Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    IP-GIPT DAS=22.03.2008 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung TT.MM.JJ
    Sekretariat: Diplom-PsychologInnen Irmgard Rathsmann-Sponsel und Dr. phil. Rudolf Sponsel
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    Willkommen in unserer Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie, Abteilung Bücher, Literatur und Links zu den verschiedensten Themen, hier die Buchpräsentation:

    Beziehungsweise glücklich.
    Profi-Tipps von Paartherapeuten

    präsentiert von Rudolf Sponsel, Erlangen

    Bibliographie * Verlagsinfo * Inhaltsverzeichnis * Leseprobe * Ergebnisse * Bewertung * Links * Literatur * Querverweise *



    Bibliographie: Schwiderski, Friedhelm (2007, Hrsg.). Beziehungsweise glücklich. Profi-Tipps von Paartherapeuten. München: Reinhardt. [Verlags-Info] 1. Auflage 2007. 163 Seiten. ISBN 13 (978-3-497-01930-4) kt  € [D] 12,90 / € [A] 13,30 / SFr 23,00 .


    Verlagsinfo: "Kurztext. Es kriselt in der Partnerschaft? Nicht sofort aufgeben! Denn Konflikte sind eine Chance, sich gegenseitig zu fordern, zu fördern und aneinander zu wachsen. Paartherapeuten zeigen in diesem Buch, wie Paare konstruktiv an typische Partnerschaftsprobleme herangehen können: vom Aneinander-Vorbeireden bis hin zum Seitensprung. Leserinnen und Leser finden nicht nur Lösungsvorschläge für das tägliche Zusammenleben und besondere Situationen (wie Fernbeziehung oder Elternwerden), sondern erhalten auch Einblicke in die paartherapeutische „Werkstatt“.  Ein Buch, das Paaren Mut macht, Konflikten nicht länger auszuweichen und auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen - bevor es zu spät ist … In diesem Buch befindet sich kein Eselsohr, sondern ein Langohr. Entdecken Sie es und gewinnen Sie ein attraktives Buchpaket!
        Inhalt: Paarkommunikation • Krise in der Partnerschaft • Nähe und Distanz • Verschiedenheit der Partner • Erwartungen an den Partner • Altersunterschied • Konkurrenz zwischen Partnern • Fernbeziehungen • Zusammenziehen • Elternwerden • Weihnachten • Urlaub • Sexualität • Seitensprung • Offene Beziehungen • Verlassenwerden • Trennung • Glossar zur Paartherapie."



    Inhaltsverzeichnis

    9   Vorwort von Herbert Gudjons
    14   Einleitung von Friedhelm Schwiderski

    Kommunikation: das Einmaleins der Verständigung
    18    Paarkommunikation - "Die Wahrheit beginnt zu zweit" von Friedhelm Schwiderski, Nina Vogeley und Anke Stockmann
    41    Achtsamkeit und die drei Ebenen der Partnerschaft oder: Warum Kommunikationstraining allein oft wenig hilft von Hermann F. Latka
    51    Nähe und Distanz in einer Paarbeziehung von Ellen Rosué
    58   "... und Eichbaum und Zypresse wachsen nicht in gegenseitigem Schatten" - Über Verschiedenheit sprechen von Michael Oppermann
    63   Genug geredet - und nun? Lösungen mit nonverbaler Kommunikation von Sybille Haage

    Sex - Treuebruch - Trennung?
    68   Probleme mit der Sexualität - Probleme in der Beziehung? von Anneli-Sofia Racker
    75   "... und lasset Wind und Himmel tanzen zwischen euch" - Sexualität, Sexualtherapie und das Dilemma der Scham von Michael Oppermann
    79    Nicht-Sex in Partnerschaften von Mädy Verwied
    86   Seitensprung - Wie es dazu kommt und wie es danach weitergeht von Friedhelm Schwiderski, Anke Stockmann und Marianne Bredow
    97   Affären: Bindungsangst oder Beziehungsfrust? von Barbara Standke-Erdmann
    102   Habe ich den falschen Partner? - Muss ich mich trennen? von Julianna und Konrad Heiland
    109   Verlassenwerden - der Schock einer Trennung von Friedhelm Schwiderski und Nina Vogeley

