ADHS bei Frauen - den Gefühlen ausgeliefert
präsentiert von Rudolf Sponsel, Erlangen
Bibliographie * Verlagsinfo * Inhaltsverzeichnis * Leseprobe und Ergebnisse * Bewertung * Links * Literatur * Querverweise *
Geleitwort 9
Vorwort und Dank 11
ADHS Allgemeiner Teil 15
ADHS bei Mädchen 19
ADHS bei Frauen - Spezieller Teil 29
Die Lebensphasen und Lebensläufe ADHS-betroffener Frauen
57
Frauen ab dem 20. Lebensjahr 61
1. Eliane: Wenn Ihr mir Grenzen setzt, dann bricht bei mir ein
Vulkan aus 63
2. Barbara: Lebensmut und Stehaufmännchen 70
3. Martina: Nur noch heute, ab morgen ist alles gut 74
4. Isabelle: Ich fange vieles an und beende nicht einmal die
Hälfte davon 78
Frauen ab dem 30. Lebensjahr 83
5. Elisabeth: Wie ein unerträglicher Schatten kam diese
Glocke über mich 85
6. Susanne: Was ich bestens kann, ist blitzartig einer Idee folgen
91
7. Brigitte: In mir war eine Unruhe, die mich manchmal fast zum
Wahnsinn brachte. 95
8. Claudia: Ich fühlte mich immer etwas abseits, als Außenseiterin
99
9. Katharina: Im Herbst fiel ich immer wieder in die Depression
zurück 104
10. Andrea: Heute leide ich immer wieder unter panischen Ängsten,
vor allem unter Versagensangst und Minderwertigkeitsgefühlen 109
11. Evelyne: In vielen Beiträgen über die ADHS konnte
ich mich wiedererkennen 112
Frauen ab dem 50. Lebensjahr 117
12. Marianne: Man sagt mir oft, ich solle mich nicht immer kleiner
machen als ich bin 119
13. Ruth: Ich hatte größte Existenzängste und
die ständige Sorge, im Chaos zu ertrinken 122
14. Gertraud: Ich hatte oft Schuldgefühle, weil ich nicht
jeden Tag gleichermaßen leistungsfähig war
126
Therapie der ADHS bei Frauen 131
15. Evelyne: Früher konnte ich kaum einen Augenblick alleine
sein, ich war gierig nach Action, hatte Angst vor
dem Alleinsein und der Langeweile 144
16. Lisa: Haben sie auch schon Bekanntschaft mit sogenannten
Simulatoren gemacht? 147
200 Frauen auf ADHS abgeklärt: eine Analyse 151
Schlussbemerkungen 155
Literaturverzeichnis 159
Selbsthilfegruppen 163
"200 Frauen auf ADHS abgeklärt: eine Analyse
In einem Zeitraum von 8 Jahren (1995-2003) habe ich in meiner Praxis
200 Frauen (und 185 Männer) auf eine mögliche ADHS abgeklärt,
diese waren im Alter zwischen 18 und 63 Jahren.
Die Mehrheit der Patientinnen wurde mir von Haus-
und Kinderärzten, Psychiatern und Psychologen zugewiesen mit der Fragestellung:
ADHS? Einige Patientinnen kamen auch nach der Lektüre über die
ADHS bei Erwachsenen oder hatten sich im Internet kundig gemacht. Sie vermuteten
selbst ihre Diagnose, andere wiederum kamen als betroffene Mütter
von ADHS Kindern.
Von diesen 200 Patientinnen habe ich bei 156 die
Diagnose einer ADHS gestellt. 34 Patientinnen entsprachen nicht den Kriterien
einer ADHS, bei 8 Patientinnen konnte ich keine klare Diagnose stellen,
wobei es sich meist wahrscheinlich um «Residualzustände»
handelte, das heißt in der Kindheit waren ADHS Symptome vorhanden,
die sich aber im Erwachsenenalter als nicht mehr relevant präsentierten.
Bei 2 Patientinnen habe ich eine Borderline Persönlichkeitsstörung
diagnostiziert. Es gibt viele Symptome, die sich bei ADHS und Borderline
Persönlichkeitsstörung überschneiden, eine genaue Differentialdiagnose
drängt sich daher auf, da diese therapeutische Konsequenzen nach sich
zieht. Es ist durchaus möglich, dass Verhaltensstörungen im Kindesalter
ein Risikofaktor für die spätere Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung
darstellen. Zudem sind aber auch gestörte frühkindliche Beziehungen
sowie traumatische Erlebnisse ausschlaggebend. Patientinnen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung
weisen im Gegensatz zu ADHS Patientinnen ein tiefgreifendes Muster von
gestörter Emotionalität in den zwischenmenschlichen Beziehungen
auf.
Die ADHS ist häufig mit anderen psychiatrischen
Krankheitsbildern kombiniert. Die Häufigkeit der Komorbiditäten
variiert in den [>152] Literaturangaben und bezieht sich vornehmlich auf
Kinder. Für die Komorbidität von ADHS
In meiner Praxis konnte ich bei den 156 diagnostizierten ADHS Patientinnen
diese Befunde eigentlich bestätigen:
39 Patientinnen litten zusätzlich an einer Depression (3 an saisonalen
Depressionen).
18 Patientinnen litten an einer Essstörung (l an einer Anorexie
= Magersucht, 3 an Bulimie = Ess-Brechsucht, die restlichen 14 Patientinnen
zeigten ein unkontrolliertes Essverhalten und entsprechende Übergewichtigkeit).
11 Patientinnen litten an einer Angststörung
23 Patientinnen wiesen einen Suchtmittelmissbrauch auf. Viele solcher
Patientinnen hatten in ihrer Jugend Drogen (Cannabis, Kokain, Heroin) konsumiert
und waren während der Schwangerschaften abstinent geworden.
Alkohol und ein hoher Nikotinkonsum (mehr als l
Päckchen Zigaretten täglich) stellten auch zur Zeit der Vorstellung
in der Praxis bei vielen Patientinnen weiterhin ein großes Problem
dar.
Hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass es fließende
Übergänge gibt zwischen den Depressionen und den Angststörungen.
Praktisch alle meine Patientinnen klagten über
Schlafstörungen sowie prämenstruelle Beschwerden.
Somatische Beschwerden, das heißt körperbezogene
Schmerzen, wurden sehr unterschiedlich angegeben, meistens standen diese
mit der allgemeinen psychischen Befindlichkeit in Zusammenhang.
Im Vergleich zu der in etwa gleich großen
Zahl durchgeführten Abklärungen von Männern fällt auf,
dass bei Frauen vor allem die Kombination [>153] mit Depressionen, Angststörungen
und Essstörungen vermehrt vorkommt.
Die Therapie richtete sich jeweils nach den im Vordergrund stehenden
Beschwerden.
Bei 101 Patientinnen habe ich Stimulanzien eingesetzt, zum Teil allein,
zum Teil in Kombination mit Antidepressiva."
Literatur (Auswahl)
Das Buch enthält ein Literaturverzeichnis.
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