Internet Publikation für
Allgemeine und Integrative Psychotherapie
IP-GIPT DAS=23.12.2001,
Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 4.1.7
Impressum:
Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
Stubenlohstr. 20
D-91052 Erlangen E-Mail: sekretariat@sgipt.org
_ Zitierung
& Copyright
Anfang_Argentinien_Service_
Überblick_
Relativ
Aktuelles_Rel.
Beständiges Titelblatt_
Konzept_
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Region_
Wichtige
Hinweise zu Links und Empfehlungen
Willkommen in unserer Internet Publikation für Allgemeine
und Integrative Psychotherapie, Abteilung Politische Psychologie, Bereich
Finanzen, Finanzpolitik und Finanzwissenschaft, und hier speziell zum Thema:
Argentinien - Beispiel Staatsverschuldung
von Rudolf Sponsel, Erlangen, 25.12.1
Was passieren kann, wenn die
Schuldenseifenblasen platzen, kann derzeit ebenso eindrucksvoll wie abschreckend
in Argentinien studiert werden. Hier ist der Weg zum Staatsbankerott, Revolte,
Chaos und Bürgerkrieg in der Tat nicht mehr weit. Um eben dies abzuwehren
hat der neue Präsident die Zahlung der Auslandsschulden ausgesetzt.
Als symbolisch gute Geste guten Willens hat er das Luxusflugzeug des Präsidenten
ausgemustert. Doch das wird wenig helfen. Die Aussetzung des Kapitaldienstes
und der Zinszahlungen wird lediglich zur Folge haben, daß sich noch
sicherer als ohneschon keine neuen Gläubiger auftun werden. Süd-,
Mittel- Amerika und die Karibik ist auch dank des Einflußes
der USA und ihrer Geheimdienste schon immer besonders korrupt und marode,
ebenso potentiell putschwütig wie krimniell und menschenrechts- verachtend.
Im folgenden einige Netzadressen zu interessanten, auch vergleichenden
Arbeiten zur Verschuldung Argentiniens.
Links,
teilweise mit Leseproben
Wichtiger Hinweis zu
Links
Allgemeine
Argentinien-Informationen
Auswärtiges Amt: Länderinformation Argentinien
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=9
Fischer Weltalmanach Argentinien: http://www.weltalmanach.de/staaten/argentinien.html
Argentinienforum: http://www.argentinien.com/
Suchmaschine: http://www.google.de/
Wie
Argentinien nicht in die Schuldenfalle fiel, sondern getrieben wurde
von Eric Toussaint, Übersetzung
und Bearbeitung: Eduard Fritsch: http://www.ila-bonn.de/artikel/249argen.htm
"Deuda Odiosa. Eine besonders aggressive
neoliberale Politik hat in Argentinien zu einer seit drei Jahren andauernden
Rezession und zur bekannten Katastrophe geführt. Der Niedergang des
Landes, der unter der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 eingeleitet
wurde, hat sich unter den darauf folgenden zivilen Regierungen fortgesetzt.
Es hat in den fast 20 Jahren danach keinen wirklichen Bruch in der Wirtschaftspolitik
gegeben. Verglichen mit den vierziger, fünfziger und sechziger Jahren
ist das Argentinien von heute völlig verändert. Das Land ist
längst keine Industriemacht der Peripherie mehr und seine Bevölkerung
lebt schlechter als vor 30 Jahren. Von 1976, dem Beginn der Militärdiktatur,
bis heute im Jahre 2001 ist die Auslandsschuld von weniger als acht Milliarden
US-Dollar auf 160 Milliarden gestiegen. In derselben Zeitspanne hat Argentinien
ca. 200 Milliarden Dollar an Schuldendienst bezahlt, d.h. ca. 25 Mal so
viel, wie es 1976 schuldete. Der argentinische Fall demonstriert den heimtückischen
Charakter der Verschuldung der Dritten Welt. Wegen, nicht trotz des Schuldendienstes
schuldet das Land im Jahre 2001 zwanzig Mal so viel wie zu Beginn der Diktatur,
wobei ein großer Teil der jeweils neuen Kredite der Refinanzierung
aufgelaufener fälliger Schulden oder der Finanzierung anstehender
Schuldendienste diente und dient. Der Schuldendienst ist ein Mechanismus
zum Transfer des von den Lohnabhängigen geschaffenen Reichtums an
argentinische, US-amerikanische oder europäische Kapitalbesitzer.
Dieser Mechanismus funktioniert simpel: Der argentinische Staat setzt einen
immer größeren Teil seiner Steuereinnahmen, deren größter
Teil von der Masse der Bevölkerung stammt, dafür ein, die Auslandsschulden
zu bedienen oder das heimische Kapital zu beschenken. Wer erhält
diese Gelder? Die großen internationalen Finanzinstitutionen, die
mehr als 80% der argentinischen Schuldentitel halten. Der Gipfel
ist, dass die argentinischen Kapitalisten auf den nordamerikanischen und
europäischen Finanzmärkten mit Mitteln, die sie in Argentinien
'erwirtschaftet' haben, die Schuldtitel ihres eigenen Landes kaufen und
so an den entsprechenden Renditen teilhaben."