    Besondere Paare - besondere Situationen
    118   "Wenn die Reifen mit den Sorglosen ..." Chancen und Probleme bei Paaren mit großem Altersunterschied von Martina Herdieckerhoff
    123   Konkurrenz in der Partnerschaft von Friedhelm Schwiderski und Nina Vogeley
    127   Fernbeziehungen von Friedhelm Schwiderski
    132   Zusammenziehen von Friedhelm Schwiderski und Lilly Gewiss
    135   Junge Eltern und ihre Herausforderungen als Paar von Johannes Newzella
    141   Urlaub von Friedhelm Schwiderski und Nina Vogeley
    144  Weihnachten: So wird es das Fest der Liebe von Friedhelm Schwiderski und Anke Stockmann

    Paartherapie trifft Paarcomedy
    150   Paarkomödie - Probleme mit Humor angehen von Nicole Pätzel
    154   Handeln und Erleben - statt immer nur reden von Eduard Tainer

    155   Glossar
    157   Literatur
    160   Danksagung
    162   Die Autorinnen und Autoren



    Leseprobe:

    Im Vorwort von Prof. Gudjons werden einige wichtige und grundlegende Orientierungen des Konzeptes mitgeteilt:

    "Eines ist klar: Die Partnerschaft von Menschen gehört zu den ältesten Einrichtungen der Menschheit. Moderne Evolutionsbiologen und fromme Bibelgläubigc sind sich in diesem Punkt auffallend einig: "Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei ..,", so heißt es in der Sprache der Bibel. "Partnerschaft sichert der Gattung Mensch einen Selektionsvorteil im Überleben der Lebewesen", so sagen die Evolutionsforscher. Immer wieder müssen wir allerdings neu nachdenken, wie wir Partnerschaft verstehen und gestalten wollen. Dieses Buch plädiert daher konsequent für die Einsicht: Partnerschaft braucht Pflege!
        Das vorliegende Buch buchstabiert sozusagen die Grundidee der Partnerschaft durch, um sie auf den modernen Lebensalltag zu beziehen. Nun gibt es heute freilich eine solche Fülle von Partnerschaften der Geschlechter (einschließlich der Homophilie), dass es schwer fällt zu definieren, was denn nun eine Partnerschaft (im Unterschied zu kurzfristigen "Beziehungen") eigentlich ist.
        In unserer gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation lässt sich eine Partnerschaft durch folgende fünf Minimalbedingungen kennzeichnen (neben der Liebe, die viele für die einzige, weil emotionale Grundlage halten). Sie resultieren aus Grundbedürfnissen des Menschen:

    1. Gegenseitige Loyalität. Das heißt: Ich stehe zu dir, ich halte zu dir und du zu mir. Wir stellen unsere Interessen vor die anderer, ich bin nur deiner sicher - soweit man sich eines Menschen sicher sein kann.

    2. Gegenseitige Unterstützung. Das heißt: Du kannst auf mich zählen, so wie ich auf dich. Wir fühlen uns nicht allein.

    3. Zukünftige Verpflichtung. Das heißt: Wir sind uns einig, dass unsere Beziehung keine Eintagsfliege sein soll, sondern wir wollen sie längerfristig erhalten. [>10]

    4. Sexualität erleben. Das heißt: Wir können - und das ist für uns beide wünschenswert - eine befriedigende Sexualität erleben. Auch in Phasen, in denen "normaler" Sex nicht möglich ist, bleiben wir erotisch und in Zärtlichkeit verbunden.

    5. Eigener Raum. Das heißt: Wir wünschen uns, unter dem gleichen Dach zu leben (auch wenn wir zwei Wohnungen haben), wir haben einen eigenen Raum nur für uns. Der kann gemeinsam sein oder bei dir oder bei mir. Wenn wir zusammen sind, hat kein anderer "Zutritt".

