Internet
Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
IP-GIPT DAS=08.03.2001
Internet-Erstausgabe, letzte Änderung 17.11.7
gard Rathsmann-Sponsel
und Dr. phil. Rudolf Sponsel
Stubenlohstr.
20 D-91052 Erlangen * Mail:
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Erfahrungsbericht
01 [8.3.1]|
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Rel.
Aktuelles | Rel.
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& Copyright
in (R.Sponsel, IP-GIPT)
Wir
heißen Sie ganz herzlich auf unseren AD-H-D-Seiten willkommen, hier:
Das
AD-H-D Forschungsprojekt der GIPT
Zur Ätiologie, Pathogenese, Diagnostik, Differentialdiagnostik
und Therapie aus allgemein-integrativer und multi-modal-verhaltenstherapeutischer
Sicht
GIPT-AD-H-D-Test Analyse
für Heranwachsende und Erwachsene
_
Hinweis: Die folgenden Ausführungen
wurden weitgehend - bis auf den therapeutischen Teil, der in den nächsten
Jahren eigens veröffentlicht werden wird - in der Publikation zum
AD-H-D-Testsystem für Erwachsene berücksichtigt und eingearbeitet.
R.S. 16.9.2002
Querverweise. * Aktuelles
aus Wissenschaft und Forschung zu ADHD.
Erfahrungs- und
Forschungs-Konzept-Bericht 01 [8.3.1] von Rudolf Sponsel, Erlangen
|
Zum
Überblick AD-H-D Seiten | ADHD-Service-iec-verlag|
| Zur
Diagnostik und Therapie erwachsener AD-H-D Persönlichkeiten|
*Literatur
und Linkliste|
1. Fallunterscheidungen nach AD-H-D Bewußtheit:
-
Jemand hat ziemlich sicher AD-H-D, weiß es aber nicht.
-
Jemand vermutet bei sich AD-H-D.
-
Jemand ist schon mit AD-H-D - z. B. in der Kindheit - diagnostiziert
worden oder ist man sich aus anderen Quellen sicher, an AD-H-D zu leiden.
-
Jemand hat ziemlich sicher AD-H-D, will davon aber nichts wissen.
-
Es ist unklar, ob jemand AD-H-D hat oder nicht, einiges spricht dafür,
manches nicht.
-
Jemand möchte AD-H-D haben, um Amphetamine auf Rezept zu erhalten
-
Jemand möchte AD-H-D haben, weil sie / er entsprechenden Einflüssen
unterliegt
-
Jemand weiß, daß kein AD-H-D vorliegt.
-
Sonstiges (Rest- und Auffangkategorie)
2. Diagnostische und differentialdiagnostische
Klärungsaufgaben
Die zwei Hauptfehlerarten in der Diagnostik:
1) Es wird jemand eine Diagnose zugesprochen, die falsch ist.
2) Es wird jemand eine Diagnose nicht zugesprochen, obwohl sie richtig
ist.
In Bezug auf AD-H-D bedeutet das:
1) Jemand erhält fälschlich die Diagnose AD-H-D
2) Jemand wird fälschlich nicht auf AD-H-D diagnostiziert.
|
Zu den wichtigsten diagnostischen Klärungsaufgaben
gehören:
2.1 Welche Form des AD-H-D-Syndroms liegt
vor?
-
2.1.1 Nur Aufmerksamkeitssyndrom
-
2.1.2 Nur Hyperaktivitätssyndrom
-
2.1.3 Syndrom-Mischtyp
-
2.1.4 Unklar
-
2.1.5 Sonstiges
Zu den diagnostischen Kriterien und Problemen
bei Erwachsenen siehe bitte hier
Wir halten es für wahrscheinlich, daß AD-H-D Syndrome primär
oder sekundär vorliegen können. Primär heißt,
daß das AD-H-D Syndrom eine eigene und ursprüngliche Störung
ist. Sekundär soll heißen, daß das AD-H-D-Syndrom als
Teil einer anderen Störung oder Erkrankung hervorgebracht wird.
Das wichtigste Kriterium für das Vorliegen eines primären AD-H-D
sind Zeichen und Hinweise aus der Kindheit (z. B. mit Hilfe der verbalen
[die Noten sind hier nicht wichtig] Grundschulzeugnis-Analyse abgesichert).
Es stellen sich unter diesen Annahmen dann besonders folgende Fragen:
|
2.2 Genuin-Originäre AD-H-D-Störung
(AD-H-D als Grundstörung / Erkrankung)
-
Nur Aufmerksamkeitsstörung
-
Nur Hyperaktivität
-
Mischtyp
-
Unklar
2.3 AD-H-D-Syndrom innerhalb anderer
Störungen / Krankheiten und durch diese hervorgebracht:
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb eines abweichenden Verhaltens
(Devianz, Kriminalität).