___
Eric Toussaint ist Wirtschaftswissenschaftler
und Vorsitzender des belgischen Komitees für die Streichung der Schulden
der Dritten Welt (CADTM)
Deuda odiosa = odious debts = verhasste
Schulden: völkerrechtliche Kategorie, wonach in bestimmten Fällen
die Nachfolgeregierungen illegitimer Regime die Rückzahlung
der Schulden ihrer Vorgänger ablehnen können.
Auslandsstatistische
Daten des Statistischen Bundesamtes: Schulden Lateinamerika
http://www.destatis.de/basis/d/ausl/ausl1111.htm
Aus
dem Fall Argentinien lernen von Martin Wolf
Aus der Financial Times Deutschland vom 1.11.2001. Kommentar: http://www.ftd.de/pw/in/FTDTD7UPGTC.html?nv=tn-rs
"Die Krise des lateinamerikanischen Landes zeigt: Viele der gängigen
Lehren und Praktiken des
Internationalen Währungsfonds müssen grundlegend überdacht
werden. Finale in Argentinien: Die Regierung kann ihren Sparkurs politisch
nicht durchhalten, und die Gläubiger wissen das. Es stellt sich nun
ganz konkret die Frage, wie das Land reagieren soll. Doch es gibt noch
breitere Lektionen aus dem Fiasko. Der Harvard-Ökonom Ricardo
Hausmann hat vor zwei Tagen gezeigt, wie sich die Stimmung verändert.
Als Hausmann noch Chefökonom der Interamerikanischen Entwicklungsbank
war, hatte er die aktuelle, feste Währungsanbindung des argentinischen
Peso oder gar eine Dollarisierung des Landes gefordert. Jetzt sagt er,
die Regierung solle den Wechselkurs freigeben, alle Dollar-Schulden auf
Inflations-indexierte Peso umstellen und ein Inflationsziel für die
Geldpolitik
einführen. Dieser Sinneswandel ist richtig. Denn auch wenn Argentinien
am Rande des Bankrotts steht, ist der Schuldenberg nicht das einzige Problem
des Landes. Was die Schuldenlast unerträglich macht, ist das Zusammenspiel
der Währungsanbindung an den Dollar und
der explodierenden Staatsschuld - bis zum Jahresende wird sie wohl
auf 57 Prozent des Bruttoinlandsprodukts klettern. 1995 hatte das
Niveau noch bei 40 Prozent gelegen." Mehr an der angegebenen Adresse.
Angewandte
Mathematik zu Wirtschaftsthemen in Argentinien von Dr. W. Frisch
http://www.dasan.de/refo7/archiv/1998/Bericht2.htm
Inhalt: "Mit Hilfe von graphischen Darstellungen aus vorwiegend argentinischen
Zeitungen werden wirtschaftliche Zusammenhänge in Argentinien untersucht.
Anhand einer Zeitungsgraphik zur argentinischen Auslandsverschuldung zwischen
1975- 1997 werden die sprachlichen und fachlichen Vorgehensweisen im Unterricht
erläutert.Die Lehrgangsteilnehmer bearbeiten in Partnerarbeit jeweils
eine Zeitungsgraphik ihrer Wahl. Die Auswertung der graphischen Darstellung
und eine im Unterricht mögliche Vorgehensweise werden anschließend
im Plenum vorgetragen und zur Diskussion gestellt. Die Teilnehmer erhalten
eine Kopie des vorgetragenen Referentenbeispiels und Kopien der ab dem
Jahr 97 gesammelten Zeitungsausschnitte.".
Mehr an der angegebenen Adresse.
Zum
Vergleich: Brasiliens Staatsverschuldung 5. November 2001, 02:05
http://www.nzz.ch/2001/11/05/wi/page-article7RKW4.html
Zum
Vergleich: Braucht Lateinamerika einen Schuldenerlaß? von Federico
Foders
http://www.matices.de/25/25plateinamerika.htm
"Die insgesamt positive Entwicklung der Wirtschaften Lateinamerikas
in den 90er Jahren hat die Veschuldungskrise von 1982 in den Hintergrund
treten lassen. Stabile Preise, hohe Wachstumsraten und mutige Reformen
können jedoch nicht verbergen, daß die Region eine nicht unerhebliche
Schuldenlast zu tragen hat." Mehr an der angegebenen Adresse.