    Das klingt wie ein Ideal, ist aber nur eine Minimaldefinition von Partnerschaft. Und die Wirklichkeit heute? Über 30 % der Ehen (in Ballungsräumen der Großstädte über 50 %) werden geschieden, Tendenz steigend. Offensichtlich sind Partnerschaften heute riesigen Problemen ausgesetzt, die ohne Hilfe kaum zu bewältigen sind. Nur die wichtigsten Faktoren:
     

    • Es gibt keine traditionellen Modelle mehr, wie Partnerschaft gelingt (Oma und Opa, ja auch die eigenen Eltern, lebten in einer anderen Zeit).
    • Jedes Paar muss alle Entscheidungen für sich immer wieder neu treffen (wo wohnen wir, wer arbeitet, wann und wie lange, ob/wie viele Kinder, wie wird die Arbeit im Haushalt verteilt, wie gehen wir mit dem Seitensprung um u.v.a.).
    • Der Slogan einer Partnerschaftsagentur im Internet "Die große Liebe finden. Mit Sicherheit" ist ein grandioses Versprechen - und ein ebenso falsches. Sicherheit in der Partnerschaft gibt es heute nicht mehr. Alles fließt. Das kann man aber auch als Chance zur Entwicklung sehen: Wenn alles fließt, ist Erstarrung nicht möglich. Insofern ist eine Partnerschaft immer auch eine persönliche Weiterentwicklung!
    • Der "Individualisierungsschub" (wie der berühmte Soziologe Ulrich Beck es genannt hat) hat längst die Partnerschaft erreicht: Wertepluralismus (erziehen wir die Kinder zu Leistung und/oder zu Freiheit und Autonomie? Keiner schreibt das vor.); kaum noch verbindliche Ordnungen; immer wieder der Zwang zu individuellen und nicht für alle gültigen Entscheidungen (unsere Freunde machen das ganz anders). Viele Part[>11]nerschaften scheinen eher verwirrt als stabil. Das führt zum "ganz normalen Chaos der Liebe", wie das Wissenschaftler-Ehepaar Beck/Gernsheim die theoretische Analyse auf den persönlichen Punkt bringt.
    • Die globalisierte Gesellschaft fordert eine hohe Mobilität. (Papi wird nach München oder London versetzt, Mami arbeitet in Hamburg, die Kinder haben ihre Freunde in der nahen Umgebung - wer will da wirklich raus?)
    • Und nicht zu vergessen; Auch die modernen Medien können ein Paar entzweien: Das Fernsehen lenkt zu Hause vom Zuhause ab ... (Wenn einer Fernsehen, Video, DVD, Computer konsumiert, geht die Beziehung zum anderen verloren, auch wenn man gemeinsam auf dem Sofa sitzt; Massenmedien berauben die Konsumenten der gemeinsamen Kommunikation!)
    • Damit sind wir beim Hautproblem von Partnerschaften: Es ist - nach übereinstimmender Erfahrung von Paartherapeuten - die Sprachlosigkeit. Wieso? Wir reden doch miteinander - und zwar über alles Wichtige: Urlaubsplanung, Anschaffungen, Renovierung der Wohnung, Schulprobleme der Kinder, Krankheiten des Hundes, Heizölpreise und Balkonblumen, gesundheitsbewusste Ernährung und über die Unterbringung von Oma demnächst in einem Seniorenheim ... Und ganz, "fortschrittliche" Paare sprechen natürlich auch über tiefere Fragen - und verlieren sich dabei nicht selten in endloser Beziehungsdiskutiererei ...


    Aber wie reden wir miteinander?

