Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    IP-GIPT DAS=08.12.2003  Internet-Erstausgabe, letzte Änderung TT.MM.JJ
    Impressum: Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
    Stubenlohstr. 20     D-91052 Erlangen * Mail: sekretariat@sgipt.org


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    Willkommen in der Abteilung Allgemeine und Integrative Politische Psychologie - Kollektivschuld

        Vorbemerkung: Aufgrund der unglaublichen politischen Entwicklung in Deutschland - aber auch den international vielfältigen Formen politischer Gewalt und des Terrors - mit nie für möglich gehaltenem Fremden-, Ausländerhass und der Restauration neo- nationalsozialistischer Entwicklungen haben wir uns im August 2000 - nach dem rund 100. politischen Mord  - entschlossen in unserer Internet-Publikation GIPT, eine neue Abteilung Politische Psychologie zu konzipieren, weil es nunmehr allerhöchste Zeit schien, die Stimme vielfach kritisch zu erheben.
        Ein zweiter 'Schub' für die Politische Psychologie kam mit dem kriegerischen Terroranschlag vom 11.9.1 und seinen Folgen.
    Der dritte 'Schub' ergab sich inzwischen durch die Ergebnisse unserer Analysen zur Staatsverschuldung, der hemmungslosen Ausbeutung und Plünderung des Staates durch seine PolitikerInnen und Amigos in Wirtschaft, Medien und Recht und erbrachte ein erschütterndes Bild vom Zustand dieser Republik.
        Zum erfolgreichen Kampf gegen Rechts und die angefaulte Republik zählen wir auch eine neue Wahrhaftigkeit mit einer klaren direkten Sprache, die kein Blatt vor den Mund und Abstand nimmt von Mythen, Legenden und gut gemeinten Halbwahrheiten oder gar Lügen und dadurch insbesondere die Jugend und damit die Zukunft zu gewinnen sucht.
        Anregungen und MitarbeiterInnen, bevorzugt solche, die sich der Allgemeinen und Integrativen Psychologie und Psychotherapie verbunden fühlen, sind willkommen, denn Integration und interdisziplinäre Zusammenarbeit auf allen Ebenen sind angesagt, um mit den vielfältigen Problemen und besonders der Bedrohung jeglicher Zivilisation fertig zu werden.

    Kollektivschuld

    von Rudolf Sponsel, Erlangen

    Die Frage der Kollektivschuld im spezifisch deutschen Fall oder einer Kollektivschuld im allgemeinen Fall, ist nicht leicht zu beantworten. Die verbrecherische Grundhaltung der Nazis war nach der Machtergreifung - sanktioniert mit dem Ermächtigungsgesetz am 24.03.1933 durch ein vollidiotisches Parlament - für aufmerksame und kritische ZeitgenossInnen, also bereits im Jahre 1933 erkennbar. Hitlers soziopathische Einstellung war für jeden, der sie zur Kenntnis nehmen wollte, ziemlich sicher ab 1926/ 27 erkennbar. Mein Kampf erschien 1925, Die nationalsozialistische Bewegung 1926. Das Buch Mein Kampf fand sich in nahezu jedem deutschen Haushalt. Das erste KZ (Dachau) wurde ebenfalls bereits 1933 eingerichtet. Die Denunziation, Diffamierung, Ausgrenzung, Verfolgung und Bestrafung bis zum Mord von NS-Kritiker- oder GegnerInnen (Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Sozialisten, Kommunisten, Humanisten, Christen und Freireligiösen, Liberalen, Demokraten, RechtsstaatlerInnen, ...) war seit der Machtergreifung für jeden der erkennen wollte erkennbar. Doch zwischen erkennen und widerständigem Handeln liegen entscheidende Welten. Wer sich offen gegen die Nazis stellte, dessen Leben war im Prinzip bereits ab 1933 nach der Machtergreifung in Gefahr. Man mußte frühzeitig ein potentiell todesmutiger Held sein, wenn man gegen das NS-Regime handeln wollte. Die Machtergreifung Hitlers vollzog sich legal, das ist das eigentliche demokratische und rechtsstaatliche Drama. Es wäre aber sicher falsch, unterstellte man, daß der volle Umfang des verbrecherischen Gebarens der Nazis schon damals für jedermann klar war. Man könnte als Hypothese aufstellen: wer 1933 erwachsen, also wenigstens 21 Jahre alt war, einen mindestens durchschnittlichen IQ (Intelligenzquotienten, also > 90) hatte, Zeitung las und das Zeitgeschehen mitbekam, konnte wissen, daß Unrecht geschieht und noch mehr im Anmarsch war. So eingegrenzt gibt es eine große Schuld der damals am Zeitgeschehen anteilnehmenden und intelligenten Erwachsenen. Von einer Kollektivschuld im Sinne Goldhagens kann man aber in keiner Weise sprechen.
     


    Wird gelegentlich (unregelmäßig) ergänzt, vertieft und überarbeitet


    Dachau. "Die Eröffnung des Lagers mit einer Aufnahmekapazität von 5000 Häftlingen wurde von Heinrich Himmler am 20. März 1933 auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Die erste Gruppe sog. 'Schutzhäftlinge', hauptsächlich Kommunisten und Sozialdemokraten, wurde am 22. März 1933 nach Dachau gebracht. Sie wurden von der bayerischen Landespolizei bewacht, bis am 11. April 1933 das Lager von der SS übernommen wurde." Quelle Enzyklopädie des Holocaust S. 299.



    Änderungen


    Querverweise
    Die Motive Hitlers und der Nationalsozialisten zum Völkermord an den Juden. Politisch- Psychologische Kritik der zentralen These Goldhagens.
    Kollektivschuld in der FAQ-Israel ...
    Überblick 3. Reich, Faschismus, Diktatoren und Tyrannen. Geschichte, Aufarbeitung, Auseinandersetzung und Abgrenzung.
    Überblick Politische Psychologie in der IP-GIPT


    Zitierung
    Sponsel, Rudolf (DAS). Kollektivschuld_Überblick_Relativ Aktuelles_Rel. Beständiges_Titelblatt_Konzept_Archiv_RegionService_iec-verlag_Zitierung & Copyright  Anmeldung in _ Zur Beachtung bei Links und Empfehlungen


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