Zum
Vergleich: Entschuldung der Dritten Welt
Stärkerer Druck notwendig: Weltweite Mobilisierung für Schuldenstreichung
von Gerhard Klas
http://www.ila-bonn.de/solidaritaet/solidaritaetkampagnen.htm
Zum
Vergleich: Verschuldung und der 11. September. Oder: die Gläubiger
sind die Völker
Autor: Ton Veerkamp, Wendland. Quelle: © Philosophischer Salon,
Berlin
Update: Berlin, Fr., 19.10.2001
http://www.kalaschnikow.de/txt/2001/veerkamp04.html
Hieraus Leseprobe: "Eine kurze Geschichte der neuen Auslandsverschuldung
Die Auslandsverschuldung ist der eigentliche Ausdruck der tatsächlichen
Machtsverhältnisse in der globalen Ökonomie. Das Phänomen
der Auslandsverschuldung ist so alt wie es die aus den Kolonien hervorgegangen
neue souveräne Staaten gibt. Auch Staaten, die nominell unabhängig
waren und in semikoloniale Abhängigkeit gerieten, wie das Osmanische
Reich und das Kaiserreich China, waren wiederholt vom Staatsbankrott (also
internatonale Zahlungsunfähigkeit) betroffen. Eine neue Welle von
Verschuldungskrisen begann Ende der siebziger Jahre und dauert schon seit
mehr als zwanzig Jahren fort. Eine Lösung für die betroffenen
Länder ist nicht in Sicht.
Es begann damit, dass die Staaten West- und Mitteleuropas Anfang der
siebziger Jahren ein neues Problem zu bewältigen hatten. Die ersten
Anzeichen der Sättigung auf den Märkten der langlebigen Konsumgüter
machten eine produktive Verwendung der gemachten Gewinne zunehmend schwierig;
es blieb immer mehr Geld übrig, das nicht neu investiert werden konnte.
Die Erhöhung der Löhne sorgte nicht für eine weitere qualitative
Belebung der Nachfrage, sondern wirkte inflationär. Das neue Phänomen
hieß Stagflation, also eine Kombination van Inflation und Stagnierung.
Gewinne der Unternehmen bleiben ohne weitere gewinnbringende Anlagen totes
Kapital." Mehr an der angegebenen Adresse.
Zum
Vergleich: Die "Argentinisierung Berlins" > Schuldenporträt
Berlin
Dieser BüSo-Kommentar erschien auch in der Neuen Solidarität
Nr. 35 vom 29. August 2001.
http://www.bueso.de/berlin/texteberlin/berlin_005.htm
Leseprobe: "Als Berlins Regierender Übergangsbürgermeister
Klaus Wowereit Ende Juli seinen "Kassensturz" vorlegte, nannte er den Betrag
von 78 Mrd. DM, der als Schuldenberg in laufenden Haushaltsjahr auf der
deutschen Hauptstadt laste. Mit diesem Betrag rückt Berlin in eine
Kategorie von Großschuldnern auf, in der man bisher nur Länder
wie Indonesien, Mexiko und Argentinien sowie etliche ost- und mitteleuropäische
Länder fand.
Berlin hat mit seiner Pro-Kopf-Verschuldung von
mehr als 22000 DM das dreimal einwohnerstärkere Ungarn mit seiner
Pro-Kopf-Verschuldung von 2200 DM schon weit hinter sich gelassen. Wäre
das zehnmal einwohnerstärkere Argentinien, das derzeitige Hauptsorgenkind
der Weltfinanzmärkte, pro Kopf genauso stark verschuldet
wie Berlin, so betrüge die argentinische Gesamtschuld 780 Mrd.
DM. Derzeit hat Argentinien jedoch "nur" knapp 300 Mrd. DM Schulden, was
einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwas mehr als 8300 DM entspricht. Auch
die bittere Tatsache, daß Berlin gerade einmal 40% seines laufenden
Haushalts durch eigene Steuereinnahmen abdecken kann, erinnert an iberoamerikanische,
asiatische, osteuropäische Krisenländer.
Eigenartig ist auch das dynamische Wachstum der
Berliner Schulden: Vor dem Mißtrauensvotum gegen Wowereits Vorgänger
Eberhard Diepgen sprach man von etwa 66 Mrd. DM, nach dem Beinahekollaps
der Bankgesellschaft Berlin war man schon bei 70-72 Mrd. DM, und der letzte
Stand war Wowereits Angabe von 78 Mrd. DM.
Und auch das ist noch nicht die ganze Wahrheit, denn es gibt - und
interessanterweise haben auch Finanzexperten von Wowereits grünem
Koalitionspartner darauf hingewiesen - weitere versteckte Risiken in geschätzter
Gesamthöhe von 40 Mrd. DM. Es handelt sich dabei um chronisch defizitäre
öffentliche Unternehmen wie die Berliner Verkehrsgemeinschaft (1 Mrd.
DM im Minus) und um Beteiligungen, die weitere Belastungen für den
Berliner Haushalt bilden und schnell zu Krisenpunkten werden können."
Mehr an der angegeben Adresse.
Änderungen wird
gelegentlich überarbeitet, ergänzt und vertieft * Anregungen
und Kritik willkommen
04.01.07 Links.
Querverweise
Standort: Argentinien.
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*
*
Dienstleistungs-Info.
*
Zitierung
Sponsel, Rudolf (DAS).
Argentinien. Beispiel Staatsverschuldung. IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/politpsy/finanz/argentin.htm
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