    Das vorliegende Buch legt darum sehr gut gewählt einen Akzent auf Paarkommunikation. Wussten Sie, dass ein ganz normales amerikanisches Ehepaar täglich im Schnitt nur noch vier bis fünf Minuten für ein gemeinsames Gespräch aufwendet (Möller 1999)? Die Theorie der Paarbeziehung spricht hier von einem „communication gap", also einer tiefen Kluft in der Kommunikation. Kennen Sie als Leserin und Leser wirklich andere Formen des Gespräches als den harmonischen Übereinstimmungswillen, die Vermeidung von Reizthemen, oder auch ganz anders den Meinungsstreit, die Behauptung von Standpunkten in Auseinander[>12]setzungen, die gegenseitigen Vorwürfe, das Bestreben, den andern zu ändern (wenn er/sie anders wäre, hätten wir das Problem nicht!) etc.?

        Hinter den Alltagsproblemen, die dieses Buch aufgreift, steht ein grundsätzliches Konzept von Partnerschaft. Es basiert auf einer Ethik des Respektes vor dem/der andern, seiner Andersartigkeit. Jeder Versuch, den andern ändern zu wollen, ist im Grunde ein Übergriff. Michael Lukas Möller, einer der bekanntesten Paartherapeuten (s. o.), hat dazu den Begriff der "Kolonialisierung" geprägt: Ich kann mich ändern - das führt ganz sicher auch zu Konsequenzen in der Partnerschaft. Aber: Ich kann dich nicht ändern, ja ich weiß und kenne dich im Grunde nicht (auch nach 20 Jahren Vorurteil!). Den andern zu einer Kolonie unseres eigenen Interesses zu machen, ihn/sie uns einzuverleiben ist ungesund, schädlich, respektlos und etabliert eine Beziehung von Hegemonie: Du bist nicht o. k., erst wenn du so bist, wie ich dich haben will, kann es gut mit uns werden!

        Und noch ein Grundsatz in diesem Buch: Partnerschaft muss lebendig gehalten werden - auch in Schmerzen und Krisen. Partnerschaft ist Entwicklung zu zweit. Dahinter steht das Prinzip der Wahrhaftigkeit. Viele Paare leben in einem gemeinsam vereinbarten Trott. Aber der trügt. Oft spüren beide die Unzufriedenheit. Wahrhaftigkeit heißt dann, Formen zu finden, in denen wir produktiv miteinander reden können, z.B. im "Zwiegespräch", wie es Michael Lukas Möller detailliert entwickelt hat.

        Natürlich: Ich bin nur für mich verantwortlich, aber ich bin zugleich abhängig von dir. Dieses (eigentlich in seinen zwei Seiten unvereinbare) Prinzip zeigt: Jede Partnerschaft muss Widersprüche aushalten lernen. Partnerschaft ist niemals nur harmonisch. Das zeigt sich oft im Alltag, auf den Beiträge dieses Buches gezielt eingehen: Weihnachten ist ein besonderes Konfliktfeld, Urlaubsplanungen sind Streitthema Nr. l, Zusammenziehen nach der Verliebtheit, Fernbeziehungen als mögliches Modell, Altersunterschiede in der Beziehung und immer wieder die bange Frage: "Habe ich den richtigen Partner?" - All das sind aktuelle Fragen, an denen sich Grundsatzprobleme zeigen.

        Fazit: Dieses Buch gibt Antworten auf aktuell gestellte Fragen moderner Paare, aber keine Rezepte oder naiven (und manch-[>13]mal willkommene) Ratschläge. Rezepte und Ratschläge sind vielleicht für ein einziges Paar brauchbar, taugen aber für das nächste Paar überhaupt nicht, weil dessen Situation anders ist. Die Beiträge sind nicht entstanden, weil Paartherapeuten irgendwelche neuen Einsichten und Erkenntnisse verbreiten wollten, sozusagen als "Missionare neuer Ideen". Das Buch beantwortet vielmehr Anfragen aus dem Alltag. Die Beiträge dieses Buches helfen, Krisen so weit zu klären, dass sie nicht das üblich hasserfüllte Ende nehmen.

        Ist das nicht eine lohnende Absicht in einem neuen Buch über Probleme und Lösungen m der Partnerschaft?
    Hamburg, Juni 2007                                            Prof. Dr. Herbert Gudjons"



    Ergebnisse. (Auswahlen)
    Im folgenden werden aus den Kapiteln jeweils einige beispielhafte Inhalte und Themen entnommen, die einen Eindruck von dem, was geboten wird, vermitteln sollen.