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb einer Alexithymie / Anhedonie.
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb einer Angst, Phobie
oder Panikstörung.
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb einer Borderline-Störung.
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb einer (agitierten oder dysthymen)
Depression.
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb (Hypo-) Maniformer Störungen.
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb eines Organischen
Psychosyndroms.
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb einer {anderen} Persönlichkeitsstörung
(z. B. Wut- oder antisoziale Störung).
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb einer Psychose (z. B. schizoaffektiv).
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb eines Streßsyndroms.
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb einer Sucht oder eines Mißbrauchs
(z. B. substanzinduziertes AD-H-D).
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb einer Verwahrlosung.
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb einer Zwangsstörung.
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb einer zyklothymen
Störung ({endogene, agitierte} Depression, Manie).
-
Sekundäres AD-H-D innerhalb anderer, hier noch nicht
erfaßter Störungen.
2.4 Primäres AD-H-D neben anderen
Störungen (Komorbidität):
-
Primär-komorbides AD-H-D neben abweichendem Verhalten
(Devianz, Kriminalität).
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einer Alexithymie / Anhedonie.
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einer Angst, Phobie oder
Panikstörung.
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einer Borderline-Störung.
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einer (agitierten oder
dysthymen) Depression.
-
Primär-komorbides AD-H-D neben (Hypo-) Maniformen Störungen.
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einem Organischen
Psychosyndrom.
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einer {anderen} Persönlichkeitsstörung
(z. B. Wut- oder antisoziale Störung).
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einer Psychose (z. B.
schizoaffektiv).
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einem Streßsyndrom.
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einer Sucht oder einem
Mißbrauch (z. B. substanzinduziertes AD-H-D).
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einer Verwahrlosung.
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einer Zwangsstörung.
-
Primär-komorbides AD-H-D neben einer zyklothymen
Störung ({endogenen, agitierten} Depression, Manie).
-
Primär-komorbides AD-H-D neben anderen, hier noch nicht
erfaßten Störungen.
Zusammenfassung des Differentialdiagnostikproblems einer AD-H-D-
Störung: Liegt der Verdacht auf ein AD-H-D- Syndrom vor, so stellen
sich folgende Fragen: 1) Bewußtheit und Motivation der SyndromkandidatIn,
2) primäres oder sekundäres AD-H-D, 3) Frage der Komorbidität
(Ursache-Wirkungs- und Wechselwirkungsverhältnis.
|
3 Positiv-Diagnostik und Ressourcen
-
Ressourcen (welche stützenden, ausgleichenden oder sonstig positive
Ressourcen liegen vor?)
-
Positiv-Diagnostik: wie kann ich aus der Not eine Tugend machen und mir
einen AD-H-D-günstigen Lebensraum schaffen?
-
Positiv-Diagnostik: kann ich mir einen Lebensraum suchen, der mein AD-H-D
günstig beeinflussen kann (Fester Rahmen, Klare Regeln, z. B. durch
Eintritt in eine feste Lebensgemeinschaft)?
4. Interdisziplinäre und multi-modal
therapeutische Klärungsaufgaben
4.1 Grundfragen und grundlegende Meta-Strategien
-
Wie kann ich es direkt beeinflussen? Meta-Strategie direkte Beeinflussung.
Richtet sich auf alle Fragen vom Typ: was ich jetzt machen, wenn jetzt
x geschieht?
-
Was kann ich ausgleichen (kompensieren) womit?
-
Was kann ich nur besser kontrollieren?
-
Wunderwaffe vorbeugen und Vorkehrungen treffen
-
Was kann ich nicht oder nur wenig beeinflussen? Was also muß ich
aushalten, womit muß ich leben lernen?
-
Wie kann ich aus der Not eine Tugend machen, mir eine AD-H-D-förderliche
Umwelt suchen?
4.2 Ist mein AD-H-D mit medizinischen Heilmitteln
beeinflußbar?
-
Trizyklische Anti-Depressiva oder andere wie z. B. Aurorix
-
Amphetamin-Abkömmlinge (z. B. Tradon)
-
Ritalin
-
Rizol-Rezeptur (die AKZENTE Nr. 48, 2. Vierteljahr 2000, 33-35).
-
Andere bio-medizinische Einflußmöglichkeiten
4.3 Ist mein AD-H-D mit Ernährung beeinflußbar?
Diese Forschungsfrage
wird bislang traditionell sehr stark vom AÜK (Arbeitskreis Überaktives
Kind) gefördert.
4.4 Ist mein AD-H-D mit Ergotherapie, Gymnastik, Sport,
Bewegung beeinflußbar?
4.5 Kann ich Psychotherapie nutzen?
4.5.1 Allgemeine Psychotherapeutische Fragen
-
Was ist psychotherapeutisch möglich und was nicht?
