SGIPT - Gesellschaft für Allgemeine und Integrative Psychotherapie - Deutschland
     Internet Publikation  für Allgemeine und Integrative Psychotherapie  IP-GIPT DAS=01.01.2001


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    J1)Meditation
    in der Allgemeinen und Integrativen Psychotherapie

    Allgemeine Einführung

    Begriff und Bedeutung der Meditation sind ausgesprochen schillernd, vieldeutig und damit eine Quelle der Verwirrung. Wir werden also zunächst immer fragen müssen: von welcher Art "der" Meditation ist die Rede? Um welche Zwecke und Ziele geht es? Mit welchen Methoden und Techniken sollen diese Zwecke und Ziele erreicht werden? Betrachten wir Meditation als psychologisches Heilmittel (neudeutsch: Heilwirkfaktor), so kennzeichnen wir das Wort mit dem Heilmitteloperator J1) .

    Das Wort "Meditation" kommt aus dem Lateinischen: meditari = nachsinnen, besinnen; üben; meditatio = nachdenken, Vorbereitung). Sie hat eine besondere Tradition im Christentum2) (Besinnung und Sammlung, Gebet, Anteilnahme im Gottesdienst, Exerzitien), eine noch längere Tradition und besondere Zuwendung, Entwicklung und Pflege erfuhr die Meditation aber im Buddhismus - oder im ZEN als der japanischen Form des Buddhismus - und ganz allgemein im asiatisch philosophisch-religiösen Raum.

    Meditationen sind Jahrtausende alte - ursprünglich philosophisch-religiöse - Verfahren derinneren Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Konzentration auf oder Hingabe an unterschiedliche Ziele, z. B. allgemeine oder mentale Entspannung, Leeren des Bewußtseins z. B. als Nicht-"Denken"3), völlige Hingabe an bestimmte Inhalte oder Betätigungen, auch alltägliche (Satipatthana) oder das Erreichen neuer Bewußtseinszustände.

    Mit Meditation teilweise verwandte oder in der Wirkung ähnliche Verfahren sind: Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Autogenes Training, Besinnen, Bewußtseinslenkung, Dynamische Meditation, Entspannungsverfahren, Exerzitien, Focusing, Hingabe, "Innerung", Konzentration, Konzentrative Bewegungstherapie, Sammlung, Satipatthana Meditation, Trance, Versenkung, ZEN.

    Bemerkung: Meditation bezeichnet als NLP-Begriff Zustände, die eine konzentrierte Form der Trance bewirken; wobei die Aufmerksamkeit nach innen fokussiert und sich ihrer Selbst bewußt wird. Nach Rückerl, T. (1994).

    In der GIPT hängt die Konstruktion und Anwendung einer Meditation von den Zielen ab, die man verfolgt. Bewußteres Leben (> Satipatthana Meditation) erfordert eine andere Meditation als Konzentrieren, Entspannen oder das Bewußtsein leeren lernen, die meisten Ansätze laufen aber auf eine gezielte > Bewußtseins-Lenkung oder Bewußtseins-Haltung hinaus. Eine Theorie der Meditation impliziert daher eine Theorie des Bewußtseins, seiner Zustände und die Einflüsse der Bewußtseinslenkung auf den Körper.

    Meditation in der Heilkunde und Psychotherapie
    Die Forschungsgruppe Grawe et al. (1994, S. 618 ff) berichtet, daß  in 12 von 16 kontrollierten Studien die für Meditation festgestellte Wirksamkeit als überraschend gut angesehen werden muß.

    Meditation als eine der intensivsten Formen der Selbsterfahrung
    In dieser Bedeutung kann Meditation als reine, klare, unverfälschte Konfrontation mit sich selbst aufgefaßt werden. Ich konzentriere mich auf mich und mein Leben, ich lenke mich nicht ab, sondern ich nehme wahr, was in mir geschieht und lasse es geschehen, ich bewerte es nicht, ich versuche es nicht zu lenken, ich nehme "einfach" "nur" wahr, was in mir geschieht.

    Lit: Engel, K. (1995). > Liste          Anregung zu einer praktischen Natur-Mandala-Meditation
                                                           Zur: Satipatthana Meditation

    (wird fortgesetzt und ausgearbeitet)


    Fußnoten
    1) Mit dem griechischen Buchstaben Theta J   (nach Jerapeia (therapeia): Heilung) kennzeichnen wir Psychische Funktionen, wenn sie Heilmittel- oder Heilwirkfaktoren-Qualität (Funktion) annehmen,  z. B.
    J einsehen, J zulassen unterdrückter Erinnerungen, J stellen (konfrontieren), J sich  überwindenund
    J mutig sein, J differenzieren, J entspannen, J lernen, J loslassen, J beherrschen ...
    Und um deutlich zu machen, daß wir ein Wort nicht alltagssprachlich, sondern im Rahmen einer psychologisch-psychotherapeutischen Fachsprache verwenden, kennzeichnen wir das Wort mit dem griechischen Buchstaben y  (Psi, mit dem das griechische Wort für Seele =  yuch, sprich: psyche beginnt). Viel Verwirrung gibt es in und um die Psychologie, weil viele ihrer Begriffe zugleich Begriffe des Alltags und anderer Wissenschaften sind. Um babylonische Sprachverwirrungen, die unökonomisch, unkommunikativ und entwicklungsfeindlich sind, zu überwinden, ist u. a. das Programm der Erlanger Konstruktivistischen Philosophie und Wissenschaftstheorie entwickelt worden: Kamlah & Lorenzen (1967).Siehe auch Dokumentation und Evaluation in der GIPT
    2) Die interessantesten Bücher zur Meditation findet man oft in den Bibliotheken der TheologInnen.
    3) Die Leerung des Bewußtseins wird häufig falsch oder zumindest mißverständlich mit Nicht-"Denken" ("De-Reflexion" bei  Frankl; aber schon von  Dornblüth 1911, S. 618  beschrieben) bezeichnet. Die  psychologische Grundfunktion des Bewußtseins heißt in der GIPT aber y erleben.

     


    Zitierung
    Sponsel, R. (DAS). Heilmittel-Monographie Meditation. Klärung eines schillernden und esoterisch anmutenden Begriffes und Verfahrens: Meditation in der GIPT.  Internet Publikation  für Allgemeine und Integrative Psychotherapie  IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/hm/hm_medi0.htm
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