    Kommunikation: das Einmaleins der Verständigung

    Paarkommunikation: "Die Wahrheit beginnt zu zweit".
    Hier wird zu Recht die kaum zu überschätzende Bedeutung einer zugleich aktiven, echten (authentischen) und respektvollen Kommunikation für das Gelingen individueller Partnerschaft ausgeführt. Hierbei werden auch einzelne Empfehlungen ausgearbeitet:
    "... über Bedürfnisse, Wünsche, Partnerschaftsprobleme, Enttäuschung, Hoffnung und Liebe zu sprechen. Wichtige Ziele sind: sich Sorgen und Ängste von der Seele reden, neue Lösungsmöglichkeiten finden, sich danach besser und freier fühlen, die eigenen Energien wiederfinden, wieder Spaß miteinander haben, den alten Krieg zwischen Mann und Frau beenden, wieder ein glückliches Paar werden." (S. 24)
        Es wird eine von Möller entwickelte Methode empfohlen: "mindestens einmal in der Woche ein 90-minütiges, ungestörtes Gespräch mit dem Partner zu führen, das von beiden Partnern verbindlich vereinbart und nach einer gewissen Zeit zur guten Gewohnheit wird. Die Zeit kann nach Belieben eingeteilt werden. Bewährt hat sich, wenn die Partner jeweils 15 Minuten im Wechsel sprechen. Dabei ist wichtig, dass die Anteile des Sprechens und Zuhörens (auch Schweigen ist erlaubt) ungefähr gleich verteilt sind, keiner den anderen mit Fragen löchert (ein Zwiegespräch ist kein Verhör!), keine Ratschläge erteilt werden (keiner versucht den anderen nach seinem Bild zu formen) und jeder über sich spricht und bei sich bleibt (denn dann ist er mitten in der Beziehung!). Denn beim anderen sein heißt meist, von sich ablenken. Im Zwiegespräch liegt also ein Schwerpunkt beim Sprechenden selbst und nicht beim Gegenüber, d.h.

    >    Ich mache meinem Partner keine Vorwürfe (Du-Aussagen).
    >    Ich verzichte auf Pauschalierungen (immer, nie).
    >    Ich starte keine Übergriffe (Vermutungen) in seine Richtung, kein Rätselraten, sondern ich frage sie/ihn direkt.
    >    Ich lasse meinen Partner ausreden und unterbreche ihn/sie nicht.
    >    Ich stelle keine Wahrheitsbehauptungen auf.
    >    Ich will nicht um jeden Preis Recht haben.
    >    Ich werte mein Gegenüber nicht ab.
    >    Ich hege keine stillen Erwartungen meinem Partner gegenüber (das überfordert die Beziehung).

    Das Wichtigste dabei ist, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zuhören lernen. Dabei kommt es wesentlich auf die Fähigkeit zur wechselseitigen Einfühlung an: Jeder lernt, die Welt mit den Augen des anderen sehen zu können. ..." (S. 25)



    Sex - Treuebruch - Trennung ?

    Hier wird das wichtige und breite Spektrum der Sexualität, mögliche mit ihr einhergehende Probleme oder Störungen und was man dafür oder dagegen tun kann, erörtert, z.B. Einschlafen und Versiegen der Sexualität, Scham, Lustlosigkeit, Treue, Seitensprung und Fremdgehen. So wird z.B. zum Umgang mit dem Seitensprung empfohlen (wobei stillschweigend vorausgesetzt wird, dass es eine Treuevereinbarung gibt):