-
Worauf
kommt es an in einer AD-H-D-Psychotherapie?
-
Wie geht es, was müssen PatientIn und TherapeutIn mitbringen?
4.5.2 Mögliche Fernziele bei möglichen Störungen,
z. B. die Themenbereiche:
-
Abschweifen, abdriften, nicht genügend dabei bleiben können
-
Affekte, Affektkontrolle, Selbstbeherrschung
-
Aggressivität mit dem Ziel: weniger und mehr Kontrolle
-
Ambivalenz (Zwiespältigkeit) mit dem Ziel weniger
-
Aufmerksamkeitsstörung mit dem Ziel weniger
-
Aufschieben
-
Ausdauer, mangelnde
-
Außenseiter- und Sündenbockrolle
-
Beziehungsprobleme
-
Desorganisation (Fehlplanung)
-
Desorientierung (ich weiß nicht wer ich bin, wie ich wirke, ankomme,
was ich soll und mag)
-
Depressive Verstimmung bis hin zu ausgeprägter Depression
-
Dominanz- und Mittelpunktstreben
-
Dysphorische Stimmungen (gereizt, mißmutig, verstimmt, negativistisch,
aggressiv)
-
Empfinden, fühlen, spüren (Alexithymie)
-
Entscheidungsprobleme
-
Flüchtigkeit und Geschwindigkeit
-
Frustrationstoleranz
-
Fühlen, Spüren
-
Ichbezogenheit (Egozentrik)
-
Ich weiß nicht was ich will (emotionale Ratlosigkeit)
-
Impulsivität. Ziel: weniger, mehr Kontrolle.
-
Innenerleben und Außenwirkung
-
Launen
-
Langeweile, Unlust, Desinteresse, nichts mit sich anfangen können
-
Lenkungsprobleme
-
Lust- und Interessen-Mangel, bzw. herabgesetzte Schwelle (Alexithymie,
Anhedonie)
-
Passivität
-
Perfektionismus
-
Planen
-
Schuldgefühle
-
Schußligkeit
-
Stimmungsschwankungen
-
Ungeduld, nicht warten können, alles sofort haben wollen
-
Unordnung
-
Unruhe
-
Unsicherheit
-
Vergeßlichkeit
-
Wankelmut
-
Wut
-
Zeiteinteilung, Zeitplan-Management
4.5.3 Entwickeln therapeutischer Nahziele zur direkten
Einflußnahme auf die Störungen
4.5.4 Indirekte Beeinflussung durch Stärkung alternativer
positiver Seiten und der Ressourcen.
5. Allgemeine Psychotherapeutische Werkzeuge, Methoden
und Mittel
6A+O Meta-Strategien: einstellen, ausgleichen, kontrollieren,
gestalten, lernen, gewöhnen
Abwechseln und Abwechslungsorganisation
Ausgleichen (siehe auch 6A+O)
Coacher suchen, gewinnen und nutzen
Einstellung (richtige) (siehe auch 6A+O)
Erinnerer einsetzen (visualisieren)
Erlebens-Studien (Lust-Studien, BEPE GLAS)
Gestalten (siehe auch 6A+O)
Gewohnheiten aufbauen (ritualisieren) (siehe auch 6A+O)
Kontrollieren (siehe auch 6A+O)
Lernen (siehe auch 6A+O)
Mentales Training
Mitschreiben von Essentials in der Stunde
Planen
Qualitätssicherung und Kontrolle der Therapieverlaufs
Selbstlenkung, Selbstmotivation, Selbststimulation, Schlingen legen
Tagebuch der therapeutisch bedeutsamen Ereignisse und Aktivitäten
Trainings- und Übungsprogramme
T-Ziele (Nah- und Fernziele festlegen und aufschreiben)
Verweilen (lernen)
6 Selbsthilfegruppen: real und internet
7 Einbindung in - und Anbindung an das Leben
Änderungen Kleinere
Änderungen werden nicht extra ausgewiesen; wird gelegentlich überarbeitet
und ergänzt.
14.04.06 Hinweise auf die Reliabilitätsstudie
"Reli05" und die ergänzte Neues DSM4_06.PDF [Info]
16.09.02 Hinweis
zum
Testsystem.
30.07.05 Querverweise, suchen.
Querverweise
Überblick: AD-H-D in der IP-GIPT
*
*
Dienstleistungs-Info.
*
Zitierung
Sponsel, Rudolf (DAS). Das
AD-H-D Forschungsprojekt der GIPT von Rudolf Sponsel, Erlangen. Internet
Publikation für Allgemeine und
Integrative Psychotherapie IP-GIPT. Erlangen:
http://www.sgipt.org/gipt/hypak/adhd_fp.htm
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