und RedakteurInnen
auf ihre Tatsächlichkeit geprüft werden.
-
Bei der Verbreitung von Nachrichten müssen die
Quellen genannt werden.
-
Bei der Verbreitung von Nachrichten müssen die
Methoden der Überprüfung (Quellenverifikation) angegeben werden.
-
Für die unterschiedlichen Sicherheitsgrade der
Tatsächlichkeit von Nachrichten ist eine Taxonomie und Gütesiegel
(Zertifizierung) zu entwickeln.
-
Nur solche Nachrichten dürfen veröffentlicht
werden, deren Sicherheitsgrad durch eine Güte- Kennzeichnung kenntlich
gemacht wird.
-
Nachrichtenaufbereiter und RedakteurInnen (nicht
die VerkünderInnen) müssen eine besondere Berufsausbildung absolvieren
und wie Sachverständige öffentlich bestallt und vereidigt werden,
die durch (regionale) Volksentscheide korrigiert werden können müssen.
-
Nachrichtenaufbereiter und Redakteure haften für
die Korrektheit der Nachrichten.
-
Falsche oder einseitige Nachrichten können bestraft
werden und in schweren oder wiederholten Fällen zu einem Berufsverbot
führen.
-
Ähnlich der Steuer- oder Zollfahndung ist eine
unabhängige Informations- Kontrolle (InfoKon) einzurichten, die das
Nachrichtenwesen wirkungsvoll überwacht.
Geheimdienste
vom Typ CIA ( 1-
2
- 3 -
4 - 5
; KGB,
Mossad)
sind vielfach nichts anderes als staatlich sanktionierte Kriminelle
Vereinigungen und pseudo-legalisierte
Terrorbanden,
die den lokalen, regionalen und Weltfrieden gefährden. Daher fordern
wir aus allgemeiner und integrativer polit-psychologischer Sicht ein
Internationales
Geheimdienst-Völkerrechtsgesetz:
-
Allen Geheimdiensten wird verboten Attentate, Umstürze, Staatsstreiche,
Militärinterventionen, Sabotage, Waffenlieferungen und jede andere
Form aktiv aggressiver oder destruktiver Beeinflussung zu betreiben.
-
Geheimdienste dürfen nur informationell zur Abwehr und Aufklärung
eingesetzt werden.
-
Es ist detailliert und operational genauestens festzulegen, was Geheimdienste
dürfen und was nicht; hierbei ist jeglicher Interpretationsspielraum
streng zu vermeiden.
-
Sämtliche Geheimdienstaktivitäten müssen parlamentarischer
Kontrolle unterliegen und vom Weltsicherheitsrat der UNO oder einem internationalen
Gerichtshof geprüft werden können.
Entwurf/ Leitideen:
Internationales
Missionierungs-Völkerrechts- Gesetz
-
Allen Religionen wird verboten, uneingeladen und unautorisiert durch die
Gast-Kultur zu missionieren.
-
Autorisierte "Missionen" müssen das Toleranzgebot beachten, sonst
sind sie völkerrechtswidrig.
-
Autorisierte "Missionen" bedürfen der Erlaubnis durch einen von den
Vereinten Nationen (UNO) legitimierten internationalen ethnologischen Rat,
dessen Richtlinien zu beachten und deren Einhaltung durch unabhängige
BeobachterInnen zu kontrollieren ist.
-
Auserwählt-Verkündigungen
sind als Verstoß gegen die Allgemeinen Menschenrechte
unzulässig.
-
Kooperation jedweder Form mit Geheimdiensten
ist unzulässig.
Änderungen Kleinere
Änderungen werden nicht extra ausgewiesen; wird gelegentlich überarbeitet
und ergänzt.
20.08.05 Literaturaufnahme:
Ponsonby,
Arthur (1928). Falsehood in Wartime. * Layout *
Querverweise
Standort Information und Medien in Krisen und
Kriegszeiten ....
Überblick Programm Politische
Psychologie in der IP-GIPT
*
*
Information für Dienstleistungs-Interessierte.
*
Zitierung
Sponsel, Rudolf (DAS). Information
und Medien in Krisen und Kriegszeiten mit Ideen für ein Informations-Sicherheits-Gesetz
(InfSG). IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/politpsy/krieg/medien/infmed.htm
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