    "Was ist zu tun, wenn es passiert ist?
    Eine Krise bedeutet nicht das Ende der Beziehung. Das Paar kann die Krise nutzen, sich wechselseitig zu öffnen und betrachten zu lernen, dass jeder dem anderen helfen kann, seine Schwächen zu überwinden - das erfordert Mut, Offenheit, Geduld und Einfühlungsvermögen.
    Ein Seitensprung verändert eine Beziehung gravierend - sowohl für den, der ihn begangen hat, als auch für den, der hintergangen worden ist. Der eine weiß es, der andere kann es zumeist [>88] spüren. Das Geschehen signalisiert einen ernsten Konflikt in der Partnerschaft, an dem zu arbeiten zwingend erfordert, den Partner einzubeziehen. Entscheidend ist dabei die Art und Weise, wie konstruktiv mit Fehlern und Konflikten umgegangen wird und wie unvermeidbare Verletzungen durch Liebe und Leidenschaft ausgeglichen werden.
        Empfehlenswert ist, den Seitensprung zu beichten, denn viele betrogene Partner empfinden es als schlimmer, von ihrem Partner belogen zu werden. Der/Die Betrogene spürt meist, dass etwas nicht stimmt, fragt nach, bekommt die Antwort, alles sei in Ordnung, und hinterher fliegt der Seitensprung dann doch auf. Die Lüge, also der Vertrauensbruch, wird dann oftmals als sehr viel schlimmer empfunden als die eigentliche Tat. Ist die erste Wut und die erste Trauer überstanden, bietet sich die Gelegenheit, über die Gründe für das Handeln zu sprechen und Veränderungen einzuleiten. Der/Die Betrogene sollte sich selbst bzw. im Gespräch vier Fragen beantworten:

    1.   Will ich für meine Beziehung kämpfen?
    2.   Oder ist der Seitensprung für mich ein Anlass, Schluss zu machen?
    3.   Was ist an meiner Partnerschaft positiv?
    4.   Wie habe ich selbst zu dem Betrug beigetragen?

    Der "Betrüger" sollte offen die Fragen beantworten, die der Partner ihm/ihr stellt, z. B. "Was hat sie bzw. er, was ich nicht habe?" Für beide kann ein vertrauter Gesprächspartner, das Aufschreiben der Gefühle und Ängste oder ein Besuch beim Paartherapeuten hilfreich sein. Dort kann geklärt werden:

    >    Wo soll die Reise hingehen?
    >    Wofür will ich mich einsetzen?
    >    Wie gewinne ich das Vertrauen des Partners/der Partnerin wieder?

    ... ... "



    Besondere Paare - besondere Situationen
    Hier werden die Besonderheiten von Paaren mit großem Altersabstand, Konkurrenz in der Partnerschaft, Fernbeziehungen, Zusammenziehen,  Junge Eltern, Urlaub und Weihnachten besprochen. Da der Aspekt Konkurrenz in der Partnerschaft nicht so bekannt und vertraut ist, sei hier den beiden AutorInnen Raum für einführende Worte gegeben:

    "Konkurrenz in der Partnerschaft von Friedhelm Schwiderski und Nina Vogeley
    In unserer Leistungsgesellschaft ist Konkurrenz ein großes Thema, auch in der Partnerschaft. Für einen Mann ist es oft schwierig zu akzeptieren, wenn seine Frau beruflich erfolgreicher ist und mehr Geld verdient. Aber es gilt in der Partnerschaft zu lernen, mit Unterschiedlichkeiten umzugehen, die sich von Lebensphase zu Lebensphase durchaus auch verändern.
        Schon in elf Prozent aller Beziehungen ist die Frau die Mehr-, Haupt- oder Alleinverdienerin. Das kann zu ungeahnten und unbekannten Problemen in der Partnerschaft führen. Es stellt sich hier oft die Frage: Wie zufrieden bin ich mit mir und mit dem, was ich bin? Gerät dieses Thema aber zu sehr in den Vordergrund, kann es die Liebe mehr und mehr verdrängen.
        Die Gründe, die für das Auftreten solcher Problematiken oft verantwortlich sind, liegen zum Teil in sehr alten Strukturen von Beziehungen verborgen.
        Männer definieren sich seit Jahrhunderten aus ihrer Funktion als Ernährer. Geld steht hier für Wichtigkeit, für Überlegenheit und Macht in unserer Konsumgesellschaft. Und da geht es nicht um die absolute Höhe des Einkommens, es geht um die relative. Wer mehr verdient, schon der Doppelsinn dieses Wortes macht die soziale Bedeutung deutlich, hat mehr zu sagen. Für viele Männer ist es nach wie vor ein wichtiges Statussymbol, mehr zu verdienen als ihre Frau.
        Durch gesellschaftliche Veränderungen, durch die Veränderung der Rolle der Frau hat auch ein Wandel von Beziehung stattgefunden, der oft nicht einfach zu bewältigen ist. Frauen sind selbstständiger und verwirklichen ihre beruflichen Interessen. Der Mann ist nicht mehr der Versorger, die Frau steht nicht mehr am Herd. Frauen versuchen dann oft, sich kleiner zu machen, als sie sind, damit der Mann seine alte Rolle noch ein wenig spielen darf. Wie können Paare mit diesem Wandel konstruktiv umgehen?
        ... ... " (S. 123)



    Paartherapie trifft Paarcomedy
    Die Autorin Nicole Pätzel führt in dieses Verfahren Paarkomödie - Probleme mit Humor angehen wie folgt ein:  "Seit zweieinhalb Jahren veranstalten wir nun diese erfolgreiche Seminarreihe. Alles begann mit dem Schreiben einer Komödie. In langen Gesprächen haben mein Schauspielkollege und ich persönliche Beziehungserfahrung ausgetauscht. Allein diese Auseinandersetzung hatte schon komische Elemente: Ich war schockiert über bestimmte sehr ehrliche Kommentare meines Kollegen: Wie oft Männer (alle?) z.B. tatsächlich an Sex denken und dass sie sich alle Frauen als potenzielle Sexualpartnerinnen vorstellen. Oder dass Männer innerhalb der Beziehung eher zufrieden sind als Frauen. Herausgekommen ist dabei eine Paar-Komödie, "Das aufgeklärte Paar". Häufig erhielten wir auf unsere Auftritte ähnliches Feedback: "Ja, so wie ihr es spielt, ist es im realen Leben." Oder: "Es tut so gut zu sehen, dass es anderen auch so geht." Die Idee, unsere Comedy für den therapeutischen Kontext zu nutzen, war naheliegend. Bei regelmäßigen Improvisationstheaterproben hatte ich entdeckt, wie heilsam die spielerische Auseinandersetzung z.B. mit Tabus wie Tod, Behinderung, Krankheit, Trennung sein konnte. Auch in meiner Arbeit in einer Kinderklinik lernte ich die positive Kraft des Humors kennen.
    Das Seminarkonzept: "Paartherapie trifft Paarcomedy" ist eine Mischung aus Paartherapie, Theaterworkshop und Improvisationstheater.
    ... ... " (S. 150)



    Glossar zur Paartherapie.
    Das Glossar ist etwas dünn besetzt und enthält folgende Einträge: E-Mail-Beratung, Gestalttherapie, Paargruppen, Paarsynthese, Paartherapie, Paatherapie in Chat-Foren, Psychodrama, Sexualtherapie und Systemische Therapie.



    Bewertung:  Ein hilfreiches, anregendes und nützliches Buch, das viele Standard-Partnerprobleme konkret benennt und Empfehlungen zur Handhabung und Lösung anbietet und doch mit nur 160 Seiten gut auskommt. Vielleicht setzen das anspruchsvolle Konzept und die darauf aufbauenden Methoden für einen nicht geringen Teil gestörter Beziehungen und Partnerschaften, die in die Praxis kommen, etwas viel voraus,  so dass für einige erst eine Art "Vortherapie" einzurichten wäre, um die erforderliche konstruktive Grundhaltung zu erwerben bzw. zu erlernen. Wünschenswert wäre vielleicht auch noch ein mutiges Kapitel, wo Hopfen und Malz verloren scheint. Und hier schließt sich nahtlos Frage und Problem einer Realtherapie im Sinne Glassers an, wenn grundlegende Fehlverhaltensweisen jenseits von Gut und Böse auf einer oder auch auf beiden Seiten wenig Hoffnung lassen. Und es gibt auch viele Paare, bei denen die Liebe ziemlich versiegt ist; oder auch solche, die gar nicht auf Liebe gegründet sind und wo andere, durchaus annehm- und nachvollziehbare Motive des Zusammenseins eine Rolle spielen.



    Links (Auswahl: beachte)
    • Ein Liebes- und Partnerschaftskonzept  * Kommunikationsregeln für Nahestehende * Ehe- und Partnerschaftsmotive * Synchronisation der Lüste * Materialien zur Liebe * Liebestestfragen * ... :
    • Überblick: Zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe, Sex, Sexuelle Abweichungen und Störungen, Mißbrauch, Psychopathologie, Sex- und Beziehungs- Kriminalität, Psychotraumatologie und Viktimologie.


    Literatur (Auswahl)
    Das Buch enthält eine ausführliche, weiterführende Literaturliste incl. Zeitschriften (3 Seiten).



    Anmerkungen und Endnoten
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    Bewertung. Bewertungen sind immer subjektiv, daher sind wir in unseren Buchpräsentationen bemüht, möglichst viel durch die AutorInnen selbst sagen zu lassen. Die Kombination Inhaltsverzeichnis und Zusammenfassungen sollte jede kundige oder auch interessierte LeserIn in die Lage versetzen selbst festzustellen, ob sie dieses oder jenes genauer wissen will.  Die BuchpräsentatorIn steht gewöhnlich in keiner Geschäftsbeziehung zu Verlag oder den AutorInnen; falls doch wird dies ausdrücklich vermerkt. Die IP-GIPT ist nicht kommerziell ausgerichtet, verlangt und erhält für Buchpräsentationen auch kein Honorar. Meist dürften aber die BuchpräsentatorInnen ein kostenfreies sog. Rezensionsexemplar erhalten. Die IP-GIPT gewinnt durch gute Buchpräsentationen an inhaltlicher Bedeutung und Aufmerksamkeit und für die PräsentatorInnen sind solche Präsentationen auch eine Art Fortbildung - so gesehen haben natürlich alle etwas davon, am meisten, wie wir hoffen Interessenten- und LeserInnen.  Beispiele für Bewertungen: [1,2,3,]
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    Anm. Vorgesehene. Wir präsentieren auch Bücher aus eigenem Bestand, weil wir sie selbst erworben haben oder Verlage sie aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) zur Verfügung stellen wollen oder können.
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    AutorInneninformation: Friedhelm Schwiderski, Paar- und Einzeltherapeut in eigener Praxis, Bönningstedt/Hamburg. Weitere Infos zum Herausgeber finden Sie unter www.paar-psychotherapie.de. Die AutorInnen arbeiten im Arbeitskreis ”Paar- und Psychotherapie“ zusammen. Weitere Infos finden Sie unter www.paartherapie.de.
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    Glasser, W. (dt. 1972, orig. 1965). Realitätstherapie. Neue Wege der Psychotherapie. Weinheim und Basel: Beltz
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    Querverweise
    Standort Beziehungsweise glücklich.
    *
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    *
    Suchen in der IP-GIPT, z.B. mit Hilfe von "google": <suchbegriff> site:www.sgipt.org
    Buchpräsentation site:www.sgipt.org. 
    *
    Information für Dienstleistungs-Interessierte.
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    Zitierung
    Sponsel, Rudolf (DAS). Buchpräsentation: Beziehungsweise glücklich. Profi-Tipps von Paartherapeuten. Internet Publikation  für Allgemeine und Integrative Psychotherapie  IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/lit/reinh/bzwgluek.htm
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    Änderungen Kleinere Änderungen werden nicht extra ausgewiesen; wird gelegentlich überarbeitet und ergänzt.
    tt.mm.jj

    korrigiert: irs 22.03.08